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durch folgenden historischen Exkurs beantworten zu können: Tatsache ist, daß die Mehrzahl der alten und neuen Völker das Niesen gewöhnlich als Unheil verkündend angesehen haben. In vielen Ländern und bei vielen Völkern ist es noch üblich, beim Niesen einen Gruß oder Segen auszusprechen, was ein Ueberbleibsel der Furcht vor Krankheit ist, die durch das Niesen vorher angezeigt werden soll. Der fast allgemeine deutsche Brauch, beim Niesen zu sagenZum Wohl", oderGott segne Dich", oderGesundheit" soll seinen Ursprung von der großen Pest im 14. Jahrhundert herleiten. Eins der ersten Anzeichen einer Ansteckung war ein einmaliges Niesen, auf das sich bald ein häufiges Niesen in schneller Folge einstellte. Wenn daher jemand nieste, nahm man an, daß er von der Pest angesteckt war, und alle, die ihm nahe waren, empfahlen ihn der Sorge des Him­mels und machten sich in aller Eile aus dem Staube. All- gemein glaubte man, daß dies der Ursprung des Brauches sei; aber ähnliche Bräuche finden sich auch bei den wil- oesten Stämmen in Asien, Afrika und Australien. Ueber- dies ist die Literatur der Griechen, Römer, Aegypter, Juden und anderer alter Völker voll von Anspielungen auf einen ähnlichen Aberglauben über das Niesen. Aristoteles sucht ihn wie folgt zu erklären:Wenn jemand niest, und seine Umgebung ihn grüßt, so geschieht das zur Ehrung des Gehirns, das der Sitz des Verstandes und Geistes ist." Die jüdischen Rabbiner behaupten, daß Adam genau dann zum ersten Male nieste, als Eva ihm den Apfel zum Essen hin­hielt. In Erinnerung daran sah Adam es als böses Omen und Anzeichen nahenden Todes an. So verhielt es sich bis zu Jakob. Dieser nieste eines Tages, und da er einer solchen Kleinigkeit wegen nicht sterben wollte, bat er Gott, diese Ordnung der Dinge zu ändern, und mit Rücksicht auf den Patriarchen wurde das Gebet erhört. Von jener Zeit wünschten, immer nach den Schriftgelehrten, die Umstehen­den, den Niesenden Glück und Gesundheit. Leser der Bibel werden sich daran erinnern, daß Elisa sich über die Leiche des Sohnes der Sunamitin warf unddas Fleisch des Körpers wurde warm. . . das Kind nieste siebenmal und öffnete die Augen." Die Griechen, die alle alten und er­erbten Gebräuche verfeinerten, und nach ihnen die Römer, hatten einen kunstvollen Kodex, nach dem sie unterschieden, ob ein Niesen als günstige oder ungünstige Vorbedeutuug angesehen wurde; der Unterschied wurde je nach Zeit, Ort und Umständen des Niesens gemacht. Pater Famien Strada, der die gelehrtesten Studien zur Geschichte und 'Literatur des Niesens gemacht hat, erklärt, daß Prometheus daH Niesen bei den Sterblichen eingeführt habe. Er wollte eine Statue, die er gemacht hatte, beleben, und stahl des­halb einen Strahl Sonnenlicht, den er von Apollo in seiner Schnupftabaksdose verbarg. Kurz darauf wollte er eine Prise nehmen, und brachte in Gedanken den Strahl in die Nase, worauf er heftig nieste.

* Der Sauerstoff als Maler in der Natur. Ein großer Teil der Farbenwechsel, die wir in der Natur beobachten, kommt durch eine Mitwirkung des Sauerstoffs der Luft zu stände. Wenn ein Gegenstand aus reinem Kupfer an der Luft stehen bleibt, so macht das Rot seiner ursprüng­lichen Färbung eine allmähliche Veränderung durch und verwandelt sich, nachdem es ein ganzes Farbenspiel durch­laufen, schließlich in Schwarz. Die Ursache dafür ist die sich steigernde Aufnahme von Sauerstoffverbindungen. Die schillernden Uebergangsfarben werden allerdings ähnlich den Farben einer Seifenblase noch besonders durch eine Lichtbrechung an den beiden Flächen der dünnen Oxydschicht veranlaßt. Eisen überkleidet sich in feuchter Luft zunächst mit einem schwärzlich-grünen Ueberzug und wird dann hellrot, die Farbe des gemeinen Rosts. Zinkrost ist weiß, Quecksilberrost rot, Silberrost bräunlich-schwarz, und sie sind sämtlich einfache Beispiele der Oxydation. Je höher der Grad der Sauerstoffaufnahme ist, desto stärker pflegt auch die Färbung zu sein. Die einfachen Sauerstoffverbind­ungen von Kalium und Mangan sind leicht braun bezw. weiß. Bei stärkerer Oxydierung werden die Stoffe glän­zend^ grün, bei noch stärkerer purpurrot. Der Farben­wechsel, den gewisse Schaltiere beim Kochen durchmachen, ist vermutlich auch ein Ergebnis der Sauerstoffwirkuug. Die Frage, warum Hummern und Krebse beim Kochen rot wer­den, ist oft untersucht worden, ohne ganz befriedigend be­antwortet zu sein. Ein Grund ist wahrscheinlich, daß die

