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"Nein . Ich werde es unten im Speisezimmer nehmen. Ist der Baron abgereist?"
Um sieben Uhr früh! Er ließ ftch Eurer Durchlaucht noch' einmal angelegentlich empfehlen und sprach dre Hoffnung aus aus ein baldiges Wiedersehen tn Santt Petersburg." ,
Der Fürst machte eine abwehrende Handbewegung.
,Es ist gut. Sorgen Sie für meine Chokolade!" , Im Kamin des Speisesaales loderten bereits mächtige Holzkloben; Arkadi Wassiljewitsch aber fühlte nichtsdestoweniger ein Frösteln, als er den dunkel getafelten Raum betrat. Er ging au das Büffet und nahm die Krystall- flasche herab, die noch zur Hälfte mit einer wemroten ] Flüssigkeit gefüllt war. Mit unsicherer Hand füllte er das Liqueurgläschen, welches stets neben fernem Gedeck stand. Einen Moment hielt er es nach alter Gewohnheit gegen das Licht. Aber der dicke, weißliche Nebel, der wie eine feste Masfe draußen vor den Fenstern lag, mochte schuld daran sein, daß der Stärkungstrank heute nicht von der Farbe und Durchsichtigkeit des Rubins, chnoern trübe und dickflüssig schien wie Blut. Fürst Suworm stellte das Glas auf den Tisch zurück, als hätte ihm das Aufsehen des Liqueurs Bedenken erregt, ihn zu trinken. Da aber lief das unbehagliche Frösteln aufs, neue durch seinen Körper, und nun stürzte er den Inhalt des kleinen Kelches mit einem Zuge hinab. • ..
Kaum fünf Minuten nachher trat der Kammerdiener mit der Chokolade in den Speisesaal ein. Er fandjstmen Gebieter in schrecklichen Krämpsen ans dem Fußboden, Schäum vor dem Munde und mit bläulich verfärbtem, qualverzerrtem Gesicht. Das Bewußtsein war ihm bereits geschwunden, und nur dumpfe unartikulierte Schmerzenslaute kamen noch aus der vom Todeskampfe zufatnmen- geschnürten Kehle .Nach drei verschiedenen Richtungen hin jagten sofort reitende Boten in den nebeligen 9)iorgen hinaus, um ärztliche Hilfe herbeizuschaffen. Aber von den Männern, die den Kranken aufhoben, um ihn m fein Schlafzimmer zurückzutragen, hegte keiner den geringsten Zweifel, daß Fürst Arkadi Wassiljewitsch em rettungslos Verlorener sei.
Zweites Kapitel.
Schwerfällig rasselte der grün angestrichene Bahnomnibus des Hotels „Zum Köuig von Spanien über das schlechte Waldenberger Pflaster. Ein großer grauer Reste- I kofser, der augenscheinlich schon recht viele Strapazen hatte überstehen müssen, schwankte hoch oben aus dem Verdeck Im Innern des Wagens faß nur em einziger Passagier.
Herr Jakob Hchchanslügel, der Eigentümer des „König von Spanien", ein kleiner, wohlbeleibter Mann m langem, I schwarzem Gesellschaftsrock und schneeweiß leuchtender Weste stand im Vestibül seines gastlichen Hauses, um I nach ' alter Gewohnheit etwaige neue Ankömmlinge m I eigener Person zu empfangen. Em verbindlich unter- 1 würfches Lächeln war auf seinem feisten Gesicht; aber sobald er des schäbigen, grauen Koffers ansichtig geworden war nahmen seine verschwommenen Zuge plötzlich emen Ausdruck vornehmer Gleichgiltigkeit an. Er drehte den Kovf ein wenig nach dem hinter ihm stehenden Oberkellner um und warf geringschätzig über die Schulter. Dritter I Stock — Nummer siebennndzwanzig oder achtundzwanzig.
Dann trat er noch um einen kleinen Schritt Wester vor nnd wartete in nachlässiger Haltung den Eintritt des neuen Gastes ab, den seine scharfe Beobachtungsgabe offenbar schon jetzt einer ziemlich; untergeordneten Klasse des reisenden Publikums zugewiesen hatte. Auch der Hausknecht beeilte sich nicht sonderlich, die Wagenthur zu offnen nnd mit einer gewissen Herablassung streckte er den Arm aus, um das Handgepäck des Passagiers m Empfang zu Uei,n£r eine tiefe Männerstimme rief ihm zu: „Danke, tinctB Tttit liebet felbft! ,
' Der dienstbare Geist fühlte M Zugleich vorl einer anscheinend recht kräftigen Faust ohne viele Umstande bei Seite aeschoben. Verblüfft fah er zu der Hünengestalt des Mannes auf, der ihn trotz seines ^der^dchwi
noch um eine halbe Kopflänge überragte, und der dabei doch so leicht und elastisch dahmfchritt. Ganz in emen einfachen braunen Reisemantel nut west herabfallendem
anderes frei wird —" , , , „
„Nun, ich werde ja sehen", meinte der Fremde kurz, indem er der Treppe zuschritt. „Wenn nur s nicht gefallt, suche ich mir nachher ein anderes Gasthaus.
