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brachten Dienstes des altperfischen Sonnenpatrons Miihras, dessen Welterblickung dort im Orient auch bereits an diesem Tage gefeiert wurde. Genau um jene Zeit, wo Kaiser Konstantin der Große die Axt an die morschen Wurzeln des Heidentums legte, da begann die christliche Kierftet den Ge­burtstag des heidnischen Sonnengottes durch den des gött­lichen Welterlösers zu verdrängen.

Die neue Feier verschaffte sich nun von Rom aus allmählichen Eingang in umliegende Länder christlicher Be­völkerung- selbst im fernen Osten kamen diese kirchlichen Bräuche zu geräuschloser Annahme. So wurde in Konstantinopel das erste Weihnachtsfest im Jahre 379, zu Nyssa, in Koppa- dozien 382 und in Antiochien 388 gefeiert. Wäre das neue Christfest schon vor dieser Zeit im Orient gefeiert worden, so hätte es am allerwenigsten der Stadt Antiochia, welche sich so inniger Beziehung zu dem apostolischen Werke rühmte, fremd sein können. Daß hin und wieder die festliche Be­gehung des 25. Dezember unter den Christen schon vordem stattfand, wenn auch nicht unter staatlicher Genehmigung, geht aus einer an diesem Tage anno 386 gehaltenen Homilie des heiligen Chrysostomus hervor, in der es heißt:Es sind noch nicht ganz zehn Jahre, daß uns dieser Tag erst völlig bekannt ist,- ihr feiert ihn aber mit einem solchen Eifer, als wenn er uns schon von undenklichen Zeiten her bekannt wäre." Die staatliche Anerkennung des von kirchlicher Sitte und Hoheitswürde getragenen Festes ließ denn auch nicht lange auf sich warten. Während das Gesetz des Kaisers Valcntinianus über die gerichtsfreien Tage vom Jahre 389 einen Geburtstag Jesu als öffentlichen Feiertag noch nicht kennt, nennen dagegen bereits die Erläuterungen zu dem Gesetzbuche Alarichs sowohl den 25. Dezember als auch den 6. Januar mit unter den gerichtsfreien Tagen. Immerhin war dem Weihnachtsfeste der eigentlich sakramentale Charakter, den es heute trägt, damals noch nicht e gen.Du mußt zunächst wiffen, daß der Geburtstag des Herrn nicht im Sakrament gefeiert werde, sondern daß man sich nur ins Gedächtnis zurückrufe, daß der Herr geboren sei", sagt Augustinus in einer seiner Episteln.

Der häusliche, -idyllische Anstrich, der das liebe Weih­nachtsfest heute so anhetmelnd macht, trat anfangs noch nicht so scharf hervor. Agthe betonte im Jahre 506, daß es nur für Städte und größere Pfarrkirchen best mmt sei. Wo es aber einer besonderen Feier gewidmet wurde, da konnte es allerdings sehr leicht mit der verdrängten Frier des unbe­siegten Sonnengottes und den voraufgegangenen Saturnalien innig verwachsen. War doch der eigentliche Hauptzweck der Bekehrer erreicht, nämlich die heidnische Vorstellung von der stets wiederkehrenden und sich verjüngenden Sonne in Gestalt einer besonderen Gottheit auf Christus, dieSonne der Gerechtigkeit," dasLicht der Welt," den Sieger über Leben und Tod zu übertragen und in schonungsvoller Weise eine befriedigende Vermittelung zwischen dem Heiden- und Christen­tum herbeizusühren. Der weitere Versuch dieser Art, nämlich auch den römischen Kalenden des Januarmonds den alten, her­gebrachten Glanz zu entziehen, indem man den geräuschvollen Jahresanfang im ersten Viertel des neunten Jahrhunderts auch auf den Geburtstag J-su verlegte, hatte nur teilweisen Erfolg- denn die eigentlichen heidnischen Lustbarkeiten des l. Januar konnten nicht beseitigt werden, trotz Konzilien, Kirchenbeschlüffen, Festtagen usw., und das bisherigeJahr des Herrn" ließ Jnnocenz XII. gegen Ende des 17. Jahr­hunderts der geschäftlichen Unregelmäßigkeiten wegen auch wieder mit dem heutigenNeujahr" beginnen.

Trotzdem nun die festliche Begehung des 25. Dezember zuerst im Abendlande stattgefunden anno 35t in Rom so verbreitete sich hier doch das Jeiusgeburtsfest sehr langsam, denn die Gallier und Deutschen kannten es im 9. Jahrhundert noch keineswegs. Erst die Synode von Mainz, 813, ordnete die Weihnachtsfeier in unserem damals

katholischen Vaterlande an und zwar in einer Ausdehnung von vier Tagen- später hatte Weihnachten sogar einen Um­fang von acht Tagen, wenn auch nicht lange. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Feier auf dem Kostnitzer Konzil auf drei Tage beschränkt, doch dehnte man sie im allgemeinen 24 Stunden länger aus, wie denn noch 1370 in Frankfurt die Rede ist vonden vier winachten heiligen Tagen".Weihnachten" selbst kommt überhaupt erst im mittelhochdeutschen Sprachschatze vor, und zwar nach dem Jahre lOOO. Es setzt sich das Wort zusammen aus wich ( heilig) und naht ( Nacht). Hielt man doch schon die altchristlichen Btgllienseiern dieses Festes bei nächtlichen Zusammenkünften ab, weil nach biblischer Mitteilung der Erlöser in der Nacht geboren war. Es hat mithin unser wichtiges Fest der christlichen Kirche eine sehr bewegte Geschichte hinter sich.

Literarisches.

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Arthur Achleitner entnahm dem Schwarzwälder Bauernleben seine beiden prächtigen Volksgeschichten Vronele und TannenreiS. (Illustriert von F. Reiß. Geh. 1 Mk. Verlag von Carl Krabbe in Stuttgart.) Vronele ist eine stolze, ihrer Liebe sich anfangs nicht bewußte, dann sie ans Trotz gewaltsam niedcrkämpfende Natur, die durch ihren Ucbermut fast an den Rand des Unglücks geführt wird. In zwölfter Stunde ringt sich ihr edleres Selbst durch, und ein gütiges Geschick ver­gönnt ihr die Ercttung ihres Geliebten aus Todesgefahr. Die Erzählung ist meisterhaft im Ausbau und gipfelt in einer wirklich tragischen Kata­strophe, um dann um so lieblicher und versöhnlicher zu schließen. Auch Tannenreis", eine kurze Geschichte, in welcher der rohe Uebermut, das Protzentum eines alten reichen Bauern die eigene Tochter in eine unhalt­bare Stellung bringt, darf als eine neue Talentprobe des schon längst beliebten Erzählers betrachtet werden. Fritz Reiß hat das Buch mit lebensfrischen künstlerischen Zeichnungen auf das reichste geziert.

Anagramm.

Nachdruck verboten.

Ich laste auf deinem Herzen schwer, Erzeuge oft trübe Gedanken.

Zwei Zeichen verstelle, und nimmermehr Dich Trübsinn vermag zu umranken.

Auflösung in nächster Nummer.

Auffösung des Gitterrätsels in voriger Nummer:

R A B Rheinwein e t t

i i t

Antilopen w o r

m ? p s

B i t t e r s e e n n e

flfhattion: <E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'scken Itnisersitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.