Ausgabe 
26.10.1899
 
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Eier zum Thee verlangt, wird in der Lebenshaltung der Wohlhabenden auch bei uns immer allgemeiner. Der Mann wenigstens, der von der Morgenmahlzeit an die Tagesarbeit geht, nimmt bei uns doch meist kräftige, eiweißreiche Sachen zu sich. Auch die Kinder erhalten schon vielfach Ei, ge- fchabten Schinken, ein Tartarbrötchen; neben der Butter zum Weißbrot steht der gesunde, nährende Honig aus dem Frühstückstische. Mit solchem Frühstück kann der Mensch auskommen, wenn er sonst gesund ist und verarbeiten kann, was er empfängt

Kann aber die Haushaltung des Mittelstandes diese Gewöhnungen gutsituierter Kreise doch wohl nur ganz ver­einzelt sich aneignen, so weist die überraschende Beobachtung, daß Blutleere, Nervosität, allerlei Ernährungskrankheiten in den Häusern der Reichen fast noch häufiger anzutreffen sind, als da, wo ein mäßigerer Tisch die Familienglieder nährt, doch darauf hin, wie Ueberfiuß gleichwohl etwas anderes ist als Genüge, Angebot noch nicht die Aufnahme sichert, und das, was gemeinhin unter Kraftküche verstanden wird, durchaus nicht immer den gehegten Erwartungen entspricht.

So widersinnig es klingt: an tausend und abertausend üppig besetzten, vollen Tischen, an denen sich Menschen Tag für Tag ohne besonderen Appetit, noch viel weniger je mit dem Gefühl des Hungers niedersetzen, von denen sie auf- stehen nach Genüssen und sogenannten Stärkungen, die dem Armen auf der Straße die Bitterkeit in's Herz und die Begehrlichkeit in's Auge treiben, sitzen oft Leute, die an schlechter Ernährung, an mangelhafter Versorgung des Organismus gerade so sicher zu Grunde gehen, wie er.

Die Formen der Ernährungsfehler, zu welchen der Reichtum so oft verführt, sind nur andere, als diejenigen, welche den sorgenvoller mit der Existenz Ringenden ihre Kräfte kosten; die Wirkung dieser Fehler ist überall dieselbe. Der Körper steht unter einem gleichen Gesetze für Leben und Tod, ob der Luxuskonsum oder der Hunger es verletzt, und gestört wird das Leben, wenn die Ernährung eine falsche oder unzulängliche ist, so oder so.

' Wir stehen beim ersten Frühstück; ja, wie soll es denn beschaffen sein, um zu bieten, was man braucht, um auch im sparsam wirtschaftenden Haushalt eine wirklich nährende und ernährende Mahlzeit, eine Grundlage, eine Zufuhr, die sich im Körper wirklich in Kraft umsetzt, zu bilden?

Das erste Frühstück verlangt zunächst immer warmes Getränk. Jenes eigentümliche Gefühl der Nüchternheit, das die lange Ernährungspause in ihrer Wirkung auf den Magen hervorbringt, zeitigt, ganz unabhängig von der uns umgebenden Temperatur, das Bedürfnis nach Aufnahme von etwas Warmem.

Hat ein Nährmittel die Aussicht, sich die Frühstücks­mahlzeit in Deutschland mit der Zeit vollständig zu erobern, so ist es der Kakao. Jemehr es gelingt, seine Verdaulich­keit und Nährkraft zu steigern, seinen Preis herabzusetzen, tunso sicherer wird er eins der wichtigsten Volksnahrungs­mittel werden. Seine Verbindung mit geschrotetem und gemahlenem Hafer hat ihn zugleich gekräftigt und verbilligt. Der Zusatz von Tropon macht ihn hinsichtlich seiner Leistung zum idealen Nährgetränk. Wem die Kraftküche kein Stück saftiges Roastbeef oder anderes Fleisch für den Frühstücks­tisch liefern kann, der gewöhne sich, zu seinem gewohnheits­mäßigen Morgengetränk, es bestehe nun in Thee oder Kaffee, doch ein oder zwei Eigelb mit Tropon angerührt zu genießen. Das Jdeal-Morgengetränk bleibt der Tropon- Kakao. Die Tasse Tropon-Kakao hat den doppelten, Tropon- Ehokolade den dreifachen Nährwert gegen alle sonstigen Kakaos und Chokoladen, die im Konsum sind. Das Glas gewöhnlicher Milch, dem beim Aufkochen ein Löffel Tropon- pulver zugesetzt wird, ist ergiebiger, als zwei ganze Liter ohne diesen Zusatz.

