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Vogelkonzert. — Ein wenig zaghaft und leise heben bte Solisten an, prompt setzen all die anderen gefieberten Sänger ein, — keiner lieh sich wegen Heiserkeit entschuldigen Ein Weilchen wird noch gestimmt unb probiert, bann ist die erste Nummer in vollem Gange; ein Trillern und Zwitschern unb Schmettern unb Jubilieren aus tausend kleinen Bogelkehlen. In jedem Baum sitzt eine ganze Kapelle, und weil der Kapellmeister keinen Taktstock hat, wiegt er sich im Takte auf einem grünen Zweig. — „Vogelvolk nichtsnutziges", brummt der Griesgram; „em Spektakel, als hätten sie alle in Bayreuth gelernt." — Damit legt er sich mißvergnügt auf die andere Seite.
Auch die Frau des Hauses dreht sich gegen halb acht noch einmal herum; früh aufstehen macht ihr Kopfschmerz, - wo soll sie auch hin? Auf den Markt? Dafür ist doch die Köchin da. — ,
Die zieht denn auch feelenvergnugt um halb sieben mit ihrem Korb von dannen, und das Herz lacht ihr tut Leibe über all die frische Pracht, die sich vor ihr ausbreitet. Da sind es zu allererst die jungen Gemüse, die sie magnetisch anziehen; zarte Kohlrabi und dicke Spargel, und gar nicht mehr so unerschwinglich, wie noch vor vier Wochen, als der Geldbeutel sich vor den an ihn ge- stAlten Ansprüchen in hundert Falten legte.
Junge Karotten und Erbsen, auch schon die ersten Bohnen sind da, der Kopfsalat ist gerade jetzt am besten, die bayrischen Rettiche lachen verschmitzt aus den Korben neben den Gurken und ersten weißen Ruben, — ste weiß thatsächlich nicht, wozu sich entschließen, bis sie doch zu den jungen Bohnen greift. Die dampft sie zu Mittag mit einem Stück zarten Haminelsleisch, legt ein Sträußchen duftendes Bohnenkraut dazwischen, und dafür, daß die Sauce würzig schmecke, sorgt das Maggiflaschchen, das sie auf dem Heimwege beim Kaufmann auffüllen laßt.
Run wandern noch einige Pfund Frühkartoffeln in bat umfangreichen Korb, - die versteht Marie im Dampf zu kochen, daß sie vor Vergnügen platzen. — Von den Obstständen her leuchten zwischen saftig grünen Blattern bte Kirschen und Ananaserdbeeren, auch schon Aprikosen und Frühbirnen laden verlockend zum Kauf. Drüben m den Fischbassins plätschern die Forellen lustig umher, nicht ahnend, daß sie ein Stündchen später ihr Mnges Leben aushauchen werden. Eine Schar Krebse krabbelt unter» und übereinander; vor Den Geflügelständen paradieren junge Gänse und Brathühner und auf dem Wildbretmarkt sind bte ersten Rehe eingetroffen. Gaumen, was willst du noch mehr? Immer schwerer wird der Korb an Maines Arm aber ohne Blumen geht sie nicht nach Hause. Ter Blumenmarkt ist überreich beschickt. Königin Rose thront da, umgeben vom lieblichsten Hofstaate, — alles schwelgt in Duft, Licht und Farbenpracht. —
Und nun nach Hause — an den Herd. In der Küche trällert Marie ein lustig Liedchen — da klingelt die Frau nach ihrer Frühstücks-Chokolade.
Wie fröhlich und sorglos doch so em armes Mädchen ist"/sagt die Gnädige, fast neidisch, vor sich hin, während sie behaglich den braunen Trank im Bette schlürft.
Sie weiß nichts vom lustigen Treiben auf dem Markte, nichts von dem galanten Straßenbahnschaffner, der Marie stets so dienstfertig mit dem schweren Korb aus dem Wagen hilft, und so gern mit ihr scherzt.
Ja, sie verschlafen viel Schönes, die Langschläfer, an solch' köstlichem Junimorgen. Th. H.
Gsmernnütziges.
Neue Methode, den Geschmack der Früchte und ihr Aussehen zu verbessern. Man ist im allgemeinen geneigt, den Früchten den höchsten Wohlgeschmack zuzusprechen, welche in der vollsten Sonne wachsen. Daß dies nicht immer zutrifft, sehen wir bei unseren Weintrauben. Sie schmecken am süßesten, wenn sie hinter dem leichten Schutze der Weinblätter gewachsen sind. Diese Erfahrungen haben sich die Franzosen zu nutze gemacht und für ihr feinstes Obst einen besonderen Schutz hergestellt. Derselbe besteht im Einhüllen der Fruchte in kleine Papiersäcke, die man sich einfach mittels einiger Stecknadeln herstellt. Auch bei dem Aufblühen empfindlicher
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durch das fahren.
