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Sie zu sehen. Achtung! es ist steinig auf dieser Seite. Senken Sie Ihr Ruder hier herüber und Sie können sofort abstoßen."

Morgan folgte ihrem Rate und hatte sein Boot wieder sehr rasch flott gemacht. Fräulein Graham brachte ge­wandt ihre eigene Barke an dessen Längsseite.Ich hoffe, Sie hielten mich nicht für unverschämt grob", fuhr sie fort. Aber wissen Sie, die Leute hier scheinen sich in mir eine Negerin oder sonst; etwas Außergewöhnliches vorgestellt zu haben, weil ich aus Australien komme. Sie drückten sich immer hier herum und starrten mich an, bis ich schreck­liche Drohungen ausstoßen mußte. Ich gelobte, daß ich den nächsten, der käme, wenn er klein genug sei, ohr­feigen, oder wenn er zu groß sei, der Polizei übergeben werde. Aber da Ihr Besuch ein rechtmäßiger ist, will ich beides unterlassen."

Sehr verbunden", sagte Richard Morgan, sich lächelnd verneigend.Also habe ich nun die Erlaubnis, meine Unter­suchungen fortzusetzen?"

Auf alle Fälle", versetzte Fräulein Ellinor,aber bitte, sagen Sie mir zuerst, wann Sie wiederkommen wer­den. O, mein Gott" ein komischer Ausdruck trat in ihre entschieden hübschen Züge,wie würde Mama sich über diese Bemerkung entsetzen! Sie gießt sich so viel Mühe mit meiner Erziehung. Aber ich meinte ja auch nur, wann Sie mit Ihren Plänen usw. beginnen würden und hierher kämen, mir dieselben zu zeigen. Ich langweile mich hier so entsetzlich, daß ich schon zu meiner Unterhaltung mit den Geschäften beginnen möchte."

Aber Sie sind doch sicher nicht allein hier, Fräulein Graham?"

Eigentlich nein in der Tat aber ja. Mein Vater konnte nicht und meine Mutter wollte nicht mit mir her­über kommen; und ich mußte doch aus alle Fälle mein neues Besitztum in Augenschein nehmen. Ich ich hatte meine Gründe dazu. Aber die Leute, denen ich anvertraut war, reisten weiter nach Schottland, und so habe ich denn vor­läufig . als einzigen Schutz hier nur ein Wesen ein zweibeiniges,, das ich um keinen Preis los werden kann Bassett mit Namen. Wenn Sie mich besuchen, werden Sie dieselbe sehen und mich bemitleiden. Und Sie werden doch kommen, Herr Morgan?"

Erst in einigen Tagen, wenn ich ausführlichen Bericht bringen soll", versetzte er.Heute haben wir Mittwoch- $. tEl,/ch denn Lebewohl sagen, Fräulein Graham, bis

Nichts derartiges", rief sie heiter, ihr Boot gewandt an die Landungsstelle bringend:Ich werde heute abend in der Villa speisen, ich und Bassett und alle. Ich würde Sre gern zum Frühstück einladen, aber erstens kommt mein halbes Dutzend Langschläfer nicht vor sieben Uhr herunter, und zweitens würde man es in diesem altväterlichen Lande wahrscheinlich wieder für unpassend halten. Also" leicht ans Ufer springendau revoir! Herr Morgan. Sagen Sie Ihrer Schwester: punkt sieben! Ich werde den ganzen Tag herumreiten, um mir Appetit zu Zachen."

Mit großem Ergötzen erwiderte Morgan dieses ur­wüchsige Lebewohl und ruderte davon. Ellinor blickte ihm nach, bis er hinter einer Gruppe Weiden verschwunden Miene^" toaubte ?ie N) heimwärts mit sehr befriedigter

.^/Rudert gut und spricht gut, ist Boeder glattzüngig noch werbrsch schon" so faßte sie ihre Beobachtungen zusammen. ,,^m ganzen von der besten Art, die ich bis jetzt hier ge­sehen habe. Dieser Mann gefällt mir."

5. Kapitel.

Als Richard Morgan am Frühstückstisch sein kleines Erlebnis erzählte, amüsierte sich seine Schwester außer­ordentlich über die drollige Weise dieses ersten Zusammen­treffens mit Fräulein Graham.

Tu hast die frühen Morgenstunden vortrefflich an­gewendet, Richard", erklärte sie.Fräulein Ellinor ist selbst so pünktlich in ihren Handlungen, daß dieser zeitige Besuch Demes künftigen Arbeitsfeldes Dich sehr bei ihr in Gunst setzen wird."

"LH hoffe aber doch sicher, daß die Arbeiten weder von ihrer Gunst noch von ihrer Laune abhängig sein werden",

Richard etwas ungalant, förmlich entsetzt über diese mögliche Aussicht.Nicht, daß ich unhöflich sein wollte", fugte er lachend bei,aber den Launen einer jungen Dame tonnte ich mich bei einem solchen Unternehmen unmöglich

fügen. Ich denke, Fräulein Graham wird ihre Entschlüsse fassen und dabei bleiben."

Sehr wahrscheinlich", schaltete Tr. Wilson ein,sie ist die resoluteste junge Dame, die ich je kennen gelernt, eine Graham durch und durch. Sie besteht darauf, daß ihre Anordnungen pünktlich befolgt werden."

