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Fortsetzung folgt.
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„Ja, es ist so."
ffnnh86^11^0®' «?) zorniger Erregung mühsam atmend,
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„Ja, es machte chn glücklich, er hat es mir selbst vst gejagt; das macht eben meinen Kummer noch größer" „Temen Kummer?" rief er, indem er wieder versuchte, chre Hand zu fassen; ,,«o Jane, das isst ein hartes Wort, nrmm es zurück, sei gut!"
,.,„Nein, rühre mich nicht an!" rief sie beinahe heiser; >,rühr' mich nicht an! warte — ich habe Tir — etwas zu — sagen — warte —"
Sie war leichenblaß geworden, die Augen voll Ver- zwelflung auf ihn gerichtet, schwankte sie zur Sette; er sprang hinzu, sie zu stützen, sie schrak vor ihm zurück und lehnte gegen den Tisch in der Mitte des Zimmers.
Ernrge Augenblicke war es still im Zimmer, mau hörte ssur das erntömge Tröpfeln des Regens. Willy, erstaunt über ihr Benehmen, sah sie ängstlich fragend an, wäh- reni) das Mädchen, blaß und zitternd, nach Mut rang Galt es doch nun, das einzige, was die Welt ihr bot das treue, liebende Herz Willys, von sich zu weisen.
, „Rege Tich nicht sv auf, Jane, muß es durchaus jetzt sem? Sage nur ern andermal, was Tu zu sagen hast, wenn Du ruhiger bist." B '
„Ach nein. Du mußt es jetzt wissen", entgegnete sie leise. „O, Willy, hilf mir, laß mich Dir alles sagen! .Und dann vergib Mir, wenn Dn kannst!"
„Um Gott! Jane!" entrang es sich seinem gepreßten Ahnung von der Wahrheit durchzuckte ihn, unwillkürlich zog er sich etwas zurück. J
W' rief sie erregt, „nun weißt Du es! Du errätst,
, ein elendes Geschöpf ich bin, tote ich Dich getäuscht. Dem Vertrauen mißbrauwt habe!"
„Willst Tu damit sagen, daß Du einen anderen liebst?" ASte er schmerzlich bewegt. „Aber nein, Jane, sage nein! sage Llles sonst, nur dies nicht!" Der Don seiner Stimme war so schmerzdurchdrungen, so tief erregt, daß ^ane zusammenzuckte und Eiseskälte ihr diirch die Glieder
Tennoch antwortete sie halb flüsternd: „Das mußte Ten j».1T H
es hörte auf zu regnen! jeder Tropfen scheint an meinen Kopf zu schlagen und verursacht mir Schmerzen."
„Arme Memel wenn ich Dir nur zu helfen wüßte!"
„Mir kann niemand helfen!" ries sie heftig, die Hände ringend. „Ach, warum mußte Robert sterben und mich hier allein lassen!"
„Nicht allein, mein Liebling!" Er versuchte ihre Hand wieder zu fassen, sie aber preßte die ihrige fest zusammen und wandte sich von ihm.
Obgleich diese Bewegung ihn tief verletzte, fuhr er, dieselbe scheinbar nicht beachtend, fort: „Meine Mutter wird Dich morgen besuchen und Dir selbst sagen, wie leid es ihr tut, daß sie es ihrer Erkältung wegen nicht früher tun konnte."
„Teine Mutter ist sehr freundlich, Willy", sagte sie ausstehend und sich von ihm entfernend, „aber sie darf nicht Herkommen, ich kann Deine Mutter nicht empfangen."
„Warum nicht, Jane, warum nicht? Sie und mein Vater sind herzlich besorgt um Tich; und ich würde glücklich sem. Dich unter ihrem Schutz zu wissen, bis ich Dich in unser Heim hole als meine süße, kleine Frau."
. "Still!" rief sie heftig, „um alles in der Welt nicht weiter, Willy, Deine Worte tun mir entsetzlich weh'"
„Aber Jane, weshalb? Tu weißt, wie innig ich Dich liebe! Tu weißt, daß Robert diese Liebe kannte und billigte, weißt, wie froh er war, Tich in meiner Obhut
vermischtes.
