Ausgabe 
28.11.1902
 
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Vermischtes

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Heller mehr.'

Das ehrliche Geschäft. Mn höchst respektabler, aber etwas beschränkter Herr entdeckte kürzlich, daß er seinen Schirm irgendwo vergessen hatte. Er hatte kurz zuvor drei Geschäfte besucht, und war überzeugt, daß der Schirm in einem der Läden stehen geblieben sei. So ging er zurück, um ihn zu suchen.

Der Schirm ist hier nicht gefundetl worden", hieß es in dein ersten Laden, worauf der Herr ein wenig die Achseln zuckte und weiterging.

Im nächsten Laden erhielt er dieselbe Antwort, zuckte noch stärker mit den Achseln, und ging in das dritte Geschäft.

Dort erwartete ihn jedoch der Schirm, und wurde

Fürstlichkeiten zu Pferde.

Gegenüber dem deutschen Kaiser, der bekanntermaßen einer der vorzüglichsten Rerter unter den regierenden euvo- päischen Herrschern ist und stundenlang ohne Ermüdung im Sattel zuweilen zubringt, ist König Eduard nur ein mittelmäßiger Vertreter der Reiter königlichen Geblüts und das trotz der großen Vorliebe des englischen Monarchen für den Reitsport und die Pferdezucht, die ihn an keinem der hauptsächlichsten jährlichen Pferde-Rennen fehlen läßt. Ten in England so beliebten Fuchsjagden kann der König keinen Ge,chmack abgewinnen und als Prinz von Wales hielt er sich bereits nach Möglichkeit von ihnen fern. Es gehört in der That aber auch ein vorzüglicher Reiter dazu, eine rechte Fuchsjagd vom Anfang bis zu Ende mitzumachen, zumal es da über Hecken und Gräben geht, die einem Sonntags­reiter ein für alle Mal die Lust für die schöne Reitkunst benehmen konnten. König Eduard hat verschiedentlich, wenn »chon me,st ohne sein Zuthun, das zweifelhafte Vergnügen gehabt, unsanfte Berührung mit dem Erdboden zu machen. So gelegentlich eines Rittes mit der verstorbenen belgischen Königin im Hyde-Park des fashionablen Londoner Westends als das scheu gewordene Pferd eines Reiters das seine überrannte und zu Falle brachte. Es war ein recht glücklicher Zufall, daß der damalige Prinz keine ernsteren Verletzungen erlitt. Sandringham hatte der englische Thronfolger zu jener Zert stets ein Gestüt von etwa 30 der besten Raise- - Mn,rbenen er jedoch mit Vorliebe, um nicht zu sagen s^? Eßllch,.einen arabischen Ponnie wählte. Bei seiner ^"^enheit in Homburg pflegte der Monarch regelmäßig

^orgcn nach Fn edrichshof zu reiten, um seiner hohen Schwester, der Mutter unseres Kaisers, einen Besuch ab- KUjrarren.

Königin Alexandra dagegen ist eine vorzügliche föetienn, gleich ihrem königlichen Vater, der frühzeitig

f ^>ine Töchter die körperlichen Uebungen

n cht vernachlässigten. Ter englische Thronfolger reicht an seinen Vater heran. Es ist das schließlich^ nicht zu verwundern, denn derSarlor-

hat sechzehn Jahre seines Lebens hauptsächlich auf dem Wa,.er zugebracht, und das englische Sprichwort, da,; ein Matrose nur einen schlechten Sitz im Sattel rnne habe, besteht hier vollauf zu Recht. Der beste Reiter in der englischen Konigsfaniilie ist wohl der Herzog voii Eon-

der Bruder des regierenden Herrschers, dessen I Militärische Erziehung ihn auch z,rm guten Reiter heran- V 11 Vv t v .

