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erreichte tit 4 Kolonnen Over-Ofleiden, Burggemünden, Homberg an der Ohm, wohin das Korps des Erbprinz rückte.
Am 10. September hatte die Avantgarde der Franzosen unter Stainvtlle bei Krofdorf die Lahn überschritten. Tie feindliche Hauptarmee folgte ihm und bezog auf den Höhen beim Gleiberg ein Lager, nachdem Stainville über WiSmar nach Fronhausen marschiert war, wo Prinz Co'ndö zu ihm stieß.
Suchtet ging auf die Nachricht, daß der Feind Goßfelden bei Marburg besetzt und die Höhen von Wetter beherrschte, bei Franken berg vor, um die Straße nach Marburg zu behaupten und dem Feinde den Weg nach Kassel zu verlegen. Auch der Herzog dehnte seinen rechten Flügel weiter aus, um Suchtet: die nötige Unterstützung zu gelvähren. Da die Feinde in ihrem Weitermarsche ge- hemmt waren, versuchten sie auf dem linken Flügel der Verbündeten über Alsfeld hin vorzudrtngen. General Freitag hielt sie beständig im Schach und vereitelte auch dieses Vorhaben. So sahen sich denn die Franzosen in das Terrain zwischen Sahn mtb Ohm hineingedrängt. Der Herzog stand auf dem rechte« Ohmufer und dehnte, seine Flügel von Frankenberg, Kirchhain bis über Homberg cm der Ohm hin aus. Der Feind nahnr seine Stellung am linken Ohmufer etwa in derselben Ausdehnung gerade dem Herzoge gegenüber. Stadt und Festung Amöneburg, ein wichtiger Brückenkopf auf den: linken Ufer der Ohm, war mit G00 Mann von den Verbündeten unter Kapitän Kruse besetzt, aber von den Franzosen cerniert worden.
Amöneburg mußte der Herzog wohl anfgeben; aber seine Stellung ander Ohm war imter allen Umständen zu halten. In der Nähe von Amöneburg bei der „B r ü ck e r M ü h l e" führte eine Brücke über die Ohm. Hinter derselben ließ der Herzog eine Redoute errichten und mit 200 Mann besetzen.
Am 21. September, morgens 6 Uhr, näherten sich die Franzosen unter dem Schutze eines dichten Nebels dem Uebergange über die Ohm und eröffneten eine heftige Kanonade vom linken Ufer der Ohm aus die Brücker Mühle in b auf Amöneburg. Bis 8 Uhr hielten die Mannschaften in der Verschanzung das Feuer des Feindes ruhig aus, als ihnen Unterstützung durch den General v. Zastrow wurde. Die Kanonade von der Höhe bei Amöneburg war so heftig auf das rechte Ohmufer, daß die Mannschaften in der Verschanzung von Zeit zu Zeit abgelöst werden mußten. Ter Feind brachte immer mehr Geschütze heran; es gelang ihm sogar, über die Brücke vorzudringen. Aber mit wahrer Heldenmütigkeit schlugen die Bedrängten den Angriff auf die Verschanzung ab, sodaß der Feind sich wieder über die Brücke zurückzog. Bis 2 Uhr dauerte die Kanonade. Tie brave Mannschaft in der Redonte bediente sich, nachdem die Verschanzung förmlich abgekämmt war, der Seichen als Brustwehr. In die Mauern der Feste Amöneburg hatte das heftige Feuer des Feindes eine Bresche gelegt. Eine Auffvroerung an den Kommandanten zur Uebergabe wurde abgelehnt. Als das Artilleriefeuer auch noch in der Nacht fortgesetzt wurde, mußte sich die Besatzung ergeben. Sie erhielt einen ehrenvollen Abzug.
Das 6kfocht bei der Brücker Mühle kostete die Verbündeten 745 Mann, der Verlust des Feindes war noch bedeutender. Vis Ende Oktober verhielten sich die beiderseitigen Truppen ruhig in ihren Lagern, und nur der kleine Krieg wurde mit abwechselndem Glücke aus beiden Seiten fortgesetzt.
Mitte Oktober sandte der Herzog den General Ahlefeld zur Verstärkung der Belagerungstruppen nach Kassel. Tie Belagerungsarbeiien wurden jetzt energischer unter Leitung des hessischen Generals Huth betrieben. Am 1. November ergab sich der kranzös-sche General Tiesbach mit einer Besatzung von 6Ö0Q Mann, die freien Abzug erhielt. Nun war noch die Festung Ziegenhain mit einigen hundert Mann Franzos n besetzt, die der Herzog mit 4 Bataillonen und 4 Eskadron- einschließen ließ.
