Nr. 139.
Freitag den 18. Septemder.
K
LsLLL
al'Eii0W
NHI
WW
■■ W
a
II
(Nachdruck verboten.)
W UsßemsWe« turn her Bretagne.
Bon B. W. Lowar d.
(Fortsetzung.)
wenn Du nicht ewig in der Hölle brennen ' begann er feierlich, „so vergreife Dich nicht an Eidern, ^st es nicht genug, daß Du die Mutter Akuter und den Sohn zum Krüppel gemacht hast? Ich ver- ^^^ba auf ihrem Totenbette, daß ich die Kinder beschützen wolle. In Bernodet waren sie wieder hungrig, Herds, und Guenn hatte eine häßliche Beule auf der Stirm . „ "7”' PW darüber geklagt. Eine Heilige in ^.er Nische täte das eher als Guenn. Ich fragte sie, aber ste schüttelte lachend den Kopf, rief „meme Gose!" und! bavon, zur Gavotte. Die tapfere kleine Guenn!"
9tlt^br“cI rm Gesicht des jungen Mannes war bei den letzten^Worten mild und weich- geworden.
nTfon" । unkindliche Tochter, die ihren armen o ^rnachlassigt und tn den Gassen umherläuft;
das ist, die volle Wahrheit, monsieur le recteur" ©axaSJ? ^n Pflichtgetreues, arbeitsames Mädchen, das Euch vierzig Franken monatlich aus dem Fischgeschäft ^unbrrngt, ganz abgesehen von dem, was sie für Weil InnL f b ^^)lfe in den Voyageurs verdient. Ich ver-- lange kemeVersprechungeu von Euch, denn ich glaube nicht an Euren Schwur, selbst nicht, iueiut Ihr ihn aufs heilige Kreuz ablegt. Aber das laßt Euch gesagt sein: Wagt es
<^Ure ?nder zu schlagen, statt ihnen Brot zu geben. Nanmc muß zur Schule geschickt werden, und Guenn muß anständig gekleidet und ordentlich beaufsich- ^gt werden. Hört Ihr wohl — ordentlich beaufsichtigt!
arme Kind — sie hat nur Euch — Euch! und alle diese Ahnden und Gefahren nm sie her, Euch! und so jung, so ter "Nb mrt dieseni süßen schönen Gesicht! Euch!
fifitnS nÄT als gar niemand! Aber hiermit - Thhmert erhob drohend die Stimme, wenn -br frierend und.hungrig umhergehen laßt, Faust berübrt Z ,'?? 7” .etlW8 Mal mit Eurer rohen ä7Äi.blrül)rt, wenn Ihr sie tn Leid rind Gefahr bringt — so be^eickinen aISr Verfehmten und Verfluchten
vezeichnen. Ganz Plouvenec soll erfahren, was ich weiß__
Ä ISää k.in
e® /einem ehrlichen Seemann mehr beikommen mit Euch auszufahren; keiner wird mehr mit Euch necken und flXmerto°!tnn,M schon auf Erden als ern Aus- gefroßener, ein Verdammter umherirren — verflucht von i>en Menschen — verflucht von der Kirche — und all Euer zusammengescharrtes Geld wird sich in Fluch augstvErrZ 16 reCteUr' NUet ^n!" stammelte Rodellec
Thymert hielt inne, sank auf die Bank nieder und be-
anken
opfern, Guenn soll em neues Kleid und Vortuch haben und! der Einige soll tn die Schnle geschickt werden. Ich hab« es ja immer tun wollen. Haben Sie mich aber auch gewiß tu egt in den Bann getan, monsieur le recteur?"
Thymert erhob das Haupt. Er war sehr blaß und sah mit verstörtem, abwesendem Ausdruck auf Hervö. „Nimm nur Deine Kinder in Acht", sagte er, „es giebt für sie so Mele Gefahren ttt einem Orte wie Plouvenec."
„Gefahren — was sollten das Wohl für welche sein? Guenn ist eine wilde Katze, und vor Nannic haben sie all« 7^/ ^ssscht, als ob er direkt vom Gottseibeiuns abstamme", lachte Rodellec.
deckte sein Gesicht mit den Händen. „Was habe ich getan?" stöhnte er schmerzlich. ■
„ „Monsieur le recteur", und Rodellecs flehend erhoben« Kunde zitterten vor Erregung, „haben Sie mich schon verflucht? ist es unwiderruflich?"
„Nein — nein, Männ", erwiderte der Pfarrer regungslos mit halberstickter Stimme.
„Ich bin ja nur ein armer Mann", wimmerte Rodellec, aber ich will von dem wenigen, was ich mir für mein« alten .egge zurückgelegt habe, unserer lieben Frau zehn Franken und Saint Hervs von Plouvenec fünf Fr " opfern; Guenn soll ein neues Kleid und Vortuch Haber
«Sünne füll in ibie (SdbiiTe erpfefvifft Ccrtxi
.. "Jsh umß jetzt gehen", Thymert erhob sich entschlossen- „ich haoe noch viel zu Ain. Denkt an Euer Gelöbnis, Hervö, ich erfahre es, wenn Ihr ungetreu seid. Eine (Stimme wird es mir sagen. Guten Morgen."
„"Gewiß, monsieur le recteur, ich! werde an alles denken", versicherte Rodellec, dem vor einer Wiederholung der harten! Worte bangte, die er soeben zu hören bekommen, „zehn Franken unserer lieben Frau, fünf Frankeil für Saint Hervö von Plouvenec, für Guenn ein neues Kleid und —"
Aber Thymert war schon längst außer Hörweite. Das vsfciie Brevier in der Hand, ging er eilends den Felspfad
An diesem Abend fand Guenn bei der Heimkehr ihren ^77 bereits zu Hause. „Hier", sagte er, ihr ein dunkel- rotes halbseidenes Halstuch hinreichend, „nimm es und putz' ^.lch damit." Guenn verschränkte die Hände aus dem Rücken und wies mit einem trotzigen: „Ich brauch's nicht", die Gabe von sich.
, '/Du wirst es aber morgen tragen und wirst ihnen allen erzählen, daß ich es für Dich gekauft habe, — verstehst Du mich?" Er s ah ihr zornig in die Augen und trat heftig einen Schritt auf sie zu. „Warum antwortest Du nicht?" Er schüttelte sie rauh. Guenns Mienen drückten einen immer entschlosseneren Widerstand aus.
„Wenn Du ihr weh tust, wird er es erfahren", erklang eine Stimme aus der Ecke. Nannic hatte sich geräuschlos hereingestohleu und ohne Zweifel schon eine ganze Werle als stuinmer Beobachter daneben gestanden. Er hatte eine eigene Gabe, alle Leute in Schrecken zu setzen, mit Ausi- nahme Guenns, die sich durch keinen seiner Einfälle überraschen ließ.


