Ausgabe 
12.7.1900
 
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- §84

Champignons in verrottetem Dünger, dessen Beschaffen­heit von größter Wichtigkeit für das Gelingen der Treiberei ist. Wie die französischen Chümpignonisten, die aus dem Arbeiterstande hervorgegangen sind, ihr einträgliches Ge­schäft betreiben bei Fleiß und Sparsamkeit kann sich jeder jährlich mehrere 1000 Franks zurücklegen erfahren Interessenten aus einer Probenummer, die das Geschiafts- a'mt in Frankfurt a. Oder auf Verlangen gern umsonst abgrebt. /

Um Weinohne Eis kühl zu machen, wird die betreffende Flasche vollständig in ein nasses Tuch! gehüllt und dann in starke Zugluft gestellt. Das Tuch ist aber öfters mit frischem Wasser anzufeuchten.

Molken zu bereiten. Dreiviertel Liter Milche wird in einer Messingpfanne zum Sieden gebrachst; in dem Augenblicke, in welchem sie zu steigen beginnt, wird ein Eßlöffel echter Weinessig am Rande herumgegossen, und wenn sich Molken bilden, diese abgeseiht und lauwarm ge­trunken. In der Regel beginnt man mit dreiviertel Liter Milch, steigt bis zu anderthalb Liter, nimmt wieder ab, sodaß bei Beendigung der Kur wieder dreiviertel Liter verbleiben. Die Molken sollen eine Stunde vor dem Früh­stück getrunken, dann soll bis zum Frühstück spazieren ge­gangen werden.

Ein Rat für die Hausfrauen. Unsere Haus­frauen mögen in Anbetracht der warmen Jahreszeit fol- gendes beherzigen. Durch Zersetzung der Nahrungsmittel bilden sich Gifte, die/nicht nur schwere Erkrankungen, son­dern auch den Tod verursachen können. Deshalb sollen Tischreste, die von Mittag übrig geblieben sind, noch am Abend desselben Tages verzehrt werden; desgleichen Krebse. Starke Neigung zum raschen Verderben zeigen auch die Büchsenkonserven, weshalb der Inhalt einer geöffneten Büchse nicht bis zum nächsten Tage aufgehoben werden darf. Dieses Verfahren gilt auch für den Hummer. Alle übrigen Speisenreste, wie solche von Fleisch gleichviel ob ge­kocht oder gebraten, ferner Mehlspeisen usw., müssen staub­frei aufbewahrt und sobald wie mögliche verzehrt werden, da sie sonst mindestens zu Verdauungsstörungen führen, die in der heißen Jahreszeit leicht bedenkliche Folgen haben können. Speisen oder Speisenreste, die verdächtig aus­sehen oder sogar schon übel riechen, sind sofort zu ver­nichten. Leider herrscht vielfach die Unsitte, solche ver­dorbene Nahrungsmittel den Aufwärterinnen, armen Leu­ten oder reisenden Handwerksburschen und Bettlern zu überlassen, was eine gefährliche Art von Wohlthätigkeit ist und leicht die Bestrafung der Geberin nach sich ziehen kann, wenn diese Personen einmal durch den Genuß solcher Speisen erkranken. Die Hausfrauen sollten im Sommer beim Einkäufen und Kochen stets daran denken, daß mög­lichst bei jeder Mahlzeit reiner Tisch gemacht werden muß.

Ziergarten «nd Blumenpflege.

Abwaschen der Blätter bei Topfpflanzen. Das vielfach übliche Abspritzen unserer Topfpflanzen im Sommer genügt bei schönen und stolzen Blattpflanzen, wie Palme, Gummibaum, Philodendron, Aspidistra u. a., die ihre Blätter Jahre lang erhalten sollen, nicht ganz. Die Blätter sind bekanntlich die Lungen der Pflanzen, deren Gedeihen ohne gut entwickeltes Blätterwerk ein Ding der Umnöglichkeit ist. Das Blatt hat vielseitige Funktionen zu erfüllen, und um dieselben erfüllen zu können, muß es rein sein. Bei der Kultur der genannten Blattgewächse ist es daher von großer Wichtigkeit, daß die Blattpflanzen mindestens wöchentlich einmal von beiden Seiten abge- waschen werden; man bedient!sich hierzu am besten etwas angewarmten Wassers und eines Flöckchens zarter Watte oder auch eines leichten zarten Schwämmchens. Bei diesem Abwaschen muß mit Ruhe und Vorsicht verfahren werden, da manche Blätter von zarter Beschaffenheit sind und bei Unvorsichtigkeit zerreißen. Haben wir aber Pflanzen vor uns, deren Blätter durch nachlässige Behandlung schon mit einer stärkeren, hartgewordenen Schmutzkruste über­zogen sind, so genügt reines Wasser nicht mehr. In solchen Fällen verwendet man warmes Wasser, in welchem etwas grüne Seife aufgelöst wurde. Derartiges Seifenwassex bietet außerdem noch den Vorteil, daß es gleichzeitig nicht zu zählebiges Ungeziefer und feine Brut tötet.

