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tümliÄ war deren Erscheinung so mutterseelenallein in dieier limaebuna. Sie gehörte offenbar nicht dorthin, und L - W? trcfftiä) in jene h-rrlich- Rain- «m. südlichem Charakter entsprach des Mngen Menschenkindes dunkler Kopf, das warme sonnige Kolorit seine» siaspsch schönen Gesichts, aus dem ein Paar tiefe Augen unter langen, schwarzen Wimpern hervor mit einem seltsamen Ausdruck in die Ferne schweiften. Etwas Träumerisches lag rn dem Blick, das scharf abstach zu den leichten, grazrosen Bewegungen, mit welchen die Dame neben dem wilden Berg- Wasser dahin schritt. Sie trug einen runden Pauamahut in der Hand: sie muhte es nicht scheuen, ihren scyimmernden, sammetartigen Teint den Strahlen der sinkenden Sonne auszusetzen. Dieselben spielten über ihr reiches blauschwarzes Haar hin; teilweise den biegen tingelte
€§ sich auf die Spitzenmantille herab, welche die Fremde mit jener unnachahmlichen Grazie um die Schultern gezogen trug, wie sie der Spanierin zu eigen ist.
Vielleicht erinnerten die dunklen Kastanienwälder in nächster Nähe die Fremde an das Land ihrer Geburt, oder batten etwa weit, weit über blauen Meereswogen auf einem anderen Erdteil dem Kinde des hohen Südens Kokospalmen die Wiege umrauscht?
Wie dem immer sein mochte, die einsame Wanderin gedachte jetzt weder der einen, noch beachtete sie die andern; ihr Blick überflog unverwandt den Weg, soweit er sich überschauen ließ und ihre Gedanken weilten in dem rastlosen Gewühl, dem Leben, Treiben und Drängen einer fernen
er der Fremden nachschaute; „ich wette: Sehnsucht treibt ie dorthin — stilles Heimweh zehrt an ihr."
„Pah!" meinte ein anderer, „die Signora ist reich! Sie kennt keinen Kummer, keine Arbeit, keine Sorge! Ihre strahlenden Augen blickten nicht leidvoll drein. Schaut nur. Die sicher sie ihren Weg geht — sie liebt eben den Spaziergang zu unserer launischen Toca!"
Mag sein! es ist aber doch ern eigen Ding für em Weist so allein zu sein in fremdem Lande!" beharrte der erste Sprecher, der augenscheinlich selber ein Fremdling m dem schönen Lande war, und dessen Geiste sein geliebtes Frland vorschweben mochte, da er des Heimwehes erwähnte.
Na — fo besonderes ist dabei doch nichts, wenn's der Signora hier gefällt. Sehen wir doch der Fremden genug bei uns!" rief ein Dritter dazwischen, ein junger, dunkel-, haariger Bursche mit blitzenden Augen. „Der blaue Lago- Maaaiore zieht sie an wie eine Blume die Schmetterlings Freilich hier ins Gebirge kommen sie seltener — es sei denn> daß sie unser Gold graben wollen."
Der Irländer verstand die Anspielung sehr Wohl, aber; er lächelte nur flüchtig, wobei er. gelassen Ente: „Nun Franzesco, die schöne Fremde, Deine Exzellenza, hat doch mit Eurem Golde nichts zu schaffen. Givna erzählte ja eben.
daß sie reich an Gold sei." •c.-c.ffA»
„Gewiß, geteilt", bestätigte eifrig der heißblütige
Italiener. „Geld besitzt sie die Menge, das Gold zog sie nicht hierher, ihr gefiel es in unserem herrlichen Gebirge als sie nach Maengnaga fuhr, um vom Belvedere aus den ewigen Schnee des Monte Rosa zu sehen. Auf der Touv hat sie Nikola Maschinis Schweizerhaus entdeckt. Spatev wünschte sie es sich zur Wohiiung, um dort die Rückkehr ihres Gatten aus der fernen Heimat zu erwarten. Dieser , war froh, daß es ihr hier gefiel; denn zuerst wollte die Signora eine der kleinen Villen unten am See haben.
