656
toeinliebe, — denn auch dies Getränk ist schon ton der Poesie viel besungen — und ihn beherzigen:
„Trinkt fleißig Aepfelwein,
Der macht gesund allein. Er ist so gut — und geht ins Mut!"
Dr. N.
Vermischtes.
* Die Erforschung des Vogelflugs. Die Vogelwarte Rosttten auf der kurtschen Nehrung wird demnächst mit einer Reihe von praktischen Versuchen beginnen, um sichere Aufschlüsse über einige noch dunkle Probleme des Vogelzuges herbeizuführen. Zu diesem Zwecke sollen in der Zugzeit (Herbst und Frühling) eine Anzahl von Vögeln auf der Nehrung gefangen, durch einen um einen Fuß gelegten Metallring, der Nummer und Jahreszahl trägt, gezeichnet und dann sofort wieder in Freiheit gesetzt werden. Dieses Experiment soll mehrere Jahre in zunehmenden Maße fortgesetzt werden, und zwar hauptsächlich mit Krähen, die auf der Nehrung scharenweise von den Bewohnern in Netzen gefangen werden. Der Leiter der Vogelwarte, I. Thienemann, bemerkt: „Wenn wir erst Hunderte, ja Tausende von gezeichneten Krähen in Deutschland und den angrenzenden Ländern haben, dürften sich daraus ganz neue Gesichtspunkte über die Verbreitung einer Vogelart eröffnen und auch über die viel besprochene Frage nach dem Alter der Vögel Aufschlüsse gewonnen werden." Ohne Unterstützung der weitesten Kreise ist der Versuch aber aussichtslos. Deshalb richtet der Vorsteher der Vogelwarte an alle Jäger, Forstbeamte, Landwirte, Vogel- liebhaber und Gärtner, überhaupt an jedermann die Bitte, beim Erbeuten von Krähen auf die Füße der Tiere zu achten, den etwa mit einem Ringe versehenen Fuß im Fersengelenk abzutrennen und in einem geschlossenen Briefumschlag an die Vogelwarte Rosttten, Kurische Nehrung, Ostpreußen, einzuschicken. Auf einem beiliegenden Zettel wäre genau der Tag und wenn möglich auch die Stunde der Erbeutung zu bemerken. Alle Auslagen werden zurückerstattet. Die gezeichneten Vögel werden namentlich Nebelkrähen, aber auch Saatkrähen sein. Die erstgenannte kommt zahlreich in Nord- und Ostdeutschland vor, verirrt sich aber nur selten nach Süddeutschland. Die Saatkrähe ist über ganz Mitteleuropa verbreitet und in nördlichen Gegenden Zugvogel; im Oktober und November zieht sie fort, meist nach Westeuropa, und kehrt im März zurück. Zur Sommerszeit sieht man fie oft in Scharen, gleich dunkeln Wolken sich auf die Felder niederlassen. Sie ist aber keineswegs, wie viele glauben, ein schädlicher Vogel, nur ihre große Anzahl macht sie bisweilen lästig.
* Die Ermittlung von Untiefen im Meere. Der französische Marine-Ingenieur Renaud macht darauf aufmerksam, daß ein bis zu gewisser Höhe emporgehender Fesselballon dazu verwandt werden kann, um das Ausfinden unter Wasser liegender Klippen zu ermöglichen. Jeder Seemann weiß, daß in gewissen Meeresteilen Untiefen an der Färbung des Wassers so zeitig erkannt werden können, daß der Schiffer sie zu vermeiden in der Lage ist. Von gewissen Höhen aus verraten sich die Untiefen noch viel deutlicher, so z. B. von den Hügeln, welche die Einfahrt nach Brest einfassen. Daraus ergrabt sich unmittelbar, daß man in einer gewissen Höhe über dem Wasserspiegel von einem befestigten Ballon aus besonders in klippenreichen Gewässern mit vielfach gewundenen Kanälen mit dem Auge und besser noch. durch photographische Aufnahmen ein Bild des Verlaufs des «benutzbaren Fahrwassers erhält. In manchen Gegenden wird es sogar nur möglich sein, mit Hilfe des Ballons die Kanäle und Untiefen wirklich genau aufzunehmen. Ein solches Gebiet ist das Plateau von Te- vennec mit den umgebenden Klippen an der Westküste der Bretagne, das wegen der Flutströmungen nicht zu geeigneter Zeit zugänglich ist. Hier würden Aufnahmen aus einem, Fesselballon nicht nur die richtigen Anweisungen für die Vermessungsarbeiten geben können, sondern auch eine zuverlässige Kontrolle derselben. Renaud spricht die feste Ueberzeugung aus, daß der Ballon ein wichtiges Ausrüstungsstück der Vermessungsfahrzeuge bilden wird.
Kesundyeitspfleüe.
