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Humoristisches.
Ein guter Kerl. Bahnhofsvorsteher: „Ja, aber Bauer, das geht nicht, ins Koupee darf das Schwein nicht, das muß in einen besonderen Wagen!" — Bauer: „Dank for die Fürsorg, Herr Vorsteher, aber so viel Umständ' brauchen S' um das Ferkelchen nit zu mache!"
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Naseweis. Vater: „Das sage ich Dir, mit dem Meyer mußt Du jeden Verkehr abbrechen. Ich habe ihn in
Berlin an Orten getroffen, wo sonst kein anständiger Mensch verkehrt". — Tochter: „Ja, wie kamst denn Du an solche Orte?" — Vater: „Frag' nicht so naseweis".
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Neid. Zwei elegante Taschendiebe befinden sich in einem sehr besuchten Konzert und beobachten den Vortragenden Pianisten. „Du", meint plötzlich der eine zum andern, „was könnte der Kerl in unserm Geschäft mit seiner Fingerfertigkeit verdienen- schade um das Talent!"
möglich zu kommen.
drum meine Damen nur
Modell Nr. 150.
Wie allgemein bekannt, hat jede Zeit eine ganz besondere Geschmacksrichtung, welche alles durchdringt und auf jedem Gebiet, wo nur irgend Kunst- und Schönheitssinn ein Wörtlein mitzureden haben, zum
sorgfältig all die Mittel und Mittelchen, welche uns die Mode zugleich mit den neuesten Vorschriften an die Hand gicbt.
Die vornehmste dieser Vorschriften ist, wie schon öfters erwähnt, Schlankheit, und aus ihr entspringen all die anderen, denn sie ist bei vielen Figuren nicht so ohne weiteres und bei manchen überhaupt nicht zu erzielen.
Zunächst ist es notwendig, sein Augenmerk auf die Unterkleider zu richten, denn damit läßt sich die Figur noch am ehesten regulieren. Ein gutes Korsett, welches die Taille nicht zu sehr einschnürt, sondern mehr die Figur ausgleicht, ist die erste Bedingung. Man spare daher an diesem Gegenstände lieber nicht, auch schon deshalb, weil ein gutes Korsett bedeutend länger die Fagon behält, als ein minderwertiges.
Ferner achte man darauf, daß alle Unterkleider um die Hüsten einen tadellos glatten Anschluß haben, um gerade hier die Figur nicht unnötig zu verstärken. Ganz raffinierte Modedamen gehen sogar so weit, die Unterkleider überhaupt wegzulassen und nur durch ein seidenes Trikot zu ersetzen. Es mögen damit wohl einige Zentimeter Schlankheit gewonnen werden, dafür aber entstehen andere Unannehmlichkeiten, denn der Kleider- Stütze. Dieselbe muß dem Rocksaum bis in innen fgegengesetzten^Seidenvolants gegeben
Vorschein kommt. Malerei, Bildhauerei, Architektur, Tischlerei, Gärtnerei, vor allem aber die Schneiderei sind von dem gleichen Hauche durchweht, und überall treten die gleichen Motive zu Tage. Ganz besonders die Schneiderei, d. h. die Frauenmode unterliegt diesem Einfluß in auffälliger Weise, denn überall begegnen wir den langen, schlanken Linien, der einheitlichen Idee, den fein abgetönten, dabei doch frischen Farben. Die weichfallenden Stoffe mit ihren Serpentinevolants und die unregelmäßig geschwungenen Linienführungen in Garnitur und Musterung tragen so vollkommen deutlich den secessionistischen Charakter, daß es nur an uns selbst liegt, wenn wir ihn nicht verstehen. Freilich, was nützt uns dies alles, wenn wir es auch verstehen und können es nicht ausführen, — dieser Stoßseufzer wird wohl manchem schönen Lippenpaar beim Lesen dieser Zeilen entschlüpfen, denn nicht jede Figur läßt sich diesem secessionistischen Charakter anpassen, welcher unter allen Umständen eine schlanke, biegsame Gestalt erfordert. Starke, gedrungene Figuren sowohl, als auch magere und eckige passen eines so wenig dazu als das andere und es muß dann doppelt sorgfältig gewählt werden, um dem Ideale, trotz allem, so nahe als
Modell Nr. 149.
rock entbehrt dann jeder Kniehöhe in Form von
Unseren jungen Damen ist dadurch eine Gelegenheit mehr geboten, ihre Grazie zu entfalten, denn gerade das Raffen des Rockes kann sehr geschickt und graziös, aber auch sehr wenig nett geschehen, und ist es deshalb keineswegs als verlorene Mühe anzusehen, wenn man sich darin übt, denn auch das will gelernt sein.