, . SGoß iu Skieniewice, wohin das Zarenpaar mit jemejt vier Töchterchen übergesiedelt war und wo auch der Großherzog von Hessen mit seinem Töchterchen weilte, liegt südlich von der Eisenbahnstation in einem großen schönen PA- Der Schloßpark ist 1451 angelegt worden. Damals üehörte Skierniewice dem Erzbischpf Jan, Es blieb seitdem
bis zur ersten Teilung Polens Residenz des Erzbischofs von Gnesen, Fürstprimas von Polen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaute der Primas Ostrowski einen Palast in dem später der französische Marschall Davoust kurze Zeit lebte, der das Schloß von Napoleon geschenkt erhielt. Als bei der ersten Teilung Polens nach der Abdankung von Stanislaus Poniatowski Warschau an Preußen fiel, gelangte ©tierntetoice 1795 an Preußen. Davoust erhielt Skiernie- Ace zwölf Jahre später, als Napoleon das Herzogtum Warschau gründete. Seine Erben verließen es 1812 als Napoleon entthront wurde, und flohen aus Rußland. Nun wurde Skieruiewiee wieder dem Zartum Polen zugezählt und ging bei der Einverleibung Warschaus an Rußland über. Es wttrde das Eigentum der Gemahlin dcS damaligen Statthalters von Warschau Großfürsten Konstantin Pawlowitsch. Tie Gattin des Großfürsten, die polnische Gräfin Johanna Grudzinska, bekam das Schloß 1820 von Kaiser Alexander I der es ihr schenkte, als sie seinen Bruder heiratete. Sie erhielt bei dieser Gelegenheit den Titel einer Fürstin von Lowicz. Nach dem Tode der Fürstin (1831) tourbe Skierniewice von der russischen Regierung angefauft 1871 erhielt der russische Feldmarschall Fürst Barjatinski der Hntertoerfer des Kaukasus, Skierniewice zum leben» länglichen Besitz. Alexander III. besuchte als Thronfolger das Schloß wiederholt und weilte dort als Gast des Fürsten Barjatinski. Nach dem 1879 erfolgten Tode des Feldmarschalls ging das Schloß wieder in den persönlichen Besitz des Zaren über und wurde vollständig renoviert. Vom 15. bis 17. September 1884 fand dort die bekannte Treikaiser- Znfammenkunft statt und durch dieses bedeutsame politische Ereignis wurde der Name des kleinen Ortes weltbekannt. Die Kreisstadt Skierniewice, rnssich Skernewizy, an der Skierniewka, zählt ungefähr 10000 Einwohner, von denen der größte Teil Juden sind. An die denkwürdige Dreikaifer- Begegnnng erinnert ein kleines, prächtig ausgestattet: S Theater, das damals errichtet wurde. Dort fand bei jener Gelegenheit eine- Festvorstellung statt. — Das kaiserliche Lustschloß ist nicht groß. Von der breiten Freitreppe des von dichtem grünen Epheu umrankten Palais hat man eine hübsche Aussicht auf den uralten Park und die mit Teppichbeeten und Springbrunnen geschmückten weiten Rajenflachen vor dem Schloß. Eine breite Treppe führt ans dem mit kostbaren Gobelins verzierten Vestibül in den Speisefaal, das Billardzimmer und die innersten Gemächer des Schlosses. Den Eingang zum weiten im Stil Ludwi s XIV. möblierten Saal schmückt ein Kolossalgemälde des russischen Malers v. Rosen, das eine Truppenschau darstellt, die der Großfürst Konstantin Pawlowitsch 1824 in Warschau auf dem Sächsischen Platz abhielt. Auf dem Kamin in diesem Raume steht eine kostbare Standuhr aus Malachit, eine getreue Nachbildung des Peter-Denkmals von Falconet auf dem Senatsplatze in Petersburg. An einer Läugswand des Saales hängt ein lebensgroßes Porträt des Fürsten Bar- jartinSfi. Im Arbeitszimmer des Zaren befinden sich mehrere Landschaften russischer und ausländischer Künstler, darunter eine Arbeit Bogoljubows, eines geschätzten Marinemalers, die den Seekanal bei Petersburg darstellt. Dieses Zimmer schmückt auch ein Porträt Kaiser Alexanders II. in Huf ärenuni form zu Pferde von Sswertschkow. Bor dem Kaniin int Arbeitszimmer steht ein von Künstlerhand gemalter Ofenschirm, nicht weit davon sieht man den in schönem Schnitzwerk ausgeführten Bücherschrank des Fürsten Barjatinski. Dem großen Schreibtisch gegenüber steht eine alte Uhr, die die Zeit für sechs verschiedene Orte angibt und außerdem die Mondphasen zeigt. Im Billardzimmer stehen zahlreiche Gewehrfchränke, die Wände sind mit Jagdtrophäen geschmückt, Geweihen, an denen silberne Täfelchen angebracht find, die angeben, wo und wann das Tier erlegt wurde. Im Speisefaal befindet sich ein reichgeschnitztes, altes, großes Eichenholzbuffet, dem ein bunter Majolikakamin gegenüberliegt. Hebet der Tafel hängt ein in Schmiedearbeit aus geführter Kronleuchter, der zusammen mit den an den Wanden angebrachten Lampen eine Fülle von elektrischem Licht verbreitet. Das ganze Palais wird elektrisch beleuchtet. Die übrigen Wohn- und Aufenthaltsräume des Schlosses unterscheiden sich von den genannten Prunkgemächern durch eine fast an bürgerliche Schlichtheit erinnernde einfache und praktische Einrichtung. Der Schloßpark umfaßt mehrere Hektare. Er ist reich an jahrhundertealten knorrigen Eichen, mächtigen Kastanien, hohen Birken, schattigen Linden, herrlichen Edeltannen und breitästigev


