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herrscht, dessen Aeußeres dann von dem Mieter oder Besitzer in reizender Weise mit allen möglichen Schling- getvächsen berankt wird. Die neueste Nummer des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau, von dem Geschäftsamt zu Frankfurt a. Oder zu beziehen, enthält einen längeren, reich illustrierten Artikel über die spezifisch englische, künstlerische Verwendung der Schlinggewächse zur Häuserausschmückung. Ein früherer Redakteur des praktischen Ratgebers, jetzt in England angestellt, hat den Artikel in Gemeinschaft mit einem jetzigen Redakteur, der besonders zu diesem Zwecke nach England gefahren ist, geschrieben und illustriert.
Kesundyettspflege.
Worin b e st eh t der Wert desObstgenusses? Der menschliche Körper bedarf einer Nahrung, die eine ausreichende Menge von Mineralbestandteilen enthält, da diese zur Bildung des Blutes und zum Aufbau des Knochengerüstes sehr notwendig sind. Können dem Blute diese Stoffe aus der Nahrung nicht in der nötigen Menge beigegeben werden, so ^ergeben sich Krankheiten, Schwäche des Nerven- und Muskelsystems, des Stoffwechsels k. Leider hat die wissenschaftliche Therapie noch wenig Rücksicht auf die Thatsache, daß neben Eisen auch andere Substanzen das Fundament zum Wiederaufbau der roten Blutkörperchen bilden, genommen. Deshalb haben die künstlichen Nährpräparate, die gegen Blutarmut und Schwäche empfohlen werden, meistens geringen Erfolg, weil man bei ihrer Zusammensetzung den Hauptwerk auf den Stickftoffgehalt legt, anstatt das Vorhandensein der Mineralien gebührend zu berücksichtigen. Die Analysen der physiologischen Chemie ergeben die unbestrittene Thatsache, daß in den roten Blutkörperchen außer Eisen noch Kalk, Kali- und Natronsalze, phosphorsaure Bittererde und Schwefel enthalten sind. Man hat auch gesunden, daß die dem menschlichen Körper so unentbehrlichen Mineralsalze in den Vegetabilien, vorzugsweise im Obst und in den Gemüsen enthalten sind. Daher ist dieses das gesundeste und natürlichste Ernährungs- und Kräftigungsmittel für den menschlichen Körper und, was besonders hervorgehoben zu werden verdient, diese Mineralsalze gehen direkt ins Blut über und führen den Körper am schnellsten und sichersten die benötigten Mineralbestandteile zu. Werden dem Körper die Mineralsalze in seiner Jugend .vorenthalten, so entwickelt er sich schlecht, krankt an Blutarmut, und dann sucht man diese durch Eisentinkturen und Kalkphosphate zu beseitigen. Allein niemals haben diese künstlichen Mittel guten Erfolg; viel schneller werden blutarme und bleichsüchtige Personen durch reichlichen Obstgenuß von ihren Leiden geheilt. In hohem Maße stärkt der Obstgenuß auch die Nerven und steigert ihre Thätigkeit, und da diese Stärkung wieder eine nachhaltige Wirkung auf die Geistesthätigkeit ausübt, so ist der Obstgenuß schon aus diesem Grunde allein auch jedem Erwachsenen zu empfehlen. Der Saft der Aepfel und Birnen enthält eine Menge nährender und stärkender Stoffe, blut- und herzstärkendes Kali, nervenaufbauende Phosphorsäure und Kalk, die zugleich Bau- und Nährstoffe für die Haare und Galle sind, Kieselsäure als Zahn- und Haarbildungsmittel. Große Eisenmengen finden sich in Pflaumen, Stachel- und Erdbeeren, sowie in etwas geringerem Maße auch in Aepfeln und Birnen. Daraus geht hervor, daß der Obstgenuß für Kinder 'und Erwachsene von unschätzbarer Bedeutung ist, und da die Billigkeit des Obstes es noch jedem ermöglicht, sich dieses beste und natürlichste Nahrungsmittel ohne Schwierigkeit zu verschaffen, so kann nicht dringend genug zum Verbrauch desselben gemahnt werden. Deutschlands Lage ist zwar nicht eine solche, daß die Natur es jahrein jahraus mit frischem Obst zu versehen vermag.,,.Allein wir besitzen im gedörrten Obst, sowie in den eingemachten Früchten, Fruchtsäften,, Gelees, Obstmus, Marmeladen re. ein treffliches und billiges Ersatzmittel und somit kann sich jeder der Wohlthaten des Obstgenusses das ganze Jahr hindurch teilhaftig machen.
