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Telegraphenrätsel
(Nachdruck verboten.)
Vermischtes.
Vergebliche Künstler. Ein paar drollige Anekdoten voll zwei berühmten englischen Malern erzählt eine englische Zeitschrist. Der geseierte Genremaler William Powell Frith, Mitglied der „Royal Academy", hatte in seiner Jugend ein Selbstbildnis gemalt, dessen Existenz aber völlig vergessen, bis ein Freund ihn eines Morgens im Atelier besuchte und behauptete, daß ein vorzügliches Bild von ihm in einem kleinen Laden in Greal Portland-Street ausgestellt wäre. „Es sieht zwar nicht im geringsten so aus, wie Du letzt bist", bemerkte der Freund, „aber es kann Dir vor einigen Jahren ähnlich gewesen sein. Sieh es Dir doch an. Frith ging hin und sand sein eigenes Bild, das er vor 4o Jahren gemalt hatte, und er beschloß, es zu kaufen, obgleich er keine Erinnerung mehr hatte, es je gemalt zu haben. „Ah, ein Porträt", sagte Frith zu der Frau im Laden, nachdem er angeblich mehrere andere Werte geprüft hatte. „Wessen Porträt ist es?" „Es ist das Selbstbildnis des berühmten Künstlers Frith." „Wie, er muß ein älterer Mann gewesen sein", meinte der Künstler. „Emst aber war er jung", entgegnete die Frau. „Hm, 's ist nicht
werden.
Diese einfache Blousenform eignet sich ganz besonders für die feinen, duftigen Stoffe, die dieses Fahr m größter Auswahl und Mannigfaltigkeit vorlregen.
Der Marie Aiitoinetteil-Tracht find die duftigen, spitzen
Bei der Unberechenbarkeit der diesjährigen Witte- runqsverhältnisse thut der Modeberichterstatter gut, sich an 'den Kalender zu halten, der uns am 21. Ium des Sommers Anfang angezeigt hat. Aus dieser Thatsache laßt sich das unbestreitbare Recht ableiten Über eine Haupt- fpeziälität, der Sommerkleidung, „über die modernen Waschkleider" zu berichten, selbst wenn die Temperatur m beut Augenblick, wo wir dies schreiben, durchaus nicht an Sommerkleider erinnert. Aber mit dein Wetter geht es wie mit der Mode, beide sind launenhaft, und ehe man es sich versieht, kann der schönste Sonnenschein mit der entsprechenden Sommerhitze uns beschert werden. Da wird es bmm von der Damenwelt doppelt angenehm empfunden werden, daß sie sich beizeiten mit leichten Waschkleidern vorsah, die mit jeder Sommersaisvn an Beliebtheit gewinnen. Diese Sommerkleider sind entschieden sehr hübsch; die heitere Anmut derselben kommt in immer neuen, feinen, weichen Farbentönen zum Ausdruck, und wenn sie so her- gestellt sind, daß die Reinigung derselben ohne große Schwierigkeiten vorgenommen werden kann, so wird gewiß jede Dame mit der sich in den letzten Jahren vollzogenen Wandlung zufrieden fein.
Moderne Waschkleider.
Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur Drcsden-N. Reichhaltiges Modenalbum und Schntttmustcrbuch zu 50 Pfg. daselbst erhältlich.
In der Grundform hat sich dieses ^ahr nur wenig geändert, man trägt noch immer vorzugsweise die Blousen- taille, die im Rücketi fest aitliegt und vorn recht lose ist, nur tritt die geschwungene, nach vorn tief ausgeschweifte Taillenlinie immer deutlicher hervor, die _ atlerfauitttiv durch ein modernes Korsett ganz erreicht werden kann. Damen, die sich nicht entschließen wollen, dasselbe zu tragen, könnet! sich sehr gut durch den neuen, geschweiften, nach der Figur geschnittenen Gürtel Helfen, der dadurch gewissermaßen zur Bedingung geworden ist.