.Bon dem jüngsten Vesuvausbruch bringt die Gartenlaub e" überaus naturgetreue Bilder, bei deren Aufnahme der unerschrockene Neapeler Professor Matteuci von den aus dem Krater auf ihn niederplatzenden Geschossen übel zugerichtet worden ist ;der diese charakteristischen Ab­bildungen begleitende Aufsatz stammt aus der Feder A. Kellners in Neapel. Von den vielen anderen Beiträgen, welche das beliebte Familienblatt darbietet, möchten wir als besonders zeitgemäß hervorheben eine mit' Illu­strationen reich! gezierte Beschreibung des Grödner Thales von I. C. Platter und die unter der UeberschxiftZauberer und Giftmörder" von Gustav Wischer beigesteuerte Schil­derung eines Geschjehnisses aus der jüngsten Vergangenheit, das demnächst vor dem irdischen Richter seine Sühne finden soll. Den Freund eines gemütvollen Humors wird das Gedicht Franz BechertsKasperle", zu dem R. Mahn ein hübschjes Bildchen gezeichnet hat, erfreuen. In dem unter­haltenden Teil des Blattes sind es die RomaneDer Dorf- apostel" von Ludwig Ganghofer undKampf ums' Glück" von Paul Robran, die unser ganzes Interesse gefangen nehmen. Für die künstlerische Ausschmückung derGarten­laube" sind unsere besten Künstler, so Friedrich! Prölß, F. Simm, F. Specht, R. Mahn, C. Bellanger u. a. m., besorgt.

Der Stein der Weisen" beschließt mit seinem inhaltlich gehaltvollen und illustrativ interessanten 24. Hefte den 12. Jahrg. Reich- an Erfolgen und Anerkennung seitens eines ausgedehnten internationalen Leserkreises und seit langem als! führendes Organ auf dem Gebiete der populären Wissenschaften von der Presse begünstigt, er­öffnet die vortreffliche Revue (A. Hairtleben's Verlag, Wien) in einem kurzen Programme, das in diesem Hefte abge­druckt ist, erfreuliche Hoffnungen 'für die Zukunft. Das vor- liegende Heft selbst präsentiert sich in gewohnter Viel­seitigkeit und Reichhaltigkeit. Es bringt bemerkenswerte Abhandlungen sowohl naturwissenschaftlichen Inhaltes (Hochgebirgsstudien, Die Erklärung rätselhafter Erschein­ungen auf occultistischem Gebiete/Das Zodiacallicht) als technischen Inhaltes (Der Whitehead-Torpedo, Deutsche Maschinen auf der Pariser Ausstellung, Die Motoren der Automobilwagen, Die Einrichtung einer großen Telephon­zentrale) und viele kurze Mitteilungen aus allen Wissens­fächern. Allen diesen Aufsätzen find zahlreiche und instruk­tive Abbildungen beigegeben.

Logogriph.

Nachdruck verboten.

Als dunkelfarbig bin ich dir, Doch auch als bunt bekannt.

DaS zweite Zeichen ändr'e mir:

Nun bin ich dir verwandt. m.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Tauschrätsels in voriger Nummer:

Edler Maus Ilias Leder Rind Iller Teller Tonne Eier Rabe Sand Hobel Auster Uhr Sessel;

Emil Rittershaus.

Auflösung des Preisrätsels in Nr. 91:

TPH a t a f o u Tafel s e n f P t o l c m ä u i Hausmausc e ä u n u s f S e

Es gingen insgesamt 14 richtige Lösungen ein, bas LoS siel auf Nr. 8. Einsender: Curt Blumenau, Gießen, Grünbergerstr. 52.

Der Preis Franzius, Kiauischou ist von dem Gewinner gegen Vorzeigung der Abonnementsquittung in der Geschäftsstelle der Familienblätter" in Empfang zu nehmen.

Rrteättim; ». Burkhardt. »ruck und Verlag der Brühl'schen UniversttSts-Buch- und Gteindruckerei (Pietsch Erden) in Gieße».