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gleichzeitig auch noch.Wärmestrahlen, und erzeugt daher das, was Temperatur genannt wird- Den Temperaturwechsel aber empfinden wir bekanntlich gleichzeitig als einen Wechsel der Witterung. Diese Art Witterungswechsel wird einesteils durch die Drehung der Erde um ihre Achse, und die daraus hervorgehende Tag- und Nachtzeit, andererseits durch den Umlauf des Erdballs um die Sonne und die daraus sich ergebenden verschiedenen Jahreszeiten hervorgerufen.
Bom Tage der Sommersonnenwende ab nämlich fallen die Sonnenstrahlen täglich schräger auf unsere nördliche Halbkugel, und büßen an Erwärmungskraft ein, während sie den Aequatorial-Gegenden gegenüber täglich mehr eine senkrechte Richtung annehmen, und auf diese immer mächtiger wirken. Da infolgedessen die Luftmassen über dem Aequatorialgürtel mehr und mehr erhitzt werden, und dem Temperaturgesetze folgen, gemäß dem sich Körper bei steigender Temperatur ausdehnen, so wird die Lustatmosphäre in jenen Gegenden durch diese Ausdehnung verdünnt, steigt empor, und zieht in bedeutender Höhe teils in der Richtung nach dem Südpol, teils nach dem Nordpol ab-
Die Folge hiervon ist, daß die schweren, kalten Luftschichten von den Polen her zum Aequator strömen, und zum Ausgleich in die dort unten entstandenen Lücken eindringen. Auf diese Weise entsteht eine beständige, allgemeine Luftbewegung, die oben vom Aequator zu den Polen, unten in umgekehrter Richtung vor sich geht. Diese Luftbewegung, Wind, und im Gegensätze zu lokalen Winden, Passatwind genannt, wird also durch Temperaturunterschiede an verschiedenen Stellen der Erde hervorgerufen, und die Urbeberin dieser verschiedenen Tempera- niren, und mithin der genannten Passatwinde, und der aus diesen hervorgehenden Wetterphysiognomie ist wiederum die Sonne.
Wenn nun diese um die Zeit der Herbst-Tag- und Nachtgleiche senkrecht über dem Aequator steht, hat sich die Temperatur bei uns so abgekühlt, und dort so erhitzt, daß die Folgen in den verstärkten Passatw'inden, den sogenannten Aequinoktialwinden, als ersten Boten des heranrückenden Winters in die Erscheinung treten; denn je größer der Witterungsunterschied zwischen unseren Gegenden und dem Süden, desto stärker ist folglich auch der beschriebene Luftstrom. Haben sich nun hier im Norden die beiden Passatströme durchs Vermischung mit Bezug auf ihre Temperatur ausgeglichen, so tritt wieder eine Periode der Ruhe ein-
Da aber mit dem Vorschreiten der Herbstzeit der Witterungsunterschied zwischen Süd und Nord immer größer wird, so wiederholt sich auch, sobald die Südnordpassate hier wieder wesentlich) kältere Luft antreffen, der obige Vorgang, bis abermals ein Ausgleich stattfindet, welche Ausgleichsruhe endlich zur Zeit der tiefsten Temperatur in die dauernde Winterkälte, und nadj einer abermaligen Reihe von Kämpfen zwischen den beiden Passaten in dauernde Sommerhitze übergeht- Da nun diese Windperioden und die darauf folgenden Ausgleiche jedes Jahr in denselben Zeitperioden wiederkehren müssen, so erhellt hieraus, daß die Vorhersagung der allgemeinen Witterung für gewisse Jahresperioden auf einer ganz bestimmten Grundlage ruht. Eine ebenso bestimmte Unterlage ergiebt sich für die Prognose der Niederschlagsmengen aus der Richtung der jeweilig herrschenden Winde stets, wenn man die Achsendrehung der Erde in Rechnung zieht- Angesichts des Umstandes, daß diese am Aequator, als der größten Umfangslinie der Erde, am schnellsten ist, und sich nach den Polen zu verlangsamt, eilen die von Süden nach Norden ziehenden Lustströme unserer, derjenigen des Aequators gegenüber verlangsamten Bewegung, voran, und treffen uns als Südwestwinde, während umgekehrt der vom Pol zu uns gelangende Passat uns als ein Nordost, erscheinen muß. Zur Aufstellung der Wetterprognose ist nun festzuhalten, daß der Südwestpassat, der auf dem atlantischen Ozean sich mit Wasserdampf gesättigt hat, regenbildend, der Nordostwind, als Landpassatwind, auftrocknend ist-
Da nun der Südwestwind während des ganzen Spätherbstes aus den schon erörterten Gründen, und weil der Süd-Nordstrom zu der Zeit im Norden sich schon so abkühlt, daß er sich senkt, und den entgegengesetzten Unteren strichweise verdrängt, vorherrscht, während der Nordostpassat den tiefen Winter und den Hochsommer
charakterisiert, so ist dieser Thatbestaud für die Witterungsvorhersagungen jener Zeitperioden maßgebend. Für andere Jahresperioden find andere Winde infolge ganz bestimmter Vorgänge vorherrschend, und alle die erörterten Umstände in Verbindung mit der Thatsache, daß die Windrose immer in der Richtung von Süd über West, und Nord nach Ost, und von da nach Süd zurück, äußerst selten in umgekehrter Ordnung sich bewegt, auch die ungefähre Zeit des Umsprungs sich vorhersehen läßt, dient als Grundschema für das Aufstellen der Wetterprognose mit Bezug auf Niederschlag und Auftrocknung.
