Ausgabe 
11.5.1901
 
Einzelbild herunterladen

263

abgiebt. n aber haben die mannigfachen Untersuch- unaen ergeben, daß die Fabrikanten sehr wohl bei der nötigen Sorgfalt Gefäße mit bleihaltigen ^alur^^te5 können, welche das Mer nrcht bet Behandlung mt irbtoacbett Säuren freigeben. So wurden B- zehn -toPT geschirre verschiedener Firmen von der Königlichen chemt- schen Zentralstelle für öffentliche Gesundheitspflege tn Dresden geprüft, und es zeigte sich- daß em f ; völlig gleichgiltig gegen die Säuren verhielt. Man hatte den Topf, wie die übrigen, zuerst mit einem vrerprozenttge Essigsäure enthaltendem Essig gefüllt, diesen eme Stunde lang darin gekocht und darauf auf Bleigehalt geprust. Tann folgte die gleiche Operation mrt achtprozentigem, und zuletzt wieder mit 4 prozentigem Essig. EinGeaß zeigte eme besonders hohe Bleiabgabe; nun erbot sich der betreffende Fabrikant, gleichfalls Gefäße zu liefern, welche gar kem Blei abgeben sollten, und tatsächlich brachte er nach^zwm Vaaen zwei Töpfe, aus welchen auch bet längerer Behänd- £?gmit koch/ndem Essig keine Spur Blei geM wurde Ter Fabrikant hatte unter Anwendung desselben Thons und derselben Glasur das Geschirr nur stärker gebrannt )

Eine bleihaltige Glafur hat sich) bet den mannigfachen Untersuchungen als hygienisch ganz unanfechtbar erwiesen und wurde gleichzeitig von den Prakttkern des ToPferet Gewerbes auch, als technisch vollkommen befriedigend an- "" *) Bgl. Dr. Otto Dammer, Lexikon der Verfälschungen.

Mode.

eine lehr qMe ^Schneiderin oder durch die Selbstanfertigung jm Hause rüelt wird nilmals aber durch fertig gekaufte Koufektwnsgegens aude. Da die nuten Schneiderinnen aber auch tn den genannten Großstad. -" .? fn di- Kausschneiderei viel verbreitet, wozu die dort

Lemew käusi ckefertiq'nWitte die wertvollste Hilfe bieten. Mögen sich Msere dmtschen Damen ein Beispiel daran nehmen, zumal bie ^inv - tmtioua e Schn ttmanufaktur, Dresden, sorgfältig ausprobterte moder , .: SchnM in jeder Größe liefert, welche, da sie nut genauer Anleitung ver. 2n sind über alle Schwierigkeiten mit spielender Leichtigkeit hmwegheveu Die Auswahl der Schnitte erfolgt nach einem reichhaltigen, einen Ueoei .n, über die neuesten Moden bietenden Modenalbum, welches gegen Ems.mdnvg Don 50 Pfg. von genannter Firma zu beziehen ist.

Tie aus durchsichtigem, leicht schmelzbarem Thonerde- I Bleiglas bestehenden Glasuren werden in recht umfassen- I der Weise angewandt, so bei Steingut, Fayence, dem ge- I wohnlichen Töpfergeschirr, bei englischem und französischem I Frittenporzellan itftoi Erfolgt das Einbrennen der Glasur I unter hoher Temperatur, fo sättigt sich das Bleioxyd nut I Kieselsäure, wie das bei gutem Steingut und Majolika I der Fall ist. Aus derartigen keramischen Erzeugnissen ver- I mögen Säuren nicht Blewxyd auszulösen; daraus erhellt, I daß man absolut unschädliche Bleiglasuren erhalten kann. I Tie gewöhnlichen Töpfergeschirre werden aber tn der I Regel nicht so sorgfältig gebrannt, und es hangt allem I von dem Quantum des gelösten Bleroxyds ab, ob dasselbe 1 gesundheitsschädlich zu wirken vermag. I

Die Zusammensetzung der Glasurmasse ist von der I Beschaffenheit des Thons abhängig. Gewöhnlich bestehen 1 die Glasuren aus einer Mischung von Bleiglanz oder Bler- I glätte mit Thon und Sand, wozu noch Mctalloxhde kommen, I welche den Zweck haben, der Glasur bestimmte Färbungen I 'u verleihen; insbesondere verwendet man häufig Oxyde I von Kupfer, Eisen und Mangan. In den meisten Fallen I wird man aber, wie z. B. die Untersuchungen des chemischen 1 Laboratoriums der königlich württembergischen Zentralstelle I für Gewerbe und Handel ergeben haben, nachweisen können, I daß sich ein Teil des Bleigehalts der gewöhnlichen Topfer- qeschirre in den Säuren löst. Und gerade in den seltensten I Fällen erweist sich der Bleigehalt so gering, daß er als unschädlich bezeichnet werden kann. Tas tst Veranlassung genug, derartige Töpfergeschirre mit Vorsicht zu gebrauchen. Wenigstens sollte man nicht gerade, wie viele Hausfrauen thun, in solchen Thongefäßen Früchte u. dergl. unter Ver­wendung von Essig konservieren, bezw. die bekannten sauren ] Heringe einlegen. Die Anwendung bleihaltiger Glasurm überhaupt zu verbieten, geht leider nicht an, da man dann den größten Teil aller Thongeschirre und bannt gleichzeitig eine blühende Industrie vernichten mußte. Aber Koch und Köchin müssen mit den Eigenschaften der Gefäße, mit denen sie arbeiten,. ebenso vertraut sein, tote nut den Nahrungsmitteln selbst. Sie müssen darauf halten daß für die bezeichneten Zwecke das sogenannte Gesundherts- geschirr angeschafft wird, das sind Töpfe von Steingut oder Steinzeug mit bleifreier aus Borax, Wasserglas usw. be- stehender Glas je « Geschirre sind diejenigen, deren Thon- maiie arößere Mengen Eisen und Kalk, aber wenig Kiesel­und Thonerde enthalten, und deshalb leicht schmelzbar sind. Diese Geschirre, welche sich meist rot brennen, vermag man nicht hohen Temperaturen auszusetzen, und so muß auch eine Glasur gewählt werden welche schonbei geringer Temperatur ausgeschmolzen werden kann, .^^^ ist stets sebr bleihaltig, und es ist unmöglich, sie so zusammen, zusetzen und zu brennen, daß sie im Gebrauch kem Blei

