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Was dich freut,
KJ Was dir fehle,
■ Suche außer dir es nie!
Greif nur in die eigne Seele:
Goldne Freude,
Trüber Sinn
Wohnt darin —
Und du selbst bereitest beide! Zoozmann.
(Nachdruck verboten.)
Die Seekönigin.
Seeroman von Clark Rüssel.
(Fortsetzung.)
Ich ließ den Zimmermann kommen, der sogleich mit demselben Eifer an die Herstellung der Krücken ging, den er bei dem Bau der Sänfte gezeigt hatte. Noch vor dem Abendbrot brachte er die Krücken in die Kajüte, und sie sahen, trotz des rohen Materials, aus, als wenn sie in einem Laden gekauft wären. Die Sänfte wurde an Neck getragen, Richard erhob sich> auf einem Bein, die Krücken wurden ihm unter die Arme gesteckt, und nun fing er an herumzuhinken, unb: machte ein so glückliches Gesicht, daß mir die Thränen in die Augen traten. Er freute sichz wie ein Kind über ein neues Spielzeug. Jmnckr wieder sprach er seine Bewunderung aus, und erklärte dem Zimmermann, der ein bescheidenes Gesicht zu machen versuchte, es wäre das beste Stück Arbeit, das er je gesehen habe.
Herr Short antwortete sehr höflich: „Die Mannschaft der „Aurora" hat Ihnen das Leben ferner genug gemacht, Herr. Daher freut es mich um fo mehr, daß ich es bin, der Ihnen wieder auf die Beine hilft."
„Komm, Jeß", sagte Richard, „wir wollen einen Rundgang an Deck antreten, damit die Leute ihren Schiffer auf seinen Spazierhölzern sehen.".
Es stand zwar nicht viel See, aher doch schlingerte die Brigg etwas, und ich hielt mich daher dicht neben Richard, um ihn zu halten, wenn er mit den Krücken ausgleiten sollte. Die Leute saßen beim Abendbrote in ihrem Hause. Spenee, der uns kommen sah, teilte es ihnen mit, und alle kamen an Deck, und riefen: „Hurra!"
Daß fie das fertig bekamen, war mir unbegreiflich, nach der Art und Weise, wie sie sich früher benommen hatten. Aber jetzt waren wir den heimischen Gewässern schon zu nahe, als daß ich mir über ihre Beweggründe den Kopf zerbrochen hätte. Während dieser Reise auf der
Brigg hatte ich eine etwas bessere Meinung von der Männ- schaft gewonnen. Die Leute haben ihr Bestes gethan, und sich so „fix" gezeigt, wie man es von Kauffahrteimatrosen nur irgend verlangen kann. Wenn ich aber meinen hinkenden Mann ansah, fo konnte ich doch ein Gefühl des Widerwillens gegen diese Männer nicht unterdrücken, die sich so unseemännisch und erbärmlich betragen hatten. Wie Richard darüber dachte, weiß ich nicht- Er sprach mit den Leuten in seinem gewöhnlichen, freundlichen Ton, hinkte an das Haus heran, sah hinein, und fragte, ob die Segel jetzt, wo wir aus der heißen Zone heraus, auch warm genug wären, um als Betten zu dienen.
„Ja, wir liegen weich und warm genug," bestätigte Tom Cutter. „Sv bequem wie in einer Hängematte ist's natürlich nicht; aber eine ordentliche Lage gutes Segeltuch! ist wohl eine ebenso gute Matratze, als man in den meisten Volkslogis findet."
In diesem Augenblick stampfte die Brigg etwas, und Richard schwankte. Gleiche sprang ein halbes Dutzend Leute herbei, um ihn zu halten. Er dankte ihnen, und sagte, er hoffe, daß wir in den nächsten vierundzwanzig Stunden schon ein gutes-Stück in den Kanal sein würden. Dann nahm er meinen Arm, und wir entfernten uns. Um die Leute nicht länger beim Abendbrot zu stören.
Während wir nach achtern gingen, sprach er aus, was auch, ich dachte: „Wären diese Burschen an Bord der „Aurora" nur halb so willig gewesen wie jetzt, dann könnte das arme Schiff vielleicht noch schwimmen. Wir hätten die Bark wohl noch bis Sierra Leone gebracht, wenn wir sie dort auch hätten anbohren und sinken lassen müssen, um das Feuer zu löschen. Aber ich bin noch ein junger Mann", fügte er hinzu, „und lasse den Mut nicht sinken, weil ich ein Schiff verloren habe."
„Wenn Du überhaupt nicht wieder in See gingest, Richard, würde ich auch nicht gerade weinen."
„Nicht wieder zur See gehen? Womit soll ich denn das Geld verdienen, um mein Frauchen anständig zu kleiden?"
„Darauf wird Dir Vater schon antworten," versetzte ich!.
„Wie meinst Du das, mein Schatz?"
„Weist Du nicht, daß er sagte, was ihm gehöre, gehöre auch mir, und was mein ist, ist doch auch Dein, Wenn für ihn genug da ist, ist's auch für mich. Und wenn ich davon leben kann, kannst Du's auch; das ist sicher."
„Das ist ja eine merkwürdige Logik," rief er lachend.
„Höre 'mal, Richard", fuhr ich fort, und sprach damit aus, was mich schon seit einigen Tagen beschäftigt hatte. „Diese Reise ist genug für mich. Ich werde die See und die Seeleute stets lieben, aber nur noch aus der Ferne, von einem Molenkopf oder der Spitze einer Klippei aus.


