Ausgabe 
29.12.1900
 
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-Deutschen eines von den drei Völkern sein, welche den Erdball beherrschen, und die Wolkenkuckucksheimer, die ein reges Nationalgefühl als Chauvinismus verdammen, werden sehen, daß der deutsche Michel, dem die Er­eignisse der neuesten Geschichte die Zipfelmütze von den verschlafenen Augen weggezogen haben, um mit dem Recken aus dem Sachsenwalde zu reden, statt sich! dem Satan Kosmopolitismus in die Arme zu werfen, es doch vorzieht, sich einem teutonischen Teufel zu verschreiben.

GEMErnnNtziges. Kesundheilspflege.

Die gesundheitliche Gefahr des Nebels kann auf statistischem Wege nachgewiesen werden; sie besteht nicht nur in der Behinderung der Sonnenstrahlen und deren wohlthätiger Wirkung, sondern auch zweifellos darin, daß eine große Zahl von schädlichen Keimen vom Erdboden in die Luft getragen werden. Ein Londoner Bericht weist auf diese Thatsachen mit besonderer Schärfe hin Der Monat November gilt in der Riesenstadt als einer der schlimmsten Monate des Jahres wegen der rauhen Seewinde und der dicken schwefelfarbigen Atmo­sphäre, die unter dem Namen Fog berüchtigt ist. Nun war der November des Jahres 1899 ungewöhnlich mild, sonnig und frei von Regen und Nebel, obgleich, merk­würdig genug, während der letzten drei Tage des Oktober eine fürchterliche fchwarzfarbige Lawine von Nebel sich über die Stadt gesenkt und den Verkehr fast völlig un­möglich gemacht hatte. Der günstige Verlauf des No­vember zeigte sich deutlich in einem Heravgehen der Sterblichkeit, die nur 17 von 1000 betrug, während tue mittlere Sterblichkeit des ganzen Jahres etwa 19 von 1000 beträgt. In der letzten Novemberwoche kam nicht ein einziger Fall von Pocken in den 30 Hauptstädten Englands vor, außer in Hüll, wo gegenwärtig eine Pocken- epi'demie herrscht, der schon 600 Personen zum Opfer gefallen sind. Wenn durch jene Angaben der bösartige Einfluß des Nebels auf den Gesundheitszustand der Groß­städte eine neue Bestätigung erfahren hat, so ist es um so mehr gebieterische Pflicht der staatlichen und stadnschen Verwaltungen, der Rauchplage in den Großstädten und industriellen Bezirken energisch entgegenzutreten, da durch die Entwicklung starker Rauchmassen m der Luft die Nebelbildung nachweislich nicht nur begünstigt, sondern gelegentlich geradezu hervorgerusen wird.

Ietd und Karten.

Die Braunschweiger Spargelbauer haben im verflossenen Jahre ausgedehnte Versuche mit dem Anbau von Champignons auf den Spargelfeldern gemacht. Die edlen Pilze gediehen unter dem Schutz des Spargel­krautes ausgezeichnet und wurden von den Konserven­fabriken sehr gut bezahlt. In welcher Werse die Cham-i pignonzucht auf den Spargelfeldern betrieben wird, be­schreibt ein Spargelzüchter in einer der neuesten Nummern des praktischen Ratgebers. Es wird auf der Nordostseite des Spargel-Dammes Erde ausgehoben und vorbereiteter Dünger eingepackt, mit Brut bepackt und drei Zentimeter hoch mit Boden beworfen. Die Ernten sind nicht immer gleichmäßig sicher, mitunter aber sehr reickchch - Dre Nummer, welche diesen Aufsatz enthalt, ist vom Geschafts- amt des praktischen Ratgebers in Frankfurt a. Oder kosten- srei zu beziehen.

LMerarisches.

C. Schmidts Abreißkalender mit täglichen Ratschlägen für die Gemüse-, Obst-, Blumen-, Pflanzenzucht, Land- und Forstwirtschaft ist auch für 1901 in bekannter gediegener Ausführung erschienen. -----------

Riesige Menschenmengen wogten Sonntag, den 16. d. M., unter den Linden in Berlin auf und ab; galt eS doch, den von den chinesischen Kämpfen heimkehrenden ruhmbedeckten Kriegern einen möglichst glanzen­den und enthusiastischen Empfang zu bereiten. In einigen. prächtigen Aufnahmen der letzten (17.) Nummer der ,,Weiten Welt sind der Einmarsch der Truppen, sowie der Moment der feierlichen Ansprache unseres Kaisers an die Zurückgekchrten dargestellt. Von den sonstigen

aktuellen Bildern möchten wir noch eine Aufnahme des im Hafen von' Malaga unter so traurigen Umständen zu Grunde gegangenen Schul­schiffesGneisenau", ferner die künstlerisch ausgeführte Wiedergabe der Büste des in Wien unlängst enthüllten Goethedenkmals erwähnen. Gewiß werden es die Leser derWeiten Welt" mit Freude begrüßen, daß in dieser Nummer mit einem Romane der beliebten Schriftstellerin Adelheid Weber,Die goldene Lore", begonnen wird. Stimmungsvolle Lyrik, geistvolle Plaudereien, gediegene Aufsätze, so aus der Feder von. Geheimrat Professor L. v. Bar-Göttingen über den Internationalen Schiedsgerichtsbof im Haag, dessen Mitglied er ist, sowie unseres früheren Gesandten in China, Exc. von Brandt, über chinesische Kultur Verhältnisse geben auch dieser Nummer wieder einen ebenso reichen wie anregenden Inhalt. Die einzelne Nnminer (Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin) ist zum Preise von 25 Psg. durch alle Buchhandlungen zu beziehen. _______________

