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langt viel Nikotin in den Speichel- zudem können durch Zigarren gewisse Krankheiten, wie z. B. die Schwindsucht, übertragen werden.

9. Kein Mensch soll vor seiner vollständigen körperlichen Ausbildung, also etwa vor dem 80. Lebensjahre rauchen.

10. Weder Zigarre, noch Zigarette, noch Pfeife rauche man, ohne Lust dazu zu haben.

Man treibt Mißbrauch mit dem Rauchen, wenn man

1) zu viel und andauernd raucht-

2) zu schwere Zigarren und Tabaksorten wählt-

3) bet leerem Magen oder früh nüchtern raucht und

4) viel trinkt während des Rauchens.

Gemeinnütziges.

Um Vas Anlaufen von Brillengläsern zu ver­hindern, wird empfohlen, dieselben auf beiden Seiten mit Glycerin zu bestreichen. Der Niederschlag wird verhindert, und die Fläche bleibt blank.

La« für Gummischuhe. 150 Gramm Kautschuk werden in der' Wärme in 250 Gramm Terpentinöl gelöst. Unter fortgesetzter Erwärmung giebt man hierzu noch 290 Gramm Kolophonium und 40 Gramm Beinschwarz.

Warzen beseitigt der französische Arzt Vidal mit der gewöhnlichen Schmierseife, die er auf Flanell ausstreichen und nachts über die Warzen legen läßt. Selbstverständlich darf das Pflaster auch am Tage liegen bleiben, wenn man eS leiden kann- denn dadurch wird das Erweichen der Warze be­schleunigt. Dieselbe kann nach 14 Tagen ohne Mühe und Schmerzen mit dem Fingernagel entfernt werden. (Praktischer Wegweiser, Würzburg.)

Die Artischoke erwirbt sich auch in Deutschland immer mehr Bürgerrecht. Verehrer der edlen Distel wird es interessieren, aus der soeben erschienenen Nummer desprak­tischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau" zu erfahren, daß man sehr wohl die Artischoke auch in Deutschland an­bauen kann, ja daß sie, die bisher immer als erst im zweiten Jahre fruchtbringend angesehen wurde, bet richtiger Kultur schon im ersten Jahre ihre wohlschmeckenden Blütenkelche reifen läßt. Die Kultur ist eingehend geschildert und kann man darnach schon im Herbste von der Pflanze bis 5 Früchte ernten. Wie sich das von selbst versteht, muß die Artischoke im Winter eingedeckt werden.

Aür die Küche.

Für die Winterszeit. Wer hätte es nicht schon am eigenen Leibe erfahren, wie wohlthuend namentlich zur Winterszeit ein warmer Trunk wirkt? Nur muß man auch ein wirklich bekömmliches Getränk aussuchen. Es ist eine bekannte Thatsache, daß alkoholische Getränke, wie Grog, Glühwein und Punsch, erschlaffend auf Gehirn- und Herz- thätigkeit einwirken, während Kaffee und Thee einen auf­regenden Einfluß auf den Organismus ausüben. Wirklich zuträglich dagegen ist eine gute Bouillon, da durch die wirk- samen Bestandteile derselben Appetit und Verdauung vorteil­haft angeregt werden. Setzt man dieser Bouillon noch einige Tropfen Maggi-Würze zu, so erhält man ein geradezu voll­kommenes Getränk- denn Maggi giebt der Bouillon einen seltenen, kräftigen Wohlgeschmack. Wer daher auf ein billiges, gesunder Wintergetränk Wert legt, der genieße Bouillon mit Maggi.

Steivvutt mit Hummer-Ragout. Zehn Personen. Bereitungszeit zwei Stunden. Zuthaten: 2l/2 Kilo Stetnbutt, recht frisch, die untere Sette rahmweiß, 1 Kilo Hummer, 125 Gramm, Butter, 50 Gramm Mehl, Vs Liter Brühe aus Liebig'S Fleisch-Extrakt, drei Eidotter, Salz nach Geschmack. Der Fisch wird gesäubert, ausgenommen, an den Flossen ver- stutzt, mit Salz eingerieben, eine Stunde in frischem Wasser gewässert, mit der schwarzen Seite in die man quer über l

mit dem Messer einen Kerb schneidet nach unten in die gischwanne gelegt, mit einer Hand voll Salz überstreut, mit frischem Wasser übergossen auf's Feuer gesetzt, zum Kochen gebracht, dann zu langsamem Ziehen an die Seite gestellt (40 bis 50 Minuten). Die Hummern kocht man in etwa 15 bis 20 Minuten, bricht das Fleisch aus den Schalen, zerstampft die letzteren im Mörser, schmort sie in der Butter, fügt das Mehl bei, verrührt sie gut mit demselben, gießt die Brühe aus Liebig's Fleisch-Extrakt zu, läßt die Sauce eine halbe Stunde kochen, seiht sie durch ein Sieb, zieht sie mit den Eidottern auf und giebt das scheibig geschnittene Hummer­fleisch hinzu. Beim Anrichten wird die weiße Seite des SteinbuttS nach oben gelegt, das Ragollt seitlich aufgefüllt, der Rest desselben in einer Sauciöre präsentiert. Sehr viel reicher ist dasselbe mit Champignons, Trüffeln, Fischklößchen rc. herzustellen.

