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Vertrauen, er achtete wich, weil ich ihm stets zwei Nickel Trinkgeld zahlte.
„Zwischen mir und —
Kalbsbrust! — Ja, Herr."
„Das junge Mädchen machte Eindruck auf —
Einen Kümmelkäse!"
„Ich liebte sie, wie kein Mann je liebte —
Gebratene Kalbsleber!"
„Ich hätte alles hingegeben für —
Ein Gläschen Eognac!"
„Sie war Köchin, Herr, und so anständig wie —
Ne gebratene Gans!"
„Wir hielten ein halbes Jahr lang zusammen und alles ging so schön —
Durchgebraten! — Jawohl!"
„Aber es kam eine Zeit, als mein Seelenfrieden zerstört war und alles durch —
Etwas Schmalz! Ja, Herr."
„Es war einer von der Gardekavallerie. Als ich das erfuhr, sagte ich: —
Rostbcaf ist alle."
„Marianne, sagte ich, laß dich nicht täuschen durch —
Backpflaumen!"
„Das Militär hat einen bunten Rock- aber es schlagen keine treuen Herzen in ihren —
Nieren mit Bratkartoffeln."
„Ich sagte: Wähle zwischen uns, sagte ich. Und sie wählte, aber
Nicht Hammel- sondern Kalbskotelett!" — —"
Des armen Burschen einfache, kunstlose Geschichte rührte mich tief.
„Karl," sagte ich, „ich bedaure Sie."
„Danke, Herr, danke! — Suppe 30, Beefsteak mit Zwiebeln 1,20 Kartoffeln 20, Gurken 20, Brot 10, Bier 30, ein Gläschen Bittern 20 — macht 2,50. Ja, Herr- Das war ein Schlag, ein herber Schlag —
Jawohl, Kalbskopf!"
Ueber den Nutzen des Stares.
Dem berühmten Naturforscher Lenz, der viele bestimmte und genaue Beobachtungen aus der Vogelwelt zur öffentlichen Kenntnis gebracht hat, verdanken wir folgende interessante Mitteilungen über den Star: „Ist die erste Brut ausgekrochen, so bringen die Alten in der Regel vormittags alle drei Minuten Futter zum Neste, nachmittags alle fünf Minuten, macht jeden Vormittag in sieben Stunden 140 fette Schnecken oder das Gleichartige an Heuschrecken, Raupen u. s. w., nachmittags 84. Auf die zwei Alten rechne ich in der Stunde wenigstens zusammen zehn Schnecken, macht in 14 Stunden 140. In Summa werden also von der Familie 364 höchst schädliche Schnecken verzehrt.
Im Auftrage des hiesigen Tierschutzvereins find in dem großen, schönen Garten der Frau Dr. Ploch dahier acht Nistkästchen für Stare aufgehängt worden, die alle bewohnt waren, und es fliegen demnach von hier aus eine nützliche Streiterschar gegen oben genanntes schädliches Ungeziefer von 96 Stück in Flur, Feld und Wald. Auf Veranlassung des hiesigen Tierschutzvereins sind um die Stadt und an anderen verschiedenen Stellen nahezu an 500 Nistkästchen für Stare angebracht worden, und es wird sicherlich dadurch ein großer Nutzen gestiftet. Die Stare verdienen daher nicht nur gehegt und gepflegt zu werden, sondern auch, daß man denselben recht viele Nistkästchen anbringen läßt.
Gießen, im Dezember 1899. H. Cur sch mann.
Hrrnrovistisches.
Die höhere Tochter auf dem Lande. Luci: „Wer bekommt das viele Salz?" — Magd: „Unsere Kuh." — Luci: „Muß die aber verliebt sein!"
Wie man spricht. Marktfrau: „Haben Sie sonst noch etwas auf dem Herzen, Fräuleinchen." — Fräulein: „Ja, ein Pfund Gänsefett!"
Citterarifcbes.
Aufgaben und Ziele des Menschenlebens. Bon Dr.
I. Unold in München. („Aus Natur und Geisteswclt". Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen ans allen Gebieten des Wissens. 12 monatliche Bändchen zu je 90 Pfg., geschmackvoll gebunden zu je Mk. 1,15.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Jeder denkende Mensch wird und muß sich heute — wo die modernen Kulturvölker, wie die Entwickelung ihres wissenschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Lebens lehrt, in unaufhaltsamem Uebergang begriffen sind aus dem naiven, von Sitten und Autorität geleiteten Dahinleben zur Mündigkeit und Selbstbestimmung — die Frage vorlegen: wie ordnen wir unser Dasein, das persönliche und das öffentliche; gießt es für die mündige Persönlichkeit überhaupt keinen Zweck und kein Ziel des Einzel- und Gesamtlcbens? gießt es keine kündenden Gesetze und Regeln des menschlichen Handelns? Die Beantwortung dieser Frage, in der er zugleich die Lebensfrage der modernen Kulturvölker und somit auch unseres deutschen Volkes sieht, seitens des Verfassers dieses Bändchens ist eine zuversichtlich bejahende, zugleich wohl begründete. Die Gesetze und Bedingungen, die Zwecke und Ziele des menschlichen Einzel- und Gesamtlebens ans zwei Quellen der Betrachtung ableitend, gewinnt er die Natur- und die Kulturbedingungen, die notwendigsten nächsten und die fernsten höchsten Zwecke und Ziele des menschlichen Einzel- und Gesamtdaseins. Hieraus ergeben sich dann als unabweisliche Folgerungen die einzelnen Sittengesetze. Daß ein Volk mit der Abwendung von den alten Antoritaten notwendig zu Grunde gehen müsse, ist darum nicht zu befürchten. Vielmehr entstehen im Lause der fortschreitenden Entwickelung neue Stützen, die man beizeiten erkennen und wirksam machen muß. Dazu will das vorliegende Büchlein jedem nachdenklichen Leser reiche Anregung, jedem Suchenden willkommene Anweisung geben.
Der sensationelle Maffia-Prozeß, in den Mitglieder aller Gesellschaftsklassen von Palermo verwickelt sind und der jeden Tag neue, Aufsehen erregende Enthüllungen bringt, bildet eine ausgezeichnete Illustration zum Roman „Corleone" von F. Marion Crawford. Der berühmte Verfasser kennt aus eigener Anschauung das Treiben der Maffia, da er lange Jahre in Sizilien gelebt hat. Mit meisterhafter Hand schildert er in dem Roman „Corleone", der gegenwärtig in „Dies Blatt gehört derHausfrau!" (Verlag von Friedrich Schirmer, Berlin SW., Rcuenburgerstraße 14 a) erscheint, die Macht der Bande, die ihr Netz über ganz Sizilien ausgebreitet hat. Die üppige Landschaft und die heißblütigen Menschen leben darin auf und fesseln den Leser. Daß „Corleone" keine Räuber- und Mordgeschichte, sondern ein wirklicher Sittenroman ist, dafür bürgt sowohl der Name Crawfords, als auch das Renommee der Wochenschrift „Dies Blatt gehört der Hausfrau!"
Königspromei» ade.
Nachdruck verboten.
Man darf die einzelnen Wörter und. S ilben nur in der Weise mit einander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Felde aus auf ein benachbartes übergeht.
Auflösung in nächster Nummer.
freun
lich
aber
die
nen
de
wahr
neidlos
sen
er
neu in
die
du
glück
ein
wei cher
der freund
darfst
nen
dir
möch
man sich
not
nicht
gön
hei
reich
te
will
viel
hilf
ßm
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer
Wo Worte selten, haben sie Gewicht.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen NuiversitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