Konsonant.
Empfindung. / Befestigungsmittel, altes Fabeltier. Möbelstück. Getränk.
Konsonant.
Diamanträtsel.
Nachdruck verboten.
Gemeindevertreter, Redner und Vorleser), wird vorliegende Buch mannigfache Förderung er-
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In die Felder vorstehender Figur sind die Buchstaben AA, 0, EEE, GG H I, L M, N, PP, KB, 8888, T, Uüü derart emzutragen daß die mittelste wagerechte Reihe gleichlautend mit der nntte st-n s-nkr-cht-n ist, und die wagerechten Reihen die daneben angeführte Bedeutung h Auflösung in nächster Nummer.
Ein Lehrbuch für Schulen und zum Selbstunterricht von R o d e r i ch B e n e d i x. Dritter Teil: Schönheit des Vortrags. Fünfte Auflage. In Origmallemenband 3 Mk. 50 Pf.
Verlag von I. I. Weber m Leipzig.
Der erste Teil dieses beifällig aufgenommenen Hand- buches, ber bereits in 8. Auflage vorliegt, hat es mit der reinen unb beutlichen Aussprache bes Hochdeutschen, der zweite (4 Auflage) mit der richtigen Betonung nnd de Rhythmik der deutschen Sprache zu thun. Deutlichkeit der Aussprache und Richtigkeit der Betonung reichen aber zu einem vollkommenen Vortrag keineswegs hm; hier ist vielmehr noch der vollendete Ausdruck, die Schönheit des Vortrags notwendig. Um den vollen Ausdruck durch Anwendung der richtigen Tonfarben zu gewinne^ ist es nötig, daß die Stimme fähig ist, die verschiedenen Schattierungen des Tons hervorzubringen. Hierzu ckber sind Ueb- ungen notwendig. Die zahlremsen Uebung.beispi le vo der Hand eines Meisters un Vortrag ausgewahlt, sind sämtliche den anerkannt besten deutschen Richtern entnommen. Feder der zu ernsten oder auch nur geselligen Zwecken öffentlich das Wort nimmt (Prediger, Mehrer Rechtsanwach
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Rosen, die in schlechtem Wetter sanken, leistet das eben erwähnte Einhüllen vorzügliche Dienste. Unzweifelhaft wird dasselbe auch in Deutschland Eingang ftnden, man Mrd auch hier den „sae de France", wie man den Beutel genannt hat, vielfach benutzen. Eine ausführliche Beschreibung dieser neuen Methode bringt Nr. 10 des „Erfurter Führers im Gartenbau". Diese Nummer wird unseren Abonnenten kostenfrei zugesandt, wenn sie sich mittels Postkarte nach Erfurt wenden.
Mittel gegen Mückensti ch e. Wenn kein anderes Mittel zur Hand ist, wende man Eau de Cologne an. Das einfachste Mittel gegen alle Arten.Insektenstiche ist gewöhnliches Kochsalz. Man mache eine recht starke Salzlösung, und reibe damit die gestochene Stelle mehrere gMe9 ein. — Wenn man die gestochene Stelle tüchtig mit Seife einreibt, und den Seifenschaum eintrocknen laßt, verschwindet das Brennen nach! kurzer Zeit - Schutte man einige Tropfen Lavendelöl auf ferne Kleider, so soll man, so lange der Geruch nicht ganz verflüchtigt ist, von den lästigen Mücken verschont bleiben. - Man wendet gegen dieselben Baumöl ober Salmiakgeist an, oder legt feuchte Erde auf die gestochene Stelle.
Vertilgung der Raupen der Obstbaume. Die Vertilgung von Raupen aller Art geschieht durch einen Absud von 250 Gramm Soda, 250 Gramm schwarzer Seife, 250 Gramm Tabak- oder Nußblättern in 6 Litern Wasser, welcher Flüssigkeit noch 6 Liter Was er zugesetzt werden. 1U } 0 ,1 y („Prakt. Wegw.", Wurzburg.)
Der mündliche Vortrag.
Auflösung des Wortspiels in vor. Nr.: Eigelb — Igel.
Redaktion: E. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in G>°ß°n.