erkannt. Dr. von Knarre beschreibt ihre Zusammensetzung und Verwendung in folgender Weise: Ein Gemenge von 60 Teilen Bleiglätte (oder auch je 30 Teilen Bleiglatte und Mennige), 10 Teilen weißbrennendem, quarzhaltigem Thon, und 12 Teilen weißbrennendem Quarzsand wird aus der Glasurmühle naß gemahlen; dann einige Tage, bi§_ bte entstandenen Blasen wieder verschwunden sind, mit Wasser in Berührung gelassen, worauf man nach dem Abgießen des letztern mit dem Glasieren beginnen kann. Nachdem die Glasur auf den Geschirren bei einer Temperatur von etwa 11001200 Grad vollständig m Fluß geraten ist, hat dieselbe, um sich! mit dem Thon vollständig ver­binden zu können, mindestens 45 Stunden m dem Hitze­arad zu verbleiben; das Blewxyd wird sich m dem an­gegebenen Zeitraum teils verflüchtigen, teils mit der Kwsel- Fäure des Thons verbinden, und kieselchures^ Blewxyd (Blci- alas) bilden, welches von verdünnten Sauren, wie sie beim Gebrauche der Geschirre in der Haushaltung vor­zukommen pflegen, gar nicht, oder in kaum merklichem und vraktisch unbedenklWem Grade angegriffen wird

! Zur Untersuchung der Gefäße auf Bleiabgabe füllt man sie mit schwachem Essig, und erwärmt sie einige Zeit. Versetzt man dann den Essig nach) Abkühlung nut Schwefel- wasserstoffwasser, so bleibd der Essig,farblos, wenn kem Blei zugegen ist. Bei geringerm Bleigehalt entsteht eine braun^Färbung, bei größerem Bleigehalt ein schwarz- 6laU$ie fkgl.^Wür ttemb er gische Zentralstelle sür Handel und Gewerbe schlug folgende Prüfung vor: Man fülle die Ge-

I säße mit heißem, möglichst farblosem Essig, der etwa nut I eindrittel Wasser verdünnt ist, lasse das Gesäß an einer I warmen Stelle des Herdes etwa eine Stunde lang stehen, unLEße dann di? Flüssigkeit in ein farbloses durch,

I lickitiaes Trinkglas; nun bringe man in die chlussigteu I einige Tropfen klarer Schwefelleber-Lösung, dremanin »der Mvtheke bekommt; wenn die Flüssigkeit sich nur I weißlich trübt, so war kein Blei gelöst; war wenig Blei rarföft so färbte sie sich bräunlich; wenn größere Mengen I Bwi gelöst waren, so färbt sich die Flüssigkeit.braunschwarz, I .,nd es scheidet sich ein braunschwarzes Pulver (Schwefel-

Ei) VÄ »»« S8c|*ff=nt,rit mb «8 I nun für welche wir besondere Aufmerksamkeit Ulid Vor- I Mt' anempfehlen. Solche bleireiche Glasur nutzt sich', weil I i/ sehr weich ist, beim Reiben und Rühren leicht ab, so I anw bierdurch Blei sich den Speisen beimengen rann.

6 ä m «ber SgeUefen, d-ß M» beim Weiten I Kocken mit Essig, in den betreffenden Gesäßen viel weniger I «Ui gelöst wird, und daraus wird man entnehmen können, I wie zweckmäßig es ist, Thongeschirr vor der Benutzung I mit starkem Essig auszukochen. Doch eignet sich, tote Such- ! ^rständiae schon immer betont haben, zur längeren Auf- I bewahrung von saur en Speisen oder FlüssigkeitenTopser- I 0eftJ,irie verschFÄnen Sanitätsbehörden geben verschiedene I Methoden zur Untersuchung des Töpfergeschirrs an, aber I txinc dieser Behörden hält die Untersuchungen derselben I «fr überflüssig. Man kann daraus entnehmen, welch hi he

Bedeutung man diesem Gegenstände bennessen muß und wie wichtig es ist, in der Küche nicht nur auf die tadel-

I lose Beschaffenheit der eingekauften Waren, sondern arwg 1 auf die tadellose Beschaffenheit der Töpfe zu achten.