Der Eifenvahnminister auf Reife». Von der Rhein, reise des Eisenbahnministers Budde wird derBonn Z" eme kleine Geschichte bekannt, für deren Richtigkeit sie aller­dings Nicht emstehen kann. Sie ist nicht neu, aber amüsant genug, um wiederholt zu toerbeit. Der Minister hatte die Absicht, von Köln aus eine Station bei Bonn zu inspizieren und benutzte, da er sich etwas verspätet hatte, zur Fahrt dahm em Koupee, in dem bereits ein Herr saß. Ta der Fremde distinguiert aussah, stellte sich der Herr Minister vor, indem er ihm seine Karte gab und ihm gleichzeitig darauf aufmerksam machte, daß in dem Koupee einem molligen Koupee erster Klasse nicht geraucht werden dürfe, sofern auch nur ein Jahrgast dagegen Einspruch er­hebe. Leider machten weder die elegant lithographiert« Karte des Eisenbahnministers, noch sein deutlicher .Hinweis auf das Rauchverbot bei dem fremden Fahrgast irgend einen Eindruck. Mit demselben Gleichmut, wie voryer, bnes er die Ringlein seiner Henry Clay in die Luft und küm­merte sich den Kuckuck um den Herrn Minister. Tas ärgerte Herrn Budde, und er beschloß, den schuldigen Fahr­gast seine ganze Macht energisch fühlen zu lassen. Als der Raucher daher auf der nächsten Station den Wagen verließ, winkte Herr Budde den Stationsvorsteher heran. Stellen Sie gefälligst den Namen dieses Herrn fest" eine Handbewegung gab die Richtung aner hat in einem Koupee erster Klasse unbefugter Weise geraucht." Ter Stationsvorsteher that, wie ihm geheißen, ohne seinen Vorgesetzten zu kennen. Aber tote erschrak er, als der Fremde kühl lächelnd eine schön lithographierte Karte zog: Eisenbahnminister Budde! Zum Henker, da hatte er bald eme Dummheit gemacht! Er salutierte also vorschriftsmäßig vor dem Pseudominister, stammelte eine kurze Entschuldi­gung und raunte nach dem Koupee, um den dort wartenden Herrn zu benachrichtigen . . .Sie werden begreifen" meinte er, den wirklichen Minister bedeutungsvoll an­blinzelnd,daß ich Ihren Wunsch nicht erfüllen kann, jener Fremde dort war nämlich der Herr Eisenbahnminister." Nun war die Reihe des Erstaunens an Budde......Was,

Eisenbahnminister? Ter bin ich ja. . ." Ter Stations­vorsteher lachte über diesen Scherz, aber Budde ruft noch einmal, diesmal schon heftiger:Der Eisenbahnminister bm ich, verstanden?" Leider war keine Zeit mehr zum Verstehen. Pustend und dampfend rasselt der Zug mit deut wirtlichen Minister soeben zum Bahnhof hinaus, der Sta- ... twusvorsteher aber steht verdutzt da. Wer war nun der

Neben dem deutschen Kaiser ist auch Kaiser Franz Rechte?

uiwlücklicben^Ga M n'tnu»n >Ciffr's11$ Lahi gk.it ui feiner Rechtsschutz für Modellhüte. Aus Paris wird

chelhafteu Lchamen Zner Cirkusd^^^m ??^ fd)1-T I berichtet: Tie hiesigen Modistinnen, die mit ihren reizen- schen Gesellschaft, £ befr ^erreicht- den, kapriziösen Zusammenstellungen von Bändern, Federn,

a-sebener ss f , die in England em gern I Blumen, Flitter«, Gazen, Perlen usw. die Welt b herrschen

Sflute" ripfniinfrirn Ih.Vsa6 8 reiten als Reiterin, da die teil sich zu dunem Zweck vor einigen Tagen in der Arbeits- Trww/i.' Ull- bemjenigen der Jagdteilhaber als börse, um ein Syndikat zu bilden. "Mit Hilfe dieses Komitees

««sraO I» Klufsehen erregte - Ter junge König von Spanien ist nicht ent vorzüglicher Schütze, sondern auch Reiter und er Üblich das Pferd mehrere Male zu wechseln. Sein Gestüt ist eines der besten m Europa, und besonders sind es die en gleichen und irischen Ponnies, neben den spanischen Und arabischen Vollblutpferden, die von Kennern geschätzt werden. Wahrend der Zar und seine Gemahlin nur selten einen Ausritt unternehmen, pflegen der König und die K°"fgm von Italien gern und oft der Reitkunst obzuliegen.

Königin Helene zeigt sich da recht als die Tochter der Berge Und die kühne Reiterin, die sie schon zu Kindzeiten in ihrer montenegrimschen Heimat war. Tie Palme dürfte ihr aber i ,, . ,---------, .

PrrnzeZm Pantine von Württemberg streitig machen, die prompt^ausgehandigt.

wre vorzügliche Ausbildung der Liebe ihres könialicken I zz&dren Sie", rief er mit Genugthuung aus,L, Katers für die Pferdezucht zu danken hat. I rch sagen, das ist hier wirklich ein ehrliches Geschäft.

- I Vei den beiden dort drüben kaufe ich aber für fernen