Die Schnittform des Rockes variiert immer noch zwischen Volantrock und einfachem Schnitt und sieht man beide Formen gleich viel. Als dritte im Bunde erscheint die Tunikaform, welche ganz besonders dazu berufen scheint, Abwechselung in unsere Modeformen zu bringen und zwar nicht allein durch ihre Variationsfähigkeit an sich, sondern besonders auch dadurch, daß sie nicht nur dem Rock aufgesetzt werden kann, sondern auch als prinzeßförmige Verlängerung der Taille auftritt. Wir haben ja schon vor einiger Zeit an dieser Stelle von dieser Kleiderform gesprochen, doch scheint sie sich nur schwer die Sympathie der Damenwelt erringen zu können, was wohl in der Hauptsache an der Schwierigkeit ihrer Herstellung liegt. Man wählt vielmehr meist die, mit Modell Nr. 150 veranschaulichte Tunikaform und ergänzt sie durch eine anliegende,
„ . „ Etwas Kunst und Raffinement, sowie die hohe
Frau Mode selbst können jedoch (zum Trost sei es gesagt) viel thun: —frischen Mut. Betrachten wir zunächst einmal
werden, doch erfüllt dies unserer Ansicht nach seinen Zweck nicht so vollkommen, wie ein eleganter Jupon, denn die Falten nehmen sich dann immer dick und ungraziös aus und machen den Eindruck, als wenn man sie wattiert hätte. Nicht selten ist dies sogar der Fall, indem man dem Rocksaum eine mit Seide überlegte Watterolle einfügt, um das Umschlagen des übermäßig langen Rockes zu verhindern. Doch, rote gesagt, ist als beste Stütze für den modernen, nur wenig oder gar nicht gesteiften Rock immer wieder der ©eibenjupon zu empfehlen und statte man lieber diesen mit mehreren Volants aus, so daß der Kleiderrock nur des üblichen einen Volants bedarf.
Was nun die Kleidersorm selbst anbetrifft, so ist noch immer der Kleiderrock das Schoßkind der Mode. Oben eng bis zur Grenze der Möglichkeit, so daß er durch Knöpfe geschlossen werden muß, und unten in reichlichen Falten ausfallend: dann ringsum so lang, daß er den Boden berührt, sogar vorn, wodurch allerdings das Gehen etwas erschwert wird. Es ist daher unumgänglich notwendig, das Kleid geschickt zu raffen, denn auf der Straße ist es streng verpönt, den Rocksaum auf den Boden auftreffen zu lasfen.
faltenlose Taille, wie sie das gleiche Modell veranschaulicht.
Ueberhaupt ist zu beobachten, daß von den maßgebenden Seiten ans die glatt anliegenden Taillen mehr und mehr bevorzugt werden, und wählt man nicht etwa nur die immer beliebt gewesenen Schneidertaillen, sondern den mehr durch Revers oder dergleichen ausgestatteten Genre, wie er mit Modell 148 gleichfalls veranschaulicht wird. Das der im übrigen ganz glatten Taille am rechten Vorderteil angeschnittene Revers erhält noch zwei gleichgeformte Revers, aber aus abweichendem Material untergesetzt, welche je mit einem Zierknopf befestigt erscheinen. Die gleiche Garnitur wiederholt sich auf dem Vorderblatt des Rockes.
All diesen Neuerungen zum Trotz stirbt aber die Blousenform noch lange nicht aus und beweist uns Modell Nr. 149, daß immer noch reizende Neuheiten auf diesem Gebiete erscheinen. Die tief ausgeschnittenen und an beiden Seiten geschlitzten Vorderteile sind an sämtlichen Außenrändern mit Stickereieinsätzen umrandet und lassen einen oben in Fältchen gesteppten Einsatz aus Crepe de chine in ersichtlicher Weise frei. Der Rock ist gleichfalls mit Spitzeneinsatz ausgestattet und wählt man zur Herstellung dieses Kostüms einen beliebigen, vor allem leichten Wollstoff.
Wodeplauderei.
Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationale« Schnittmannfaktnr, Dresden-Ais. Neuestes Modenalbum und Schnittmusterbuch Preis nur 50 Pfg. daselbst erhältlich.
Modell Nr. 148.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


