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„Na, mnb das Dessert, das war doch heute raffiniert süß — was?"
„Tas Dessert, o, o, v, — raffiniert süß!"
Und Felix schlug verzückt die Augen auf und strich wieder Nebkosend seinen Schnurrbart, denn der hatte auch etwas abbekommen von dem süßen, süßen Dessert, nach dem Dessert — ihm ganz allein serviert von ettt paar frischen, Loten Lippen---ah!---
Tags darauf saß er mit seinen: Koffer im Bahnzug und fuhr heim. „ ,
„Nun, Felix, mein Sohn, hast Du eine Wahl getroffen?"
SßCÜMl/7
,Lixi, mein Junge, welche ist's, die Dein Herz gewann?"
„Fanni, Mama."
„Fanni? Du willst sagen Finni?"
„Nein, Mama, Fanni."
„Wer es ist ja keine Fanni, Jünge."
^,Doch, Mama doch."
Maina stellte sich in Positur und zählte an den Fingern ab: „Mini, Lini, Fini, Mali, Dali, Bali — wer heißt da Fanni?"
„Tie — Köchin, Mama, die Köchin, — sie hat dre einzig richtige, die einzig wahre Geschmacksrichtung." —
Tableau.
Vermischtes«
Toilettenkuxrrs der Chinesinnen aus dem Korso in Shanghai. Die „Deutsche Export-Revue" schreibt: Man hat aus der bekannten Anspruchslosigkeit der chinesichen Bevölkerung häufig den ganz falschen Schluß gezogen und findet diese Ansicht noch heute in Deutschland verbreitet daß China nur geringe Bedürfnisse für europäische Erzeugnisse habe. Wenn man aber Stäote wie Singapore, Hongkong und Shanghai kennen lernt, sieht man sehr bald, daß sich die Bedürfnislosigkeit in einene sehr starken Hang zum Luxus verwandelt, sobald der Bevölkerung nur Gelegenheit geboten wird, Geld zu erwerben und die Sicherheit geschaffen ist, es vor der Habgier der Beamten zu bewahren. Bei dem üblichen Korso der eleganten Welt Shanghais, der jeden Nachmittag auf dem Bubbling- Well-Road, dem schönen, von großen Gärten und Privatvillen eingefaßten Spaziergang ins Land hinein, stattfindet, sieht man sich nicht nur die Damen der europäischen Gesellschaft beteiligen, sondern hier erscheinen auch in ihren geschlossenen Glaskutschen die reichen. Chinesinnen mit ihren gemalten Gesichtern und kostbaren Geschmeiden, und die zahlreichen Luxuswagen, in denen man jeden Tag die in blauseidene GAvänder gekleideten chinesischen Großkaufleute protzig zurückgelehnt erblicken kann, geben in keiner Beziehung den elegantesten Fuhrwerken von Paris, London oder Lissabon auch nur das geringste nach. Das der Geschmack der chinesischen Klassen vorläufig noch ein chinesischer ist, versteht sich bei der bisherigen Abgeschlossenheit des Landes von selbst.
