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„Ein Herzleiden?" fragte der eine.
„Nein, der Alte wird wohl Zahlungsschwierigkeiten haben", sagte ein anderer. „Ich habe so etwas gehört. Wir werden uns nach einer anderen Stelle umsehen müssen". —
„An die Arbeit! Er kommt wieder zu sich".
Der Kaufmann trocknete sich die Stirn, seufzte ver- zwtzifelt, nahm das Papier von der Erde auf, stampfte mit dem Fuße auf, als ob er dadurch, alle seine Entschlossenheit sammeln wollte, legte das Telegramm auf den Schreibtisch und zwang sich, die bittere Botschaft noch einmal zu lesen. Sie lautete:
„Liebster James! — Bitte, schicke mir sofort die Taille zu meinem Grosgrain-Anzug. Du wirst schon wissen, welche ich meine/ sie hat vorn Aufschläge, und auf dem Rücken ein Muster in Kettenstich. Sie liegt in dem unteren Koffer in dem Schrank neben dem Hinterzimmer, unter Deinem Winterüberzieher. Ist sie da nicht, so muß sie in der versiegelten Schachtel auf dem dritten Brett des Schrankes im Vorderzimmer sein. Solltest Du sie da auch nicht finden, so ist sie anderswo. Die Kofferschlüssel liegen in der zweiten Garderoben- schieblade, wenn sie nicht im Toilettentisch liegen/ vielleicht liegen sie auch in einer Vase auf einem Kamin. Packe die Taille so ein, daß sie sich nicht drückt. Oh! James, bitte, sei nicht böse. Deine Dich liebende Frau".
Gemeinnütziges,
Krystall-Porzellankitt. Man erhält diesen praktisch sehr gut bewährten Kitt, indem man in kleine Teile zerschnittene wasserhelle Gelatine mit ein wenig Essigsäure überschüttet, und beides in einem Porzellanschälchen solange schwach erwärmt bis das ganze eine dickflüssige, gleichmäßige, beim Erkalten wieder fest werdende klare Masse bildet. Beim Gebrauche hat man nur nötig, die Bruchflächen eines Gegenstandes mit dem wiederum schwach erwärmten, resp. flüssig gemachten Kitt mittels eines kleinen feinen Pinsels zu bestreichen, dann fest an einander zu drücken und zirka zwölf bis 14 Stunden ruhig liegen zu lassen.
Lötwaffer, welches reinen Rost verursacht, wird auf folgende Weise hergestellt: Man wirft kleine Stücke Zink in Salzsäure und läßt sie darin sich auflösen, bis die Salzsäure gesättigt ist, was man daran sieht, daß die Säure nicht mehr aufbraust und kein Zink weiter gelöst wird. Dann setzt man ungefähr ‘/a der Lösung Salmiak hinzu, wodurch alle freie Säure neutralisiert wird und verdünnt zuletzt mit der gleichen Menge Regenwasser die Lösung auf das Doppelte. Dieses Lötwasser soll keinen Rost an Eisen und Stahl Hervorrufen und für alles Löten sowohl als auch für Verzinnung gute Dienste leisten.
Schwarzlakiertes Leder glänzend zu machen. Fünf Teile Stearin werden in sieben Teile Terpentinöl warm gelöst und drei Teile Kienruß eingerührt. Man nimmt etwas von dieser Salbe auf ein Läppchen und reibt das lakierte Leder damit ein, dann poliert man mit einem reinen weißen Läppchen nach.
Um Fensterscheiben zn reinige«, werden dieselben mit scharfem Essig eingerieben, mit Wasser abgespült und mit Lederlappen trocken gerieben.
Kefimdtzeitspffege.
Heilmittel. Brennnessel gedörrt und zu Thee verwertet, löst die Verschleimungen in Brust und Lunge und reinigt den Magen von abgelagerten.Stoffen. Kräftiger als die Blätter wirken die Brennnesselwurzeln. Eine beginnende Wassersucht kann durch Thee von diesen Wurzeln beseitigt werden. Wer unreines Blut hat, sollte zur Sommerszeit recht oft Brennnesseln, wie Spinat gekocht, essen.
