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Vermischtes.

Unser Garten im September. Die Flut der Arbeiten ebbt immer mehr ab. Die Beete werden mehr und mehr leer, und was noch auszusäen ist, kann nur einen kleinen Teil derselben stillen. Spinat, Wintersalat, Feldsalat, Merbelrüben, Perlzwiebeln, das sind in Summa diejenigen Gemüsesorten, die jetzt noch ausgesät werden können, oder der Aussaat harren. Auf den abgeernteten Kohlfeldern muß reine Bahn gemacht werden. Cs ist nicht angängig, die Mit Knollen versehenen Kohlstrünke, in denen sich Kohl­pilz Und Kohlungeziefer aufhält, einfach stehen zu lassen, fte müssen hinein ins Feuer. Wo wir Kvautpflanzen als Winterkohl heranziehen, können die frühen Aussaaten jetzt pikiert werden. Wer nur Pflanzen zur Frühpflanzung im Frühjahr haben will, sät an Stellen, die nicht der grellen Sonne ausgesetzt sind, seinen Kohlsamen auf mehr mageren Boden. Salatpflanzen jetzt so gepflanzt, daß man mit Leichtigkeit um die Beete Holzverschläge machen kann, um Fenster darauf zu legen, sind eine sehr vorteilhafte Kultur für tue Salaternte in den ersten Wintermonaten. Die .Apfelernte fällt reicher aus, als sie erwartet wurde. Darum sind die Borrichtung für die demnächstige Herstellung des Apfelweines zu treffen. Wasserschosse sind aus den Bäumen AU entfernen. Für das Fallobst ist eine gute Bettung zu schaffen, indem man den Boden um die Bäume umgräbt Und ihn womöglich noch mit Heu, Gras oder Stroh bedeckt Beim Pflücken des Obstes ist immer Vorsicht notwendig. Bruch der Aeste, unsachgemäßes Abreißen des Fruchtholzes tchadrgt die nächste Ernte. An neue Pflanzungen muß all- mahnch gedacht werden, dafür sind die Löcher auszugraben, Er es ist dafür der Boden zu rigolen. Johannisbeeren, Stachelbeeren sind auszudünnen. Mitte und Ende des Monats beginnt das Einpflanzen unserer Topfgewächse, dre ausgepflanzt waren. Es ist dabei der Ballen zu ver- tlernern. Die eingepflanzten Sachen sind entweder in einen schattrgeu Mrstbeetkasten zu stellen, oder unter einen stark schattigen Baum, damit sie in den ersten acht Tagen Ruhe haben, sich zu besinnen. Es beginnt das Pflanzen von Hyacrnten, Tulpen, Crocns, Tazetten, Narzissen, Scilla und dergleichen. Eine ganz vorzügliche Zwischenpflanzung für Hyacmthenbeete ist Chinodoxa Lnciliae, die ihre Blüten vrel früher entwickelt und abgeblüht ist, wenn die Hyacinthen begmnen. Hyacinthen, Tulpen, Narzissen rc. zur Treiberei sind einzupflanzen oder auf Gläser zu setzen. Ende des Monats beginnt das Bepflanzen der kahlgewordenen Beete Mit Stiefmütterchen, Myosotis, Silene. Wo Astern, Ta­getes als Reservepflanzen vorhanden sind, werden die kahl­werdenden Blumenbeete damit jetzt bepflanzt, Tas Ver­pflanzen von Stauden wird fortgesetzt. Der Saumselige kann noch Erdbeerbeete anlegen, seine Trauben gegen Wespen Und Hornissen durch Draht oder Gazesäckchen schützen und durch Aufhängen von Wespengläsern der Wespenplage Ein­halt thun. Samen Von Alpenveilchen, von anderen Weilchen, von Helleborus können wir aussäen. Tie durch Aussaat von Samen gewonnenen Monatserdbeeren sind auf Beete zu bringen. Mr die Aufbewahrung des Gemüses ist all­mählich Vorsorge zu treffen, damit uns in nächsten Monat dre Arbeiten nicht über den Kopf wachsen.

Litterarksches.