Am 3. November war zwischen Frankreich und England zu F-ontaineblau Friede geschlossen worden. Ein Kourier brachte am 7. die Nachricht an die französischen Marschälle, die am 8. eine Unterredung an der Brücker Mühle mit • . et Herzog von Braunschweig hatten. Sie baten um Einstellung der Feindseligkeiten, die der Herzog unter der Bedingung bewilligte, daß sich Ziegenhain ergebe.
Da die Marschälle Schwierigkeiten machten, so verzögerten sich die Verhandlungen. Als dann nun am 14. auch ein Kourier von London bei dem Herzog eintraf, der den abgeschlossenen Frieden meldete, wurde am 15. zwischen den beiderseitigen Heerführern Waffenstillstand geschlossen. Am 16. und 17. November begaben sich die französische und die verbündete Armee in ihre Winterquartiere. Marburg, Ziegenhain und Gießen wurden vom Feinde geräumt. Prinz Soubise verläßt am 17. die Armee und kehrt nach Frankreich zurück. Ter Herzog Ferdinand von Braunschweig erhält am 3. Dezember den vom König von England erbetenen Abschied und kehrt am 24. nach Braunschweig zurück.
Hiermit enden die ruhmvollen Waffentaten des Herzogs von Braunschweig, neben Friedrich dem Großen einer der bedeutendsten Feldherrn des 7 jährigen Krieges, der es meisterhaft verstanden, unter den schwierigsten Verhältnissen fünf Jahre lang in Deutschland den Franzosen die Spitze zu bieten. Es wird darum immer zu beklagen jein, daß England im einseitigen Interesse einen vorzeitigen Frieden mit Frankreich abschloß. Hätte England noch einige Monate zugewartet, zumal sich die Verhältnisse seines Verbündeten, des Preußenkönigs Friedrichs II. von Tag zu Tag günstiger gestalteten, so hätte es zweifellos mit Unterstützung seines Parteigenossen auch für seine deutschen Bundesgenossen von dem mürbe gewordenen Frankreich vorteilhafte Bedingungen erlangt. Wahrlich, die schweren Opfer der deutschen Fürsten und ihrer Länder, die Jahre lang der Schauplatz des westlichen Kriegstheaters waren, hätten diese Rücksicht verdient!
Dilettant und Dichter.
(Nachdruck verboten.)
Ter Dilettant schreibt lang und breit
Und stets voll Hast und Eile;
Der Dichter braucht oft lange Zeit
Für eine kurze Zeile.
Der Dilettant schwört, daß nur Glut
Ihn der Begeist'rung leite;
Dem Dichter, was sein Herz auch tut. Bleibt der Verstand zur Seite.
Der Dilettant, wenn was gelang. Weiß nie, warum's geraten;
Ter Dichter, auch im Schaffensdrang, Ist Meister seiner Taten.
Edwin Bormann.
Charade.
(Nachdruck »erboten.)
Kein Mens» kommt zu der Ersten gern, Tock lieben’« die gelehrten Herrn, Tie Aerzte und Juristen sehr.
Gar nützlich ist die Silbe Zwei, Wehrt von dir ab so mancherlei, Was dir sonst machte viel Beschwer.
Wer sich dem Ganzen anvertrant, Ter hat nur aus den Wind gebaut. Das Ganze kommt von oben her.
(AnsMnn in nächster Ntimmer.f
Auflösung des Scherzrätsels in vor. Nr.r Schwamm.
Auflösung des Preisrätsels in Nr. 17 der Familienblätter
3. Rain, Iran, Narr
2. Elbe, Nebel, Gebet.
1. Rast, Oase Lase
Lohengrw .
Tie Gewinner sind. 1. Fr.tz Sievers, Gießen Moltkestraße 24 — Preis: „Geschtchlen aus der Tonne" von Tbeod. Storm: 2. VT« Verwalter Ludwig Wahl, Londors - Preis- -Angela Borgta von
fionr. Ferd. Meyer.
Die Preise sind von den Gewinnern gegen Vorzeigung der Abonne» mentsqnttlnng in der Geschastsstelle des „Gießener Anzeigers tu Empsaug
zu nehmen.
Redaktion: Curt $ lato. - RetaMnsdrtw nut t erleg der V?ilU'scket> llttiterftätä.8 n6« und §teindruckerei lPutsch Erdein in Eießen,