Ich glaube, das ist etwas sehr Vornehmes, §err Schwanflüael" flüsterte der Oberkellner, als der recken- MÄst Ä den oberen Regionen des Hauses verschwunden war. Der erfahrene Mann in der weißen Weste m er machte eine vielsagende Bewegung mst den Schultern.
„Ich taxiere ihn auf einen Geschäftsreisenden. Passen Sie auf: er kommt nicht 'mal an die Table d hole. Uebrigens können Sie ja der Sicherheit halber gleich nut dem Fremdenbuche zu ihm hinaufgehen.
Bescheiden klopfte der wißbegierige ^nngling denn auch fünf Minuten später an die Thur von Nummer siebenundzwanzig. Aber als er auf eine Frage von drinnen sein Anliegen kundgethan hatte, schallte es als wenig ermutigende Antwort mit sonorem Stimmklange heraus.
Scheren Sie sich zum Teufel! Ich werde mich doch wenigstens erst in Ruhe umkleiden können."
Es ist doch etwas Vornehmes", dacht ^ecm, wahrend er mit seinem Fremdenbuche unverrichteter Sache die drei Treppen wieder hinabssteg. „Diesmal, glaube ich, Hai de i Alte sich gründlich blamiert." „ . ,
| stad verdutzten Antlitzes, als wäre in ihm stlbe^ die Ahnung einer solchen Möglichkeit aufgedammert wst Herr Schwänflügel die kleinen Angen auf, als eine halbe Stunde nachher der Fremde an ihm vorüber das Bestibul durchschritt. Jetzt trug er nicht mehr den einfachen Reisemantel und den niedrigen, weichen Filzhut, sondern er war in einen eleganten Ueberzieher nach neuestem Schnitt gekleidet, und von dem tadellosen englischen Seidenhu^ bis herab zu den Lackstiefeln, welche die auffallende Kleinheit seiner Füße in das vorteilhafteste Licht setzten, zeugte jede Einzelheit seines Anzuges von ebensoviel Sorgfalt I als vornehmen Geschmack. Fast unwillkürlich machte chm I <serr Schwanflügel eine tiefe Verbeugung; aber der Fremde würdigte ihn keines Blickes und trat ohne Wort oder Gruß 1111 bic 6tra6c
Absallstoffe?)
Von Dr. Karl Täschner.
Nachdruck verboten.
I Die alten Zeiten peinlicher: Sparsamkeit mder Fa- I milie find vorüber; es müßte denn fern, daß bittere not dazu zwingt. Als die Hausfrau Noch sämtliche Be- dürfnifse der Familie zu sorgen hatte, z. B selbst Seife | ML und Lichte zog, da wurde noch manches sorgsam I aufgehoben, was heute in den Kehricht wandert. Doch I ist dieser heute keineswegs verloren. Jetzt sind es ander-. «Hände als die der Hausfrau, welche aus dem weg- I geworfenen Abfall Nutzen ziehen, und zwar tn weit ergiebigerer Weise, als es die Familiemnutter un stände war.
In den Großstädten ist ein kleines Heer von Personen I — „Naturforscher" und „Fleetenkieker heißt sie der I Volksmund in Hamburg — mit dem Einsammeln. Sor- : I *7 Pgk Nr. 33 der „G. F." Elektrizität aus dem : I Müllkasten.
Kragen eingehüllt und im Schmuck eines langen, seidenweichen dunklen Vollbartes, dessen Enden der Wind zur Seite wehte, bot der Fremde ein wahrhaft vollkommenes Bild kerniger und gesunder Mannhaftigkeit dar.
Er trug eine altmodische Handtasche, die Nicht weniger reisemüde aussah, als der graue Koffer, und em fest zu,ammen geschnürtes Plaid, welches allem Anschein nach eine ganze Menge anderer Gegenstände emhullte.
„Geben Sie mir ein gutes, geräumiges Zimmer! wandte er sich an Herrn Schwänflügel, dessen leichte Verbeugung er mit einem flüchtigen Kopfnicken erwidert hatte, „lind lassen Sie ineinen Koffer gefällig,t , »gleich hmauf-
^Der Besitzer des „König von Spanien erteilte dem Hausknecht einen hoheitsvollen Wink. . , ...
Ich habe leider nur noch em paar Zimmer un dritten Stock. Vielleicht, daß morgen oder übermorgen etwas
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