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interessanten Teiles Transvaals geschehen; die Ausbeutung der benachbarten Großfelder nahm die Aufmerksamkeit zu sehr in Anspruch. Und doch sollen hier noch gewaltige Schätze der Aufdeckung harren, wenn wir den Annahmen einiger Leydcnburger Goldgräber Glauben schenken dürfen, die sich dahin äußerten, daß man in diesem Terrain die herrlichsten Edelsteine, Diamanten, Rubinen, sowie Kobalt und verschiedene Erze finden werde. Speziell würde das Gebiet von Wonderfontein in mancher Beziehung reiche Ausbeute liefern. Ueber diese merkwürdigen Höhlen erzählt man sich allerlei Wunderdinge, doch weiß niemand etwas bestimmtes. Selbst die in der Nähe wohnenden Ansiedler, die jeden Fuß breit Landes kennen, sind über die Wasser der Höhle und diese selbst sehr wenig unterrichtet. So interessant auch die von einigen Farmern über dieses Wunderwerk der Natur gemachten Mitteilungen sind, so ist doch anzunehmen, daß der Besucher ebenso enttäuscht sein wird, wie Dr. Holub, dem wir die einzigen ausführlichen Nachrichten darüber verdanken. Zum Eingang in den Höhlenraum gelangt man durch eine Felsspalte. Nur ganz schmale, niedrige Gänge, die kriechend Kassiert werden müssen, zeigen sich zu Anfang, dann erweitern sich dieselben und erreichen eine Höhe bis zu 10 Fuß, verengen sich aber nach oben zu engen Spalten. Stalaktiten, jedoch nicht von besonderer Form, hängen von den Decken herab. Das die Grotten durchströmende Wasser fließt von Osten nach Westen, und ein Teil der. Wanderung muß im Wasserlaufe erfolgen. Die Tiefe des Wassers nahm nach Westen und Norden hin zu, die Erforschung konnte jedoch nicht ausgedehnt werden, da die führenden Farmer, die mit Lichtstümpfen den Weg beleuchteten, weiterzugehen sich weigerten. Ein kleines Boot hätte nach Ansicht Holubs mit Leichtigkeit eingeführt werden können, und es wäre mit Hilfe dieses vielleicht möglich gewesen, festzustellen, wo die unterirdischen Wasser ihren Anfang nehmen und ob thatsächlich eine Verbindung des Mooi River mit dem Höhlenwasser besteht. Ein bei Vermessung der Eisenbahn nach Pretoria thätig gewesener Ingenieur behauptet, daß nach seinen Beobachtungen ein Eonnex des Marico River, Nebenfluß des im großen Bogen fließenden Limpopo-Rivers, mit den vielen unterirdisch fließenden Wassern in der Nähe Potschefstroms bestehe und ebenfalls mit den Wonderfontein-Quellen. Der vorerwähnte, stellenweise hohle Boden, die Spruits mit den nach Südwesten ablaufenden Wassern, die Erdrisse, welche sich von Zeit zu Zeit mit Wasser füllen, das von unten aussteigt, lassen diesen Schluß wohl zu.
Vermischtes.
„Deutschland über See" ist eine neue Serie sog. Liebig-Bilder benannt worden. Diese vielbegehrten Empfehlungs-Kärtchen der Liebig's Fleisch-Extrakt-Kom- pagnie bieten hier eine Uebersicht der hoffnungsvollen Errungenschaften des neuen deutschen Reiches: „Kriegs- Lager in Miang, Kamerun", „Sonntagsmarkt in Kwam- koro, Deutsch-Ostafrika", „Dorfszene in Rabnin, Bismarck- Archipel", „Ochsenwagen-Karawane in Südwest-Afrika", „Feldbahn der Astrolabe-Komp., Neu-Guinea" und endlich „das deutsche Kreuzer-Geschwader bei Kiautschou", das sind die Stoffe der einzelnen Karten. Daneben sind Medaillon- Bildchen mit Kriegsschiffen, Typen überseeischer Völker, u. s. w. angebracht. Die Rückseiten enthalten Kochrezepte, bei denen teils das allbekannte, der Hausfrau so nützliche Fleisch-Extrakt, teils das bei der Krankenpflege so dienliche Fleisch-Pepton der Liebig-Kompagnie eine wesentliche Rolle spielt. ______________
Literarisches.
