267

es die Lippen des Polizisten nur fester geschlossen haben würde, wenn er ihn sichtbar werden ließ.

Es würde mir aber lieb sein, wenn Sie doch den versuch damit machten", sagte er.Wollen Sie es für meine Rechnung tun? Ich wünsche es sehr gut ausgeführt zu sehen, gleichviel, was es kostet."

Sie werfen das Geld nur weg, Sir", erwiderte Hirn- mr'ng höflich,Doch wenn Sie es wünschen und zu zahlen gesonnen sind, so kann es natürlich geschehen."

Clifford zog eine Visitenkarte hervor und gab sie dem Detektiv.

Das ist meine Adresse", sagte er.Ich verlasse mich darauf, daß Sie Ihr möglichstes tun werden."

Und Sie wollen sich nicht von einer unnützen Aus­gabe abreden lassen, Sir?"

Nein."

Ehe sie auseinandergingen, hatten Clifford und der Geheimpolizist die Einzelheiten eines kleinen Anschlags ver­abredet, der, wie Clifford dachte, sicherlich hinreichen würde, die Begierde des verschlagenen, aber vermessenen Diebes zu reizen, der der Anstifter des ganzen Unglücks war.

(Fortsetzung folgt.)

Unser Garten im Mai.

(Nachdruck verboten.)

Schauerig tvar der April. Frost und Sturm haben argen Schaden an unseren Saaten und Obstbäumen ange­richtet. Der Sturm nahm die Erde mitsamt den Pflanzen und trug sie fort, und deshalb wird derjenige, welcher auf windigem Felde Frühpflanzungen machte, sie durch neue ersetzen müssen. Wo Johannisbeeren dem starken Winde ausgesetzt waren, find die Blütentrauben verdorrt. Wo Obstbäume in voller Wüte standen, haben sie sehr gelitten. Gottlob, es waren unsere Aepfel, Birnen und Kirschen nur ui den wärmeren Lagen soweit, daß sie in Bliite standen. In den weniger bevorzugten Gegenden werden sie jetzt mit Eintritt des wärmeren Wetters zu blühen beginnen, und so sind wir noch nicht um die Hoffnungen einer guten Obsternte gekommen. Sind dieGestrengen" milder, dann kann noch alles gut werden. Nach der Blüte beginnt das Spritzen mit der hsprozentigen Kupferkalkbrühe. Wo sich an den Obstbäumen Raupen vom Goldaster oder vom Ringelspinner zeigen, müssen sie mit der Raupensackel heruntergebrannt werden. Zusammengerollte Mütter sind vorsichtig zu öffnen und die darin lebende Raupe zu töten. Blüten, die zusammengeklebt erscheinen, sind zu trennen, da auch sie vom Ungeziefer zusammengeschweißt sind. Bei Stachelbeeren, wo die Larven der Stachelbeerwespe auf­treten wird mit Petroleumseifenbrühe oder mit Pariser Grün, 60 bis 80 Gramm, und ebensoviel Kalk auf 100 Liter Wasser, oder mit einer Mischung aus 5 Gramm Schwefel kaliuni, 100 Gramm Schmierseife und 100 Liter Wasser gespritzt. Das Spritzen muß aber geschehen, so lange die Raupen noch klein sind. Bei größer gewordenen Raupen nutzt Schwefelkalium und Petroleumseifenbrühe nicht mehr und ist das Pariser Grün später wegen den größer gewordenen Früchten nicht rätlich. Es wird, wenn dieGe­strengen" vorüber sind, der Wein hochgebunden und ihm durch Zwirnsfädeu Schutz gegen Spatzen gegeben. Es be­ginnt der Kampf gegen Wicklerraupen durch Zerdrückung, gegen Erdsloh durch Aufstreuen von Kalkstaub oder Tabak­sand, gegen Blattläuse durch Bespritzen mit Quassin oder Tabaksbrühe, oder einem anderen der vielen Mittel gegen Blattläuse.

Das Pflanzen von Kartoffeln wird eifrig fortgesetzt und im ersten Drittel des Monats zu Ende geführt. Alle Kohl­arten, die im Mistbeet herangezogen sind, müssen ausge­pflanzt werden. Frühe Kohle, ote das Aprilwetter über­standen haben, sind mit flüssigem Dung zu düngen. Vom 10. Mai ab beginnt das Legen von Bohnen, Gurken und Kürbis ins Freie. Mit dem Auspflanzen der herange­zogenen Gurken wird besser bis nach, denGestrengen" ge­wartet. Das Hacken, Jäten und Gießen bildet eine Haupt­arbeit im Wonnemonat Mai. Maikäfer sollten überall gesammelt und getötet werden, der Engerlingsplage ist da­durch am wirksamsten entgegen zu treten. Kohlfliegen, Kohl­gallenrüsselkäfer sind durch Wegnahme der befallenen Pflanzen unschädlich zu machen. In den jüngeren Spargel­anlagen sollen mit Fliegenleim beschmierte Stäbchen, die der Spargelpfeife ähnlich sehen, zum Fang der Spargel-

slrege ausgesteckt werden. Die jüngeren Spargelanlagen sind tüchtig zu gießen, die neuen Triebe vorsichtig an die Stäbchen zu binden. , Spargelaussaaten, die im Herbst ge­macht wurden und jetzt aus dem Boden herauskommen, erhalten die erste Düngung mit Jauche. Das Spargelstechen beginnt. Beinr Stechen Vorsicht! Spargelpfeifen, die auf­gehoben werden sollen, in Erde an schattiger Stelle im Garten eingraben. Spargel, die versandt werden, sollen ungewaschen in die Spargelkisten, welche für 10 Pfund, als Postpaket versandt, folgende Größe haben: Länge 50 Ctm., Breite 20 Ctm., Höhe 15 Ctm.

