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in einer Stunde mit der Eisenbahn zu erreichenden, höchst komfortabel eingerichteten Schwefelbade, das sich zu einem villenartigen Luftkurorte allerersten Ranges -entwickelt hat, Aufenthalt zu nehmn. Es ist erstaunlich, was menschlicher Fleiß und gärtnerische Kunst aus diesem etwas oberhalb des Niles auf dessen rechtem User gelegenen Sandboden gemacht haben! Man kann behaupten, daß eine blühende Oase hier mitten in der Wüste hervorgezaubert wurde. Dazu zeichnet sich die Wüstenluft durch ihre beispiellose Reinheit und Frische ganz besonders aus und kommt an belebender Kraft der Alpenlust nahezu gleich. Ein Ausflug in die umgebende Wüsteneinsamkeit ist ebenso ungefährlich als lehrreich und unterhaltend. Welch reiche Ausbeute winkt hier dem Botaniker, der aus den meist zierlichen und niedlichen, farbenprächtigen Wüstenpflanzen ein Sträußchen sich windet, und zur Widerlegung eingewurzelter Vorurteile in die nordische Heimat mitbringt, dem Zoologen und Mineralogen, die gar mancherlei seltene Versteinerung hier entdecken und mühelos sich eine stattliche Sammlung zulegen können, dem Astronomen, der immer aufs neue bewundernd in das in nie geahnter Pracht über ihm funkelnde Firmament sich vertieft, ganz zu schweigen von dem mutigen Waidmanne, der, wenn er auch nicht gerade Löwen und Tiger sich zur Beute erküren kann, doch manch seltenes Wild erlegen wird.
Auch die Pflanzenwelt steht, wenigstens was die aus nördlichen Breiten eingeführten Arten betrifft, einigermaßen unter dem Einflüsse des egyptischen „Winters". Einige derselben (Weidenarten, Hollunder u. a.) verlieren ihre Blätter und zeigen ein bemerkenswertes Stocken im Wachstum. Da jedoch diese Arten immerhin zu den Seltenheiten gehören, so trägt die egyptische Flora auch im „Winter" eine durchaus sommerliche Physiognomie, und außer den einheimischen Palmen prangen die zahlreichen Ficus- (Feigen-)Arten, deren der berühmte Ezbekiyegarten in Kairo allein an die Dreißig aufweist, unausgesetzt im üppigsten BlätterschMuck. Dies gilt namentlich von dem Maulbeerfeigenbaum (FicuI Sycomorus), dessen ehrwürdigste Repräsentanten die Lustallee nach Schubra einsäumen, und dem sogenannten „Gummibaum" (Ficus elastica), dessen harmonisch geordnetes Blätterdach den gewaltigen Straßenbäumen ein ungemein apartes Aussehen giebt. Einen besonders freundlichen Eindruck verleihen die stattlichen Lebbach-Akazien (Albizzia Lebbok, nicht zu verwechseln mit der Nil-Akazie oder dem Suntbaum) den öffentlichen Straßen und Plätzen, die jahraus, jahrein im herrlichsten Grün prangen, und nun in die schattigsten Promenadenwege verwandelt sind, unter denen man selbst hinaus bis zu sten drei Stunden entfernten „großen" Pyramiden von Gizeh so bequem und angenehm dahinwandeln kann. Wie weidet sich da das trunkene Auge mit Entzücken an den haushohen, saftstrotzenden Kaktusseigen- sträuchern und langblätterigen Bananen, den dunkelgrünen Orangenbäumen, die neben der Fülle ihrer verlockenden goldenen Früchte immer neue Blüten und Knospen hervortreiben, den mit üppig wucherndem, meterhohem Weißklee, Zuckerrohr, Tabak- und Baumwollenpflanzen bedeckten weiten Kulturflächen, die uns im Geiste in eine „güldene Aue" des gesegneten deutschen Vaterlandes zur holden Maienzeit versetzen.