Der Mißbrauch von Gewürzen als Krankheitsursache. Neben den Nahrungsmitteln, die dazu bestimmt sind, dem Körper des Menschen die Stoffe zuzuführen, die er zu seiner Erhaltung gebraucht, haben wir
noch die Genußmittel, welche dieser Kost Geschmack und Geruch verleihen und bewirken, daß sie uns mundet. In mäßiger Weise genossen, sind sie für den Körper meist, unschädlich, im Uebermaß jedoch schaden sie. Wir denken dabei hauptsächlich an die Gewürze, und es ist ja der Fluch der modernen Küche, daß sie durch Uebermaß vou Gewürzen und Kochsalz die Menschen krank macht. Das große Heer der Magen-, Darm- und Nierenleiden ist nicht zum geringsten Teil auf einen übermäßigen Genuß von Gewürzen und Kochsalz zurückzuführen. Einmal wird ein großer verderblicher Reiz auf diese Organe ausgeübt, dem eine notwendige Erschlaffung folgen muß, zu deren Beseitigung man wieder in erhöhtem Maße zu Reizmitteln greift, dann aber führen sie auch, ebenso wie der übermäßige Fleischgenuß, zu hochgradigem Durst. Durch das viele Trinken entsteht dann eine Verwässerung des Blutes, wie man sich auszudrücken Pflegt, und Blutarmut, Beleibtheit und Herzleiden sind die Folgen. Manche Gewürze wirken auch noch in anderer Weise schädlich So erregt der Pfeffer, das Ideal der Gifte, wie man ihn genannt hat, das Nervensystem in hochgradiger Weise. Versuchs, die mit schwarzem Pfeffer und Paprika an Tieren angestellt sind, haben überdies ergeben, daß schwere Veränderungen der Leberzellen bei längerem Genuß — die Versuche waren überein Jahr ausgedehnt — stattfinden, nämlich im Absterben derselben, ähnlich wie bei Phosphorvergiftung entstehen. Auch die Leberschrumpfung wird, wie schon früher der englische Forscher Bud behauptete, ähnlich wie durchs übermäßigen Alkoholgenuß, durch die scharfen Gewürze verursacht. Die Gefahr für den menschlichen Körper durch den Mißbrauch von Gewürzen ist also nicht unbedeutend.
Almrrerrpflege.
Die Vermehrung der Alperiveslchen (Cy- elamen) geschieht leicht aus Samen, den man im Januar oder Februar, auch im Juli oder August in Schalen unter doppeltem Glase aussät, dünn mit Sand, besser mit Holzkohlenstaub bedeckt und mäßig feucht hält. Me jungen Sämlinge werden wiederholt verstopft, dann einzeln in mehrflache als tiefe Töpfe mit Heide- und Lauberde, Sand mit wenig Lehm und Kalksteingrus gesetzt und während eines ganzen Jahres unter Glas gehalten, damit sie nicht zur Ruhe kommen, sondern sobald als möglich blühen, was bei den im Winter ausgesäten im nächsten Winter, nach, den Sommeraussaaten int nächsten Frühjahr der Fall sein wird, wenn die Pflanzen stets nahe dem Fenster gestandenhaben.
„Praktischer Wegweiser", Würzburg.
Vermischtes.
Napoleon I. über die englische Sprache.
Eine französische Zeitschrift veröffentlichte jüngst eine' Anzahl bisher noch nicht bekannt gewordener Briefe Na» poleons I. In einem derselben, den er am 7. März 1816* auf St. Helena an den Grafen de Las Cafes schrieb, äußerte er sich über die Erlernung einer fremdem Sprache. Deu Brief lautet: „Seit sechs Wochen lerne ich Englisch und. mache keine Fortschritte. Sechs Wochen machen 42 Tage. Wenn ich täglich 50 Worte hätte lernen können, würde ich, 2100 Worte können. Es find im Wörterbuch mehr als 40 000 Worte vorhanden; sagen wir nur 20 000. Das erfordert 120 Wochen, um sie zu erlernen. 120 Wochen macht mehr als zwei Jahre. Hiernach werden Sie zugeben, daß. das Studium einer Sprache eine große Arbeit ist, welche, man im frühen Alter unternehmen muß."
Buchstabenrätsel.
Nachdruck verboten.
Bald scheint es unerreichbar fern, Bald zieret es vom Hof die Herrn; Doch kommt statt r ein i hinein, Wird's auf und in der Erde sein. Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Ergänzungscätsels in voriger Nummer r Wer jedem traut, wird leicht betrogen, Wer keinem traut, betrügt sich selbst.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