Breithinger Salbe. Eine ausgezeichnet wirkende Salbe für Wunden aller Art erhält man auf folgende Weise:
Man schmelze in einem irdenen Tiegel 200 Gramm gelbeK Bienenwachs und setze der flüssig gewordenen Masse unter Umrühren allmählich dasselbe Quantum Hirschunschlitt bei, bis beide Stoffe innig miteinander vermischt sind. Nun gebe man auf die gleiche Art 200 Gramm Tannen- oder Fichtenpech bet und setze darnach noch 200 Gramm Butter unter beständigem Umrühren zu. Die so erhaltene Salbe läßt man erkalten und bewahrt sie sorgfältig gegen Staub rc. geschützt auf. Alle eiterigen Wunden, Geschwüre auch Schnittwunden und dergleichen können mit dieser Salbe behandelt werden, und der Erfolg ist ein geradezu überraschender.
Mädchen, die in der beginnenden Reifezeit stehen, bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit in der Behandlung. Man verschaffe Arbeit und Ruhe in genügender Abwechselung. Körperliche Beschäftigung in Haus, Küche und Garten ist entschieden jeder abspannenden Handarbeit vorzuziehen. Die fitzende Beschäftigung ist meist die Schuld an späteren Krankheiten, die sich nur mehr schwer oder gar nicht bekämpfen lassen. Nicht zum mindesten ist aber das Tragen eines Korsetts in der Entwicklungszeit das Hauptübel aller Krankheiten der Brust- und Unterleibsorgane und es wird geradezu zum Verhängnis, wenn eine fitzende Lebensweise nicht zu umgehen ist. Bleichsucht, Blutarmut, Kongestionen, verschiedener Art und wie alle die bekannten Uebel heißen, find oft die Folge einer vernunftwidrigen Lebensweise.
Die nächtliche Belenchtnng von Krankenzimmern erfolge nie mittels Petroleumlampen, denn wird der Docht heruntergeschraubt, so entwickelt er leicht schädliche Gase. Zur Beleuchtung genügt jede beliebige Kerze. Um dieselbe mit schwacher gleichmäßiger Flamme die ganze Nacht über brennen zu lassen, braucht man nur soviel fein gepulvertes Kochsalz um den Docht herum anzuhäufeln, daß es bis an den schwarzen Teil des Dochtes reicht. Das Licht brennt dadurch auch nur ganz langsam ab, sodaß ein kleines Stück Kerze die Nacht über ausreicht.
Der Sängling soll nie bei der Mutter schlafen, da er durch Einatmung fremder Ausdünstungen sich schwere Erkrankungen und nicht selten den Tod zuzieht. Der gesunde Schlaf des Säuglings erfordert Alleinschlafen, reine Zimmerluft und zweckmäßige Bettung. Letztere besteht am besten aus einem mit Wolldecke und Betttuch bedeckten, nicht zu weichlichem Unterbette zum zudecken. Die Bettwäsche muß oft gewaschen werden.
Kühlgetränk ans Honig. Ein liebliches, kühlendes, belebendes und stark moussierendes Getränk bereitet man, wenn man auf einen Wassereimer voll Waffer 1 bis 1 */2 Pfund Honig nimmt, beides miteinander erhitzt, darauf in offenem Eimer angähren läßt, was man durch Zusatz von etwas Bierhefe schnell erreicht, und nach eingetretener Gährung, gleich am ersten Tage die Masse auf Brunnenkrüge oder starke Mineralwasserflaschen faßt, die Flaschen gut verkorkt und verbindet und dann in einen kühlen Keller einstellt. Nach acht Tagen ist es trinkbar und wird von vielen allen anderen Getränken vorgezogen.
Mlumenpsiege.
Palmenkrankheilen. Eine ernste, unter Umständen sehr verhängnisvolle Erkrankung der Palme ist es, wenn ein in der Bildung befindliches Blättchen nicht vorwärts kommt, an der Spitze eintrocknet oder gar faulen will. Die Heilung kann alsdann nur in einem wohl temperierten Zimmer dadurch erfolgen, daß man durch Aufgießen von warmem Wasser oder Ausstellen des Topfes auf erwärmte Backsteine die Topferde erwärmt. Die Krankheit hat ihre Ursache in unrationeller Behandlung und hauptsächlich ungünstigen Temperaturverhältnissen. Eine andere Krankheit, das Gelbwerden der ausgewachsenen Blätter, entsteht aus gleichen Ursachen, hat aber auf das Fortkommen der Pflanze keine wesentliche Einwirkung.
Redaktion: (S. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitätl-Buch» und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Aießm.


