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Ein anderes Kapitel der Fälschungen bildet die Färbung der Kaffeebohnen. Loch muß man unterscheiden, ob die Färbung erfolgt, um mißfarbigen und verblaßten Sorten, welche von geringem Werte sind, das Aussehen guter und frischer Sorten zu gewähren, oder ob man einem wirklich guten oder wenigstens normalen Kaffee eine Färbung ver­leiht, welche beim Publikum gerade beliebt ist; denn das liebe Publikum ist manchmal sehr närrisch, und der Kaffee hat ebenso gut seine Modefarbe wie die Pariser Schönen, welche heute gelben Teint und rotes Haar für besonders an­mutig halten und gleichfalls der Mode wegen alle möglichen Färbemittel anwenden. Ohne Zweifel macht sich derjenige, oer mißfarbigen Kaffee färbt, einer strafbaren Handlnng schuldig, während die Färbung guten Kaffees nicht gar so schlimm zu beurteilen ist,!wenn der Preis wirklich dem Werte der Ware entspricht. So gilt z. B. eine schöne blangrüne Färb­ung als charakteristisch für den Ceylon-Kaffee. Was soll nun der Produzent anfangen, wenn die Ernte nicht blau- grün, sondern graugrün oder gelblich grün aussällt? Am Ende bezweifeln selbst die Großhändler die Herkunft des Kaffees, d. h. sie glauben dem Produzenten überhaupt nicht, daß sein Kaffee aus Ceylon kommt; denn die Herkunft ist thatsächlich bei vielen Sorten sehr schwer nachweisbar. Ein Mißtranen gegen die Zuverlässigkeit der Produzenten kann aber sehr störend ans den ganzen Handel einwirken, und so wird man begreifen, daß der Produzent zur Färbung des Kaffees seine Zuflucht nimmt, ohne sein Gewissen nut einer thatsächlichen Verfälschung zu belasten. Es giebl denn auch eine ganze Reihe von Modefärbnngeu des Kaffees, und ein Chemiker Nanning hat die bezüglichen Rezepte für die verschiedensten Kaffeesorten angegeben. Nach einer Mit ieitnng Hanauseks färbt man z. B. grüne Kaffeebohnen gelb­lich, indem man sie brüht unb mit Ocker behandelt, _ und diese Färbung ist sehr schwierig zu erkennen. In Westfalen aber giebt man den blauen Bohnen vor dew gelben den Vorzug, und so werden letztere so lange mit gepulvertem Eiseu geschüttelt, bis die gewünschte Färbung eintritt.

Gewiß ist diese Art der Färbnng nicht zu billigen, weit schlimmer ist aber die Anwendung blauer und gelber Farb- mictel, zum Teil sogar giftiger Stoffe zur Färbung schlechter und mißfarbiger Kasfeesorten. Insbesondere sind Färbungen mit Berliner Blau, Indigo, Kupfervitriol, Curcuma, Chrom­gelb, welche je allein oder in Mischungen angewendet wer­den, streng zu verurteilen; in den meisten Fällen wird sich ein Vergehen gegen die Nahrungsmittelgesetze nachweisen lassen.

. Der Nachweis der Farbstoffe geschieht nach Angaben Grießmeyers, indem man eine dem Kaffee entnommene Probe mit Chloroform ansschüttelt; ist Indigo ober eine Mischung von Indigo und Curcuma verwendet, so färbt sich die Flüssigkeit blau ober grün. L-etzt man dann Salpetersäure zu, so wird der Indigo entfärbt, während die Curcuma als gelber Niederschlag zur Erscheinung kommt. Verwendet man Kalilauge zur Untersuchung, so färbt sich Curcuma braun, setzt man zur Lösung Salzsänre hinzu, und entsteht hierauf ein blauer Niederschlag, so ist Berliner Blau vorhanden, während ein gelber Niederschlag die Verwendung des giftigen Chromgelbs erweist. Kupfervitriol wird durch Verwendung von Blutlaugensalz nachgewiesen, und natürlich giebt es auch eine ganze Reihe von chemischen Mitteln, um den schön gefärbten Kaffee seiner glänzenden Hülle zu entkleiden, ihm seine schöne Larve herunterzureißen, um ihn als das zu enthüllen, was er thatsächlich ist, nämlich Schund.

Jedenfalls ermöglicht die Färbung, ein geringwertiges Produkt zu hohem Preise zu bringen, Händler und Käufer schwer zu schädigen, und deshalb kann man nicht dringend genug empfehlen, den Schwindlern nachzuspüren und sie die volle Strenge des Gesetzes fühlen zu lassen.

spült und hierauf schnell getrocknet; die Eisengegeuftände sehen dann wie mattes Silber ans. Als Vorbeugungsmittel gegen Rost wird von Prof. Calvert empfohlen, die Eisen- öder Stahlteile in eine Lösung von kohlensaurem Kali oder kohlensaurem Natron einzutauchen.

Um Wasser vor dem Gefrieren gn schützen, setzt man'ihm 10 Prozent Glyzerin zu. Diese Mitteilung ist besonders für Besitzer von Acethylenapparaten, welche nicht frostfrei aufgestellt werden können, von Bedeutung.

Gelundheitspflege.

