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Das half.
(Nachdruck verboten.)
In den Memoiren des Rev. Julian Aoung, Unterkaplan des „Hampton Court Palace", findet man folgende amüsante Episode: Das Schloß dient als Obdach für Personen von Stand, aber geringen Mitteln. Aus diesem Grunde wird es von manchen unehrerbietig „das vornehme Armenhaus" genannt.
An einem heißen Sonntag fiel eine junge Dame, die nicht in dem Schloß, sondern in der Nachbarschaft wohnte, während des Gottesdienstes in der Kapelle in Ohnmacht. Sir Horace Seymour, ein Held von Waterloo, ein auffallend schöner Mann und Witwer, nahm die Ohnmächtige in seine Arme, trug sie in sein Zimmer, legte sie auf das Sofa, übergab sie der Sorge der Haushälterin und kehrte auf seinen Platz zurück.
Merkwürdigerweise fielen an zwei der folgenden Sonntage zwei andere junge Damen in Ohnmacht während des Gottesdienstes, und jedesmal wiederholte derselbe Kavalier seine ritterliche That, brachte die Leidende in sein Zimmer und kehrte in die Kapelle zurück.
An dem dritten der drei ereignisreichen Sonntage sagte Lady Seymour, die Tante des Helden, nach dem Gottesdienste zu dem Kaplan: „Wissen Sie,. Mr. Uoung, ohnmächtig werden wird zur Epidemie, wenn wir nicht bald ein Ziel setzen. Mit Ihrer Erlaubnis werde ich! nächsten Sonntag vor dem Gottesdienst an der Eingangsthür zu der Kapelle einen Zettel mit folgender Bekanntmachung anbringen lassen: Achtung! Da sich unter den jungen Damen, welche diese Kapelle besuchen, eine starke Neigung bemerklich macht, ohnmächtig zu werden, so wird hiermit angezeigt, daß in Zukunft die ohnmächtigen Damen nicht mehr von Sir Horace Seymour, sondern von dem Fußboden-Kehrer Branscombe hinausgetragen werden."
Tie Warnung hatte den gewünschten Erfolg; die Ohnmachtsansälle hörten völlig auf.
Gartenbau.
Nachdem wir unsere Leser letzthin auf das im Verlage von Tvowitzsch & Sohn in Frankfurt a. O. erschienene Werk „Der neue Gartenbau" von H. M. Stüin g fello w aufmerksam gemacht haben, wollen wir im Anschluß daran Nicht verfehlen, auf eine soeben in demselben Verlage eri- schienene Schrift hinzuweisen, welche das Ergebnis praktischer Versuche zum Gegenstand hat, die nach! Stringfellowscher Pslanzmethode unternommen wurden.
Bekanntlich ist die Stringfellowsche Theorie geradezu umwälzend im Vergleich zu unseren einheimischen Pflanzenmethoden, wie sie auf Gärtnerlehranstalten gelehrt und in der Praxis ausgeübt werden. Man hat daher mit vollem Recht zur größten Vorsicht gegenüber der aus Amerika überkommenen neuen Lehre vom kurzen Wurzelschnitt, von der Verkehrtheit der Tieflockerung des Bodens rc. angeraten. Immerhin aber regte das Stringfellowsche Werk, angesichts der Erfolge, die sein Verfasser durch seine Methode erzielt hat, zu Versuchen auch bei uns an. Solche Versuche hat Friedrich Wannieck, einer der bedeutendsten Baumschulenbesitzer und Obstzüchter. Oesterreichs, in größerem Umfange unternommen. In der vorliegenden Schrift veröffentlicht er das-Ergebnis derselben. Dieses Ergebnis ist doppelt interessant durch die Gegenüberstellung der beiden Pflanzmethoden: der amerikanischen und der einheimischen, deren Resultate durch 24 Wbildungen illustriert sind. Als großer Vorzug ist es dem Bericht anzurechnen, daß er durchaus sachlich gehalten ist, und daß )er Berichterstatter keineswegs blindlings auf Stringfellow chwört, wenn er auch dessen Buch ins Deutsche übersetzt und eine Lehre bei uns eingeführt hat. Das Buch führt den Titel: „Bericht über die währenv der Periode 1900—1901 angestellten Pflanzversuche nach den Vorschriften von H. M. Stringfellow, Practical Horiiculturist in Galveston, Texas. Von Friedrich Wannieck, Besitzer der Victoria-Baumschulen in Schöllschitz, Ober-Gerspitz und Lobbecina. Mit 24 Wbildungen", und kostet 1 Mark. Es ist durch jede Buchhandlung oder gegen Einsendung von 1,10 Mark direkt vom Verlage zu beziehen.