Schale der Krebstiere eine Verbindung von Eisen und Sauerstoff enthält, die beim Kochen durch weitere Auf­nahme von Sauerstoff ihre Farbe ändert. Auch rotes Menschenhaar verdankt seinen Glanz wahrscheinlich der An­wesenheit von Eisen im Zustand hoher Oxydation und kann daher durch Chemikalien, die den Sauerstoff an sich ziehen, wie die Pyrogallussäure entfärbt werden. Der Sauer­stoff ist somit vielleicht der größte Maler in der Natur, und auch die herbstlichen Farbenwechsel der Pflanzen sind ver­mutlich zum großen Teil seinem Einfluß zu verdanken^

Literarisches.

Der Gustav-Adolf-Kalender, bereits in seinem 51. Jahrgang, ist ein in evangelischem Sinne ausgebauter Kalender, der zugleich alljährlich über das Werk des Gustav- Adolf-Vereins berichtet. Zeitgemäße evangelische Gedenk­tage finden in gleicher Weise Berücksichtigung, so diesmal die Entstehung der Britischen und Ausländischen Bibelgesell­schaft vor 100 Jahren und der 400. Geburtstag Philipp des Großmütigen. Ein doppeltes Marktverzeichnis ist bei­gegeben.

Der Hessische Hausfreund, zum 82. Male er­scheinend, ist trotz seines Alters ein mit voller Frische in der Gegenwart stehender Kalender. Lehrreich ist das Tage­buch eines vor mehreren Jahren nach Südamerika aus­gewanderten Hessen, zum erstenmal veröffentlicht. Das Leben Philipps des Großmütigen wird zu feinem Erinner­ungstage dargestellt.

Mustk.

Bunte Bühne, Fröhliche Tonkunst, gesammelt von Richard Batka, herausgegeben vom Kunstwart. 7. Folge, 1 Mk. (München, Georg D. M. Callwey.) Die Samm­lungBunte Bühne" (Fröhliche Tonkunst) erfreut sich dank der Findigkeit, Geschicklichkeit und Sachkenntnis des Heraus­gebers Rrchard Batka allgemeiner Anerkennung und wird zweifellos noch zu ähnlichen praktischen Erprobungen An­laß geben, wie sie dem Herausgeber in Prag mit großem Erfolg gelungen sind. Jetzt liegt bereits die 7. Folge (wieder zu dem lächerlich niedrigen Preise von einer Mark) vor, und man ist erstaunt, welche kostbaren Humoristika unsere größten Meister geschrieben haben, von denen man bisher kaum etwas gewußt hat. So bildet sich die Bunte Bühne, deren Herausgeber alle Nummern mit kurzen treffenden Charakteristiken begleitet, allmählich zu einer Encyklopädie des musikalischen Humors im besten Sinne aus, und man redet nur im Interesse der Sänger und Vereine, wenn man sie auffordert, aus dem Reichtum an Heiterkeit ohne Bana­lität fleißig und reichlich auszuwählen. Die 7. Folge ent­hält nebst den Begleitworten zu jedem einzelnen Noten­werke folgende 14 Stücke: 1. Görner, Trinkspruch. 2. Ko eg eh Marion. 3. Süßmayer, Lob des Ofner Weins. 4. Zepter, Hannchen beim Pfarrer. 5. Marschner, Bauernregel. 6. Schulz, Serenata, im Walde zu singen. 7. Loewe, Mädchen­wünsche. 8. Phyllis und die Mutter. 9. Hurska, Phyllis. 10. Spohr, Vanitas vanitatum. 11. Horn, Trinklied. 12. Mo­zart, Bandlterzett. 13. Altenglischer Kanon. 14. Loewe, Der Stabstrompeter.

Pyramide.

(Nachdruck verboten.)

@ Konsonant.

G D Fürwort.

O D altnordischer Gott.

@ © @ © Lebensstoff.

© © © © © weiblicher Vorname.

© @ © ® @ © männlicher Vorname.

Von der Spitze beginnend ist jede weitere Reihe durch Hinzu- sügung eines Buchstabens unter beliebiger Stellung der übrigen Buchstaben zu bilden.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Anagramm in vor: Nr.

Helm, Erich, Robe, Bast, Selma, Traum, Neige, Esel, Blei, Estrich, Leim.

Herbstnebel.

Redaktion: August Götz. Rotationsdruck und rerloa der Erüdl'IÄen llniversttätS-Luch» und Steindruckerei. R. Lanae, Gießen.