Ausgabe 
1.6.1901
 
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durch Nachweis von Tuberkelbazillen in den erkrankten Zähnen der sichere Beiveis dafür erbracht wurde, daß die tuberkulöse Drüsenanschwellung wirklich vom Gebiß ihren Ausgang genommen hat. Daher hat der Arzt alle Ur­sache, bei Halsdrüsenschwellungen auch die Zähne zu unter­suchen, und er hat die Pflicht, falls er solche findet, die angefault sind, darauf zu dringen, daß dieselben von einem gewissenhaften Zahnarzt behandelt, d. h. sorgfältig plombiert Werden! Die Eltern aber haben alle Ursache, der Zahn­pflege der Kinder mehr Beachtung zu schenken, als dies leider bisher geschieht mit der durchaus falschen Ent­schuldigung:Die ersten Zähne fallen ja doch- wieder aus, wozu soviel Last sich mit ihnen machen !"

Wer die ersten Zähne nicht pflegt, wird auch an den bleibenden nicht viel Freude erleben. Bor allem aber, ihr Eltern, denket daran, daß Vernachlässigung der Zahn­pflege eurer Kinder nicht nur viel unnötige, weil vermerw liche Schmerzen bringt, sondern daß ein hohler Zahn auch eine Ansteckungsquelle werden kann. Darum pflegt recht gewissenhaft die Zähne der Kinder, nicht nur bie bleiben­den, sondern auch die Milchzähne!

(Hom. Mtsbl. Württembergs.)

Wilhelm Naabe,

Die Chronik der Sperlingsgasse. 17. Auflage. Horaker. 5. Auflage. Unruhige Gäste. 3. Aus­lage. Preis gebunden je Mk. 4..

Berlin, G. Grotescher Verlag.

Des Lebens Lust und Leid

In farbenreichen Bildern Beweglich wahr zu schildern, Ist Dichters Seligkeit;

Und findet er den Ton, Der unsres Herzens Saiten Erklingen läßt zuzeiten, Das ist des Dichters Lohn!

Darin liegt Hall und Widerhall der Lektüre vorstehender drei Büchner. Was muß einer alles erlebt und durchlebt haben, um schreiben zu können, wie Wilhelm Raabe. Freilich, wenn man das sprechende Bild des Dichters betrachtet, welches der Chronik der Sperlingsgasse vorgeheftet ist, ~ ann ist man kaum verlegen um die Quelle solchen Ge- rnkenreichtums, und Sperlingsgasse, Horaker und Unruhige stifte werden einem lebendig.

In den Augen liegt das Herz, heißt es hier mit Recht. Ms auf den Grund der Seele kann man schauen, wenn man den Blick in Raabes flare, tiefe Augen fenkt. Seltene Be­gabung, umfassendes Wissen, weiter Blick, sinniges Gemüt, goldenes Herz und sonniger Humor, das ist das Rüstzeug Wilhelm Raabes, das ihn zum Eroberer werden läßt überall da, wo Sinn für wahres Leben herrscht.

In wenig Monden begeht der Dichter seinen 71. Ge­burtstag, und wer den vollbewußt mitfeiern will, der muß mindestens einen Teil seiner Schriften kennen. Kirchturm­politik treibt Raabe in vorteilhaftem Gegensatz zu bekannten hohen Standesgenossen nicht, aber echtes, knorriges Volks­und Deutschtum findet in ihm seinen berufenen Herold.

Gott erhalte uns den weißen Raaben! Bdt.

Getneinnütziges.

Geistig Arbeitende. Wo Nachdenken, Einbild­ungskraft, Gedächtnis und Gemüt gleichzeitig in Anspruch genommen werden, ist es das Gehirn, welches arbeitet, und daher mit großer Vorsicht behandelt werden will, wenn nicht Schlaflosigkeit, Nervosität die Folge sein sollen. Tas Gehirn darf nicht zu lange hintereinander, und immer auf dieselbe Weise thätig sein, sondern muß Ruhe und Schlaf, wenigstens 7 bis 8 Stunden täglich haben. Es darf auch nicht durch Reizmittel erregt werden. Man habe im Arbeitszimmer reine, nicht zu warme Luft, und nehme nahrhafte, leicht verdauliche Kost. Alljährliche Reisen sind für geistig Arbeitende eine Notwendigkeit, um durch andere Eindrücke, Luftwechsel usw. die geistige Spannkraft und die Gesundheit zu erhalten.