Wir empfehlen es allen, die sich für die neue Pflanz-
niethode interessieren, und sich über ihre Anwendbarkeit in unseren klimatischen und Bodenverhältnissen unterrichten wollen, aufs angelegentlichste.
Gemeinnütziges.
Schlaflosigkeit, diese äußerst lästige Begleiterscheinung so vieler Krankheiten, setzt ärztlicher Kunst oft hartnäckigen Widerstand entgegen. Ein unschädliches innerliches Mittel gegen dieselbe ist saure Milch, etwa ein Viertelliter, zwei Stunden vor dem Schlafengehen getrunken. In leichten Fällen von Schlaflosigkeit, wie sie beispielsweise ein starker Schnupfen mit sich bringt, empfiehlt sich folgendes einfache Verfahren: Man nimmt im Bette die Rückenlage ein, deckt sich gut zu und legt das unter dem Kopf fort- gezogene Kopfkissen vorn über das Gesicht. Die Lunge atmet dadurch unwillkürlich tiefer, um die nötige Menge Sauerstoff unter diesen erschwerenden Bedingungen zu beschaffen, und dieses tiefe Atemholen führt bald zum wirklichen Schlaf hinüber. Ein Ersticken ist nicht zu befürchten, da unter dem Kopfkissen immer noch genügend Luft beim Atmen zuströmt, und bald nach dem Einschlafen der Körper selbstthätig das ihm lästige Kopfkissen zur Seite schiebt. Oft wird dabei gleichzeitig infolge der Wärme unter dem übergedeckten Kopfkissen die vom Schnupfen verstopfte Nase wieder geöffnet, sodaß der Schlafende wieder regelmäßig atmen kann. Asthma--Kranks dürfen jedoch dies Verfahren nicht anwenden, da es einen asthmatischen Anfall bei ihnen Hervorrufen könnte. In schweren Fällen von Schlaflosigkeit empfiehlt sich ein warmes Bad mit kühler Uebergießung des Nackens vor dem Schlafengehen. Der Patient sitzt hierbei bis zum unteren Brustrand im Wasser von 30 Grad R., und eine zweite Person gießt ihm fortwährend aus einer Gießkanne 20 Grad R. worin cs Wasser über Nacken und Schultern hinab, bis er nach wenigen Minuten schläfrig wird. Es kommt bisweilen vor, daß an Schlaflosigkeit Leidende auf diese Weise direkt beim Baden einschlafen. Auch Holzsägen, einige Zeit vor dem Schlafengehen ausgeführt, ist ost von ausgezeichneter Wirkung. In einer größeren Nervenheilanstalt steht den Patienten zu jeder Zeit in der Nacht ein Zimmer mit Sägebock zum Holzsägen zur Ver> fügurtg, damit sie, weun sie in der Nacht aufgewacht, sich dort wieder Schlaf holen können. In ähnlich günstiger Weise wirkt auch Radfahren, wenn es in mäßigem Tempo etwa eine Stunde lang in der Dämmerung, also nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen, ausgesührt wird. Noch kürzlich dankte mir eine junge Frau für dieses einfache Mittel, das ihr stets einen ruhigen, gesunden Schlaf veri- schaffte, während alle früher angewandten inneren Mittel mehr oder weniger erfolglos gewesen seien. W. M.
„Prakt. Wegweiser", Würzburg.
Logogriph.
(Nachdruck verboten.)
Mit W im Wald, Mit Z am Kleid, Mit G erschaut man'S Weit und breit.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auslösung des Tauschrätscls in vor. Nr. t Bier, Made, Fell, Blei, Mutter, Nom, Wind, Halm, Nest, Wette, Rate, Heer — Balltoilcttc.
Mode.
Was ist modern? Die Beantwortung dieser Frage interessiert die Frauenwelt zurzeit ganz allgemein; denn begreiflicherweise wünscht jebe Frau die für die Frühjahrsund Sommersaison nötigen Anschaffungen der neuen Mode entsprechend zu bewirken. Ein ganz vorzüglicher Ratgeber in dieser Hinsicht ist nun das neue, mit ca. 300 Modellen, sowie mit Modeberichten und praktischen Belehrungen für Die Schneiderei aus gestattete „Reichhaltige Modenalbum und Schnittmusterbuch der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden-N. 8" zum Preise von nur 60 Pf. Die Frauenwelt ist allgemein entzückt von dieser großartigen Modeschau für eine ganze Saison, deren Wert um so mehr hervortritt, als nur wirklich praktische Vorlagen in einem gediegenen und ansprechendem Geschmacke geboten werden, und außerdem von allen Modellen vorzüglich sitzende Schnitte zn einem sehr mäßigen Preise erhältlich sind.


