716 -
bringt noch zur Ergänzung des Borausgeschickten ein solche aus dem Jahre 1896 wörtlich zum Abdruck. Selbige lautet:
„Nicht eindringlich genug kann vor einem allzu intimen Umgänge mit Hunden gewarnt werden, welche Unsitte namentlich in Oamenkreisen überaus verbreitet ist. Ais Beleg für die hierin liegende Gefahr ein neues Beispiel: An einer eigentümlichen Krankheit starb vor einiger Zeit in Halle ein im besten Mannesalter stehender Kaufmann. Sein Inneres war von Hundewürmern zerstört und bei einer Operation wurden aus der Milz über 100 Stück, bei einer späteren notwendigen zweiten Operation aus der Leber abermals 100 Stück dieser Schmarotzer entfernt. Zwischen Lunge und Leber hatte sich aber bereits ein Geschwür gebildet, das den Tod dieses Mannes veranlaßte. Leicht sind diese winzigen Würmer (durch Belecken oder sich küssen lassen) auf den Menschen zu übertragen und richten dann, einmal in den Körper eingedrungen, bei ihrer starken Vermehrung große Verwüstungen an. So mancher geht an diesen unheilvollen Folgen zu Grunde, ohne eine Ahnung von der wahren Ursache seines Leidens zu haben, nicht selten unter den schrecklichsten Qualen. So sind Fälle bekannt geworden, wo diese Parasiten den Weg zum Gehirn gefunden halten und unter den fürchterlichsten Schmerzen zum Tode führten, und wenn die rätselhafte Krankheit nicht noch die Sektion zum Nachspiele gehabt hätte, würbe sie wohl für immer verschleiert geblieben sein. Die oft öffentlich erhobenen Warnungen haben bis jetzt leider nur wenig Erfolg gehabt. Namentlich liegt für Kinder bei ihrer Neigung, mit Tieren zu spielen, eine stete Gefahr vor, und nur eine sorgfältige Beaufsichtigung kann hier schützen. Es giebt aber auch viele Frauen und alte Jungfern, die ohne ihr Schoßhündchen, ohne ihren Mops, Affenpintscher oder Dachsel nicht leben zu können glauben und sich von ihnen selbst die widerlichsten Liebkosungen gefallen lassen. Solange dies innerhalb ihrer vier Wände geschieht, mag daS ihre Sache sein,' wenn sie es aber öffentlich thun, in Gasthäusern, in der Bahn uiw., wie es so oft geschieht, wird das zur großen Ungeschicklichkeit und Rücksichtslosigkeit gegen andere, die eben nicht solche Hundeliebhaber, besser gesagt Hundenarren sind. Ja, man ist noch verurteilt, mancherlei widerliche und tierische Angewohnheiten dieser Vierfüßler mit anzusehen I Ich sür meine Person suche gewöhnlich, wenn ich in eine derartige Nachbarschaft geraten bin, einen anderen Tisch auf oder, falls es nicht angängig ist, verlasse ich bald das Lokal, nehme aber auch stets eine gewisse Verachtung gegen betreffende Personen mit fort."
Unterhaltungsspiele.
Kein Weihnachten vergeht, ohne daß nicht neue Unterhaltungsspiele dem Publikum geboten würden: da giebt es ein „Welt-Reisespiel", ein „Pariser Weltausstellungs-Spiel", ein „Buren- und Engländer-Spiel" usw. usw., aber alle find sie im großen und ganzen nach einer Schablone gearbeitet und bringen eigentlich nur altes in veränderter Form. Jüngst ist aber nun ein Spiel aufgetaucht, wie es nicht alle Tage erfunden wird, ja das mit seiner geistreichen Anlage und seiner großen Bielseitigkeit bald dem ehrwürdigen Schach ein schlimmer Konkurent werden dürste: da? „Salta-Spiel", das jetzt im Begriffe steht, von Hamburg aus, wo sich sogar schon ein „Salta Klub" gebildet hat, seinen Siegeslauf über die Welt anzutreten! Und auch die Wissenschaft hat sich schon mit dem Neuling befaßt: soeben ist bei Göschen in Leipzig eine kleine Broschüre des bekannten Mathematikers, Prof. Dr. Hermann Schubert in Hamburg, des Verfassers der vielzitierten „Zwölf Geduldspiele" und der „Mathemalischen Mußestunden", erschienen, die sich in eingehendster und jedermann leicht verständlicher Weise mit den Spielregeln, die übrigens höchst einfach und schnell zu erlernen sind, und den außerordentlich zahlreichen Spielarten beschäftigt. Das hübsch ausge- statlete und wohlfeile Merkchen (Preis 60 Pfennig) bringt außerdem zum besseren Verständnis eine wirklich gespielte Salra-Partie mit kritischen Bemerkungen, sowie eine Besprechung der wichtigsten Kampsarten. Auf beides, Spiel und Broschüre, seien unsere Leser besonders aufmerksam gemacht.
