Ausgabe 
19.12.1899
 
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Gegnerstein überspringen, wie beim Damenspiel. Es wird jedoch niemals ein Stein fortgenommen.

3. Wenn ich das Springen vergessen sollte, so muß der Gegner mirSalta!" (Springe!") zurufen.

4. Ich darf also nicht an einer anderen Stelle mir einem Steine schieben, wenn ich irgendwo überspringen muß. Doppel- oder dreifache Sprünge auf einmal machen, ist nicht zulässig. Zurückspringen gilt auch nicht, wohl aber, wie schon oben bemerkt ist, zurückziehen.

5. Werde ich an mehreren Stellen zu gleicher Zeit in Spring­stellung versetzt, so darf ich nur an einer Stelle springen, mein Gegner muß dann, ehe ich die weiteren Sprünge ausführen darf, zuerst einen Zug thuu; denn die ganze Partie besteht aus lauter abwechselnden Zügen bezw. Sprüngen der beiden Gegner.

Habe ich alle meine ©teilte zum richtigen Ziele geführt, sodaß sie also die Stellungen der Steine des Gegners einnehmen so hat der Gegner verloren, und zwar soviel Points, als er noch allein Züge zu machen hat, nm auch seine Steine alle am Ziele zu haben.

Zwei dem Spiele beigefügte Stäbe dienen zum Schieben der (eigenen) Steine, wie zum Berühren derjenigen Steine des Gegners, mit welchen letzterer vielleicht vergessen sollte, zu springen.

Die Kamst des Saltaspieles besteht vornehmlich darin, seine eigenen Steine ihren Zielen näher zu bringen, wie dem Feinde seine Stellungen zu entreißen, was durch Zersplitterung der gegnerischen Truppen am ehesten und besten erreicht wird.

Die Zahl der Kampfarten, welche man zu diesem Zwecke anwenden kann, ist eine ganz erhebliche, und die Bereinigungen derselben ergeben zahlreiche Spielweisen, wie Gambit-Eröffnung, Bohrmethode, die gedeckten schrägen Linien, Abschließungswall, Retirierung, Kontrahierung, Fest­setzung usw.

Je mehr man Salta spielt, desto mehr kommen diese Begriffe zum Bewußtsein.

Vermischtes.

Mädchennamen, lieber den Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten, und der Geschmack legt ebenso oft wie die Mode und auch Pietät Kindern ihre Namen bei. Gewiß wird durchschnittlich wenig nach der Bedeutung des Namens gefragt, hauptsächlich wohl geht man nach dem Klange oder auch nach der Mode. Zur Zeit als Wagner's Lohengrin" seinen Siegeszug über die deutschen Bühnen begann, wurden ganz besonders viele Mädchen Elsa getauft, ein Name, der übrigens im Lause der Zeit wenig von seiner Beliebtheit verloren hat. Die Eigen­tümlichkeit . der betreffenden Länder übt auch einen Einfluß auf die Taufnamen, besonders die weiblichen aus. In Italien finden sich weichklingende, z. B.: Angiolina (Angelica: Engelgleiche), Felicia (die Glückliche) ec., während im Norden mehr härtere gäng und gäbe sind: Jngeborg oder auch Fruke Wiebcke (Frau Weibchen) findet man in Friesland, Holstein usw. Unsere heutigen Mädchennamen bilden ein buntes Gemisch aus allen möglichen Sprachen: von fremden Sprachen haben hauptsächlich die hebräische, griechische und lateinische Beiträge dazu liefern müssen. Ans der griechischen Sprache stammen z. B. folgende Namen: Cynes (die Keusche), Dorothea (das Geschenk Gottes), Doris (die Reichbegabte), Elenore und Laura (die Mitleidige), Helene (die Leuchtende), Katharina (die Züchtige), Melanie (die Dunkle) usw. Der lateiuischen Sprache sind entnommen: Beate, (die Selige), Benedicta (die Gesegnete), Desideria (die Erwünschte), Esperanza (die Hoffnung), Angelica (die Engelhafte), Anguste (die Erhabene), Aurora (die Morgen­röte), Clara (die Reine), Clementine (die Sanfte), Emilie (die Artige), Franziska (die Freie), Leonie (die Mutige), Lucie (die Erleuchtete). Margarethe (die Perle), Natalie (die Lebensfrohe), Ottilie (die Glückliche), Pauline (die Geringe, die Zufriedene), Rosalie (die Rosenschöne), Sabine (die Geraubte), Ursula (die Bärenstarke), Felicia (die Glückliche) usw. Der morgenländischen und hebräischen Sprache entstammen die Namen: Anna (die Liebliche), Aline (die Erhabene), Elisabeth (die Gottgelobte), Gabriele (tue Göttliche), Johanna (das Gnadenkind, auch Gottliebe), Martha (die Betrübte!, Marie (die Herbe), Rebekka (die Wohlgenährte), Sara (die Herrschende), Esther (die Sternenglänzende), Susanne (die Lilienreine), Sidonie (die Fischerin), Ruth (die Freundliche). Schließlich sind folgende Namen aus dem Altdeutschen: Albertine (die Edelberühmte), Bernhardine (die Bärenkühne), Bertha (die Glänzende), Brigitta (die Strahlende), Emma (die Häusliche), Friederike ober Frieda (die Fried­reiche), Gertrud (die Speerjungfrau), Hedwig (die Kriegerische), Hulda (die Holde), Mathilde oder Mechthild (die Heldin), Minna (die Zierliche), Selma (die Besitzreiche), Wilhelmine (die Schätzerin), Heinrike (die Wirtschaftliche). Dazu kommen noch die gleichfalls aus dem Altdeutschen stammenden Namen Hildegard (des Hauses Schutz), Luitgard (der Leute Schutz), Edelgard (des Edleu Schutz), Irmengard (der Götter Schutz) usw.

