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ober schmsltz oder ander ding darumb Haussen, damit da» sy die obgenannte chirchen und altar beleuchten". Sonst wurden vorzüglich Baum- und Leinöl, aber auch Mohn- und anderes Oel zur Füllung von Lampen benutzt. Es gab aber noch viel merkwürdigere Brennmaterialien, die zu Beleuchtungszwecken verwandt wurden. Hieronymus Braunschweig belehrt uns in seinem alten Destillirbuch, daß die Königskerze, aus deren Blättern nach andern Berichten Docht und Feuerschwamm erzeugt wurden, ihren Namen daher erhalten habe, „daß sein Stengel gedörrt wird und überzogen mit Hartz, Wachs oder Bech, darnach machen sie Stangkertzen oder Tartschen darvon und brennen sie für Schaubfackeln." Bei einem andern alten Chronisten mit dem Schriftstellernamen Johannes Colerus, der eine „Ländliche Oekonomie" verfaßt hat, finden wir die Beschreibung einer alten Nachtlampe: „Mancher guter Hauswirt hat alle Nächte durch eine Lampe, die da brennet, bcy seinem Bette stehen, welche oben zugemacht ist, daß es niemand in der Kammer sehen oder mercken kann, daß eine Lampe vorhanden ist, daß man bald das Liecht hat, wann sich des Nachts etwas erhebet. An etlichen Orten machen auch die Töpfer Lampen und Leuchter vor die Armen auf diese Weise schier wie eine Kanne, oben hat's ein Thürlein, daß man ein Liecht drein stecken kan, darneben machen sie auch eine Lampen in einer Schnaucken und unter derselbigen machen sie noch eine Lampen, wann von der oberen etwas abtreufft, daß es in die untere falle, legen das weiße von den Pinsen (so in den Bächen und Seeen gemeiniglich wachsen) darein, das brennet fein räthlich. Man schabt aber nur ein wenig das Grüne von den Pinsen ab, darnach streicht man das arider vollend mit einem Messer heraus, das ist darnach wie die langen Spulwürme, das binden darnach arme Leute in Bündlein zusammen und hängens darnach aufs, daß es fein dürr wird, so brennets desto lieber, darnach legt man eins oder dreh ins Fette oder Oel, oder wie viel man will." Wahrscheinlich haben früher noch andere Pflanzen eine ähnliche Verwendung gefunden, wie sie in diesen merkwürdigen Schriftstücken von der Königskerze und von den Binsen berichtet wird.
Gemeinnütziges.
Ield und Garten.
Eine billige Düngung von OvstbSume«. In der neuesten Nummer des „praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau" wird von einer leicht zu bewirkenden billigen Stickstoffdüngung der Obstbäume berichtet. Dem Freiherrn von der Borch in Holzhausen bei Nicheim in Westfalen fiel es auf, daß unter seinen Obstbäumen einzelne sich durch besonders grünes Laub, üppiges Wachstum und reichlichen Fruchtansatz auszeichneten, ohne daß er sich anfangs die Ursache erklären konnte, denn die Obstbäume waren sämtlich zu gleicher Zeit aus der gleichen Baumschule bezogen. Bei genauerem Nackforschen fand er, daß regelmäßig unter den kräftigeren Obstbäumen die „ausdauernde Lupine" wuchs, die der Wind vom nahen Walde unter den Bäumen ausge- säet hatte. Herr von der Borch hat auf Grund dieser Beobachtung sorgfältige Versuche gemacht und ist zur wichtigen Entdeckung gekommen, daß Lupinus perecnis, so ist ihr botanischer Name, die unter Obstbäumen wächst, dauernd einen außerordentlich günstigen Einfluß auf das Wachstum der Bäume hat. Wer sich näher für diese billige und bequeme Düngung interessiert, lasse sich die betreffende Nummer des „praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau" von dem Geschäftsamt in Frankfurt a. O. kommen — sie wird gern auf Wunsch umsonst zugeschickt.
Mr die Küche.
Gedämpfte Kalbskeule. Zwölf Personen. Eine gut abgelegene Keule wird abgehäutet, dicht überspickt und gut eingesalzen. Man legt sie auf reichlich geschnittenes Wurzelwerk in ein Dämpfgeschirr, brät sie erst mit Butter an, bis sie sich schön gefärbt hat, dann läßt man sie, hin und wieder etwas Waffer zugießend, durchdämpfen. Wenn sie gar ist, wird der Fond mit einigen Eßlöffeln Tomaten- puree verkocht, mit Zitronensaft geschärft, durchpassiert und mit Maggi verstärkt in einer Sauciöre zu der Keule gereicht.
Poleuta-Duppe. Sechs Personen. Man bereitet aus zerkleinerten Rinderknochen, eventuell einem Stückchen Leber oder Milz mit Wasser, Salz und Suppengrün eine leichte Bouillon, gießt sie klar durch und läßt in zwei Liter fiedmde Brühe y8 Kilogramm Maisgries einlaufen und unter öfterem Umrühren 15—20 Minuten langsam kochen, worauf man die Suppe mit Maggi verstärkt anrichtet.
Vermischtes.
Der richtige Beruf. Zu Benjamin Franklin kam einst ein Handwerker und klagte, daß er mit seinem Beruf nicht zufrieden sei. Auf Franklins Frage nach dem Grund dieser Unzufriedenheit erhielt er von dem Handwerker zur Antwort, der Beruf sei nicht einträglich, sei mühevoll und wenig Ehre dabei. — Franklin entgegnete ihm: „Dein Beruf scheint dir nicht einträglich genug, also bist du habsüchtig,- er ist dir zu mühevoll, also bist du träge,- du findest nicht Ehre genug, also bist du eitel. Sieh, da hast Du ja den richtigen Beruf gefunden, der dich von drei üblen Eigenschaften befreien kann." — Beschämt ging der Handwerker von Franklin weg und in seine Werkstätte- emsig arbeitend, hatte er bald gefunden, wie recht Franklin hatte.
Bäuerin: „Grad' hab'ich d'Sau g'schlacht', weil mer' heut'25Jahr' miteinand' verheirat' sin'". — Bauer: „Bist denn verrückt? Was kann denn dös arme Viech d'für?" („Münchener Jugend".)
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„Ach, wenn ich meinem Gustav diesen Kranz schicken könnte?" — „Wieso, hat er denn Blumen so gern?" — ,.Ja, und besonders die Kamillen — — der arme Mensch hat so ost Leibschmerzen."
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In der Verlegenheit. Kleiner Neffe: ^Aus der Photographie hast Du ja ganz krumme Beine, lieber Onkel!" — Onkel: ^Ja, ja . . . das Bild scheint .feucht gelegen zu haben."
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Aus der Militär-Schwimm-Anstalt. Feldwebel (zum Soldaten, der beim Turmsprung zögert): „Na, Schnabel, Sie warten wohl gleich da oben auf Ihren Zivtlversorgungsschein!"
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Tont comme chez nous. Afrikaforscher: „Bet den Reisen ins Innere traf ich oft wochenlang keinen gebildeten Menschen." — Justizrat: „Das kann Ihnen hier in der Großstadt auch passieren!"
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Der feine Ton. „Heute fahren wir II. Klaffe, sind lauter feine Leut' drin. Benehmts Euch fein, verstanden! Der erste, der sich ordinär benimmt, kriegt a Watschn, daß ihm die Nas'n aufschwillt wie a Luftballon!"
Redaktion: $. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen,


