Ausgabe 
8.3.1902
 
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Ssinsfag drn 8. Mär;.

Ur. 36.

1902.

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361-:

K. A. Döring.

Dich ermutigen, erheitern, Mit dir eilen himmelan.

iWolche wähle zu Begleitern Auf des Lebens Bahn, Die dein Herz und deinen Geist erweitern,

Nachdruck verboten.

Ein verhängnisvoller Ring.

< Novelle von E. Hainberg.

(Fortsetzung.)

Hella streicht sich die Stirn, als könne sie mit dieser Bewegung eine sie peinigende Erscheinung verscheuchen. Träumt sie, oder verfolgt dieses Schreckgespenst fte auch iw Wachen Zustand? ,, , ,

Plötzlich ergreift sie die Hand der Freundin und umfaßt diese mit festem Druck. Sie öffnet den Mund, scheint um Worte zu ringen indes die Stimme,versagt ihr. Endlich stößt sie gewaltsam hervor:Der Ring, woher hast Du ^eU Käthe' hat sie erstaunt, beängstigt betrachtet. Nun wirft sie einen zärtlichen Blick auf den Ring an ihrem Frnger. Ein Geschenk meines Verlobten", antwortet, sie. ,

Deines Verlobten?!" Hella versinkt m Schweigen, ihre "Pulse jagen, und h inter ihrer Stirn hämmert es.

Der Ring, ihr Ring! Wie kommt derselbe an Käthes Hand, oder vielmehr in die ihres Verlobten? war der Kreis­lauf ihrer Gedanken.

Hella, was hast Du?" tönt Käthes Stimme an ihr Ohr. Was ° weißt Du von dem Ring, warum scheinst Du so er­schrocken, ihn an meiner Hand zu finden?"

Ja", besinnt sich Hella,laß uns ruhig darüber reden.

Doch vorerst zeige mir ihn einmal genauer."

Käthe streift den Ring von ihrem Finger.

Ein Schrei ringt sich unwillkürlich von Hellas Lippen, im Innern des Ringes sind die Initialen verschwunden, offenbar neuerer Zeit durch eine dünne Goldplatte bedeckt, die sich deutlich von dem eigentlichen Ring abhebt.

Hella fährt sich über die Stirn, als könne sie so ihre Gedanken ordnen, die wild durcheinander kreisen.. Hat Loß- berg abermals und nun für immer sich des Ringes ent­äußert? Oder Wlmächtiger, existiert ein Doppelgänger des Ringes? O, wer ihr darüber Aufschluß geben konnte!

Kannst Du mir nicht sagen, Käthe, wo Dein Verlobter den Ring erstanden hat?"

Deine Fragen und Dein Benehmen ist sehr sonderbar, Hella; zufällig kann ich Dir aber die letzte Frage beant­worten, und Du wirst mir dann die Erklärung nicht langer vorenthalten, was Dich zu all diesen: veranlaßt. Also den , Ring hat mir Kuno von seiner letzten Reise mitgebracht und

Holthaus saß noch, eine

urteile/7

Sie erzählte ihm nun alles, was in jenen kurzen Augen­blicken zwischen Loßberg und ihr gesprochen war und wie fte zuletzt den Ring erblickt und in fassungslosem Eritsetzen rhn verlassen habe, ohne in jenem Augenblick auchnurdaranzu denken, daß gerade jener Ring an ferner Hand em Beweis seinM Unschuld für sie hätte sein müffen. r ,

finßfiiiiiä fast noch eine Weile in Gedanken verloren«

bei V . . . in Berlin erstanden. Auch will ich Dir verraten« daß das Alter des Ringes bereits ein ganz ehrwürdiges ist, wie Dir die feine Ciselimung vielleicht schon verraten hat, dergleichen Arbeiten sind heutigen Tages selten. Darf ich nun Deine Gegenäußerung hören?" .

Erlaß mir das vorerst, Käthe, es ist, nicht mem,Ge­heimnis allein, später sollst Du alles hören. Docy fetzt, darf ich Dich bitten, mir den Ring auf einige Minuten zu überlassen, ich möchte ihn gerii meinem Vater zeigen.

Selbstverständlich", gab Käthe zurück.

Lieber Vater", mit diesen Worten betrat Hella des,en Zimmer,sieh Dir einmal diesen Ring an. Käthe Horst trägt ihn als neuestes Geschenk ihres Verlobten am Finger. Wie ist das nur möglich, kannst Du den Zusammenhang begreifen?" ,, , ,,

Holthaus nahm den Ring und betrachtete ihn genau. Unzweifelhaft unser, Dein verlorener Ring, die Initialen sind verdeckt, aber die davor gelegte Platte ist leicht als solche zu erkennen. Aber was wundert Dich dabei? Der erste Besitzer hat, wie Du siehst, mein Kind, ihn nun doch zu Geld gemacht wie ich Dir voranssagte."

Unmöglich, Vater! Wie hätte er da? wagen dürfen, nachdem nein, Vater, das ist ganz ausgeschlossen, wenig­stens von demjenigen, welchen Du als den ersten Besitzer vermutest." , ,, , .

Warum ausgeschlossen, Hella, nimmst Du noch immer dessen Partei?" c m

Jetzt muß ich es, lieber Vater, und wenn Du, gehört hast, was ich Dir bisher verschwiegen habe, so wirst Du mir recht geben." ,

Was hättest Du mir verschwiegen, Hella?" .

Du erinnerst Dich noch des Abends, als ich auf Dein Zureden den Hausball bei Frau Griefenhagen besuchte." Nur zu wohl", bestätigte Holthaus,wärest Du doch seit jenem Tage eine völlig andere "

Ich traf Loßberg an jenem Abend auf dem Balle und habe mit ihm gesprochen." c

Holthaus fuhr auf:Er.wagte es, der E ,

Sprich das Wort nicht ans, ich glaube, Du wurdest em

Unrecht damit begehen."

Schon wieder dieser Wahn, Hella, fetzt, nachdem, Nachdem ich meinen Ring wiedergefunden habe, willst Du sagen. Ja, denn er ist mir jetzt der Beweis, daß Loh­berg nicht der Dieb ist."

Wie willst Du das erHären?"

,So höre mein Geheimnis, Väterchen, und dann: