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Eine Weile der andachtsvollen Stille folgte, dann sprach , die Kniee, ihre Hände küssend und Worte des Dankes die leise »itternde Stimme der Herzogin:Kommen Sie zu I stammelnd.

mir, mein Kind, daß ich einen Kuß auf Ihre Stirn drücke. Die Herzogin streichelte die Locken der vor ihr Knieenden Sie haben mich tief ergriffen, Sie haben mir eine wahre I mit zärtlicher Hand.

ftenensfreube bereitet." Der Herzog aber rief:Das ist ein vortrefflicher Ge-

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»Das Winterlied, gnädiges Fraulein, bat der Herzog, Der Herzog wandte sich in leicht nervöser Ungeduld ab,

Während Elsie sang, bückte sie in den Park hinauv. I e{n ^fühl der Schuld.

Doch mit magnetischer Gewalt wurde ihr Blick von den auf I Das wäre also abgemacht," fuhr er lebhaft fort, ihr ruhenden Augen des Herzogs angezogen- sie vermochte I tlj) bedauere, Fräulein Elfte auf meiner Bühne

den Blick nicht mehr abzuwenden und so ruhten ihre Augen ' ' ejni entbehren zu müssen, so ist mir doch

ineinander, die feinigen in flammender Leidenschaft aufleuch- 1 2gunt* teuerste Mama, Befehl. Du mußt mir nur tend, die ihrigen sieghaft glänzend und dann sanft hingebend, 1 er(aubei botl Qett zu Zeit mich an dem Gesang Fräulein als die letzten Töne des sehnsuchtsvollen Liedes verhallten. * erfreuen zu dürfen."

Die Herzogin, die schmalen, blassen Hände auf die Lehne I Die Erlaubnis gewähre ich gern," erwiderte die Her­des Sessels gelegt, blickte in trübem Sinnen verloren starr I Jog{n täd)eInb.Liebe Gräfin," wandte sie sich dann an

vor sich nieder. Ein tiefer Seufzer hob ihre Brust und I bie Oberhofmeisterin,tragen Sie dafür Sorge, daß einige

leise flüsterte sie:Breit'Deine Arme aus, damit es Frühling | ßimmer jör Fräulein Elsie in Bereitschaft gesetzt werden,

werde ..." I Wann wollen Sie in das Schloß übersiedeln, mein Kind?"

Niemanv wagte die weihevolle Stille zu unterbrechen. 1Wann Euer Hoheit befehlen . . ."

Wie ein Geisterhauch erklang die flüsternde Stimme der INun bann, so denke ich, bereits übermorgen. Sind

kranken Fürstin durch das Gemach und hallte erschauernd I Sie einverstanden, Excellenz?"

wieder in dem Herzen Elftes. i Frau von Hannecken verbeugte sich zustimmend.

Sie müssen mich oft, sehr oft durch Ihren Gesang et- IAuf Wiedersehen denn und nochmals meinen Dank."

freuen und erquicken, mein Kind," nahm die Herzogin nach | Die Herzogin reichte Elfte die Hand, welche diese tief-

einer Weile das Wort.Es ist so einsam um mich geworden, I bewegt küßte.

bie Musik allein ist mir eine treue Gefährtin geblieben. I Frau von Hannecken verneigte sich tief, der Herzog ge-

Aber Sie wollen sich der Bühne widmen, Ruhm und Lorbeeren I leitete die Damen bis zur Thür.Auf Wiedersehen, auf erwarten Sie, da werden Sie kaum Zeit und Lust haben, I baldiges Wiedersehen," flüsterte er Elsie zu- dann verbeugte einer einsamen, alten Frau die trüben Stunden zu verkürzen." I er sich artig und trat zurück.

Hoheit haben über mich zu befehlen!" Die Thür schloß sich und hochaufatmend stand Elfte

Oh, nicht so, mein Kind, nicht so. Wo die Kunst Sie I wieder in dem Hellen, in kaltem Glanz prangenden Vor­ruft, gilt mein Wort nichts. Aber der Weg zu den Höhen I zimmer.

der Kunst ist steil und dornenvoll. Wie viele erreichen den j Frau von Hannecken zeigte ein sehr ernstes Gesicht. Gipfel? Wie viele sinken auf dem Fluge der Sonne ent- I Erst als man im Wagen saß, begann sie zu sprechen.

gegen mit versengten Schwingen in die Tiefe der Nacht ISie haben Glück, mein Kind," sagte sie in ernstem zurück. Möge der Himmel Ihnen beistehen auf dem gefähr- I Ton.Im Schutz der gütigen Herzogin werden Sie Ihr lichen Wege. Sie sind noch jung, Sie haben noch einen I Ziel bald erreichen. Aber ich möchte Sie warnen, auf Ihren weiten Weg, ein langes Leben vor sich, könnten Sie sich ent- I Erfolg, auf Ihr Glück nicht stolz zu werden. Der Boden schließen, ein Jahr, ein kurzes Jahr Ihres Lebens zu opfern, I eines Fürstenhofes ist ein gefahrvolles Terrain, besonders für um mich in meiner Einsamkeit zu erquicken?" I ein so lebhaft empfindendes und schönes Mädchen, wie Sie.

Wie soll ich Euer Hoheit verstehen? " fragte Elsie I Denken Sie stets an Ihre Zukunft. Denken Sie stets daran, in atemloser Spannung, denn sie glaubte die Absicht der I daß Sie aus niederem Stande entsprossen sind, daß nur die Fürstin zu erraten und jubelte im Innern ihres Herzens auf. I Gnade einer edlen Fürstin Sie auf diesen erhöhten Platz

Ich möchte Sie vorläufig auf ein Jahr an mich gestellt hat, von dem ein einziger Fehltritt Sie wieder ent­fesseln," fuhr die Herzogin lächelnd fort.Sie sollen hier fernen kann auf ewige Zeit. Halten Sie fich fern von Stolz

bei mir bleiben, Sie sollen mir vorlesen, spielen und singen | und ehrgeizigen Plänen. Bleiben Sre, was Sie bisher ich möchte mich an Ihrer taufrischen Jugend, an Ihrer waren: ein einfaches, bescheidenes Mädchen, das nichts besitzt

Sanqeskunft erfreuen, aufrichten, erquicken. Während der I als seine Schönheit, seine Kunst und seine Ehre.

Zeit könnten Sie Ihre Studien vollenden, könnten sich | Noch mehr sprach die Generalin in strengem, ernsten Ton.

weiter ausbilben ich werde dafür schon Sorge tragen I Aber Elsie hörte kaum auf ihre Worte, die wie ferne

und später, wenn Sie es in der dumpfen Enge meines I Windeswehen an ihrem Ohr vorüberrauschten. In ihrem Krankenzimmers nicht mehr auszuhalten vermögen, wenn es I Herzen tönte nur das letzte, leidenschaftliche Wort des Sie drängt, die Schwingen zu freierem Fluge zu entfalten, I Herzogs nach:Auf Wiedersehen auf baldiges Wieder- dann werbe ich bas Singvögelchen nicht länger zurückhalten, I sehen ..." t ... , ,

dann mögen Sie hinausfliegen in bie Welt, in bas Leben I Schweigenb ward der letzte Teil der Fahrt zurückgelegt.

ich gebe Sie frei, und meine Segenswünsche werden Sie I Als, zu Hause angelangt, Elsie der Generalin beim

begleiten ..." I Ablegen des Mantels behilflich sem wollte, wehrte diese dem

Tief erschüttert sank Elsie vor der gütigen Fürstin auf | jungen Mädchen und meinte mit etwas bitterem Lächeln.