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Enten-Ragout. 10 Personen. Bereitungszeit 3 Stunden. Zuthaten: Zwei Enten, 175 Gramm Butter, 40 Gramm Mehl, Vs Liter kräftige Bouillon aus Liebigs Fleisch-Extrakt, 1 Zwiebel mit 3 Gewürznelken besteckt, 6 Gewürz- und Pfeffer-Körner, die Schale einer halben Citrone, der Saft derselben, 1 Glas Portwein oder Madeira, Salz nach Geschmack, eine kleine Prise Cayenne-Pfeffer. —- Zur Verwendung können ältere Enten kommen, die in bekannter Weise vorbereitet, in 125 Gramm Bntter halbweich gebraten, dann in beliebig kleine Stücke zerlegt, mit der Bouillon aus Liebigs Fleisch-Extrakt überfüllt, mit der Zwiebel, Salz, Gewürz, Pfefferkörnern, Citronenschale, vollständig weich gekocht werden. In einer anderen Kasserole bräunt man indessen den Rest der Butter mit dem Mehl, verkocht die Schwitze mit dem durch ein Sieb gegebenen Bratenfond, fetzt die Entenbrühe zu, würzt mit Citronensaft, Wein und einer ganz kleinen Messerspitze Cayenne, legt das Entenfleisch in die Sauce, läßt es in dieser kochend heiß werden und richtet das Ragout mit Fleurons umkränzt an. Es kann diese Schüssel auch von Resten gebratener Enten bereitet werden.
Vepinrschtes.
Falsche Sparsamkeit. An der rechten Stelle zu sparen ist eine Kunst, die von hundert Menschen kaum einer versteht; und so unwahrscheinlich es klingt: gerade der kleine Mann, der es doch am nötigsten hätte, versteht diese Kunst am seltensten. Geld zusammenscharren ist noch keine Sparsamkeit. Ein Mann, der sein Gut ständig vergrößert und dabei seine Kinder liederlich aufwachsen läßt, gilt nur bei Unverständigen als sparsam, in Wirklichkeit ist er ein Verschwender, denn was er mühselig zusammenscharrt, bringt die nächste Generation wieder auseinander. Es gibt Menschen, die sich mit ihrer Familie aus lauter Sparsamkeit schlechter als dürftig ernähren. Dadurch ist ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten so gering, daß sie häufiger und mehr Geld für Arzt, Apotheke und — was leider so ost der Fall ist — für Kurpfuscher ausgeben müssen, als eine kräftige Ernährung sie kosten würde. Aus Sparsamkeitsrücksichten werden im Winter namentlich auf dem Lande ängstlich Thüren und Fenster geschlossen gehalten, damit es recht wenig Feuerung koste. Für das, was dann in solchen beständig geschlossenen Räumen eingeatmet wird, ist die Bezeichnung „Luft" nicht mehr zutreffend. Für die Lunge ist diefes Gemisch aus allen möglichen ekelhaften Stoffen, Krankheitskeimen usw. ungefähr ebenso schädlich, wie Kloakenwasser für den Magen. ■— Es ließe sich ein langes Kapitel über diese falsche Sparsamkeit schreiben. Es muß auch hier wie bei allem andern Einsicht und Verstand walten, Klugheit und Sparsamkeit müssen Hand in Hand gehen
Das Saccharin in Belgien verboten. Da es einer Fälschung gleichkommt, wenn man einen jeden Nährwert entbehrenden Versüßungsstoff als Ersatz für ein Nahrungsmittel, wie Zucker, in den Handel zu bringen sucht, so hat auch die belgische Regierung sich entschlossen, den Verkauf des Saccharins auf die Apotheken zu beschränken und dessen Verkauf als angebliches Nahrungsmittel zu verbieten.
