Ausgabe 
12.12.1899
 
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bringt noch zur Ergänzung des Borausgeschickten ein solche aus dem Jahre 1896 wörtlich zum Abdruck. Selbige lautet:

Nicht eindringlich genug kann vor einem allzu intimen Umgänge mit Hunden gewarnt werden, welche Unsitte namentlich in Oamenkreisen überaus verbreitet ist. Ais Beleg für die hierin liegende Gefahr ein neues Beispiel: An einer eigen­tümlichen Krankheit starb vor einiger Zeit in Halle ein im besten Mannesalter stehender Kaufmann. Sein Inneres war von Hundewürmern zerstört und bei einer Operation wurden aus der Milz über 100 Stück, bei einer späteren not­wendigen zweiten Operation aus der Leber abermals 100 Stück dieser Schmarotzer entfernt. Zwischen Lunge und Leber hatte sich aber bereits ein Geschwür gebildet, das den Tod dieses Mannes veranlaßte. Leicht sind diese winzigen Würmer (durch Belecken oder sich küssen lassen) auf den Menschen zu übertragen und richten dann, einmal in den Körper einge­drungen, bei ihrer starken Vermehrung große Verwüstungen an. So mancher geht an diesen unheilvollen Folgen zu Grunde, ohne eine Ahnung von der wahren Ursache seines Leidens zu haben, nicht selten unter den schrecklichsten Qualen. So sind Fälle bekannt geworden, wo diese Parasiten den Weg zum Gehirn gefunden halten und unter den fürchterlichsten Schmerzen zum Tode führten, und wenn die rätselhafte Krankheit nicht noch die Sektion zum Nachspiele gehabt hätte, würbe sie wohl für immer verschleiert geblieben sein. Die oft öffentlich erhobenen Warnungen haben bis jetzt leider nur wenig Erfolg gehabt. Namentlich liegt für Kinder bei ihrer Neigung, mit Tieren zu spielen, eine stete Gefahr vor, und nur eine sorgfältige Beaufsichtigung kann hier schützen. Es giebt aber auch viele Frauen und alte Jungfern, die ohne ihr Schoß­hündchen, ohne ihren Mops, Affenpintscher oder Dachsel nicht leben zu können glauben und sich von ihnen selbst die wider­lichsten Liebkosungen gefallen lassen. Solange dies innerhalb ihrer vier Wände geschieht, mag daS ihre Sache sein,' wenn sie es aber öffentlich thun, in Gasthäusern, in der Bahn uiw., wie es so oft geschieht, wird das zur großen Ungeschicklichkeit und Rücksichtslosigkeit gegen andere, die eben nicht solche Hundeliebhaber, besser gesagt Hundenarren sind. Ja, man ist noch verurteilt, mancherlei widerliche und tierische Ange­wohnheiten dieser Vierfüßler mit anzusehen I Ich sür meine Person suche gewöhnlich, wenn ich in eine derartige Nachbar­schaft geraten bin, einen anderen Tisch auf oder, falls es nicht angängig ist, verlasse ich bald das Lokal, nehme aber auch stets eine gewisse Verachtung gegen betreffende Personen mit fort."

Unterhaltungsspiele.

Kein Weihnachten vergeht, ohne daß nicht neue Unterhaltungsspiele dem Publikum geboten würden: da giebt es einWelt-Reisespiel", ein Pariser Weltausstellungs-Spiel", einBuren- und Engländer-Spiel" usw. usw., aber alle find sie im großen und ganzen nach einer Schablone gearbeitet und bringen eigentlich nur altes in veränderter Form. Jüngst ist aber nun ein Spiel aufgetaucht, wie es nicht alle Tage er­funden wird, ja das mit seiner geistreichen Anlage und seiner großen Bielseitigkeit bald dem ehrwürdigen Schach ein schlimmer Konkurent werden dürste: da?Salta-Spiel", das jetzt im Begriffe steht, von Hamburg aus, wo sich sogar schon einSalta Klub" gebildet hat, seinen Siegeslauf über die Welt anzutreten! Und auch die Wissenschaft hat sich schon mit dem Neuling befaßt: soeben ist bei Göschen in Leipzig eine kleine Broschüre des bekannten Mathematikers, Prof. Dr. Hermann Schubert in Hamburg, des Verfassers der vielzitiertenZwölf Geduld­spiele" und derMathemalischen Mußestunden", erschienen, die sich in eingehendster und jedermann leicht verständlicher Weise mit den Spiel­regeln, die übrigens höchst einfach und schnell zu erlernen sind, und den außerordentlich zahlreichen Spielarten beschäftigt. Das hübsch ausge- statlete und wohlfeile Merkchen (Preis 60 Pfennig) bringt außerdem zum besseren Verständnis eine wirklich gespielte Salra-Partie mit kritischen Bemerkungen, sowie eine Besprechung der wichtigsten Kamps­arten. Auf beides, Spiel und Broschüre, seien unsere Leser besonders aufmerksam gemacht.

