1902, Nr. 35.

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Mittwoch den 5. März.

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k.

in Eigen zu besitzen, das ist gut, Sei es im Hanse, sei'S im Herzen. In allen Leiden macht eS Mut Und ist ein Trost in allen Schmerzen; Zu neuem Leben ist'S der Keim!

Wer'S nicht vermißt in heitern Tagen

Wenn'S finster wird, wohl ihm, kann er dann sagen: Jetzt geh' ich heim. Trojan.

(Nachdruck verboten.)

Ein verhängnisvoller Ring.

Novelle von E. tz a i n b e r g.

(Fortsetzung.)

Leutnant von Loßberg hatte den kleinen Raum, in welchem sein kurzes Gespräch mit Hella einen so unerwarteten und für ihn völlig unbegreiflichen Abschluß, gefunden, nach kurzer Zeit ebenfalls und zwar auf eine etwas ungewöhnliche Art verlassen. Hella unmittelbar zu folgen, wäre wohl für ihn das richtigste und in der Gesellschaft am wenigsten auffallende gewesen, aber viel zu sehr von dem unbegreif­lichen Benehmen Hellas in einen unberechenbaren Zustand versetzt, kam er erst nach längerer Zeit zu dieser Erkenntnis. Um nun den spöttelnden Blicken jener, die ihn das kleine Kabinett hatten betreten und Hella so stürmisch hinauseilen gesehen, zu entgehen, hatte er sich kurz entschlossen auf die Brüstung des zwar etwas hochgelegenen Parterrefensters geschwungen, ein Sprung in den Garten brachte ihn wohl­behalten ins Freie.

Halb bewußtlos rannte er hier eilte zeitlang umher, nur bemüht, das Chaos iit seinem Innern zu ordnen, seine fiebernden Pulse zu beruhigen. Als ihm das leidlich gelungen, betrat er wieder das Haus, ordnete im Vorsaal seine etwas in Unordnung geratene Toilette, und mischte sich alsdann scheinbar unbefangen toieber unter die Tanzenden, allein einem aufmerksamen Beobachter würde wohl die fieberhafte Hast, die in allen seinen Bewegungen lag, nicht entgangen sein. . Dennoch hielt er aus bis ans Ende.Nur nichts merken lassen, nur den Leuten keinen Anlaß zum Reimen und Klatschen geben" waren die fast krankhaft sich immer wieder vordrängenden Gedanken.

Endlich fand er sich wieder zu Haus. Todmüde, wie vor übergroßer, körperlicher Anstrengung, warf er sich auf sein Lager. Nun mochte der Schlaf kommen, nur nicht wachen, kein Grübeln und Denken!

Dieser Wunsch war es auch, der für die Folge all sein Thun beeinflußte. Nur nicht zur Ruhe kommen, nur nicht tunt Nachdenken über gewisse, ihm doch nie faßbare Dinge!

Und um jeder ferneren Begegnung mit Hella auszuweichen, welche durch die beiderseitigen gesellschaftlichen Verhältnisse nicht zu umgehen gewesen wäre, kam er um seine Versetzung nach einer entfernten Provinz ein, die denn auch in kürzester Frist erfolgte, und lange, bevor Hella wieder in das Vater­haus zurückkehrte, hatte sich dieser Wechsel vollzogen.

Hella wußte davon noch nichts. Weder in den Briefen ihres Vaters, noch in denen Frau von Dettmars hatte der Name Loßbergs Erwähnung gefunden, und Käthe Horst, die einzige ihrer Freunbinncu, mit welcher sie einen Brief­wechsel unterhielt, hatte in dieser Zeit viel zu viel mit sich selbst zu thun, als daß ihr viel Zeit und Gedanken für andere übrig geblieben wäre. Sie hatte sich nämlich vor kurzem mit einem noch jungen Rechtsbeflisfenen verlobt, und war daher vollauf mit ihrem jungen Glück, das noch den Reiz der Neuheit für sie hatte, beschäftigt. Heute war sie zu einem Plauderstündchen gekommen, um eben dabei rr Freundin die Vorzüge des Geliebten in allen möglichen Beleuchtungen zu schildern.

Hella war eine geduldige Zuhörerin, sie unterbrach die junge, glückliche Braut mit keiner Silbe, aber ihre Gedanken machten doch zuweilen Seitensprünge, sodaß sie der Freundin oft ganz zerstrente Antworten gab, wenn Käthe einmal ihre Ansicht hören wollte.Aber, Hella", sagte diese endlich lachend,Du hörst ja gar nicht zu, wo sind! denn Deine Gedanken?"

Hella zuckte zusammen, als sei sie auf einem Unrecht ertappt, ihr bleiches Gesicht rötete sich für einen kürzen Moment. Käthe beobachtete das alles, nnd machte sich dabei ihre eigenen Gedanken.

Offen gestanden", sagte sie, als Hella keine Erklärung gab,hatte ich erwartet. Dich ebenfalls als Braut be­grüßen zu können. Loßberg und Du, ihr schienet doch auf dem besten Wege zu einer Verlobung zu sein."

Täuschung! Vorläufige Kombination!" sagte Hella ab­

weisend.

Wohl nicht so ganz, wie mir scheinen will, Liebste. Tein Wesen ist völlig verändert. Früher kannte man diese Schwermut, ivelche Dir jetzt anhaftet, nicht. Hat die Fremde das verschuldet, oder hast Du Loßberg eine Antwort ge­geben, welche Du jetzt bereust, nachdem Du gesehen, wie ernst er sie genommen, so ernst, daß er den Ort floh, wo er Dir zu begegnen fürchten mu.ßte?"

Tu sprichst in Rätseln, Käthe, ich verstehe Dich nicht", erwiderte Hella, indem tiefe Blässe ihr Gesicht bedeckte.

In Rätseln, sagst Tu? Sollte es Dir so unbekannt sein, daß Loßberg schon vor Monaten sich von hier versetzen ließ?"

Hella atmete schwer auf, deunoch wollte der furchtbare Truck, der sich bei der unerwarteten Neuigkeit auf ihre Brust gelegt hatte, nicht weichen. Loßberg fort, nie wurde sie ihn Wiedersehen. , , TL , ,

Hellas Betroffenheit konnte Käthe nicht entgehen. ,,Da habe ich was schönes angerichtet", dachte sre bei sich.Aber