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Donnerstag-en 30. August
W^WWWK 1S~ JEchallllnzsblalt M MeßenerAiyeiger «Gmewl-AnMes»
rrrffPH^^1 können wir dabei wohl aus dem Spiel
lassen, 5zerr von Kapmst", erwiderte sie mit einer Ge- mes/enheit, die ihn offenbar sehr unangenehm enttäuschte sn^rfrF,AnU-kter klölt ihre Mittagsruhe, und Fräulein von Marschall ist augenblicklich beschäftigt, so erklärt es sich auf sehr einfache Weise, daß Sie zunächst mit mir vorlieb hna«n mi-^eiL ®ie werden ja begreifen, daß wir auf LLLffLA"- Ruches feit langem ,ficht mA
stützte sich mit beiden Händen auf ihren schrechtisch; denn es .wurde ihr dunkel vor den Augen
' ben ®°ben unter ihren Füßen schwinden
"3<& verstehe Dich nicht, Charlotte", brachte sie mit hervor. „Sind es Soldaten, von denen Du sprichst? Und wer — wer ist an ihrer Spitze?"
Noch war das Fräulein von Menzelius zu sehr von jubelnder ^Freude über das unverhoffte Ereignis erfüllt Äs? dre iahe Veränderung in Elisabeths Aussehen und Benehmen sogleich hatte wahrnehmen sollen.
frtrFi+p gJ1' "Uders als der Leutnant von Kapnist!" lachte sie „Er macht uns den Besuch, den er in itraf- wurdlger Unhöflichkeit so lange hinausgeschoben hat, jetzt GHhJrr°$em- ®efoif9e- er sieht prächtig aus in seiner Kurassieruniform auf dem hochbeinigen Rappen. Aber tdi werde wich wohl hüten, es ihm zu sagen. Erst muß er
>* Verzeihung sauer erringen, bevor ich — doch
wa ist das — was hast Du, Elisabeth? Du bist ja kreide- weiß^geworden - Du zitterst -" 1 J we
toefirroL ^on Lasdehnen machte eine ab-
SmbBeT0Uv9' btre alle weiteren Fragen ab- £mbwirrnIIte;-*Per ?re "berreizten Nerven gehorchten!
Wollen nicht mehr, und ein krankhaftes Schluchzen Sttertechren schönen Leib. In der nächsten Sekunde i»tte ßr*m^«c^en ®rmcn umschlungen und ^h^, voll ängstlicher Bestürzung in die Augen.
„Mein Gott, ich ahnte nicht, daß es Dicht so auf- a?rttnmrbe’r miä)i Skaubcn lassen, daß er
Freude?^ gleichgiltig sei. Aber es ist doch nur die
Mit aller Energie, die sie noch aufzubieten ver- stch^nä vung Elffabeth nach Fassung. Sanft machte sie sich aus der Umschlingung ihrer jungen Freundin los. mir Me Freude! Aber sage
' ^ksarlotte, hast Du bereits mit ihm gesprochen?"
„Aem. Ich hörte vom Garten aus das Pferde
i getrappel, und als einer auf dem Höfe schrie: „Die Kü- I hia fip6 Evwmen!" da versteckte ich mich hinter das Portal,
Und dan^^9^"?, Ovaren, daß ich ihn erkennen konnte.
"vch ehe er meiner ansichtig geworden war
^ksich herauf, Drr die Neuigkeit zu verkünden. Da sieh
'Pr b?«?Eenlos Nachgebende zum Fenster
hm, »er rst mrt fünf Mann ttt den Hof geritten und steiat eben sus dem Sattel. Findest Du nicht auch«, daß er viel schöner aussieht, als damals in Küstrin?"
kommen — rr tritt ins Haus —; er wird herauf- . wird sich bet mir melden lassen. Und ick!
kann ihn rn diesem Augenblick noch nickt emtifnnnpn • fimge Minuten wenigstens muß ich Zeit habe^mZ zu sammeln. Wenn Du mich lieb hast, Charlotte ch geb Qanst nbA“tte l?ntoäre es auch'nur für ganz turze Zett. Ich werde Drr den Freundickaitsdienst niemals vergessen, den Du mir damit erzeigst."
I . bedarf dazu weder einer so dringenden Bitte noch ernes Dankes, Elisabeth! Ich, verstehe Deine S
I regung recht gut, und ich begreife auch-, daß Du sie ibm nicht zeigen mochtest. Sei versichert, daß ich thun werde was ich vermag, um- für Dich Zeit zu gewinnen."
•r5atte- bvs mit ganz tonloser Stimme aesprockeu mechanisch wie wenn sie eine auswendig qelerrrte Lektion hersagte, und während sie hinausging killt sie
! r0b^Ä^klich so, daß Elisabeth ihr Gesicht nicht sehen konnte. Als sie die Thür hinter sich zugezogen hatte blieb ^..schwer atmend eine Minute lang stehentote fa Plötzlichem Schwachegefühl an den Pfosten lehnend Ein Iporenklir^nher Schrrtt und das Rasseln eines Säbels
ber Stiege her schreckte sie auf. Noch ein
mal preßte sie beide Hände auf das Pochende Ler? wie ersticken wollte- bnuu » r*n heilten oder
llck ersebuwu ärb," T9 fte tapfer dem so lange heimlich ersehnten Ankömmling entgegen.
in Helle? Treud?wu^!" rief der Leutnant von Kapnist iu yeuer Freude, sobald er ihrer ansicktia wurde
bau Sie die Erste sind, die mich empfängt' Auf dem ganzen Wege hatte ich mir's so gewünscht, und ich nehme Wunsch Erhört?" ^°"bedeutung, daß der Himmel meinen
enn wir die Schattenseiten der Menschen kennen lernen wollen, brauchen wir sie nur im Sonnenschein des Glücks zu sehen- dann werden sicherlich auch die Schatten nicht fehlen.
__ ______Eötvös.
(Nachdruck verboten.) Geächtet.
Roman von Lothar Brenkendorf.
(Fortsetzung.)
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