Neue Berlagswerke

von Theodor Stroefer, Kunstverlag, Nürnberg:

Fkühlingsblüten. Eine Gabe für die junge Mädchenwelt. Herausgegeben von Bertha Clöment. Preis komplett in Leinwand gebunden Mark 7.50. Halbband in Leinwand gebunden a Mark 4.. Gewiß ist, daß unserejunge Mädchenwelt" nicht bloß mit Geschichten, wie sic den Markt überschwemmen, sondern mit kräftigerer und gediege­nerer Speise geistig und gemütlich genährt werden soll. Dies ist die Tendenz obigen wunderschönen Buches, das wir der umsichtigen Leitung der erprobten Mädchenschriftstcllerin Bertha Clement verdanken, welche selbst an den trefflichen größeren ErzählungenMauerblümchen" und Die schönste Hand" nämlich die, welche Wohlthun übt bcigesteuert und sich als Mitarbeiterinnen H. v. Krause, Anna Klie, Elise Maul, Therese Schefer, Bernhardine Schulze-Smidt und andere gesellt hat. Die erstgenannte greift in die Kulturgeschichte und schildert in sehr lebendiger Ausführung inAus der guten alten Zeit" das Leben und Treiben des Hauses um 1580; dieser Stoff ist ein sehr glücklicher Griff und ebenso die fesselnde Art der Darstellung in Form einer Erzählung, ebenso aus der Zeit der Schmach, um 1807,Hannchens Abenteuer". Ein warmer religiöser Sinn und Geist weht durch diese Stücke, denen sich natürlich auch Gedichte, dramatische Scherze, Anweisung zu Kunst­übungen, Stickerei, Brandmalerei und dergleichen unerläßliche Zuthaten anschließen. Aber das ist nicht alles. Als ein besonderes Verdienst zählen wir die Aufnahmen von Reisen (nach Italien), Länderschilderungen (Hawaii), Künstlerbiographie (Defregger). Auch zur Illustration haben sich erste Kräfte, u.' a. Paul Thumann, vereinigt. Nicht nur die prachtvollen Vollbilder (Gestalten, Landschaften, u. a. das Meisterblatt Weihnacht", ein Kirchlein im Schnee; Defreggers Mädchenköpfe, Letztes Aufgebot"), sondern auch die Textillustralionen, z. B. gerade aus der Großväterzeit von 1807 usw. sind zu rühmen, und das Ganze ist in Druck und Einband in der Gesamtwirkung von gewählter Gediegenheit.

Plattderstündchen. Eine Festgabe zur Unterhaltung und Belehrung. Herausgegeben von Helene Binder. Preis des kompleten Bandes Mark 6., in Leinwand gebunden Mark 6.50. Preis des Halbbandes Mark 3.50, in Leinwand gebunden Mark 3.75. Die Plauderstündchen", deren 5. Band ebenfalls in zwei, einzeln und zusammen erhältlichen Teilen heuer an's Licht tritt, sind eine längst schon so beliebte Spezialität des Th. Stroefer'schen Berlages, daß wir kaum noch etwas zur Empfehlung zu sagen brauchen. Ist es ja auch dieselbe kundige Hand, welche, wie bisher, die Leitung des aus einer reichen, mannigfaltigen Fülle von Beiträgen zusammengestellten Buches führt, nämlich Helene Binder mit einem ganzen Generalstab von schriftstellernden Kindersreunden, wie z. B. Bertha Clöment, Helene Krüger, Frida Schanz, Ottilie Schwahn, L. Witte und anderen. Was aus der Zusammenarbeit solcher Kräfte entstehen kann, eine unabsehbare, abwechselungsreiche Folge der köstlichsten Geschichten, Märchen, Fabeln, Natur- und Reiscbilder, Verse, Schwänke usw., das zeigt dies Buch, das an Mannigfaltigkeit des Inhaltes nicht seinesgleichen hat. Daher auch die einzigartige Eigentümlichkeit, daß es sür alle Stufen der Kinderjahre, Knaben und Mädchen, vor und in der Schulzeit, Kleine und Kleinste Entsprechendes bietet und somit das eine Buch dasselbe leistet was anderer mehrere. Dazu kommt noch der erstaunlich reiche und geradezu künstlerisch bedeu- tendc Bilderschmuck, Hunderte von Bildern zu den Hunderten von Text­nummern, u. a. die lustigen Skizzen des Quartaners (im Stil von Wilh. Busch), begleitet von des Zeichners kostbaren Zuschriften an den Verleger.

Königspromenade.

Nachdruck verboten.

Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise mit einander verbinden, daß man wie der König auf dem Schach­brett stets von einem Felde aus auf ein benachbartes übergeht.

Auflösung in nächster Nummer.

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nei

ran

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Auflösung des (Anagramms in voriger Nummer

Leid, Lied.

Redaktion: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.