Als ein Hausschatz im wahren Sinne des Wortes, als eine Ratgeberin in Freud und Leid erweist sich immer wieder das illustrierte Wochenblatt „Die Praktische Hausfrau" (Verlag von Adolph Wolf, Dresden. Preis der Einzelnummer 10 Psg. Vierteljahrspreis [15 Nrn.! Mk. 1.50). Auch aus der uns vorliegenden Nummer 26 dieser gediegenen Frauenzeitung geht hervor, daß sie allezeit darauf bedacht ist, ihrer Aufgabe, eine Förderin des häuslichen Wohlstandes und des Familienglücks zu sein, in jeder Weise gerecht zu werden. Neben dem sehr fesselnd geschriebenen Roman „Stürme des Lebens" von Hermann Dupont/ dem Schlüsse einer gehaltvollen Novelle „Rose" von E. Ritter und der reizenden Humoreske „Die gegenseitige Ueberraschung" von Ph. Lenz enthält Nr. 26 auch „Frau Arbeit" Gedicht von Georg von Oertzen, „Welchen Schmuck lieben die Damen?" von Gustav Beyer, ,Fremdlinge in unseren Gärten" von Moritz Lilie, „Die erwachsene Tochter" von M. Kossak, „Die Perlen des Mundes", einen ständigen, illustrierten Artikel „Am Arbeitstisch" über Handarbeiten, eine Menge bewährter Rezepte für Wohnung, Küche, Keller, Speisekammer, Haus- und Zimmer
garten, Pflege der Haustiere. Der Jugend sind eine interessante und humorvolle Erzählung „Eine Reise im Aegypterland" Gedichte, Rätsel usw. gewidmet. Wir empfehlen „Die praktische Hausfrau", die sich einer immer größeren Beliebtheit in allen Kreisen erfreut, gern unseren Leserinnen. Das hübsch ausgestattete, gut illustrierte und reichhaltige, dabei sehr billige Blatt wird ihnen stets eine angenehme und nützliche Lektüre sein.
Ein« -edeutrnde Frau. Seitdem den Frauen die Universitäten für einige Fakultäten geöffnet sind, fällt auf das Studium der Medizin der größte Prozentsatz. In Deutschland mag dies daher rühren, weil die Erlernung einer anderen Wissenschaft behufs späterer Ausübung in einem Praktischen Beruf nicht zweckentsprechend ist, da die Fran bei uns noch kein höheres öffentliches Amt bekleiden darf, es ist deshalb eine natürliche Folge, daß in den meisten Fällen die Wahl auf die „Aerztin" fällt. In Rußland zählen wir bereits mehr als fünfhundert Aerztinnen, während bei uns diese Zahl auch noch nicht annähernd erreicht ist. Eine der hervorragendsten und wohl auch bekauntesten ist Frau Qr. Fis cher-Dü ckelmann, deren Namen wir besonders in letzter Zeit rühmlichst nennen hörten, durch ihre glänzenden Heilerfolge bei Frauen- und Kinderkrankheiten. Man mag zur Frage des Frauenstudiums stehen, wie man will, so muß man dieser Aerztin als einer, die es mit ihrem Berufe ungemein ernst meint, größte Achtung zollen. Ihre Reformbestrebungen sind der Menschheit nützlicher und heilbringender als hundert neue Endccknngen von Gift-Heilpflanzen und -Stoffen, die dem Menschen wohl momentane Hebung seiner Leiden bringen, ihn und seine Nachkommen aber desto sicherer degenerieren. Frau Dr. Fischer- Dückelmanu hat schon sehr frühzeitig den Grundstein zu ihrem Wissen gelegt. Als sechzehnjähriges Mädchen widmete sie sich schon dem Studium hygienischer Werke und veröffentlichte ein Jahr später eine Abhandlung gegen das Korsett. Einige Jahre später publizierte sie mehrere Schriften, worunter besonders die Reform