Ausgabe 
23.10.1900
 
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befiegf und zerstreut. Indem er die Wälder lichtete imb npr etlett höheren Zwecken dienstbar machte, raubte er ihnen ihre Zufluchtsorte und Schlupfwinkel, iemehr sich die Zahl der kleineren Tiere verminderte desto unhaltbarer gestaltete der Mangel an Nahrung die

S^ßen. Vor dem Feuergewehr mußten schließ- llch dre letzten Baren und Wölfe die Flucht ergreifen, oder vielmehr, sie wurden ausgerottet bis auf den lebten Schwanz; und wenn wir heute hören, daß es einst in un­serem schonen Vaterlande, das wir vom Norden bis zum ®^en' der Maas bis an die Memel ohne Waffen sicher bet ^.ag und bei Nacht durchqueren können, derartige Bestien gegeben hat, daß Wölfe und Bären, ja noch früher

Äwen und Auerochsen hier hausten, so mutet uns solche Thatsache fast tote ein Märchen an, und wir ver­setzen das Geschehnis ganz natürlich in eine ferne, ent» legene Zeit. 1 '

r, doch liegt diese Zeit iioch gar nicht soweit zurück, als wtr rm allgemeinen annehmen. Noch in den letzten Zähren des 18. Jahrhunderts wurde im Thüringer Walde em Bar erlegt (1797 im Fürstentum Rudolstadt), der letzte Luchs erst 1846, und Wölfe verirren sich noch jetzt zu- toe,t?e,n aus Rußland und Frankreich in unsere' Grenz- Noch im 17. Jahrhundert war der Bär in Mittel­deutschland und dem Thüringer Wald ein gar nicht allzu seltenes Wild, er wurde sogar durch gesetzliche Verord­nungen hier und da geschützt, da die Bärenhatz ein Lieb- ^^^?b^3uugen der Fürsten und Herren bildete; nachdem Schaden, den die Bestie dem Landmann zufügte, fragte man nicht. Beklagt es doch 1663 der Herzog von Braun­schweig sogar bitter, daßetzliche unverständige Schützen" chin die schönen Bären, welche ihm der Kurfürst von Sachsen geschenkt und die man im Harz ausgesetzt hatte, wo ste sichziemlich vermehrten", weggeschossen hätten, sodaß nur noch zwei übrig seien. Wie häufig der große Sohlengänger in unseren Wäldern war, zeigen die von H. Heß tn seinem interessanten MerkchenDer Thüringer Wald m alten Zeiten" zusammengestellten Angaben. Allein auf der städtischen Jagd zii Mendorf an der Werra wur- ben von 1467 bis 1502 22 Bären erlegt; 1585 im Amt Schmalkalden 7 Bären und 4 Bärinnen mit Jungen; 1881 erlegte Graf Georg Ernst im Hennebergischen allein 6 Baren. Seit 1650 lassen sich auf dem Thüringer Wald

Bären Nachweisen, doch ist ihre Zahl in Wtrklrchkert wohl viel größer gewesen.

Manche deutsche Fürsten hielten sich noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts Bären in großen Zwingern, um sie mit Hunden kämpfen zu lassen oder unter gewal- ttgem Gepränge auf abgesperrten Plätzen zu hetzen. So wurde 1630 auf dem Marktplatz zu Koburg ein Lustjagen veranstaltet, bei welchem zwei Bären, vier Hirsche, acht wtlde Schweine und zahlreiche andere Tiere losgelassen und zu Tode gehetzt wurden. Aus dem Zwiüger August des Starken zu Augustusburg entsprang eines Tages ein Bär, rrß bei einem Fleischer ein Kalbsviertel herunter nnd er­würgte die Fleischersfrau samt ihren Kindern.

Gemeinhin verursachten jedoch die braunen, zottigen Bestten weit weniger Schaden als die Wölfe, weil letztere tn viel größerer Zahl vorhanden waren. Vor allem wahrend des dreißigjährigen Krieges hatten sie sich zu unglaublichen Scharen vermehrt, sodaß sie das Leben der Menschen bedrohten und für ganze Gegenden zur Land­plage wurden. U. a. fiel 1647 ein Wolf die Tochter eines Köhlers zu Winterstein an und brachte ihr mehr als 30 Wunden bei, denen sie nach mehreren Wochen qualvoller Schmerzen erlag. 1641 zerriß ein Wolf die Witwe Mar­garete Wickmann aus Magdala int Mäderthal, und am 9. März 1643 wurden irrt Mühlthal zu Jena zwei Bürger von einem Wolfe überfallen. In Georgenthal wurde in den Jahren 1643 bis 1648 44 Wölfe gesehen, von denen 21 gefangen wurden; 1661 erschlug man int Zillbacher Forst allein 35 Stück. Innerhalb der Grenzen Preußens wurden (nach Brehm) 1817 noch 1080 Stück geschossen. In Posen erlagen ihren Bissen 1814 bis 1815 28 Kinder, und 1820 noch 19 Kinder und Erwachsene. Auch jetzt treten sie bei uns noch zeitweise auf, hauptsächlich als Ueberläufer aus Rußland und Frankreich. In den Reichslanden z. B. wurden von 1872 bis 1882, also in 11 Jahren, nicht weniger als 459 Stück getötet.

