Ausgabe 
17.1.1901
 
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Gewiß will ich das thun", antwortete er entschlossen, sobald er kommt. Ueberlaß ihn nur mir."

Er wird glauben, Du Nullst mtch gern los sem,

Vater", entgegnete ich und fühlle tote ich errötete.Du

sprichst nur noch von ihm." , ~

PNun, wie soll ich's machen?" fragte er lachend,soll ich zu Hause bleiben, oder soll ich nach Shtelds gehen, und

Mach/,"was Pu willst", antwortete lch^^acheinem kleinen Streit bekam jeder von uns semen Willen, und der

«equawr^e^ fcenn das so genau?" fragte ich

Woher^tch's weiß? Woher weiß ich, wenn ein Sturm droht, wenn mein Schiff falschen Kurs steuert? Aus eigner Wahrnehmung. Wozu hat mir der liebe Gott meme zwei Augen ugegeben?ihn ettoa fragen, ob er mich

liebt?" sagte ich ganz verwirrt, und wußte nicht, ob ich weinen oder lachen sollte.

Vater ging nach Shields. I .

Als er abends, tote ich gehofft hatte. Mit Herrn I Fowler zurückkam, blieb ich eine ganze Stunde tn meutern 1 Schlafzimmer, kleidete mich um, und steckte ntetn Haar aus. I Ich trug natürlich Trauerlleider, aber tch sah des- I halb nicht schlechter aus. Wenn ich heute an dtese madchen- I haften Vorbereitungen zurückdenke, so muß tch lachen. ^ I

Mein Vater bemerkte augenblicklich, welche Muhe tch 1 mir mit meinem Anzug gegeben hatte. Darmbltckte er 1 verstohlen nach Herrn Fowler, um zu sehen, welchen Em- druck meine Erscheinung wohl machen wurde. 1

Von diesem und den folgenden Wenden tst ntcht vtel I zu erzählen. Herr Fowler blieb noch fünf Wochen an Unb und besuchtemns fast jeden Abend. Als es endltch sogar mm, I die ich doch keine Erfahrung in solchen Dtngen hatte, ntcht mehr zweifelhaft war, daß ich sem ganzes Herz besah, I da schenkte ich ihm auch das meme. Aber noch tmmer I hatte keines von uns beiden etwas merken lassen. I

Mein Vater machte nie die llemste Ansptelung auf dte I Dinge, die sich vor seinen Augen entwtckelten, und schten I ihnen keine Beachtung zu schenken. i

Am letzten Tage vor Herrn Fowlers Abretse faß tch I nachmittags mit meinem Vater zu Hause. Es hatte den I ganzen Tag geregnet. Ich hatte tn der Nahe des Kamm- I feuers genäht; als ich nichts mehr sehen konnte legte ich die Arbeit in den Schoß und lehnte mich m den I Stuhl zurück. An was ich dachte, kann man ftch vorstellen, ich liebte einen Seemann, der am folgenden Tage abretsen wollte. Er nahm mein Herz mit stch, und lteß nur dafür nicht ein einziges Liebeswort zuruck, nut dem tch mtch inS SSSfffW? dSweastler T^es-Chronik versenkt. Er hatte allmählich beigedreht, wte dte Seeleute zu sagen pflegen, und ließ den Feuer sch,em auf dte Zettung fallen. Endlich warf er das Blatt hm, gähnte lomt, stellte sich vor das Feuer, und warf etnen langen Bltck zum Fenster hinaus. Dann fragte er mich:

Schläfst Du, Jessie?"

Nein", antwortete ich.

Weißt Du, Mädel", sagte er gedankenvoll,wenn Du Dich verheiratest, ziehe ich nach Shtelds; wentgstens glaube ich daß ich es thun würde. Ich habe tmmer gescha tltch dort ztt thun, und dieses Hin- und Herretsen tst sehr lasllg.

Aber Du würdest Dich doch schwer von dem alten Hause trennen", wandte ich ein.

Ich habe doch dem Meere Valet sagen können, das ein viel älteres Heim ist", antwortete ntetn Vater. Er sah sich im Mmm« um. - torWitieu s-ngm uitch zu langweilen. In Shields wurden ste besser aussehen. An sich sind sie ja nicht häßlich, aber ste gehören tu eine andere Umgebung." _ . .

Wenn Du etwa vermutest, daß Herr Fowler mtr emen Antrag gemacht hätte", erwiderte ich sehr ernsthaft,so rrrft Dich . mit eine ehrliche Antwort geben, wenn ick Dich etwas frage. Liebst Du Dick Fowler?"