Dieser Zusatz inacht jedes Nährmittel zur Kraftspeise. Es ermöglicht der Küchenleitung, den Nährgehalt der ge­wohnten Schüssel zu regeln, und erleichtert ihr die Aufgabe^ auch die richtigen Auwendungsformen zu finden. Denn das Pulver kann, unbeschadet für den Geschmack, allen Speisen und Getränken zugesetzt werden.

Schon gibt es Tropon-Brot, Backwaren aller Art, Tropon-Suppenmehle. Von ganz besonderem Werte für die Frühstücksmahlzeit der praktischen Kraftküche ist das Tropon-Sano. Es ist das ein ganz feines, gemahlenes Gerstenmehl, welches durch einen Gärungsprozeß von allen schwerverdaulichen Schalenresten befreit und durch Zusatz von 25 % Tropon auf den höchsten Nährwert gebracht ist. Eine Anzahl klinisch-praktischer Versuche und wissenschaft­licher Analysen haben festgestellt, daß gerade die im Tropon- Sano dargestellte Verbindung von gemalztem und gegorenem Gerftenmehl mit dein leistungsfähigsten Eiweißkörper, bei der ihm eigenen, besonderen Verdaulichkeit, an Kraftzufuhr außerordentliches leistet.

Schon für die normale Küche von entsprechender Be­deutung, steigert sich der Wert dieser Verbindung in beson­deren'Fällen. Magenleidende pflegen, selbst bei schweren Störungen, Tropon-Kakao wie Tropon-Sano noch gut zu verdauen und seine Kraft auszunützen, und die Tropon- Kindernahrung löst alle Aufgaben und Erwartungen, die an ein Nährmittel für den normalen Aufbau des zarten Kindes-Organismus gestellt werden können. Selbst bei kranken, in der Ernährung völlig herabgekommenen Kindern kann man die besten Resultate beobachten; mit der Tropon- Kindernahrung hat man auch das Mittel in der Hand, mancher Verdauungsstörung des zarten Kindesalters vor­zubeugen.

Groß oder klein die Kraftküche soll unseren Körper eben in der ergiebigsten Weise ernähren.

Denn dieser Körper braucht, wie wir oben sagten, eine Ernährung, die aufbaut, anpaßt, Verfall aufhält, ein Kapital ansammelt für den Verbrauch durch Anstrengung und die Angriffe der Krankheit.

Hnimomstisches.

Kindlich. Vater (am Tisch):Pfui, das ist ja ein faules Ei!" Fritzchen:Nicht war, Vater, das hat ein faules Huhn gelegt!" (Posener Tierschutzzeitschrift.)

Vermutung. Einspännerkutscher (zu seinem lahmen Gaul): Bräundl, Bräundl, i mein alleweil, du hast nimmer weit zum Salamihändler!"

Trumps. Mann:Denke Dir, diesen Abend wollte sich in meiner Kneipe jemand mit meinem Ueberzieher entfernen; ich erkannte ihn an den beiden Knöpfen, die vorn feblen." Fran (triumphierend):Wem hast Du das zu verdanken, daß die Knöpfe nicht angenäht waren?"

Eine Litteraturfreundiu. Buchhändler:Und was für Gedichte wünschen gnädige Frau?" Dame:Das ist mir ganz egal, wenn nur die Farbe des Einbands mit den Tapeten im Salon über­einstimmt."

Kapselrä 1 fel.

(Nachdruck verboten.)

Ans dem ersten der folgenden Wörter sind drei, aus jedem der übrigen Wörter zwei zusammenhängende Buchstaben zu entnehmen, sodaß sich daraus ein Sprichwort ergibt:

Stiernacken Hirschgeweih Ruhebett Johannes Krone Drama Garbe Heinrich Stammtisch Festtag Gnben Strychnin Tanzschuhe Genua.

(Auflösung solgt in nächster Nummer.)

Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummer: HEBE EBER BEIL ERLE

Rebatfien: 8. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'sckcn Universttäls-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben' in Gieße«,