Weniger häufig kam der Luchs vor, doch machten ihn serne Raubgier und Kühnheit zu einer überall gefürchteten und gefährlichen Erscheinung, um so gefürchteter, weil er em so verborgenes Dasein führte, und aus diesem Grunde nur schwer zu bekämpfen war. Trotzdem ist die Zahl der Luchse, dte int 16. und 17. Jahrhundert zur Strecke gebracht wurden, eine verhältnismäßig große. Unter den Kur­fürsten Johann Georg I. und II. in Sachsen (1611 bis 1665) wurde int ganzen 324 Bären, 5093. Wölfen und 305 Luchsen das Lebenslicht ausgeblasen. Noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts trat der Luchs in manchen Gegenden m nicht unbeträchtlicher Anzahl auf; fo wurden im Ettaler Gebirge 1820 bis 1821 noch 17 Stück erlegt; der letzte in Deutschland überhaupt im Jahre 1846.

Können Bären, Wölfe und Luchse bei uns als ausge­rottet gelten, so treiben Wildkatzen, Füchse, Dachse, Marder, Fischottern usw. noch immer ihr Wesen, nur finden wir sie in früherer Zeit in viel größerer Menge vor. Nach der erwähnten Schrift von Heß sind 1600, auf zwei Jagden Johann Kasimirs anßer 434 Stück Wildpret auch 4 Luchse, 5 Wildkatzen, 16 Wölfe, 253 Füchse, 4 Fischottern, 21 Marder und 4 Biber erlegt worden, während im Herzogtum Gotha die Anzahl des erlegten Raubwildes in den Jahren 1789 bis 1791 auf 15 wilde Katzen, 208 Füchse, 241 Marder, 89 Iltisse und 4017 Wiesel und Igel angegeben wird. Im Hohleborncr Revier wurden von 1730 bis 1748 nicht weniger als 1352 Füchse zur Strecke gebracht. An Wild­schweinen fehlte es ebenfalls nirgends; in Hessen wurden allein während der Sauhatz int Jahre 1559 1120 Stück gefangen. Hirsche und Rehe mögen in einzelnen Distrikten iit weit größerer Menge als jetzt vorhanden gewesen sein, doch sorgten in der Regel die großen Raubtiere dafür, daß ihre Zahl sich nicht allzusehr vergrößerte. Einen be­sonders starken Wildstand hatte man zeitweilig int Hessi­schen und Hennebergischeu; von 1730 bis 1748 wurden nach Ausweis der Jagdchronik der Oberförsterei Hohleborn 3146 Hirsche erlegt, und im Hennebergischen fing man 1612 die Kleinigkeit von 2689 Hirschen, 302 Rehen, 215 Hasen usw. Der Hase ist das einzige Wild, das von der Kultur Nutzen zog; mit der Vermehrung der bestellten Aecker erweiterten sich seine Nahrungsquellen, während die Verminderung des Raubzeugs ihn von seinen gefährlichsten Gegnern befreite, sodaß er allein von allen Jagdtieren in der Gegenwart eine größere Verbreitung besitzt als in früherer Zeit.

In großer Masse vorhanden waren Auer- uud Birk­hühner, sowie Wassergeflügel aller Art. Auerhähne schoß inan int Gothaischen int 18. Jahrhundert jährlich durch­schnittlich 117 Stück; die wilden Gänse traten in solchen Scharen auf, daß sie der Landwirtschaft in hohem Grade schädlich wurden. Auch Raubvögel nisteten in Menge int Thüringer Wald, wo int Herzogtum Gotha allein iit den Jahren 1748 bis 1750 und 1789 bis 1791 16 Steinadler und 29o60 andere Raubvögel, sowie 10 642 Raben menschlichen Verfolgern zur Beute fielen. Außer dem Steinadler ge­hörten damals auch Fischreiher und wilde Schwäne zu den häufigsten Bewohnern Mitteldeutschlands. '

Noch sei zum Schluß einiger Gattungen gedacht, die tu wildem Zustande in Deutschland entweder völlig aus- gestorben sind oder nur noch in ganz vereinzelten Exem­plaren vorkommen. In erster Linie muß hier der Biber genannt werden, ein früher in unserem Vaterlande fast überall heimisches Tier, das zurzeit nur noch in wenigen Exemplaren an der Saale und Elbe beobachtet wird. Gänzlich ausgerottet ist das wilde Pferd; denn auch dieses zählte in früheren Jahrhunderten zu den keines­wegs seltenen Jagdtieren unseres Vaterlandes, und sein Fleisch diente unseren Vorfahren wie jetzt noch den Jn- dianerstämmen Amerikas zur beliebten Speise, sodaß im Jahre 732 Papst Gregor III. dem Bischof der Deutschen, Bonifaeius, Auftrag gab, den Geuuß des Fleisches wilder Pferde zu verbieten. Nach Heß kamen 1593 in den Vogesen noch wilde Pferde vor, in Preußen erließ 1543 Herzog Albrecht noch ein Ausschreiben zur Verhinderung ihres Aussterbens. In Thüringen werden sie noch 1437 und 1557 erwähnt; jedenfalls gehörten sie damals schon zu den Seltenheiten, und sind wohl bald nachher ganz ver­schwunden. Ob es sich dabei um thatsächlich wilde oder nur verwilderte Rosse gehandelt hat, ist mit Sicherheit kaum mehr nachzuweisen, doch findet neuerdings die An-