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Die ihm entgegenlaufende Dünung verbarg es manch­mal; auch war es nicht möglich, in dieser Entfernung mehr als Segel und Rumpf zu erkennen.

Ich sagte Spence, daß es ein Boot sei, und fragte ihn, ob mein Mann schon wach wäre. Er bejahte es, und ich sprang eilig von dem Dach der Kajüte hinab, und rannte hinein.

Richard hob den Kopf, als ich eintrat. Er las in meinem Gesicht, daß ich Neuigkeiten brachte, und rief mir hastig entgegen:Ist ein Schiff in Sicht, Jessie?"

Kein Schiff, ein offenes Boot, Richard."

Ein offenes Boot!" rief auch er erstaunt.Wie peilst Du es?"

Ich beschrieb es ihm.

Sind Leute drin?"

Ich! weiß nicht. Es' ist noch zu weit ab."

Hast Du das Ruder schon aufgeholt läufst Du darauf zu?"

Ich verneinte.

Dann thue es sofort, mein Schatz!" rief er, und richtete sich vor Erregung auf den Ellenbogen in die Höhe. Wir müssen es aufnehmen. Und wäre auch nur ein Mann darin, so wäre es schon ein Gottesgeschenk für uns."

Ich eilte an Deck, und ließ Spence abhalten, um auf das Boot zuzulaufen. Er that es, und brachte- es ungefähr zwei Strich voraus an Backbord. Die Fock verdeckte mir nun die Aussicht auf das Boot vom Dach der Kajüte aus und ich stieg auf die Schanzkleidung, und beobachtete es von dort aus, indem ich das Glas auf eine Pardune stützte. Das Boot segelte fast so schnell, wie wir selber. Bald verschwand es in den blauen Tiefen, bald erschien es oben auf der Dünung.

Jetzt konnte ich schon ziemlich deutliche erkennen, daß das Boot voll Menschen sei. Ich konnte sie nicht zählen, bemerkte aber vorne wie achtern eine Anzahl schwarzer Köpfe, und rief Spence zu:Cs scheint eine ganze Schiffs­mannschaft darin zu sein."

Sie müssen nur aufpassen, Madame", rief er,daß ich das Boot nicht überrenne. Es ist am besten, wir lassen die Krigg in den Wind luven, wenn wir nahe genug sind, sodaß- wir keine Fahrt mehr machen, oder, wenn Sie das Ruder nehmen wollen, geh ich nach vorne, und halte ein Ende bereit, um es den Leuten zuzuwerfen, und wenn ich Ihnen zurufe, legen Sie das Ruder in Lee."

Das war ein sehr vernünftiger Vorschlag; denn ich hätte mich- doch wohl äußerst komisch dabei angestellt, wenn ich einem Boote eine aufgeschossene Leine hätte zuwerfew sollen.

Ich stellte meine Vermutungen über das Boot an, wie lange es Wohl schon unterwegs, und wie weit es noch entfernt sei da hörte ich Spences Stimme, der mir zurief, das Ruder in Lee zu legen. Ich that es sofort, und drehte dann, als die Brigg in den Wind schoß, das Rad wieder nach- der anderen Seite, damit die Segel nicht ganz back kämen. Me fingen an zu schlagen und zu flattern, und die Brigg stand. Zugleich hörte ich Spence rufen:Paß auf die Leine auf!" Nach einer Pause wurden verschiedene Stimmen längsseit hörbar. Dann trat wieder Stille ein, und gleich daraus kam Spence zu mir, und rief ganz atemlos:Es sind elf Mann, Madame, alles Matrosen! Sie kommen eben an Bord. Wollen Sie nicht gehen, und sie empfangen?"

(Fortsetzung folgt.)

Geldfunde an ungewöhnlichen Plätzen.

(Nachdruck verboten.)

Die Begebenheit des Fälschers Grünenthal, die ein so un­rühmliches Ende gefunden hat, ist wohl allen noch in leb­hafter Erinnerung. Dieser geriebene Betrüger hat bekannt­lich seine gefälschten Banknoten an einem Orte unter­gebracht, an welchem man sonst derartige Schätze nicht zu suchen pflegt auf dem Friedhöfe. Aber thatsächlich findet man Geld gar nicht selten an noch merkwürdigeren Fund­orten, und nicht immer ist es gestohlenes Gut, das in so geheimnisvoller Weise versteckt wird.

Vor einigen Monaten kaufte, wie Tit-Bits berichten, ein Händler ans einer Auktion in einem Dorfe bei Carnarvon, einen eichenen Küchenschrank aus dem Nachlasse einer alten

Dame. Zu Hause angekommen, begann er sogleich, seinen Kauf zu untersuchen, und sand zu seiner Ueberraschung aus dem oberen Brett eine blecherne Senfbüchse, die bis zum Rande mit Sovereigns und Halbsovereigns gefüllt war. Jedxnfalls war der Finder ehrlich genug, die seltsame Spar­büchse dem rechtmäßigen Erben zuzustellen, sonst wäre dieses Faktum schwerlich bekannt geworden.

