Ausgabe 
30.10.1900
 
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erzichte, verzage, Verzand're dich nicht! Bedenk', was bedächtig Der Weltweise spricht:

Ergründe, ergrabe, Ergreife das Glück!

Entflohen, entflogen, Kommt's nimmer zurück!

(Nachdruck verboten.)

Unter dem Schwerte der Themis.

Roman von Reinhold Ortmann.

(Fortsetzung.)

'Gerade diese letzten Worte waren es, die der Stadt­rat Sartorius und sein Sohn deutlich vernahmen, als sie an den beiden vorüber gingen. Ihr eigenes Gespräch hatte eine jähe Unterbrechung erfahren in dem Moment, da der Doktor Margaretens ansichtig geworden war. Denn mitten in einem begonnenen Satze hatte er inne gehalten, um mit dem Ausdruck unmutigen Erstaunens auf die junge Dame und ihren Begleiter zu starren. Ists sie einander ganz nahe gekommen waren, lüstete er grüßend seinen Hut, und auch der Stadtrat bequemte sich, wenngleich auf eine sehr steife, fast widerwillige Weise, zu dieser Höflichkeit. Margarete aber wandte sich kaum nach! ihnen um, und ihr Dank bestand einzig in einem sehr flüchtigen Neigen des Kopfes. Fester als zuvor preßte Walther die Lippen zusammen, und die kleine Falte zwischen! seinen Augenbrauen wurde noch tiefer. Mit einem zornigen, feindseligen Blicke streifte er Rudolf San- dorys gleichmütiges Gesicht, und alle Lust zum Sprechen schien! ihm vergangen zu sein, als er an seines Vaters Seite weiterging.

Jetzt erst glaubte er ja die volle Gewißheit gewonnen zu haben) daß Margarete nichts von Reue über die bei seinem ersten Besuche an den Tag gelegte Unfreundlich­keit empfand, und er glaubte nun zugleich! die Erklärung dafür zu besitzen, weshalb ihr so wenig an einer Wieder­belebung der alten Freundschaft gelegen war.

Gegen diesen 'Fremden aber, zu dem ihte schatten Augen! so voll leuchtender Bewunderung empor gesehen hatten', fühlte er, ohne ihn zu kennen, einen ingrimmigen Haß.

Ob Rudolf Sandory von alledem etwas wahr­

genommen hatte, verriet sich! in seinem Benehmen nicht. Er hatte mit der Antwort auf Margaretens letzte Aeußer- ung gewartet, bis die beiden Herren vorüber waren. Dann sagte e!c mit einer liebenswürdigen Offenheit, die etwas sehr Gewinnendes hatte:

Ich verkleinere mein Verdienst wahrhaftig nicht, liebes Fräulein, wenn ich mich dagegen verwahre, wegen dieser Bagatelle unter die Löwentöter und Drachenbe­zwinger .gezählt zu werden. Mein Wort darauf: wenn jetzt ein wütender Stier auf uns zukäme, oder etwa ein aus einer Menagerie entsprungener Elefant, so würde ich unter den allerersten sein, die das Hasenpanier er­greifen. Denn gegen einen Stier oder einen Elefanten vermöchte ich ohne Zweifel nicht das Geringste auszu­richten, und ich unterscheide mich von einem wirklichen Helden, der sich ja blindlings in jede Gefahr hinein­stürzen soll, eben dadurch, daß ich nie etwas wagen würde, was meine Kräfte übersteigt. Der kleine Junge, der mit der Gerte einen fauchenden Gänserich in die Flucht schlägt, verdient dafür sicherlich mehr Bewunder­ung , als ich für meine vermeintliche Großthat von vor­gestern. Wäre der Gaul nicht so elend und so klapperdürr gewesen, daß ich gewiß sein konnte, ihn mit einem kräf- ttgen Ruck zusammen zu reißen, wer weiß, ob ich ihn nicht ruhig hätte laufen lassen."

Nein, das hätten Sie nicht gethan!" unterbrach ihn Margarete im Tone aufrichtigster Ueberzeugung. *Und rch verstehe gar nicht, warum Sie durchaus für weniger hochherzig gelten wollen, als Sie sind."

So werden Sie mir's vielleicht auch nicht glauben, mein Fräulein, daß ich schon einmal mit vollem Bewußt­sein dessen, was ich that, den Tod eines Menschen herbei­geführt habe?"

Nein, wahrhaftig, das glaube ich Ihnen nicht. Mit dem Bilde, das man fich gewöhnlich' von einem Mörder macht, haben Sie denn doch gar zu wenig Aehnlichkeit, Herr Sandory!"

Um die bärtigen Lippen des Mannes huschte ein Lächeln.Wieviel Entsetzen es Ihnen verursacht, das schreckliche Wort aussprechen! zu müssen. Aber Sie dürfen sich beruhigen. Ein Mörder von der Sorte, die alte Pfandleiherinnen totschlagen, oder nachts im Chaussee­graben auf ein Opfer lauern, bin ich! auch wirklich, nicht. Und mein Gewissen, das ja wohl in solchen Fällen für die oberste Instanz gilt, spricht mich völlig frei. Die That- sach!e selbst freilich bleibt nichtsdestoweniger bestehen, und! ich muß wohl darauf gefaßt sein, in Ihrer Wertschätzung sehr tief zu sinken, wenn ich. Ihnen die Geschichte erzähle."

Dann sollten Sie es lieber nicht thun. Met ich bitt im übrigen ganz sicher, daß diese Wirkung nicht ein- treten! würde."