Der einfache Blousenürmel, der mit Handgelenk durch ein schmales Bändchen geschlossen wird, ist fttr Waschkleider der modernste und auch praktischste. Durch Fauchen, Besätze und Garnituren kann man viel Wwechslung w diese em fache Grundform bringen^doch kann auf Wunsch W J andere moderne Aermel für ein Waschkleid angewendet
viel los niit dem Bild . . ." Dagegen macyre jedoch die Frau Einwendungen. Sie forderte.400 Mk. für das Bild. Nun schien Frith erstaunt. „Es hat uns fast ebensoviel gekostet", sagte die Frau, ohne eine Miene zu verziehen, „wir haben nur einen geringen Verdienst daran. Sehen Sie, es ist sehr wertvoll, weil der Künstler schon gestorbetr ist!" ,Gestorben", rief der Maler erstaunt aus. „Tot meinen Sie?" „Ja, am Trunk gestorben. Mein Mann war bei dem Begräbnis..." — Auch Sir Joshua Reynolds, der berühmteste englische Porträtmaler des 18. Jahrhunderts, vergaß die Existenz eines seiner Bilder. Burke erhielt etnst eine sehr frühe Arbeit von ihm, kam zu dem großen Künstler und unterbreitete ihm das Bild als die Arbeit eines jungen Schülers, der um den Rat des Meisters bitte. Reynold betrachtete es lange und fragte dann: „Ist der Maler em Freund von Ihnen?" Burke bejahte es „Nun", erwiderte der Künstler, „ich fühle mich wirklich nicht fähig, em Urteil abzugeben. Es ist ziemlich geschickt; aber ob es genügend verspricht, daß der junge Mann sich daraufhin der Kunst widmen sollte, das kann ich nicht sagen!" Srr ^oshua hatte sein eigenes Werk ganz vergessen.
Die sicherste Art, zu stehlen. Die „Daily News" erzählen folgende amüsante Geschichte: ,,^m Gerichtssaal in Singapore hing an der Wand, dein Richtertisch aegenüber, eine besonders wertvolle Uhr. Eines Tages, als der oberste Gerichtshof saß, betrat ein schmächtig ausfehender Chinese mit einer Leiter den Saal. Er nahm ferne Mütze ab, verbeugte sich äußerst demütig vor den Richtern und nahm dann mit geschäftsmäßiger Gewandtheit dte Uhr von der Watid. Die Uhr unter dem einen, dte Letter unter dem anderen Arm tragend, verließ er sodann ungehindert da» Gebäude, da ihn jeder Anwesende für emen Ku t Meli, der den Auftrag habe, die Uhr zum Retmaen abzuholen. Da verschiedette Tage vergingen, ohne daß dw Uhr zurück- gekommen wäre, beschwerte sich der Richter bet dem De- partement sür öffentliche Arbeiten über dtese Verzögerung Das Departement hatte aber keine Ahnung von der Sac r und Kuli und Uhr find' und bletben verschwunden.
müßte fort Von hier, er hat sich so verbummelt, und kann nicht von seinen Korpsbrüdern loskommen. Ich fange an, diese Korps zu hassen!" ,
In diesem Augenblick trat Frau Velten cm. Sre war leichenblaß, und sah sehr erregt aus.
Papa kam soeben. Es war natürlich alles umsonst. Und denkt Euch, welches Unglück! Er fand hier em Schreiben vor mit der Nachricht, daß Lehmrgkes den Mietzins dieses Quartals gerichtlich mit Beschlag belegen lassen für die schuldigen Hypotheken-Zinfen. Wir bekommen also keinen Pfennig. Papa wurde gleich krank vor Schreck, er liegt drüben auf dem Sofa. Ist es nicht eine entsetzliche Hartherzigkeit von diesen Lehmigkes? Nachdem Papa, so sehr um Aufschub gebeten hatte, ihm wenigstens noch einige Wochen Zeit zu geben. Ich las jenen Brief, er war wahrhaft rührend, es ist kaum zu glauben, daß ein Mensch fern Herz gegen eine solche Bitte verschließen kann. Und noch dazu so reiche Leute wie Lehmigkes, denen es auf eine solche Summe gar nicht ankommen kann. Der junge Lehmigke soll glänzende Geschäfte in Brantikow mit ferner Ziegelei machen, Papa hörte neulich sagen, daß er ganz kolossale Revenüen aus dem Gute bezöge. Und das hat er doch eigentlich nur uns zu verdanken. Wer es ist merkwürdig, tote das Geld die Herzen der Menschen verhärtet. Wenn man das bedenkt, muß man seine Armttt fast segnen."
„Ach nein, ich werde sie nie segnen", rief Traute mit großer Bitterkeit. „Und was soll nun werden?"
„Tas weiß Gott allein!" seufzte Frau Velten, m frommer Ergebung die Hände faltend.
(Fortsetzung folgt.)
Die Punkte und Striche entsprechen den einzelnen Buchstabm der nachstehend in anderer Reihenfolge angegebenen Wörter. Diese Wörter sind so zu ordnen, daß die auf die Punkte treffenden Buchstaben int Zn- ammenlang gelesen eine Sentenz von Schl-iermach-r ergeben.
Affen — Dieb — Distel — Geld — Hohn — Kuh — Mest — Paul — Zulu.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Charade in vor. Nr.:
Elsterwerda.