Diese Frage konnte ich nicht mit Worten beantworten, weil ich nicht Nein sagen konnte. Ich saß schwetgend mtt gebeugtem Haupte da. Endlich sagte er:Das tst sovtel, wie Ja Der junge Herr wird deutltcher mtt der Sprache herausrückens Un ?dj mit l»mR-1° °n Eurem eignen Liebesfeuer tote ein Stuck Wachs unter dem

SSÄ ihn für einen solchen Esel hielte" ant­wortete er,so möchte ich ihn ntcht haben, und Ware er der Erbe des englischen Thrones.

Es wurde nicht weiter darüber gesprochen, und der Nachmittag verstrich. Wir saßen beim Thee, als es tlmgelte. '-ick war überzeugt, daß es Herr Fowler sei, und sagte aus- SLntoÄter, roirft md)t mit ihm («Ptnifc wi>rde ick es thun", erwtderte er.

''®ann wirst Du mich heute abend nicht mehr sehen", sagte ich und eilte fort. Er rief mtr nach, tch solle doch bleiben, und meinen Thee austrinken. Was er sonst voch sagte, "weiß ich nicht, da ich hinausstürzte/ ehe düs Mädchen bte dieThür meines Schlafzimmers offen.stand,konnte ich deutlich Herrn Fowlers und vtemes Vaters Sttmtne unterscheiden. Ich zündete Licht an und setzte mtch. Nach dem warmen Wohnzimmer kam mtr das Schlafgemach seh kalt vor, und ich wollte schon zu Bette gehlen, um ntcht binunter zu müssen, falls mein Vater mtch rufen sollte. Ein Blick auf die Uhr belehrte mich jedoch, daß es zumerk- i würdig aussehen würde, wenn tch um halb steben Uhr I at>^Fastdretwertet"Stunden war ich nun schon oben und trn*. sqü t(f-i aans vergaß, was unten im Wohnztmnter SVuktt Ä9 ®« »s-t°7ch Eich ein wn.es Steh» im Korridor, und darauf ein merkwurdtges Geräusch, das man wäre nicht das Stöhnen vorhergegangen, für unter­drücktes Gelächter hätte halten können.

Es war unzweifelhaft Vaters Stimme. In demselben Augenblicktrat das Dienstmädchen ein:Bttte, kommen Ste I doch nach unten, Fräulein'."

IWas giebt's denn", rtef tch aus. Aber schon wa I sie die Treppe hinuntergestürzt, ohne mtr etne Antwort

Da^ich ernstlich fürchtete, daß mein Vater sich irgend­wie verletzt habe, überwand ich sogar ntettte Scheu bo I einem Zusammentreffen mtt Herrn Fowler, ^ch dachte n an menten Vater und stürmte hinunter. Unten tn d« Thür des Wohnzimmers stand Herr Fowler; wemVatei war nicht zu sehen. Klopfenden Herzens fragte tch, w° j mein Vater wäre und was ihm Angestoßen Jet.

I Wenn Sie hineinkommen, und Platz nehmen wollen^ I antwortete er mit halbem Lächeln,so werbe tch ^hne. I die ®^,tourj)e ^eueIrot. penn ich durchschaute den Streich den man mir gespielt hatte. In meiner Wut, - so erzahv I er mir später hätten meine Augen formltch Funket

S Äun Sie einmal hier sind, werden Sie hoffentlt-l auch "bleiben", meinte er.Ich habe Ihnen etwas zu saW Ich gehe morgen in See, wie Ste wtssen, und.werde St- wenn überhaupt je, so doch etntge Monate ntcht toteber ^^Das wußte ich nur zu gut, und wußte doch auch daß, wenn ich jetzt Herrn Fowler verlteß, tch dtesen Schrt« nach zehn Minuten bereuen würde. , ,.nf(

Ich wollte mich nicht setzen; allmahltch aber beruhtgt! er mich, indem er mir erzählte, daß er an dem Schlach. plan des Vaters ganz unbetetllgt Jet. Der Stretch war nur in der Wsicht ausgesührt worden, mtch herunter 8» l°^",Äuf ihn können Sie doch nicht ärgerlich sein", sagt' er.Er liebt Sie so zärtlich, Jessie, und denkt ja nut daran, Sie glücklich zu machen." .

Das weiß ich wohl", antwortete tch. Es Jtel tm auf, daß er mich Jessie nannte; denn btsher hatte a mich stets Fräulein Suowdou genannt - und doch tlans mir der Name, als er thu aussprach, so fuß, wte n guöoe. er mit (eifer Stimme,Sie wissen

was'Seemanns Art ist. Ich kann nicht viele Worw mach und will gerade heraus reden, und Ihnen offen sagen was mir das Herz bewegt. .Ich nenne Ste Jesste, oen unter diesem Namen denke ich fortwährend an St ,

I er macht mir das, Was ich zu sagen habe, um so letcy