Wie kam es, daß sie das Besitztum erbte und nicht ihr Vater?" fragte Richard.

Ihr Vater und seine Mutter", erklärte der Doktor, hatten vor Jahren bittere Streitigkeiten, die sich nie wieder beilegten. Fräulein Bassett, die seit dem Weggeheü des jungen Mannes bei Fran Graham lebte, ich glaube, anfangs als Gouvernante der verstorbenen Tochter und damals Gesellschafterin, sagte mir, daß Arthur Grahams, Name nie mehr genannt werden durfte. Es ist ein Wunder, daß die alte Dame sich entschließen konnte, wenigstens die nächste Generation erben zu lassen."

Nun, Fräulein Graham scheint sich als Herrin von Westfields sehr zu gefallen", bemerkte Richard, sich der stolzen Miene erinnernd, mit der sie ihn aus ihrem Ge­biete wies.Aber wie kommt es, daß niemand bei ihr ist? Sie ist viel zu jung, um allein hier zu wohnen."

O, was dies betrifft", entgegnete Frau Wilson, die Leute in Australien nehmen es in diesem Punkte lange nicht so genau, wie wir. Ihr Vater schrieb sehr vernünftig an Robert, daß er Geschäfte halber nicht so rasch von Sidney weg könne, unsere Veranstaltungen für seine Tochter aber sehr dankbar annehme. Robert hatte ihm nämlich mitge- teilt, wir würden Fräulein Bassett sozusagen als Gesell­schaftsdame Westfields zurückhalten; und daß er unbe­dingtes Vertrauen in den Testamentsvollstrecker seiner Mutter setzen könne, wußte er natürlich. Wenn seine Toch­ter hier bleibt, wird er ohne Zweifel bald nachkommen."

Wenn!" wiederholte Richard erregt,Fräulein Gra­ham wird doch sicher wissen, ob sie hier bleibt, oder nicht, ehe sie diese kostspieligen Arbeiten unternehmen läßt."

Gewiß weiß sie das", war die rasche Antwort,das wenn" bezog sich nur auf Herrn Grahams' unbestimm­tes Kommen. Erst letzte Woche sagte mir Fräulein Ellinor mit großer Befriedigung, sie habe ihren Eltern geschrieben, daß sie in Norfolk wohnen zu bleiben gedenke."

Um so besser", sagte Richard mit sichtlicher Erleichter­ung.Also Robert, mit Deiner Erlaubnis werde ich das Boot wieder in Beschlag nehmen, und mir einen allgemeinen Ueberblick über meine Arbeit verschaffen."

Sei es so", entgegnete sein Schwager,ich werde Tip bis hinüber Gesellschaft leisten und Dich mit dem Ver-i walter bekannt machen. Harris ist ein vortrefflicher Bursche, Tu wirst eine tüchtige Stütze an ihm haben. Ich werde vor Mittag nicht zurück fein, Jessie. Ta drüben hält sich ein wunderschöner Wasservogel aus, den ich beobachten möchte. Tein Herr Bruder wird die armen Schlucker ohnehin aus ihrer natürlichen Wohnstätte vertreiben, also muß ich ihre! Bekanntschaft machen, so lange ich die Möglichkeit habe/«

Tie Siebenuhrstunde fand unser Trio in vortrefflicher Laune, die wenigen Gäste empfangend. Tie beiden Herren waren sehr befriedigt von ihrer kleinen Forschungstour zurückgekehrt unß Frau Wilson, zu jeder Zeit eine liebens­würdige Wirtin, strahlte vor Vergnügen, als sie bemerkte, wie Fräulein Graham mit besonderer Vorliebe die Gesell- schast ihres Bruders aufsuchte. Sie hatte Oberst Mellin und Gemahlin, sowie den guten Doktor Pott kaum flüchtig gegrüßt, als sie mit einer anmutigen Kopfbewegung Richard an ihre Seite ivinkte und lächelnd begann:Ich glaube. Sie werden mir viel zu sagen haben, Herr Morgan. Ich sah Sie den ganzen Morgen aus dem Wasser und hatte fast Lust, auch hinüber zu rudern und ihnen Gesellschaft zu leisten. In Marypoint liegt unser Haus an der Bucht, und ich bin selbst ein halbes Amphibium. Doch ich dachte, mit meinem unvermeidlichen Geplauder würde ich Ihre tiefsinnigen Berechnungen stören, und so ließ ich Sie deckst in Frieden, wofür Sie mir dankbar sein müssen."

Ich bin es in der Tat", entgegnete Richard ernst, denn wir hatten einige Stunden scharfen Ostwind, wobei Sie sich gewiß eine Erkältung zugezogen hätten."

Ach, dummes Zeug!" entfuhr es ihren Lippen.Wir Mädchen auf der Zündern Seite der Welt sind nicht so zimperliche Geschöpfe, wie man sie hier erzieht mit ihrem späten Aufstehen und Schlafengehen! Und ihre späten Mahl­zeiten hier mein Gott, das ist unhöflich,!" Sie drängtd rasch ihre weiteren Worte zurück, als sie Frau MellinS