Die photographierte Berdaitimg. Die erste Röntgen-Photographie des Magens eines lebenden Menschen wurde der Academie de Medecine in Paris kürzlich von Dr. Foveau de Courmelles vorgelegt. Es war bisher unmögich, eine solche zu erhalten, da der Magen im allgemeinen sür die Röntgenschen Strahlen durchlässig ist und sich außerdem im Zustande der Nüchternheit hinter den benach
barten Organen verbirgt. Man hat allerdings versucht, diesem Umstand auf verschiedenen Wegen abzuhelfen, indem man die betreffende Person z. B. große Mengen von Selters- wasser trinken ließ oder indem man den Magen in nüchternen nem Zustande vermittelst einer Sonde aufblies, bis er seine ganze Größe erreicht hatte. Letzteres Verfahren ist natürlich nicht für jedermann und namentlich nicht für einen empfindlichen Kranken geeignet, auf dessen Untersuchung es doch in erster Linie ankommt. Foveau de Courmelles hat sich des schon einmal bei kleinen Tieren angewandten Hilfsmittels bedient, eine für die Röntgen-Strahlen undurchlässige Substanz in Gestalt von salpetersaurem Wismut in den Magen einzuführen. Er gab einem Patienten nach dem Mittagessen 10 Gr. dieses Stoffes, die in Konfitüren verborgen waren, zu schlucken und versuchte nach etwa halbstündiger Ruhe den Magen des Patienten mit Röntgenschen Strahlen aufzunehmen. Nach einem einmalichen Fehlschlage gelang der Versuch, und Courmelles erhielt auf diesem Wege die erste Radiographie des Magens von einem lebenden Menschen) die bisher überhaupt gewonnen wurde. Die Aufnahme dauerte fünf Minuten. Die Umrisse des Magens sind auf dem Bilde freilich noch nicht in vollkommen befriedigender Schärfe zu erkennen, aber man hofft, daß weitere Versuche die Mängel beseitigen werden. Damit wäre der Röntgen- Photographie ein neues Spezialgebiet innerhalb der Heilkunde erschlossen, indem sie auch bei der Feststellung von Magenkrankheiten gewisser Art ein wichtiges Hilfsmittel werden würde.
Ei« Geheimnis. Jeder Apfel hat ein Kernhaus, das aus 5 Fächern besteht. Wie jede Regel Ausnahmen hat, so gibt es auch Früchte mit einem 4fächerigen Kernhaus. Oft kommt diese Unregelmäßigkeit beim „Roten Wintertaubenapfel" vor. Geradezu überraschend wirkt es, wenn man von einem Apfel, bevor man ihn aufgeschnitten hat, behauptet, daß er diese Ausnahme bildet, und die That- sache dann bei einem Querschnitt zutrisft Die Sache ist einfach wenn man sie weiß. Man sehe oben nach den Kelchblättchen. Sind deren 5 vorhanden, so sind immer 5, wenn nur 4, so sind immer auch nur 4 Fächer anzutreffen. — Röntgenstrahlen ohne Apparat!
Kapselrätsel.
(Nachdruck verboten.)
Aus dem ersten und dem letzten der folgenden Wörter sind je drei, aus jedem der übrigen Wörter zwei zusammenhängende Buchstaben zu entnehmen, sodaß sich daraus ein Sprichwort ergibt.
Uhrfeder — Meister — Tanne — Warmbier — Festrede — Gänsebraten — Orden — Feigenbaum — Grenzsperre — Taube — Malerei — Richter.
(Auflösung folgt in nächster Nummer.)
Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer:
(Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; also a — Eichel, Treff; b = Grün, Pique; c — Rot, Coeur; d — Schellen, Carreau; A — Aß; U = Unter, Bube, Wenzel; D — Dame, Ober.)
Mittelhand erhielt a U, b U, c U, d U, a 9, b K, b 9, b 8, d 9, d 8, im Skat lagen b 7 und d K; Rest für Hinterhand. Gang des Spieles:
1. V. a 8. M. a 9. H. b A = — 11.
2.—5. M. zieht jetzt der Reihe nach ihre vier Jungen, worauf von Vorhand 17 und von Hinterhand 26 Augen fallen, fodaß die Gegner insgesamt 62 erhalten. Mithin hat Vorhand ihr Spiel verloren.
Redaktion: 8, Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UmverfitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.