Aus all' dem bisher Gesagten erhellt zur Genüge, daß die Witterung eine Folge des Kampfes zwischen den beiden großen Passatluftströmen und mit Störungen ist, die sie auf ihrem Wege antreffen. Solche Störungen aber werden durch Eigenschaften und Abuormitäten gewisser Oertlichkeiten herbeigeführt. Diese zu beobachten, und über ihr Auftreten durch Statistik sich Gewißheit zu verschaffen, ist eine große Anzahl von Beobachtungsstatitonen rings um die Erdkugel angelegt, so daß man täglich befähigter wird, die Folgen lokaler Vorgänge vorauszusehen, und beim Prognostizieren zukünftiger Witterungsverhältnisse mit in Rechnung zu ziehen.
Es ist nun schon wiederholt begründet worden, daß die Sonne die Urheberin der Witterungsverhältnisse ist. Dies leuchtet noch mehr ein, wenn man außer den bisher erörterten Einflüssen der von ihr ausgehenden Licht- und Wärmestrahlen auch noch die Anziehungskraft dieses Himmelskörpers auf unsere Erde mit in Rechnung zieht- Um das Wesen dieser zu erkennen, denke man vom Mittelpunkte der Sonne zu demjenigen der Erde eine gerade Linie gezogen, und diese bis zu der von der Sonne abgekehrten Seite der Erdkugel verlängert- Trifft diese Linie zu beiden Seiten auf das Weltmeer, so wird das Wasser da, wo sie eintritt, weil seine Teilchen der Sonne näher liegen als der Erdmittelpunkt, mehr von der Sonne angezogen als die Zentralmasfe, daher das Meer hier Flutberge bildet- Da wo die Linie austritt, werden die Wasserteilchen weniger von der Sonne angezogen als der Erdmittelpunkt, bleiben in ihrenr Bestreben, der Anziehungskraft der Sonne zu folgen, gegen die Zentralmasse zurück, und bilden daher ebenfalls Flutberge, während die Gegenden, welche um 90 Grad von den genannten Schnittpunkten entfernt liegen, zu den Flutbergen das Wasser liefern, und also Ebbe haben-
Nun ist aber die Anziehungskraft des Mondes auf die Erde, weil er dieser viel näher steht, als die Sonne, bei weitem größer als die der letzteren, und die vom Monde erzeugte Flut ist daher etwa zweieinhalb Mal so groß als die Sonnenflut- Die Fluthöhen des Meeres wachsen daher, wenn gewisse Mondphasen, wie Neumond und Vollmond, und wenn Mond- oder Sonnenfinsternis- Konstellationen heranrücken, weil dann die Mittelpunkte der drei Himmelskörper in einer Geraden liegen, die Sonnö also nicht, wie wenn sie um 90 Grad vom Monde absteht, ein Gegengewicht gegen die Mondflut erzeugen kann-
Die Tage, an denen solche Vorgänge stattfinden, sind für die Witterung der darauf folgenden Zeitperioden! kritisch, das heißt entscheidend, wie sich aus den nachfolgenden Erörterungen ergiebt, bei welchen wir die Sonnenfinsternis in den Vordergrund stellen wollen, ha diese geeignet ist, einen kritischen Tag allererster Ordnung herbeizuführen; denn dann stehen die drei Himmelskörper in einer Geraden von- der Art, daß Sonne und Mond, welch' letzterer zwischen Sonne itnb Erde steht, mit vereinter Kraft die Flutberge auftürmen- i
Wenn nun 'schon die dadurch hervorgerufenen Bewegungen des Meeres lufterschütternd, wasserverdunstend, wolkenbildend, und mithin wetterbestimmend wirken, so kommt noch hinzu, daß die feurig-flüssigen Massen innerhalb der Erde sowohl als auch die Luftatmosphäre den gleichen Anziehungsgesetzen folgen müssen- Die ersteren vermehren durch. Druck den Hochgang des Meeres, di« letzteren werden an derselben Stelle anaehäust tote die Massermassen, und nach dem Vorübergang der Kulmination ergteßen sie sich!, wie diese, nach der Richtung zurück, aus der sie gekommen sind, in das Gbbethal hinein, Stürme erzeugend, welche die Gewalt der Flutwellen, die sich ebenfalls in ihr Ebbethal zurückstürzen, noch vermehren-
Da nun die Zeit, zu der alle diese Vorgänge ein-