Regeubogen-Averrdrot. In der „Meteorologischen Zeitschrift" wird eine merkwürdige Dämmerungs-Erscheinung beschrieben, die einigemale in den Tropen beobachtet wurde. Das Dämmerungsrot umsäumte in prächtiger Weise die Berg- oder Hügelkonturen da, wo die Sonne untergegangen war. Aber der ganze Himmel nahm an der Dämmerung Anteil. Längs des Horizontes zog sich ein ziemlich breiter, intensiv ziegel- bis blutrot gefärbter Streifen, in sanftem Uebergange folgte darauf die verhältnismäßig schmale Spektralzone des Orangegelb bis zum reinen Gelb. Das darauffolgende Grün war von allen Farben am undeutlichsten, jedoch auch noch bemerkbar, dann kam ein schmaler Streifen blau, bis zu dem man sich ungefähr 45—60 Grad mit der Blicklinie über die Horizontale erhoben hatte. Dann war das ganze übrige Firmament bis über den Zenit violett getönt. Der Beobachter dieser Erscheinung, Dr. Wutlaner, meint, daß vielleicht jedes Abendrot ein größerer oder kleinerer Teil des Sonnenspektrums sei, das Rot in unmittelbarer Nähe der Sonne ist so kräftig, daß es alle anderen Farben übertönt. Diese Erklärung dürfte von den Naturforschern
kaum angenommen werden, das Abendrot entsteht nach ziemlich' allgemeiner Annahme nicht durch irgend eine Brechung des Lichtes, sondern durch Wsorption. Der Wasser- damps, welcher stets in der Luft vorhanden ist, absorbiert die blauen und violetten Strahlen außerordentlich stark, während er die gelben und roten Strahlen sehr gut durchläßt. Bei dem tiefen Stand der Sonne am Morgen und Abend haben die Sonnenstrahlen einen weiten Weg durch die tieferen, reichlicher mit Wasserdampf beladenen Luftschichten zu durchlaufen. Hierbei werden die blauen und violetten Strahlen stark absorbiert, wodurch die Erscheinung zu stände kommt. Das Morgenrot ist merst sehr viel weniger lebhaft gefärbt als das Wendrot, weil die Luft in den Morgenstunden weniger Wasserdampf enthält als des Abends. Besonders feuriges Morgenrot ist immer der Vorbote des Regens. Die oben beschriebene Dämmerungserscheinung mit aufeinanderfolgenden Regenbogenfarben, wobei das Violett über den Zenit, bis nach Osten hinreicht, ist also etwas wesentliche anderes. Dr. Wutlaner hat sie im ganzen dreimal in den tropischen Gegenden beobachtet. —
Eine Umwälzung in der Oelmalerei. Aus Paris wird der „Allg. Ztg." berichtet: Der bekannte Maler Rafsaölli lud dieser Tage eine Anzahl Kollegen nach fernem Atelier ein, um ihnen von einem neuen Malverfahren, dessen .Erfinder er ist, Mitteilung zu machen. „Sie kennen", sagte er zu den Herren, „die Uebelstände der Oelmalerei: Pinsel, Paletten, Messer, ein ganzes unbequemes, lästiges Arsenal, das nach jeder „Sitzung" eine lange, peinliche Reinigung erfordert. Wer in seinem Atelier arbeitet, hat nur einen sehr unbequemen Zeitverlust zu beklagen. Wenn man aber in freier Lust arbeitet, werden diese materiellen Einzelheiten zu einer wahren Plage. Der Pastellstift hat diese Unannehmlichkeit nicht im Gefolge, aber er hat andere, die noch weit schlimmer sind: seine Farbe verfällt und verwischt sich, sie wird selbst unter Glas nach einigen Jahren blaß. Seit langer Zeit suchte ich nun die Vorzüge des Pastellstifts und die guten Eigenschaften der Oelmalerei, die mit zunehmendem Alter nur neue Schönheiten offenbart, zu vereinigen. Ich glaube, das Mittel gefunden zu haben. Ich habe die Oelfarben in Stangenform gebracht, die wie „crayons" gehandhabt werden; man kann mit diesen Oel- stiften auf Holz, Leinwand, Elfenbein und Papier malen. Hier sehen Sie ein Bild, das in Bezug auf Farbe und Zeichnung sehr kompliziert ist. Ich will es jetzt in Ihrer Gegenwart kopieren, um Ihnen zu zeigen, welche Vollkommenheit sich mit meinem Verfahren erreichen läßt. Tiefe Malerei bietet noch zwcm andere Vorteile: sie trocknet sehr schnell und ist, wenn sie einmal trocken ist, unverwüstlich. Rafsaölli kopierte nun vor den Augen seiner Gäste einen Teil des Vorbildes mit solcher Treue, daß die Kopie nicht von dem Original unterschieden werden konnte. Alle waren erstaunt, und Besnard, der große Kolorist, rief begeistert aus: ,„Das ist ja eine wahre Umwälzung in der Oelmalerei!"
Bilderrätsel.
«Nachbildung verboten,'.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Quadraträtsels in vor. Nr.r
BIND
• I S A B
NASE
D B E I
Redaktion: Curt Plato. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schm Universitäts-Luch, und Steindruckerei lPietsch Erben) in Gießen.