M a g e n fr a g e n. Wie tragen wir zu einer guten Verdauung der genossenen Speisen bei? Das ist eine Magenfrage, welche in den nachstehenden Zeilen ihre Beantwortung finden soll. Vor allen Dingen möchte man aus diese, Frage antworten: durch das regelmäßige Essen! Nichts ist wichtiger für die Gesunderhaltung unseres Magens als das strenge Festhalten an den Mahlzeiten, nichts schädlicher für denselben, als das fortwährende Essen. Schwache Eltern, die ihren Kindern so oft zwischen den Mahlzeiten! Backwerk, Süßigkeiten, ja selbst Butterbrote reichen, ahnen; nicht, welchen Schaden sie den Kleinen dadurch zufügen.. Zu einer guten Verdauung ist es notwendig, daß nach einer genossenen Mahlzeit dem Magen Zeit gelassen wird, seine Werdauungsarbeit zu vollenden, wozu er vier Stunden braucht. Vor dieser Zeit sollte man ihm daher neue Nahrung nicht zuführen. Auch ist es ein unfehlbares Mittel,, den Magen zu verderben, wenn man ihm an verschiedenen; Tagen heute zu dieser, morgen zu jener Stunde Nahrung zuführt. Es ist von sicher üblen Folgen, wenn man durch seiner: Beruf zu solch unregelmäßigem Essen gezwungen wird. Appetitlosigkeit, Magendruck, Magenschwäche, Abmagerung usw. werden sich bald einstellen.Kindern ist jede Schularbeit unmittelbar nach, dem Essen strerlg zu untersagen, wie int allgemeinen jede anstrengende geistige oder körperliche Arbeit für diefe Zeit schädlich ist, Vorteilhaft tragt zu einer guten Verdauung auch eine gewisse Abwechslung des Küchen zette ls bei. Eine einförmig,, noch so nahrhafte Kost erweckt schließlich Wneigung und Ekel, während etn steter Wechsel der Speisen den Magen irr anregender Tätigkeit erhält. Die Jahreszeiten, das Alter der Personen bedingen eine bestimmte Kost. Für den Magen eines Kindes sind alle gewürzreichen, pikanten Speisen zu vermeiden.
F r e m d k ö r p e r i n d e r N a s e. Gar häufig kommt es vor, daß Kinder während des Spielens Gegenstände in die Nase stecken: Bohnen, Knöpfe, Perlen usw. Die ängstliche Mutter sucht nun in der falschen Annahme, daß das Leben des Kindes bedroht sei, den Eindringling möglichst sofort zu entfernen, stellt dies aber meist ganz verkehrt an, und treibt den Fremdkörper, statt ihn zu beseitigen, nur noch weiter in die Nase hinein. Tie Vorstellung von der großen Gefährlichkeit derartiger Gegenstände in der Nase ist irrig; weder droht dem Kinde die Gefahr des Erstickens, noch diejenige einer Gehirnentzündung. Man soll also kaltes! Blut bewahren und die Entfernung des Störenfrieds dem Arzt überlassen. Denn die Beschwerden durch eingedrungene Fremdkörper sind oft sehr unbedeutend; jahrelang können sie manchmal in der Nase verbleiben; es bildet sich dann um sie ein Entzündungsherd und durch Ablagerung von Salzen und Schleim ein Nasenstein, in dem der Körper oft eingehüllt ist. Daß derartige Fremdkörper sehr lange in der Nase verbleiben können, davon erlebte Dr. Hirschl- nrann-Berlin ein Beispiel. Er fand bei einem 52jährigen Herrn zufällig bei Untersuchung der Nase einen Nasenstem,, der außer Nasenverstopfung nur geringe Beschwerde^ machte. Nun berichtete der Patient, daß er als sechsjähriger Knabe einen Knopf in die Nase gesteckt habe. Dieser fand sich bei der Untersuchung fest angedrückt an die Hintere Muschel; er wurde entfernt, nachdem er sechsund vierzig Jahre in der Nasenhöhle verweilt hatte.
Anagramm.
(Nachdruck verboten.)
Amsel, Ebro, Emil, Genie, Helm, Leib, Lese, Murat, Reich, Stab, Streich.
Die vorstehenden Wörter sind durch Umstellung der Buchstaben in andere Hauptwörter umzuwandeln (rote „Geter m „Rrege oder Regie"). Werden die neuen Hauptwörter ihrer Bedeutung nach wie folgt geordnet:1. Kopfbedeckung, 2. männlicher Vorname, 3. Gewand, 4. Pflanzenstoff, 5. weiblicher Vorname, 6. Spiel der Phantasie, 7. Rest, 8. Haustier, 9. Metall, 10. Fußboden, 1U Kleb- stoss, — so bezeichnen die Anfangsbuchstaben eme herbstliche Erscheinung. „ .
(Auflösung m nächster Nummer.)
Auflösung des Gleichklangrätsels in vor. Nr.:
Buchen — buchen.
Redaktion: August Götz. — Nvtationsdrnck und Nerlaa der Brtibl'schen Universitäts-Tuch- und Cteindruckerei. R. Lanac. Gießen.


