Ausgabe 
12.12.1901
 
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712

Modell Nr. 166.

Modell Nr. 219.

Modell Nr. 212.

Redaktion: E. Burkhar dt. Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.

einen eingereihlen Volant aus weißem, dicht mit rosa eilt» gereihten Bändchen besetzten Tüll, welcher wiederum mit einem plissierten rosa Seidenbolant nnterlegt war, so daß trotz des verschiedenen Materials doch der einheitliche Ge­samteindruck durchaus nicht gestört war.

Ebenso reizvoll und vorteilhaft, dabei besonders modern ist, die Garnitur des unteren Nockrandes mit zahlreichen, übereinander fallenden, schmalen Volants aus Chiffon, deren Effekt man auch durch ein, am unteren Rande eines jeden Volants aufgesetztes Bändchen noch erhöhen kann. Beson­ders graziös wirkt dieses Arrangement, wenn man die Volants nach hinten aufsteigen läßt und infolgedessen ver­mehrt. Auch ist es ein sehr bequemes Mittel, um ältere Toiletten zu modernisieren, ebenso wie der schon vorher! erwähnte Längsbesatz, welcher in diesem Falle auch aus Bändern oder Seidenblenden bestehen kann.

Gedenken wir schließlich noch des Rockarrangements der fertig käuflichen flittergestickten Roben, welche nicht nur sehr modern und kleidsam, sondern auch sehr verschieden! im Preise sind, so daß sie auch bei bescheidenen Mitteln verwendbar sind. Diesen dünnen Stoff arrangiere man, wenn irgend möglich, im Bund und um die Hüften faltig eingereiht, so daß nur das Unterkleid glatt anliegt, wodurch das Duftige des Materials besonders zur Geltung kommt.

Bei diesen fertig käuflichen Kleidern ist es öfters schwierig, die Taille in Einklang mit dem Rock zu bringen;

Stickereien, welche alle den einheitlichen Eindruck besonders begünstigen.

So ist es z. B. sehr modern, den Rock vom Gürtel ab­wärts in strahlenförmige Fältchen zu nähen, was sich haupt­sächlich, dann wirkungsvoll ausnimmt, wenn der Stoff aus durchscheinendem Material besteht und abstechend unterlegt ist. Dieses Arrangement reicht jedoch stets nur bis zur Kniehöhe oder etwas darunter; denn der Volant, gleich­viel in welcher Form, ist für die moderne Linie weniger denn je entbehrlich.

An Stelle dieser Fältchen trete» oft auch Spitzeneinsätze, welche dem Stoff nicht auf-, sondern eingesetzt werden und somit den Eindruck des Duftigen, Zarten ganz speziell Hervorrufen.

Ganz neu ist auch das Arrangement dieses oberen Rock­teiles in eingereihtc Puffen, welches besonders bei dünner Seide, Chiffon oder Tüll in Anwendung kommt.

Ganz glatt bleibt es nur, wenn man einen besonders schönen Seidenstoff zur Geltung bringen will, und gießt man dem Ganzen dann mit Hilfe des unteren Rockarrange­ments, das in diesem Jahre nun einmal nötige duftige Aussehen.

So sahen wir z. B. ein entzückendes rosa Bengalinekleid, welches mustergiltig arrangiert war. Das obere Rockteil endete in tiefe, am unteren Rande mit breiter Creme- Guipürespitze inkrustierte Zacken. Diese Zacken fielen auf

denn sehr oft ist nur der Rock erhältlich. Da kann man sich dann leicht dadurch helfen, daß man, wie an oben- stehendem Modell Nr. 212, die Taille mit einem Arrange­ment, (in diesem Falle jäckchenartig) aus Spitze oder Spitzen­stoff versieht, welches man mit den gleichen Füttern aus­stickt, wie sie der Rock aufweist.

Dieses Aussticken mit Füttern ist überhaupt eine sehr lohnende Arbeit, und kann man dadurch oft ein einfaches Material, wie Spitzen, Spitzenstoff, gemusterten Chiffon oder dergleichen, äußerst effektvoll gestalten.

Viel wäre auch noch zu sagen über das Arrangement der Taillen und Aermel. Doch da der Raum knapp ist, müssen wir uns kurz fassen. Als Hauptgrundsatz muß gelten, die Taille möglichst in Einklang mit dem Rock zu bringen. Ist dieser in Längsfältchen genäht, so wiederholt sich dies bei der Taille. Ist er mit Bändern besetzt, eingereiht, mit Spitzen inkrustiert, mit Flitter» gestickt, immer suche man es möglichst an der Taille zu wiederholen. Um den ein­heitlichen Eindruck zu wahren, thut man sogar gut, dem Aermel das gleiche Arrangement zu geben, was bei der jetzigen Mode der Ellenbogenärmel nicht schwer ist, be­sonders auch deshalb, weil der Aermel mit seiner durch Volant, Puffen re. erzielten, ziemlich umfangreichen Er­weiterung am Ellenbogen eigentlich eine vollständige Wieder­holung der Dekorationsmotive des Rockes, nur int Kleinen zeigt.

Für den Abschluß des Taillenausschnittes gießt es ver­

schiedenerlei Anordnungen. Wem die jetzt so überaus mo­dernen Spangen von Band üßer der bloßen Haut nicht genügen, dem empfehlen wir ein fichuartiges Arrangement, wie es an der Gesellschaftstoilette Modell 219 und an Modell 166 zur Darstellung kommt.

Diese Fichus sind immer sehr graziös und duftig und wirken dabei dezent und reizvoll.

Mode.

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