Gegen Verbrennungen und Verbrühungen. Es wird oft Zeit verloren deshalb, weil man nicht weiß, was man bis zur Ankunft eines Arztes beginnen soll. Ein einfaches Mittel hierfür besteht in folgendem: Man.schabe gewöhnliche Hausseife, mache mit etwas Wasser einen Brei davon, streiche ihn dick auf Leinwand unb bedecke die Brandwunden damit. Der Schmerz wird darauf sehr bald nachlassen. Kehrt er wieder, so wird der Verband erneuert. Dieses einfache Mittel ist in den meisten Fällen zur vollständigen Heilung ausreichend. Zeitig ange­wendet, verhindert es auch die Blasenbildung. Ist die Verbrennung tiefer, oder ein großer Teil des Hautgewebes zerstört, so 'setzt man der Seife, etwas Arnikatinktur zu..

Kindcr-Aeitung. Hcrausgcgebcn von Felix von Etenglin, Groß-Lichierfelde. Inhalt von Nr. 14. Was in der Welt vergebt: Ein Amerikaner über deutsche Truppen; Der deutsche Gesandte und der Sultan von Marokko; Krieg auf den Philippinen; Das Geld der Palaü- Jnsulancr; Der Bärenjäger; Ein wild gewordener Stier. Kleine Notizen. Allerlei. Aus dein Reick? der Natur: Der älteste Banin der Welt; Die Hornisse und die Weintraube. Der Beobachter in Wald und Feld: Eine Entenfamilie. Jndianerlcbcn im Thüringer Wald" (Forts.). Erlebnisse. Anzeigen. Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhandlungen und die Geschäftsstelle in Groß-Lichterfelde, Dahlemcrstr. 75.

Deutsch« Rundschau für Geographie u- S Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegcben von Prof. Dr. Fr. Umlauft. XXIII. Jahrgang 1901. (21. Hartlcben's Verlag in Wien. Jährlich 12 Hefte zu je 1 Mk. 15 Pfg Voraus­zahlung einschl. Franko-Znsendung. 13 Mk. 50 Pfg.) Unter den ver­schiedenen geographischen Zeitschriften nimmt dieDeutsche Nundschau für Geographie und Statistik" sowohl durch Reichhaltigkeit als auch durch Gediegenheit ihrer Ilufsätze eine hervorragende Stelle ein. Was immer aus dem Gebiete der Erdkiiude Neues und Wissenswertes auflaucht, findet in derselben entsprechende Beachtung und Würdigung, sodaß sie für jedermann, der nn geographischen Dingen Interesse nimmt, eine er­wünschte Lektüre bildet/ Auch das eben erschienene erste Heft des XXIIL Jahrganges enthält wieder eine Reihe wertvoller Beiträge:

Die westamerikanische Hafenstadt Takoma und ihre Umgebung. (Mit 4 Abb.) Von Di- Julius Röll in Darmstadt. Die chinesischen Boxer. Von Dr Emil Jung in Eisenach Die Bernsteingrnben nördlich von Polangen. Von Dr. Alb. Zweck in Memel. - Heide und Scrnb int propontischen Gebiete. (Mit 3 Abb.) Von Fritz Braun in Konstantinopel. Die Bäbia Gura. Von Dr Julius Reiner in Berlin. Astronomische nnd physikalische Geographie. Ueber die Bestimmung der Sonnenparallaxe aus Beobachtungen des Planeten (433) Eros. Die Vulkaugrnppe des Jdzön in ON-Tava. (Mit 1. Karte.) Politische Geographie unb Statistik. Die Mmeralschätze Chinas. Der auswärtige Handel der europäischen Staaten. Berühmte Geographen, Naturforscher und Reisende. Professor Dr. Georg Balkens. (Mit 1 Porträt.! Geogra­phische Metrologie. Todesfälle. Enrique de Jbarreta. iMit 1. Porträt.) Kleine Mitteilungen ans allen Erdteilen. Geographische und ver­wandte Vereine. Vom Büchertisch. Kartenbeilage: Das Jdjunplatea» in Ost-Java. Maßstab 1 :170.000.

Tauschrätsel.

Nachdruck verboten.

Bahn, Wald, Bier, Banken, Salm, Weste, Halm, Bader, Gaul, Bonn, Fuder, Reihen, Wahn, Rasse.

Aus jedem Wort ist durch Umtausch eines Buchstabens an beliebiger Stelle ein neues Wort zu bilden derart, daß die neu eingefügten Buch­staben eine Figur des germanischen Weihnachtskultus bezeichnen.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Und bringt auch wechselnd Jahr nm Jahr Enttäuschung uns und neues Leid, So hofft das Herz doch immerdar. Daß Glück auch bringt die neue Zeit.

(Martha Rhoden.)

Verrost et e Gegen st äudewieberz uneinigen, ist gar nicht schwierig. Man hängt die betreffenden Gegen- slö-de 12 bis 24 Stunden je nach der Dtcke des Rostes in eine Lösung von Zinnchlorid. Dann werden sie heraus- genowrnen, zuerst mit Wasser, darauf mit Ammoniak abge­

«eMtion: 9. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'schen Universttätr.Buch. und Steindruckerei (Pietsch «rben) tu Hieße«.