Ein altes Fahrrad wurde bei einer Auktion einem älteren Herrn für einen ganz geringfügigen Betrag überlassen. Der Herr sandte die Maschine nach einer Reparaturwerkstätte in Hampstead und hier fanden sich während der Reparatur neun Goldstücke in der Lenkstange.

Im Oktober 1899 kaufte ein Herr aus East Dulwich auf einer Auktion für einige Schilling -ein Paket alter Bücher, unter anderen eine alte Bibel. Am folgenden Sonntage blätterte seine Frau in dem Buche, fand einige Blätter zu­sammengeklebt, nahm sich die Mühe, dieselben zu trennen, und entdeckte dabei zwischen diesen Blättern Noten der Bank von England im Betrage von 5 Pfund Sterling. Auf der Rückseite eines dieser Scheine standen die Worte von der Hand des vorherigen Eigentümers:Ich habe, um dieses zu gewinnen, hart arbeiten müssen, und da ich keine natür­lichen Erben habe, vermache ich Dir, lieber Leser, der Du dieses heilige liebe Buch gekauft hast, meinen ganzen Reich­tum." Ob der Käufer dieses Erbe verdient hat, ist ziemlich- zweifelhaft. Wenigstens ist nicht erwiesen, daß er aus purer Frömmigkeit das alte Buch erworben.

Ein merkwürdiger Rechtsfall kam kürzlich in der Graf­schaft Lancashire zur Entscheidung. Eine in Hartlepool woh­nende Witwe kaufte ein Gemälde, welches nicht nur sehr alt und verstaubt, sondern auch noch durch einen häßlichen Rahmen verunstaltet war. Die Frau nahm sich die Mühe, das Bild zu reinigen, wobei zwischen dem Rahmen und der Leinwand zu ihrer großen Ueberraschung 17 Fünfpfund­scheine zum Vorschein kamen. In der Freude über dieses Glück erzählte sie allen Bekannten von ihrem Fund; die Neuigkeit kam auch dem früheren Eigentümer des Bildes zu Ohren, und derselbe erhob Anspruch auf das Geld. Da die Käuferin des Bildes diesen Anspruch natürlich nicht an­erkannte, reichte er Mage ein, die jedoch zu seinen Un­gunsten ausfiel, da er nicht den Nachweis führen konnte, daß das Geld sein Eigentum sei.

Die Taxatoren des Nachlasses eines alten Miners, der vor etwa einem Jahre in Newburg starb, kamen beim Durch­suchen des Hauses an einen alten Schrank, der anscheinend mit Lumpen gefüllt war. Sie entdeckten in einem Winkel desselben eine Mäusefamilie, die sich behaglich in einem Nest eingerichtet hatte, welches aus Banknoten im Werte von 400 Pfund bestand. Der merkwürdige Fall ist unaufgeklärt geblieben. Aber die Mäuse scheinen wirklich eine besondere Vorliebe sür Banknoten zu haben. Im verflossenen Oktober gab eine Maus Veranlassung zu einem noch größeren Funde. Eine alte Pariser Hausiererin, Namens Mme. Jacques, wollte das Mäuschen aus ihrem Kamin vertreiben und entfernte zu diesem Zwecke einige Backsteine. Dabei entdeckte sie eine Höhle, welche nicht weniger als 40 000 Franks in Scheinen enthielt; dieselben hatten- dem früheren Besitzer des Hauses gehört, der schon sieben Jahre, tot war.

Eine alte Frau in Birmingham, die das Unglück gehabt hatte, ein Bein zu verlieren, kaufte von einem Trödler ein Paar Krücken. Nicht lange darnach zerbrach eine davon unter ihrem Gewicht, und es kam in dem Holz eine Höhlung zum Vorschein, in der Scheine im Werte von 20 Pfund­verborgen waren, ferner eine Diamamtnadel, aus deren Ver­kauf ein gleicher Betrag erzielt wurde. Vielleicht hatte einer jener wohlhabenden Bettler, welche durch fingierte Gebrechen das Mitleid der Menschen anzurufen wissen, die Krücke als Versteck seines Schatzes benutzt.

Ein Herr kaufte vor einigen Jahren bei einer Auktion in Kent einen ganzen Satz des Nachlasses, worunter sich auch ein ausgestopfter Papagei befand. Derselbe wurde, da er wertlos war, den Kindern zum Spielen gegeben, die dann nach Kinderart sich bald daran machten, das Innere zu untersuchen. Die Neugierde wurde in diesem Falle be­lohnt. Im Innern des Vogels fanden sich 15 Sovereigns und zwei Guineen mit dem Bildnis Georg III. kein schlechter Gewinn aus den wenigen Schillingen, welche sür den ganzen Trödel angelegt waren.