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ihrer Größe eine alte
Warkenthin kalt.
7- Druck und Verlag der Brühl'schm Umversttüts-Buch- und Steindruckerci (Pietsch Erben) in Gießen.
Redaktion: E. Burkhardt.
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„Sollte ich etwa um Deiner Ruhe willen drüben bleiben. Ich war Dir doch keine Rücksicht schuldig."
„Einfach Klugheit hätte Dich zurückhalten sollen", sagte
Friedrich." c
Ringsum das Land war in dichten Sonnendunst gehüllt, zu beiden Seiten des Weges tief unten breiteten sich wert, weit grüne Wiesen und reifende Felder, in der Ferne tote dunkle Mauern stiegen die Wälder auf.
„Hier ruhig sterben zu können. — Man wird so müde
durch eine leichtsinnige Stunde, daß ich das alles so hingab wie im Taumel, alles — Liebe und — Ehre."
„Laß das ruh'n mit der Liebe."
Tie Stimme Warkenthins klang heiser, es lag etwas
hatte ich nicht. Nie!" .
Dies letzte Wort schleuderte Eornelrus m die Stille hinaus wie einen Stein in einen tiefen Brunnen.
Auflösung folgt in nächster Nummer.
Auflösung der Schachaufgabe in voriger Nummer: (stweizüaer: W. Ka6, De2, Th5, Lf5, Sei, c8, Bh7;
Schw. Kfß, Dal, Lh8, Ba2, £7, h6.)
1. De2—d2, beliebig; 2. D matt.
vom Leben."
Warkenthin saß schweigend da, ferne Lrppen waren zujammengekniffen, seine mattblauen Augen sahen auf die Pferde, die in scharfem Trabe liefen, als sei seine ganze Aufmerksamkeit durch sie in Anspruch, genommen. Nun bog er ab von der breiten m,<L pinpn kcknuulen
wünscht -s, ich k-mm-, nachmittags um fünf Uhr.
aus dem Gitterthor, die Landstraße entlang. haben, damrt hattest Tu Trr werter yetfen rönnen.
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L ' nirM?" I hierher."
Ter Diener klopfte lächelnd dem Kutscher auf die I "^^^k.^Kebniuckit nach " Schulter; dann ging er ins Haus zurück. y "st^nsucht, Sehnsucht nach
Die Pferde.^iffen rasch aus, und der Wagen hüllte "JAcht nach ihr, die Du mir gestohlen hast, wie
N) A regelmäßigen Nnden entlang der Chaussee Du mir auch den Rest meiner Ehre,stahlst." standen Pappeln und Linden, die ihre langen Schatten über I ^§kenMn ^entaliltmr §i>te Zügel, er griff den andern
den braunen Sand warfen. ZÄ ffi ich weiß, ich habe keine sichere
..nTu wohnst auf einem schönen Fleckchen Erde, | Ä W«
Cornelius richtete sich auf, und schob Warkenthin von sich: „Tu fürchtest Dich. Ich bin gekommen, um Rache zu nehmen für mich und jene andre." „
„Tu giebst mir den Brief. Jetzt. Sogleich.
Der Brief ist mir heilig, wie ich Dir sagte.
Tie Pferde, der Zügel ledig, rasten dahin, keiner der beiden hatte mehr Zeit, auf sie zu achten. Warkenthin hatte dem andern an die Brust g^Mfen, er riß ihm den Rock aus. Cornelius schien einen Augenblick die Jugendkrcht wiederqewonnen zu haben, er druckte ihn zur »eite. Da straße auf einen schmalen I machte Warkenthin eine letzte Anstrengung, und rrß ihm Nebenweg. „ I bte ^ie mir wieder Friedrich, gieb sie mir wieder
„So fern von den Menschen und ihnen doch nah. I , »chwb sie mir wieoer,
Jenseits der Felder und Wiesen lagen die kleinen roten | Friedrich.^,^ ben &aB/ seine Augen leuchteten in
Ziegelhauschen des Torfes. ., „ o
,Es ist ein fruchtbares Land hier. — Wenn ich das drüben so gehabt hätte — na, aber damit ist's inir nicht allein übel ergangen. Glück muß man haben. Und das
Er griff ihm an den Hals, seine Augen leuchteten in wildem Haß, und seine Hand faßte derb zu.
Warkenthin versuchte ihn abzuschutteln. „ Gieb sie her, Friedrich. Es kostet Dem Leben.
Sie rangen miteinander, indes die Pferde m ihrem rasenden Lause dahinstürmten als ob Hornissen sie lagtem
Die Bäume au beiden Seiten slogen in Windeseile :s wie einen totent m einen riefen «runnen. i ^e -oaume zu ve™ Leiber
„s«ä nennst Dn denn etgetttlldt W?" fragte Ichross tS'u. IUM weiter. Tort
Warkenthin und ließ ferne Augen auf ihm rühm X™ Jnünfte raate eimtun in ihrer Größe eine alte
„Glück, das ist Zufriedenheit mit dem, wav man ist, mit Wendepunkte gt^ ) ^ ^er ba§ Erdreich er. bem' A? D^Z Du allerdings kaum glücklich." M « und ein wirres Durcheinander, einem
"Und wenn.ich so bedenke, daß ich das alles^ verloren | Schlangenklumpen b'wFße Schaum in Flocken von den Mäulern, die Zungen hingen schlapp aus den Zähnen herab. Ter Kampf aus dem Wagen hatte sie m die größte Unrube versetzt. Wie blind schleiften ste ihn vorwärts, , , . i ha bob sich das rechte Rad durch das Wurzelgeflecht,
“ Se S3Ä nicht batauf: „Wie alles hatte Ä«! tw '
werden können! Daß man doch so sein Elend überdauern stürzten sie hinunter m dir Diese.
>nuß! Wie Dir doch alles geglückt ist im Leben, Friedrich, I milherrätsel.
aber auch alles. Du hast nun, was Da immer gewünscht fNackbildnn« v°rb°tm).
hast, eine angesehene Stellung, Reichtum — Tu hast ja I d) 9
auch weißes Haar, aber alt bist Tu doch eigentlich nicht geworden." , , ,
„Ich fühle mich aucht noch Nicht alt." Warkenthin richtete sich straff aus. Seme glatten festen
Hände hielten die Zügel sicher, und die Pserde gehorchten jeder ihrer Bewegungen.
„Und Freude hast Tu doch immer gehabt, ich hab mich draußen rumstoßen müssen —"
,Gewiß, Freude hatte ich — aber sicher ist man doch nicht, irgend etwas taucht aus, das einem dann alles stört." Cornelius sah ihn aufmerksam an, wie eine finstere Wolke lag es auf dem Gesichte des neben ihm Sitzenden.
„Weshalb kamst Tu nun nach dieser langen Zeit