Ein Bubenstreich.Was lacht ihr denn, Jungen?"Ach, wir haben dem Onkel Professor einen Knoten ins Sacktuch gemacht: jetzt denkt er schon seit zwei Stunden darüber nach, an was ihn der Knoten eigentlich erinnern soll!"

Bitter. A.:Warum ist denn Mayer so ärgerlich?" B:Er sagte zu seiner Frau, sie hätte weniger Geschmack, da sah sie ihn von oben bis unten an und meinte, er könnte recht haben."

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Nette Wirtschaft. Gast:Sie, Herr Wirt, .da schau,n <S* nur her, wie trüb' heute das Bier ist!" Wirt:Trüb ? Was Ihnen nicht einfällt da ist nur das Glas so schmutzig."

Ein Reinlichkeitsfanatiker. Gräfin (welche aus dem Bade zurückkommt und dem Parkwärter die Hand reichen will):Nun, Klaus, wollen Sie mir nicht die Hand geben?" Parkwärter:Ja, i möcht' schon, gnädige Frau Gräfin, aber sein's so guat und ziehn's erst die säubern Handschuherl aus; i hab' gar so dreckige Händ'!"

Ein Tausendkünstler. Köchin:Wirst du mich auch ewig lieben?" Soldat:Gewiß, ich habe schon einige ewig geliebt!"

Ciiterat?lfd?es.

Trowitzsch's Reichskalender erweist sich mit jedem Jahr­gang als ein Familienkalender vornehmster Art, nicht allein dadurch, daß er alles das bietet, was man für die mannigfachen Vorkommnisse des täglichen Verkehrs in einem guten Kalender zu suchen pflegt, sondern in hervorragender Weise dadurch, daher in seinem Unterhaltnngsteilentgegen dem Gepräge gewöhnlicher Kalenderlektüre stets einen vorzüglichen, gilt illustrierten Unterhaltungsstoff bringt, dessen Auswahl deutlich die Pflege nationaler Gesinnung und deutschen Wesens kennzeichnet. Im vorliegenden Jahrgang 1900 kommt das in dem schwungvollen Beitrage Zum Jahrhundertschlussc", in der KriegserzählungEin Getreuer" und in derGeschichte der jüngsten Vergangenheit" so recht zum Ausdruck. Feinsinniger Humor durchzieht den RückblickEine Jahrhundertbilanz", den meisterhaft gezeichnete Illustrationen von Wilh. Claudius schmücken; sprudelnder Witz kommt in der HumoreskeTips Schwester" und in den, durch den ganzen Unterhaltungsteil verkeilten Anekdoten reichlich zur Geltung. Ebenso findet der Leser, die ernste Erzählung und Auf­sätze rein belehrenden Inhalts wieHandel und Gewerbe im bürger­lichen Gesetzbuch",des Weibes Wert" rc. in Trowitzsch's Reichskalender. Der gesamte Bilderschmuck in erster Linie die Vollbilderbeigaben in Tondruck tragen wesentlich zu dem vornehmen Eindruck bei, den dieser Kalender schon beim ersten Durchblättern hervorrnft. Bei dem billigen Preis von 1 Mk. für den eleg. gebundenen Band wird Tro­witzsch's Reichskalender immer neue Freunde finden.

