Ausgabe 
19.10.1901
 
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1901. Nr. 149.

Samstag -en 19. Dktober. rx

ttß&A aZ Alter wägt und mißt es, Kgkf Die Jugend spricht: So ist es.

Platen.

(Nachdruck verboten.)

Der Erbe von Petershagen.

Roman von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Er ergriff ihre Hand und küßte sie in stürmischer Er­regung. Lächelnd überließ sie ihm ihre Hand eine Weile. .Tann zog sre sre zuruck und drohte ihm mit dem Finger.

^ch merke, Sre haben die Husarenstreiche noch nicht Gnädige Frau verzeihen. .

uun müssen Sie mir auch volles Ver­trauen schenken."

, . ganzem Herzen. Ich, habe ja auch nichts zu ver- ??lln mEltr^retlt Elater starb, ehe ich Offizier wurde eg stellte srch heraus, daß kein Vermögen vorhanden war K' bs waren iroch. Schulden da es war mir unmöglich dre mrlltarrfche Karriere weiter zu verfolgen, und ich wurde

Herr Arthur Wedemeyer hatte dieses Märchjen schon lo oft erzählt daß er fast selbst daran glaubte. Was brauchteit auch dre Leute zu wissen, daß er wegen dummer Streiche und Schulden halber als Fähnrich zur Reserve ent-

Tas ist allerdings sehr traurig. Aber mußten Sie denn gerade Landwirt werden?"

m bUlen Onkel zu beerben, der ein eigenes

Gut besäst Aber das Gut kam unter dein Hammer . . .: so Muß ich denn als Inspektor mein Leben fristen "

p. '^un ~ vielleicht ändert sich Ihr Schicksal doch noch S? ; Sie sind ja noch jung und einem flotten, hübschen Mann stehen viele Wege offen..."

^I'Ege Frau wie dankbar ich Ihnen bin!"

.Vorläufig sollen Sie aber noch hier bleiben und mich in meme neuen Pflichten einführen."

SKit tausend Freuden. Ich begreife nur nicht . . ."

«. "®ie haben heute morgen mit meinem Gatten einen längeren Ritt unternommen?"

Ja, gnädige Frau. . ."

diesem Ritt brächte mein Mann den Entschluß Heun, hier zu bleiben und sich der Landwirtschaft zu

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Wo waren Sie denn?"

Gnädige Frau kennen die Gegend noch nicht?"

"Aur wemg. Nach, der einen Seite grenzt Petershagen ja wohl an Jesewitz..." 1 b

."GmA recht nach der anderen Seite an Jägerhof . . . gnädige Frau lind gestern an Jägerhof vorübergekommen. Wir waren heilte nrorgen auch dort. .

In Jägerhof?"

Rur an der Grenze."

Und haben den alten Breymann, Ihren Vorgänger, V v-1 U uj i r

Nein,^ gnädige Frau. Wir trafen nur Fräulein Brey- "ITt'd-Tt Tt e

Ah, die schöne Else Breymann! Erzählen Sie mir doch etwas^von Man erzählt sich ja Wunderdinge von

vo'n t§La"^en' ^etU SWann wenigstens ist ganz begeistert

Wedemeyer lächelte. Auch er hatte von dem Gerücht gehört, welches über das Verhältnis des Barons und El e Vreymann bestand. Sollte die Baronin etwas erfahren MVWvXl .

Mit unsicherem Blick sah er sie an.

,.Sprechen Sie nur offen, Herr Wedemeyer", mahnte sie lachend.,Mich interessiert dieses Mädchen ein wenig, da es ja die Jugendgespielin meines Gatten war. . ."

Ihr Lächeln ,der verfängliche Blick ihrer Augen sagten mehr, als ihre Worte, und Arthur Wedemeyer hätte nicht ein so gewiegter Frauenkenner sein müssen, um nicht zu erraten, was in der Seele der Baronin vorging.

.«« hät allerdings heute morgen längere leichthin^ <yiauIetrt ^veymann gesprochen", entgegnete er

In Ihren Augen leuchtete es auf. Sie war auf der rechten Spur. 1

"Wäre das nicht eine Partie für Sie?" fragte sie, u.ud sah ihn scharf an.?Nan sagt, Herr Breymann sei em wohlhabender Mann..."

Das ist er. . . aber, gnädige Frau verzeihen ich esse nacht gern an einem schon belegten Tische. . ."

.. Sie lachte belustigt auf. Dieser Inspektor war ein prächtiger Mensch! Sie würden sich schon verstehen.

"Ah so" machte sie.So steht es um die schöne Ehe?! Nun, dann verdenke ich's Ihnen nicht, daß Sic des alten Breymanns Reichtum verschmähen. Aber ick möchte dieses Wundermädchen doch einmal kennen lernen^

Nichts leichter als das, gnädige Frau! Gnädige Frar brauchen nur einmal des Morgens einen Spazierritt nack Jagerhof zu machen man trifft Fräulein Breymann fas stets, auf dem Felde . . . namentlich jetzt in der Ernte

Wollen Sie inich begleiten?" fragte sie rasch

Er errötete jähMit Vergnügen, gnädige Frau h ich stehe stets zur Verfügung!"

Also abgemacht! Morgen früh?^