Die Ernte vom Rhabarber ist int vollen Gange. Rhg- barberblüten sind auszubrechen. Starkgerupftem Rhabarber ist flüssiger Dünger zu geben. Zu Ende des Monats das An­häufeln der Kohlpflanzen und der Kartoffeln nicht ver­gessen.

IM Blumengarten beginnt itach den: 13. Mai die größte Tätigkeit. Es wird jetzt alles, was wir mühsam groß ge­zogen, auf die Beete gepflanzt, nachdem diese gelockert nnb mit Kompost bedeckt worden sind. Nach dem 20. Mai beginnt auch das Auspflanzen der Zimmergewächse, welche häßlichen Wuchs haben und kräftig zurückgeschnitten werden sollen. Für diejenigen Gewächse, welche besonders starken Wuchs zeigen müssen: Canna, Musa, Hedychium, Caladien '/sw., ist es vvrteilhait, eine starke, 30 bis 40 Ctm. dicke, Schicht aus Pferdemist in das Beet zu bringen. Wer bis­lang von seinen Canna, Begonien und Heliotrop nur kleine, winzige Pflänzchen gewonnen hat, wartet besser noch 8 bis 14 Tage mit dem Auspflanzen, da sich die Pflanzen bei der alten Pflege schneller kräftigen. Es kommen hinaus der Lorbeer, dre Aucttba, Phormium, Evonymus, Alpen­rosen, auch! Myrthen und alle anderen Pflanzen, welche wir nicht im Zimmer behalten wollen. Der Schmuck des Balkons ist jetzt fertigzustellen. Wo ein reicher und leichter Blütenflor gewünscht wird, sind Petunien und Pelargonien in erster Linie zu wählen. Wo die Berankung des Balkons durch schnell wachsende Pflanzen herbeigeführt werden soll, ist das Auspflanzen von Hopfen, Tropaeolum und Jpomoea schnell durchzuführen. Wo wilder Wein schon die Grund­lage für den Schmuck bildet, da ist durch Pflanzen votr Jpomoea und Tropaeolum oder Feuerbohnen ein leichter Blütenflor in dem dunklen Blattwerk zu schaffen. Auch Ampeln sind jetzt, aus Moos und Draht hergestellt, auf­zuhängen und zu bepflanzen mit Petunien, Pelargonien, Fuchsien oder Lhsimachia. Die Instandsetzung und Her­stellung der Laube ist jetzt endgiltig > durchzuführen und dabei der Preisaufgabe des Erfurter Führers im Gartenbau, der Preise von 50, 25 und 25 Mark für die schönste und praktischste Laube ausgesetzt hüt, zu gedenken. Man schütze die Laube gegen die Sonnenseite und lege den Eingang, wem: es irgend möglich ich so, daß er nach Norden liegt, denn es ist sehr unbequem, wenn die Sonnenstrahlen in die Laube hineinscheinen können und diese nicht allein unnötig Heist sondern auch zeitweise ganz unbewohnbar machen.

I. C. Schmidt, Erfurt.

vermischte».

* Was aus einem Hause ohne Hausherr wird, darüber gießt ein Geschichtchen Ausschluß, das in französischen Blättern die Runde, macht. Jtt einem meist von Arbeitern, kleinett Geschäftsleuten unb Handwerkern bewohnten Hause in der Rue Palikao zu Paris herrschte seit etwa 6 Monaten eine Art Anarchie. Die Eigentümerin des Hauses, Madame Nisault, war gestorben, und es meldeten sich keine Erben. Die Folge davon war, daß auch niemand kam, die wöchentlichen Mieten einzuziehen, nnb das war für bie Mieter immerhin recht erfreulich. Da aber bie Portiersfrau keinen Lohn mehr erhielt, faub sie es nicht für nötig, bie Treppen zu reinigen, ben Flur zu kehren und die Fenster der Flure in ben einzelnen Stockwerken zu waschen. Das Haus würbe mit jedem Tage mehr einem Augiasstall ähnlich Die Mieter wurden ärgerlich, bie Nachbarn beschulbigten einander, daß sie bett Schmutz aus Treppen unb Fluren liegen ließen, und vor einigen Tagen explobierte der allgemeine gegenseitige Groll in einer all­gemeinen Prügelei aller gegen alle. Blutend, mit ver­bundenen Köpfen und Armen, erschien etwa die Hälfte der Hausbewohner bei dem Polizeikommissar Girard, um die Klagen wegen Körperverletzung anzubringett. Nachdem der Poltzeibeamie nicht ohne Mühe den allgemeinen Tatbestand