Freilich, da dieser „Winter" zugleich reich an süßen Früchten ist, unter.denen die Datteln und Orangen obenan- stehen, wird uns, wie oben angedeutet, der Vergleich desselben mit unserem Lenze ziemlich schwer, und wir möchten ihn lieber einen freundlichen, segenspendenden Herbst nennen. Die Ernte der Datteln, deren Blüte in den April fällt, wird meist schon Mitte bis Ende November vorgenommen. Aber da die ziegelroten, reifen Früchte wegen ihres harten Fleisches und ihres herben, arg beizenden Geschmackes in diesem Zustande ungenießbar sind und nach Art unserer heimischen Mispel, um wohlschmeckend und überhaupt genießbar zu werden, erst einen Gährungs- prozeß durchmachen müssen, so sind sie so recht die eigentliche „Winterfrucht" Egyvtens. Denn die getrockneten Datteln, die während der übrigen Monate zu haben sind, kommen den frifcEjen nicht im entferntesten an Aroma und Wohlgeschmack gleich. Das gilt auch von den Orangen
im Vergleich mit d!en bei uns in den Handel kommenden „Apfelsinen". Wer nur einmal im Januar egyptische Blutorangen frisch vom Baume weg verzehrt hat, der findet weder an den Apfelsinen von Messina, Catania u. a., noch an denen aus Spanien Gefallen; sie schmecken ihm herb, fade und gewürzlos. Die lieblichste Begleiterin des egyptischen „Winters" bleibt indessen die Königin der Blumen, die Rose, die fast überall wild wuchert und neben Geranien und Pelargonien unausgesetzt ihre vollen, bald in blendendem Weiß, bald in glühendem Rot prangenden Blütenbüschel zur Schau trägt. Gesellen sich zu ihr Hollunder, Akazien, Pfirsichbäume u. a. und beginnen diese ihre Blütenpracht zu entfalten, was in der ersten Hälfte des Monats Februar der Fall zu sein pflegt, so ist das das sicherste Zeichen, daß der egyptische „Winter" dem mit Macht herannahenden jungen Lenze zu weichen tm Begriffe ist, und die Fremden denken bereits an die Heimkehr. Denn die nunmehr häufiger und intensiver auftretenden heißen Glutwinde (Chamsin) verleiden ihnen bald den Aufenthalt im Freien, und der nun beginnende, leider nur zwei Monde währende egyptische Lenz gleicht einem feurigen Liebhaber, der im Sturme der Leidenschaft die Erwählte gefangen nimmt. Daher bleibt der „Winter" die auserwählte Jahreszeit in Egypten, sowohl für den Fremden, den wissenschaftliche oder gesundheitliche Zwecke ins Nilland führten, wie für den Eingeborenen, der in ihm seine „goldene" Zeit sieht.
Zeit ist Geld; denn Zeit spart Geld, diese Worte find keineswegs neu, aber wie viele Leute opfern Zeit wie Geld unnötig Dingen, bei denen sie beides ganz erheblich sparen könnten! Wie viele Hausfrauen, selbst tüchtige, praktische und sparsame, arbeiten stundenlang in der Küche, um eine gute Mittagsuppe herzustellen. Wie manchmal möchten sie den aus der Schule kommenden Kindern oder dem von der Arbeit heimkehrenden Manne eine Tasse stärkende Bouillon oder einen Teller kräftiger Suppe darbieten. Ja> ivenn! das 'nur nicht so lange dauerte! — Und dabei ist die Sache so einfach. — Möchten doch solche Leserinnen, welche die Maggi-Präparate noch nicht kennen, nur einen Versuch damit machen. Wir wollen diesmal nur auf die Suppen - Präparate aufmerksam machen, die in ihrer großen Auswahl jedem Geschmack gerecht werden, während durch die prächügen und ebenfalls billigen Bouillon-Kapseln, bei vorhandenem heißen Wasser, die sofortige Herstellung einer vortrefflichen Bouillon ermöglicht wird. — Zeit ist Geld, denn Zeit spart Geld! — Keine Neuerung auf kulinarischem Gebiete ist so dazu berufen, um unfern Hausfrauen die Arbeit zu erleichtern und das Wirtschaftsgeld zu erhalten, wie die trefflichen Maggi-Präparate.
Bilderrätsel.
Nachbildung verboten.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Schachaufgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz.
1. Te 7 — gl Beliebig.
2. T giebt Matt.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Aerlag der Brühl'schen UniverMtS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.