Eine neue Spezialkarte vom Großherzogtum Hessen von W. Lrebenow, Geh. Regierungsrat und Professor, ist soeben in L. Ravensteins Verlag, Frankfurt a. M. erschienen. Die Karte ist im Maßstabe 1:300000 gezeichnet, reicht von Marburg im Norden bis Wimpfen a. Neckar im Süden von Fulda im Osten bis' Kreuznach im Westen. In feinstem Steinstich bringt die Karte: Alle Wohnplätze bis zum Weiler herab mit Namen, die Schrift nach Bedeutung und Be­wohnerzahl der Orte größer oder kleiner; alle Bahnen mit Stationen, Flüsse, Straßen bis zu Landwegen herab. Kleine Signaturen bezeichnen Häuser, Gasthäuser, Schloß, Forsthäuser rc. Gebirge sind mit feinen grünen Schroffen bargeftelft, um die politische Gliederung des Kartenbildes nicht zurückzudrängen. Provinz Oberhessen ist mit Orange, Starkenburg Rosa, Rheinhessen mit gelbem Bande abgegrenzt. Tie Kreisgrenzen in allen drei Pro vinzen sind rot kräftig hervorgehvben. Tie sehr exakt uni genau ausgeführte Karte ist auch äußerlich elegant aus­gestattet. Sie kostet gefalzt nur 2 Mk., aufgezogen Z.- Mark. Tie Korrekturmaterialien zu derselben wurden von Seiten des Generalstabes in Berlin geliefert; die Eisen­bahnen durch Vermittelung durch Vermittelung des Reichs- eisenbahnamtes ergänzt. Allen Militärs, Reifenden, Be­amten rc. sei die Karte bestens empfohlen. Sie ist in allen Buchhandlungen zu haben. Wegen ihrer genauen Aus­führung bei dem billigen Preise ist ihr große Verbreitung sicher.

Doppelte Abrechnung.

Bei Wörth die heiße, ruhmreiche Schlacht Haben auch die Badenser mitgemacht. Unter General Werder fochten sie brav Und verhalfen manchem zum ewigen Schlaf. Das Raubgesindel, die wilden gälen Türkos, die könnten davon erzählen:

Von allen, so viel sie auch kratzten und bissen, Hieß es schließlich: Tot oder ausgerissen. =- Mit solch einem Kerl, int dicksten Gedränge Gerät ein Leutnant ins Handgemenge.

Der Kerl, mit 'nem richt'gen Wildkatzen-Blick, . Biegt plötzlich sein struppiges Haupt zurück Und spuckt dem Leutnant pitsch in's Gesichts G'rad' in die Augen hat der's gekriegt!

Das sieht ein Gemeiner, ein Bad'ner Kind, Springt zu, packt den Kerl bei'm Halse geschwind Und würgt ihn ein bischen nur so im Steh'n S Bis diesem die Augen übergeh'n . . .

Der Leutnant sieht's, ruft lachend ihn an: Genügt ja! Lassen Sie jetzt den Mann!" Mein Bad'ner hört's, aber dreht sich nicht um Und drischt auf den Kerl los, fest aber stumm. Von rechts nach links herüber, hinüber Zieht er ihm Watschen und Maulschellen über. So!" spricht er.Sodele! Sell isch for's Spucke, Du neinmol verzwiebelter Deiwels-Heiducke!" Dann nimmt er den Türko von neuem her, Vermöbelt ihn nochmals die Kreuz und die Querr Uu sell Du französischer Lause-Derk Un sell nn sell isch sorHeidelberg!"

G. B. (Jugend.")

Für die ganz Kleinen ist und bleibt die Hängerform immer noch die Grundlage aller Kleiderformen, denn nichts ist wohl kleidsamer, einfacher und dabei Bequemer als diese losen Kleidchen, welche außerdem je nach dem dazu gewählten Stoffe vom einfachsten bis zum elegan­testen gehalten werden können. Volants um den unteren Rand und die Passe, oder Berthen in Bogenform, Breite

lichster Sauberkeit, weshalb alles möglichst zum Waschen eingerichtet sein muß, was schon ganz von selbst allen unnötigen Aufputz verbietet. Ein weiteres Erfordernis der kindlichen Kleidung ist unbedingte Bequemlichkeit, welche alles Beengende und die freie Bewegung verhindernde meidet. Trotz dieser beiden gebieterischen Forderungen bietet doch die Mädchenkleidung eine Menge von Formen, welche, je älter die kleinen Mädchen werden, desto mehr Auswahl gestatten.

Wie ziehen wir unsere kleinen Mädchen an?

Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur Dresden-N. Reichhaltiges Modeualbum und Schnittmusterbuch zu 50 Pfg. daselbst erhältlich.

Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten. Dieses Sprichwort bewahrheitet sich auch bei den jüngsten Vertreterinnen des schönen Geschlechts hinsichtlich der Lieb­haberei für Putz und schöne Kleidung. Die kleine Kokette, die sich vorm Spiegel dreht und wendet, und der es ein besonderes Vergnügen macht, sich mit Mutters Sachen her- anszuputzen, läßt mit Leichtigkeit das zukünftige eilte Fraulein erraten, bei welcher die Erledigung der Toiletten­frage ein gutes Stück Lebensinhalt bildet. Deshalb kann eine sorgsame Mutter nicht vorsichtig genug sein, die etwaigen Neigungen eines Kindes in dieser Hinsicht in die rechten Bahnen zu lenken. Sie vermeide vor allem bei der Kleidung ihrer Kinder jeden unnötigen Putz und Tand, welcher nur zu leicht die kindliche Eitelkeit weckt und außerdem, weil zu überladen, den Kleinen meist nicht steht. Die kleidsamste Eleganz für Kinder besteht in Pein-