Neue Berlagswerke
von Theodor Stroefer, Kunstverlag, Nürnberg:
Fkühlingsblüten. Eine Gabe für die junge Mädchenwelt. Herausgegeben von Bertha Clöment. Preis komplett in Leinwand gebunden Mark 7.50. Halbband in Leinwand gebunden a Mark 4.—. Gewiß ist, daß unsere „junge Mädchenwelt" nicht bloß mit Geschichten, wie sic den Markt überschwemmen, sondern mit kräftigerer und gediegenerer Speise geistig und gemütlich genährt werden soll. Dies ist die Tendenz obigen wunderschönen Buches, das wir der umsichtigen Leitung der erprobten Mädchenschriftstcllerin Bertha Clement verdanken, welche selbst an den trefflichen größeren Erzählungen „Mauerblümchen" und „Die schönste Hand" — nämlich die, welche Wohlthun übt — bcigesteuert und sich als Mitarbeiterinnen H. v. Krause, Anna Klie, Elise Maul, Therese Schefer, Bernhardine Schulze-Smidt und andere gesellt hat. Die erstgenannte greift in die Kulturgeschichte und schildert in sehr lebendiger Ausführung in „Aus der guten alten Zeit" das Leben und Treiben des Hauses um 1580; dieser Stoff ist ein sehr glücklicher Griff und ebenso die fesselnde Art der Darstellung in Form einer Erzählung, ebenso aus der Zeit der Schmach, um 1807, „Hannchens Abenteuer". Ein warmer religiöser Sinn und Geist weht durch diese Stücke, denen sich natürlich auch Gedichte, dramatische Scherze, Anweisung zu Kunstübungen, Stickerei, Brandmalerei und dergleichen unerläßliche Zuthaten anschließen. Aber das ist nicht alles. Als ein besonderes Verdienst zählen wir die Aufnahmen von Reisen (nach Italien), Länderschilderungen (Hawaii), Künstlerbiographie (Defregger). Auch zur Illustration haben sich erste Kräfte, u.' a. Paul Thumann, vereinigt. Nicht nur die prachtvollen Vollbilder (Gestalten, Landschaften, u. a. das Meisterblatt „Weihnacht", ein Kirchlein im Schnee; Defreggers Mädchenköpfe, „Letztes Aufgebot"), sondern auch die Textillustralionen, z. B. gerade aus der Großväterzeit von 1807 usw. sind zu rühmen, und das Ganze ist in Druck und Einband in der Gesamtwirkung von gewählter Gediegenheit.
Plattderstündchen. Eine Festgabe zur Unterhaltung und Belehrung. Herausgegeben von Helene Binder. Preis des kompleten Bandes Mark 6.—, in Leinwand gebunden Mark 6.50. Preis des Halbbandes Mark 3.50, in Leinwand gebunden Mark 3.75. Die „Plauderstündchen", deren 5. Band ebenfalls in zwei, einzeln und zusammen erhältlichen Teilen heuer an's Licht tritt, sind eine längst schon so beliebte Spezialität des Th. Stroefer'schen Berlages, daß wir kaum noch etwas zur Empfehlung zu sagen brauchen. Ist es ja auch dieselbe kundige Hand, welche, wie bisher, die Leitung des aus einer reichen, mannigfaltigen Fülle von Beiträgen zusammengestellten Buches führt, nämlich Helene Binder mit einem ganzen Generalstab von schriftstellernden Kindersreunden, wie z. B. Bertha Clöment, Helene Krüger, Frida Schanz, Ottilie Schwahn, L. Witte und anderen. Was aus der Zusammenarbeit solcher Kräfte entstehen kann, eine unabsehbare, abwechselungsreiche Folge der köstlichsten Geschichten, Märchen, Fabeln, Natur- und Reiscbilder, Verse, Schwänke usw., das zeigt dies Buch, das an Mannigfaltigkeit des Inhaltes nicht seinesgleichen hat. Daher auch die einzigartige Eigentümlichkeit, daß es sür alle Stufen der Kinderjahre, Knaben und Mädchen, vor und in der Schulzeit, Kleine und Kleinste Entsprechendes bietet und somit das eine Buch dasselbe leistet was anderer mehrere. Dazu kommt noch der erstaunlich reiche und geradezu künstlerisch bedeu- tendc Bilderschmuck, Hunderte von Bildern zu den Hunderten von Textnummern, u. a. die lustigen Skizzen des Quartaners (im Stil von Wilh. Busch), begleitet von des Zeichners kostbaren Zuschriften an den Verleger.
Königspromenade.
Nachdruck verboten.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise mit einander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Felde aus auf ein benachbartes übergeht.
Auflösung in nächster Nummer.
bei
zichte
ganz
du
bist
sei
in
sein
nem
ver
so
frei
frei
und
wird
friede
herzen
der
von
-zcr
wendig
was
cs
dann
th
selbst
brich
schwer
greife
noth
nei
ran
schnöde
sucht
be!
zen
Auflösung des (Anagramms in voriger Nummer
Leid, Lied.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