N eu e Grundsätze zur Bekämpf un g des Erd­flohs. Wie ein Ungewitter über Nacht so erscheint plötzlich und unvermutet in unseren Garten ein Käferchcil und haust dort in unheimlicher Weise. Heute noch sind die Koblpflanzen gesund und niorgen schon stehen sie dutch- löchert,' aschgrau da, unfähig, _ sich fortzuentwickeln. Noch warten wir mit Spannung auf die ersten Blumenpflanzen, die ersten Reseda, die den Boden durchbrechen sollen, bevor aber unser Auge sie erblickt, hat der Erdfloh alles zerstört. Ertrag und Schönheit des Gartens werden oft durch den Erdsloh in Frage gestellt uiid reichlich sind natürlich die Mittel, sich seiner zu entledigen. Man streut Kalk, Ruß, Tabaksiaub, man gießt, spritzt und hackt mit mehr oder minder Erfolg. In Nr. 7 desErfurter Führers im Garten­bau" finden wir ganz neue Grundsätze zur Bekämpfung des Erdflohs aufgestellt, die sehr beachtenswert sind. Da nnsereii Lesern diese Nummer kostenfrei zur Verfügung steht, wenn sie sich mittels Postkarte nach Erfurt wenden, so dürfen wir wohl darauf verweisen.

Vermischtes.

Das Salz" ist der Titel einer neuerschienenen Serie sog. Liebig-Bilder, (bunte Empfehlungskärtchen der Liebigs Fleischextrakt-Kompagnie), auf denen die Salzgewinnung an der See und auf dem Lande, in den Salinen von Lüne­burg, Kösen, Nauheim und Wieliczka vorgeführt wird. Ein so nützlicher Gegenstand wie das Salz, das bei den ältesten Völkern vielfach sogar als etwas Heiliges verehrt wurde, hat es wahrlich verdient, daß ihm die Kompagnie Liebig eine ihrer Bilder-Serie widmet. Ist doch schon vor dreieinhalb Jahrzehnten, als Liebigs Fleischi-Extrakt zuerst im großen fabriziert wurde, behauptet worden, daß dies in der Küche bald so unentbehrlich sein werde, wie Pfeffer und Salz-, das ist rasch genug eingetroffen.

Mode. , r

Wie die Mode dem Wechsel der Jahreszeiten solgt, so schließt sich auch das weltbekannte Wiener Frauen- und Modejournal dieWiener Mode" mit dem soeben erschie­nenen Hefte vom 1. Juni den Saisvnbedürfnissen an. Der Umschlag leuchtet uns mit einem duftigen Musselin-Sommer- kleid in frischer Farbe freundliche entgegen; beim Durchs blättern der übrigen Seiten finden wir in reichem Wechsel die jetzt so sehr beliebte,! Blusen, Reisetoiletten, weiße Leinenkleider, Toiletten für Kurorte, viele aparte Hutmodelle, und für lustige, junge Mädchen zwei allerliebste Dirndl­anzüge, die während des Landaufenthaltes gern getragen werden. Wir fügen noch hinzu, daß der immer reich­haltige Handarbeitsteil Mustervorlagen blühenden Stils, die RubrikWiener Herren-Mode", Anzüge, Kravatten, Wäsche, der stlnterhaltungsteil den Damen interessante Plaudereien bietet, und daß man dieses sorgfältig aus- aestattete, mit vielem Eifer und reicher Erfahrung zu­sammengestellte Journal nicht eindringliche genug empfehlen kann. Man abonniert für die Zeit vom 1. Juni bis 30. Sep­tember zum Preise von Mk. 3. in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes sowie beim Verlag, Wien, VL Gumpendorferstraße 87.

Umstellrätsel.

Nachdruck verboten.

Alma Selma Angel Made Tropfen Achse Eris Otter Kain Else.

Von jedem der vorstehenden Wörter ist durch Umstellung der Buch­staben ein anderes Wort zu bilden und zwar derart, daß die Anfangs­buchstaben der neuen Wörter ein beliebtes Vergnügen bezeichnen.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Sternrätiels in voriger Nummer:

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