Der schöne blonde Signore aber war zu besorgt; das Stuck versunkene Simplonstraße nebst den Häusern von Ferm 0, die einst mitsamt ihren Bewohnern unser Lago so Plötzlich verschlungen hat, lag ihm im Sinn. Er bot daher ohne Zögern Nikola schweres Geld zur Miete und ließ alles ins Haus schaffen, was nur immer der Trau gefiel, denn ev betete sie an und that ihr allen Willen. Ich weiß das alles von Bianca, die mit den Herrschaften von Pallanza heruber- aekommen ist. Sie kann nicht genug erzählen, wie sehr der große, stolze Signore seine Frau geliebt, und welcher JammeÄ ?s gewesen, als die beiden sich trennen mußten. Der Signor« konnte zu keinem Entschluß kommen, endlich mußte er aber Lch °b«,s-n "d°m, - sich «MSÄK geheimnisvoll — der blonde Signore ist rn semem Lauog ein Prinzips. Depesche um Depesche rief ihn zuruck trt bi® ferne Heimat; die Prinzipessa aber konnte nicht, mit, rutl das zarte kränkliche Kind war die weite Reise unmoglM Fn dem Hotel zu Pallanza aber war es Exzellenza ge:. ränschvoll sie wollte an einen stillen Ort, und so wählten Vie Herrschaften hier Nikolas Häuschen nm Gebirge, ^ch selbst sah sie ankommen und sah auch, wie die Prinzipessa! ihren Gatten zurückbegleitete bis aus die Brücke von Pr^ mosello. Dort erst bestieg er den Legno (Wagen) und fuhr davon ohne sich mehr umzuschauen. Die Signora aber kehrte allein'zurück Bianca sagt: sie sei von Anfang an mut: geb L L fewesenf sie habe ihm zugeredet, zu reisen und ihn damit getröstet, daß er bald wiederkehren wer^.
Nun" — meinte der Irländer nachdenklich — «das | Bald"zieht sich bedenklich in die Länge; die Signora wartet ^"^AllÄdings" -"gab Franzesco hier etwas kleinlaut
JL /;bie Prinzipessa hat anfangs nicht geglaubt, bei uns! zu überwintern." bem Mntet schon ein gut Stück
einmal. Dabei ist sie so eigenartig ; ^ grußt steilichMündlich — aber doch wieder gar stolz, und außer mit den ^md hier habe ich sie mit noch niemand reden sehen.
$ '„©ie versteht unsere Sprache wenig" — wandte Fran, zeseo ein, der andere aber beharrter
5 - " - englischen Signora aus derst Derwattung^
lpagnie könnte sie schon plaudern; die häsi s.
Weltstadt. .
„Bald muß er kommen!" sagte sie dabei leise für sich und in den dunklen Augen zeigte sich ein leidenschaftliches Aufblitzen. „Heilige Maria! Geduld! Ja Geduld, wie bist Du so schwer zu erlernen!" fuhr sie in ihrem Selbstgespräche fort, wobei es um den seinen Mund zuckte, daß die perlenweißen Zähne sichtbar wurden, während die langen Wimpern gleiche einem schützenden Schleier sich über die heißen Augen senkten. Sie hoben sich indes bald aufs neue, und der frühere ruhige Blick streifte nut bswinnendekU Lächeln eine muntere Schar fröhlicher Kinder, Knaben und Mädchen, die lachend und miteinander scherzend die Straße hinabzogen. Das kleine lustige Gesindel hatte seine ^age»- arbeit vollendet — es hatte droben im Gebirge bei Ceppo- Morello Gold getragen, das heißt Quarz inklemen Säckchen von der Berghöhe durch den dusligen Wald hmabbefordert. So hatten die lebensfrohen Gnömchen bei Hellem Tagesschein ihren Dienst gethan und sprangen nun in der herrlichen Abendstunde munter an der fremden Signora vorüber ihren verschiedenen Heimstätten entgegen. Zerstreut lagen diese in dem ganzen Distrikte umher bis nach Piedi-Mrebra Hin, wo das stattliche Fabriketablissement sich erhebt The niedi—mibrena United Gold Minmg Company. Old-England hat es erbaut nebst den Goldmühlen höher tm Gekurg, die M gegenseitig in die Hände arbeiten. Die Engländer sind eben die Goldgräber in diesem reichen Distrikt. Wie reich aber ist jene Gegend! ,
Tort auf der stillen Bergstraße wandelt der Fuß im wahren Sinne des Wortes auf Gold, edlem Gestein und Marmor; denn hell leuchtet von jenseits des Flusses> bei Ornowasso der Weiße Marmorbruch herüber, der alles Material für den Dom von Mailand lieferte.
Menschenhände leisten dort Wunderbares, kein Marmor darf daselbst verkauft werden, ehe er ganz vollendet ist. Doch augenblicklich ist Feierabendstunde. In den Stem- schleifereien pickt kein Meißel mehr, die fleißigen Hande puhen.
Durch die rings umher eingetretene abendliche Stille ziehen die Arbeiter heim. Einige von ihnen kamen der Fremden entgegen; sie alle grüßten Exzellenza" in hö- sicher Weise. Diese nickte den Leuten, denen sie schon so oft begegnet, gleich alten Bekannten, sreundsich zu, während sie elastischen Schrittes ihren Weg weiter gen Premosellv verfolgte. Die lange Brücke, welche sich dort über die am Fuße des Orts hinströmende Toca wölbt, mußte das Mel ihrer weiten Promenade sein; wenigstens bsieb sie daselbst stehen, sich leicht über die Brüstung der Brücke vor- peigend. Die Augen mit der Hand beschattet, schaute sie lange und aufmerksam die Straße entlang, die weiter gen Feriolo zum Lago Maggiore führt.
Ms lange wohl noch die schöne Signora nach der I „D, mtt der engsi drücke wandern wird?" sagte einer der Arbeiter, während | gebäude der Kompagn