Die allgemeine Teuerung mit den Ansprüchen einer ver- einerten Lebenshaltung in Einklang zu bringen, ift ein Kunststück, an dessen Durchführung die Familienväter verzweifeln. Der Kampf um§- Dasein wird von Tag zu Tag schwieriger und verwickelter, und der größte Teil der Last dieses täglich sich erneuernden Kampfes ruht auf der Hausfrau; ihr fällt die Aufgabe zu, für die Wohlfahrt der Familie zu sinnen und zu sorgen, eine Aufgabe, die erheblich leichter durchgeführt werden kann, wenn die FamilienmutterDies Blatt gehört der HüUsfr--«!" (zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postan- stalten, Verlag Friedrich Schirmer, Berlin), zu Rate zieht. Diese eigen­artige Wochenschrift unterscheidet sich von anderen derartigen Blättern dadurch, daß sie fast auf alle Fragen des Familienlebens Antwort giebt. Handelt es sich um Fragen der Kindererziehung, um Berufswahl der Heranwachsenden, um Gesundheitspflege, so giebtDies Blatt gehört der Hausfrau!" fachmännischen, aber allgemeinverständlichen Bescheid. Dieses Blatt begleitet die Hausfrau in Küche, Keller und Speisekammer, unterweist sie in der Pflege des Haus- und Zimmergarteils, zeigt ihr eine reiche Auswahl gediegener Modebilder und Handarbeiten, lehrt |te mit wenig Geld das Heim zu verschönern und Zufriedenheit und Heiter­keit um sich zu verbreiten. Aber auch für die Unterhaltung sorgt »Dies Blatt gehört der Hausfrau!" in ausgiebigem Maße. In der Ab­teilungNach gethaner Arbeit" erscheinen zwei ausgezeichnete Romane illustrierte Artikel und hübsche Feuilletons. Mit einem Wort: ® te- Blatt gehört der Hausfrau!" vereinigt in sich ein gediegenes prak­tisches Hansfraiienblatt mit einer litterarischen Unterhaltiingszettschrift in der glücklichsten Weise.

Die Neue Musik-Zeitung", illustriertes Familienblatt (Ver­lag von Carl Grüninger in Stuttgart) liefert auch mit dem eben abgeschlossenen letzten Quartal ihres XXI. Jahrgangs den Beweis, daß sie ihrem ungewöhnlich ausgedehnten Leserkreise stets neue Anregungen der manigfaltigsten Art zu bieten vermag. Das vierte Quartal das sich mit einem Preisausschreiben für zweihändige Klavierstücke elnfuhrte, enthält wieder eine Fülle interessanten Stosses aus allen einschlägigen Gebieten, fachwissenschaftliche und gemeinverständliche Aufsätze, wie über die Musik als Lebensberuf, Hebbel und Moltke in ihren Beziehungen zur Musik, das Lißt Museum in Weimar, die Musik der Griechen, die französische Oper, Musik in China, C. M. von Webers erste Oper n. a.; ferner Biographien von Komponisten, Virtuosen, Sängern und Sängerin­nen mit deren treuen Porträts, Novellen von hervorragenden Schrltt- stellern, u. a. dem erst kürzlich verstorbenen Ernst Eckstein, kritische Besprechungen neuer Darbietungen im Opernhause, im Konzertsaale auf dem Bücher- und Musikalienmarkte, auserlesene Texte für Steher« konlponisten, Notizen aus dem Musikleben der Gegenwart, Feullleto- nistisches aller Art, prächtische Illustrationen, endlich 24 Seiten Musik - beilaqen, bestehend aus Klavierpiecen, stimmungsvollen Liedern, Ensemble­stücken für Violine, Cello und Klavier von namhaften Komponisten. Letztere repräsentieren allein den mehrfachen Betrag des Abovnements- preises von nur 1 Mk. pro Vierteljahr (6 Nummern). Einen breiten Raum nimmt auch der in den Abonnentenkreisen sehr geschätzte Brief­kasten wieder ein, der auf alle denkbaren Fragen Auskunft erteilt und für kompositorische und poetische Versuche Winke giebt. Probenum- mern versendet an Interessenten jede Buch- und Musikalienhandlung, sowie der Verlag selbst auf Verlangen kostenfrei.

Zahlenrätsel.

Nachdruck verboten.

12324526

3 2 1 2 6 Baum -

6 2 5 2 Gewächs -

Zeitabschnitt

2 6 12 Planet

4 2 2 6 Teil der Erde

Auflösung in nächster Nummer.

'>^8Den neuen Jahrgang beginnen dieGießener Familienblätter" mit einem fesselnden Roman von Clark Rüssel, betitelt:

Die Seekönigin.

Redaktton: E. Burkhardt - Druck Md Verlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch. und Steindrucker« (Pietsch Erben) in «ießen.