Bon Deutsche Kunst und Delo eatio tt, Verlag von A l e x a N d e r Koch, Darmstadt, Preis jährlich 12 Hefte Mk. 20,, Einzelhefte Mk. 2, erschien soeben Heft 3 des dritten Jahrganges. Dasselbe enthält an Textbeiträgen: Walter Leistikow. Von Dr Max Osborn-Berlin. Die Kunst in der Photographie. Von F. Matthies-Masuren. Deutsche Kunst auf der Pariser Weltausstellung. Außerdem Wettbewerbe, Wettbewerbs­entscheidungen, Kleine Mitteilungen, Bücherschau. Daneben Farbige Beilagen, Vollbilder und Illustrationen. Der Ruf dieses vornehmen Unternehmens ist derart wohlbegründet, daß es irgendwelcher Empfehlung billig entraten kann. Kunstkenner und -freunde schätzen die gediegene Zeitschrift gleicherweise.

Ueber die Art des Trinkens a« der Brust u«d aus der Flasche hat Dr. Pfaundler in Graz an Säuglingen höchst inte­ressante Untersuchungen angestellt, deren Ergebnis die Halbmonatsschrift , Baby" (Verlag Carl Messer & Cie., Berlin 35) in ihrem Heft vom 1. Dezember wiedergiebt, und zwar nach einem Vortrage, welchen der österreichische Kinderarzt auf dem diesjährigen Naturforschertag zu München gehalten hat. Es geht daraus die überraschende Thatsache hervor, daß der Säugling seinen vomSaugen" herrührenden Namen nicht ganz mit Recht führt, und daß er die Milch aus der Brust oder Flasche weniger durch Ansaugen (Luftverdünnung in der Mundhöhle), als durch das Zusammeudrücken seiner Kiefer, also durch eine Arbeit seiner Kiefer-Muskeln in sich aufnimmt. Die fesselnde Beweisführung müßten diejenigen Mütter, welche sich dafür interessieren, in obiger Zeit­schrift nachlesen, die in dem betreffenden Heft auch sonst noch Interessantes enthält, wie z. B.Das Kind in der Völkerkunde" von Dr. Flachs, (Dresden). Bemerkt sei noch, daß das Resultat der vomBaby" aus­geschriebenen Preisaufgabe über das ThemaWann soll die erste psychische Erziehung des Kindes beginnen? Wie soll sie sich gestalten?" nach Prüfung der aus den Kreisen der Leserinnen eingegangenen Aufsätze > vom 1. Januar 1900 an veröffentlicht und daß vom 1. Januar ab eine Beilage:Die Gesundheitspflege der Frau" beigegeben werden wird.

Geographisches Verschiebrätsel.

(Nachdruck verboten.)

Nebenstehende geographische Namen sollen derart unter einander geschoben werden, daß eine Buchstabenreihe entsteht, welche von oben nach unten gelesen, den Namen einer sächsischen Stadt ergießt.

Auflösung in nächster Nummer.

des Arithmogriphs in Voriger Nummer:

Krone Olm Rom Nornen Bober Leber Ulm Moor Eber;

Kornblume.

London Frankreich Berlin Kopenhagen Florenz Thüringen Aegypten

Uedastien: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'scheu UniserfitStr-Buch- und Steinbruderei (Pietsch Erden) in Gieje«,