der weiblichen Kleider und die moderne Küche Aufsehen erregten. Nach ihrer Verheiratung mit dem Kunsthistoriker Fischer gründete sie im Jahre 1885 die Zeitschrift: „Das Volkswohl". Ende der achtziger Jahre siedelte sie nach Zürich über, und ließ sich an der dortigen Universität immatrikulieren. Auf Grund einer Dissertation über das Kindbettfieber erhielt sie den Doktorhut. Nach einer erfolgreichen Assistenz in zwei Heilanstalten ließ sie sich in Dresden nieder und hat sich dort in kürzester Zeit eine bedeutende Praxis erworben. Ihr Ruf ist längst über das Weichbild der sächsischen Metropole hinaus gedrungen, und heute pilgern die Kranken ans weitesten Fernen dorthin, um von ihren Leiden zu genesen. Ihre Reformen, die die Krebsschäden der Schulmedizin und diejenigen der Gesellschaft hier besonders der Ehe beseitigen sollen, hat die Aerztin in verschiedenen Schriften zur Sprache gebracht. Die am meist bekannten sind: 1*) Die Geburtshilfe vom psychiatrischen Standpunkt (75 Pfg.), 2*) Die Behandlungsmethoden der Frauenkrankheit (75 Psg.), 3*) Entstehung, Verhütung und Heilung der Frauenkrankheiten (1.— Mk.) und die letzte *) „Das Geschlechtsleben des Weibes. Eine physiologisch-soziale Studie" (1.50 Mk.) Es würde zu weit führen, hier über die einzelnen Schriften ein ganzes Referat zu bringen, wir müssen uns darauf beschränken, nur kurz einiges über den Inhalt mitzuteilen. — Mit einem seltenen Freimut deckt die Verfasserin die Schwächen und Gebrechen der Schulmedizin auf, reißt sie den Mantel weg, der so manches Uebel in der Ehe verborgen hielt, geißelt sie die Unsittlichkeit des anderen Geschlechts in und außer der Ehe. Wenn die offene Sprache der Aerztin manchen recht unangenehm berühren wird, der sich in seinem tiefsten Innern getroffen fühlt, so kann es der mit dem menschlichen Wohle ernstmeinende nur freudigst begrüßen, daß sich endlich einmal eine Stimme erhebt, die frei bekennt, was Tausenden und Millionen von Menschen am Herzen liegt. Wir halten es ans diesem Grunde geradezu für unsere Pflicht, die erwähnten Schriften allen Eheleuten und namentlich allen gewissenhaften Müttern zu empfehlen. Mag die Aerztin auch vielen Anfeindungen im gegnerischen Lager ausgesetzt sein, so wird ihr der Sieg mit der Zeit doch werden; verschafft sie doch mit ihren Reformbestrebungen Millionen von Menschen ein menschenwürdiges Dasein, sind ihre Schriften doch dazu geschrieben, den Frauen Aufklärung zu verschaffen, und ist hierdurch der Weg bezeichnet, die Lösung eines Teiles der Frauenfrage zu sichern. K. Albrecht.
*) Sämtlich im Verlage von Hugo Bermühler, Berlin SW. 61, erschienen. ________________
Charade.
Nachdruck verboten
Kaufst du in Eins, wirst du gern ausgenommen, Man bittet dich, du möchtest wiederkommeu.
Das zweite ist zur Stärkung sehr beliebt, Doch manchem es das Gegenteil auch giebt. Das Ganze macht den Leuten etwas weiß, Verlangt dafür noch gutes Geld als Preis, P-
Auflösnng in nächster Nummer.
Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer.
Unter jedem Dach findet sich ein Ach.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UmversttätS.Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