Kalbsmilch en fricandeau. Zehn Personen. Be­reitungszeit 11/2 bis 2 Stunden. Zuthaten: IV2 Kikd Kalbs­milch, 125 Gramm fetter Speck, zwei Löffel geschnittenes Suppengrün, eine Zwiebel, ein Kräuterbündchen, einige Nelken« Gewürzkörner, Vi Liter kräftige Bouillon aus Liebig's Fleisch- Extrakt, zwölf reife Tomaten, zwei Schalotten, 90 Gramm frische Butter, Salz nach Geschmack, 50 Gramm Mehl, 1 Glas Weißwein. Die blanchierten Kalbsmilche werden in Scheiben geschnitten, fein gespickt, mit dem übrig gebliebenen Speck, dem Suppengrün und genannten Gewürzen in eine Kasserole gelegt, mit der Bouillon aus Liebig's Fleisch-Extrakt über­gossen und eine Stunde bei gelindem Feuer und unter fleißigem Begießen gedämpft. Währenddessen schneidet man die Tomaten in Hälften, entkernt und schmort sie mit den Schalotten und streicht sie durch ein Haarsieb. Bon der Butter und dem Mehl wird ein Weißmehl bereitet, das man mit dem durchgeseihten Fond der KalbSmilche und einem Glase Weißwein verkocht- dann giebt man das Tomaten- Puree hinzu, läßt die Sauce mit diesem ungefähr 10 Minuten durchziehen, so daß sie dick semig wird, und richtet die Kalbs­milche in dieser schön rot aussehenden Tunke an.

Neues Unterhaltungsspiel.

Salta-Spiel. Dem altehrwürdigen und edlen Schachspiel ist ein scharfer Konkurrent entstanden in einem neuen Spiel, das jetzt von Hamburg aus seinen Siegeslauf durch die Welt antritt. Ist Schach das bewunderungswürdigste Produkt kühnen Menschengeistes aus fernster Zeit, so ist nach Professor Schubert, der, wie wir jüngst berichtet, bereits eine interessante Abhandlung über das neue Spiel geschrieben hatSalta" das geistreichste Brettspiel der Gegenwart. Wie das Schach kann auchSalta" als eine Art Kriegsspicl angesehen werden. Nur bietetSalta", mit dreißig durch Sonnen, Monde und Sterne gekennzeichneten Steinen auf hundert Feldern gespielt, eine weit größere Anzahl von Kombinationen als Schach, zumal sämtliche Steine, auch die geschlagenen, d. h. übersprungenen, beimSalta" bis zum Schluß der Partie auf dem Brett bleiben; andererseits sind die Spielregeln des Salta" weit einfacher als beim Schach. Zur Pflege dieses neuen Spiels hat sich in Hamburg unlängst einSalta-Verein" gebildet, dessen Mitglieder im Cafs Imperial, dem neuen Spiel huldigen.

Die Spielregeln sind folgende:

Das Saltaspiei wird von zwei Gegnern auf einem Saltabrett von hundert Feldern gespielt; der eine benutzt die fünfzehn grünen, der andere die fünfzehn roten Steine. Das ganze Spiel bewegt sich nur auf den schwarzen Feldern.

In der ersten Reihe (vom Spieler aus der dritten) befinden sich die Sonnen, in der zweiten die Monde, in der dritten, dem Spieler zunächst liegenden Reihe, die Sterne. Jeder der beiden Gegner hat seine Steine vor sich in der Reihenfolge 1 bis 5 von links mit 1 anfangend. Das Spiel besteht darin, daß beide Spieler ihre Steine aus die entgegen­gesetzte Seite zu bringen suchen, und zwar so, daß sie schließlich in der- selben Schlachtordnung stehen, wie anfangs. Beide Gegner ziehen Zug um Zug, und zwar immer von einem Felde auf eins der vier benach­barten Felder, falls dasselbe leer ist; sobald aber ein benachbartes Feld von einem Gegner-Stein besetzt ist, muß derselbe übersprungen werden, falls das in derselben Linie liegende folgende Feld frei ist.

Züge:

1. Ich ziehe wie beim Damenspiel mit einem Steine auf ein be­nachbartes schwarzes Feld, entweder schräg vorwärts oder auch schräg rückwärts.

2 Kommt mir ein Stein des Gegners quer vor einem meiner Steine zu stehen, so m u ß ich bei freiem folgenden Felde den