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Hecht und Zander auf den Markt zu kommen. Der Fang der Seefische hängt wesentlich von den Windverhältnissen des Monats ab, je ruhiger die See, je billiger die Fische.

Gemeinnütziges.

AeLd und Karten.

Jetzt wird es Zeit, den kommenden Vögel« Hülle« zu da«e«. Sie bleiben uns den Mietzius nicht schuldig. Hilflos ständen wir den Milliarden kleiner Schädlinge unserer Pflanzen gegenüber, wenn uns nicht in den Vögeln im Kampfe gegen die Jnsektenwelt treue Bundesgenossen zur Sette ständen. Die Nistkästen hänge man derart auf, daß das Flugloch nach Osten gerichtet ist. Dieser Punkt wird, wie man täglich sehen kann, noch nicht genug beachtet, und er ist sehr wichtig. Der Staar ist ein geselliges Tier. Man kann für seine Sippe in einem Baum oder an einer Stange mehrere Kästen anbringen, ja sogar Häuser mit mehreren Stockwerken, ohne daß Rangstreitigkeiten zu befürchten wären, wer in der Bel-Etage oder wer unter dem Dache wohnen soll. flür Weisen, Rotschwänzchen und Fliegenschnepper bringt man nur einen Kasten in einem Baume an. Tie Meise, eine ausge» zeichnete Jnsektenvertilgerin, will ihren Wohnort nicht zu hoch gelegen haben, 4 Meter von der Erde in etwas buschigen Bäumen ist ihr liebster Aufenthalt. Der Staar thront ] dagegen 3 und 4 Meter höher. Eine genaue Beschreibung über die verschiedenen Nistkästen mit Abbildung giebt die Liste für Geräte von I. C. Schmidt, Erfurt, die umsonst und postfrei versandt wird.

Die einfach vlühenve« Veilchensorte« sind besser für Topfkultur geeignet, als die gefüllten. Das wilde Veilchen läßt sich viel schwerer im Zimmer ziehen, als die durch Kultur gewonnenen.

Iür die Küche.

Für Küche ««d Ha«shalt bringt der Februar: Gemüse: Artischocken (Jerusalemer), Blumenkohl, Bohnen (getrocknete grüne und weiße), Brocoli, Braunkohl, Cardy, Erbsen (getrocknete gelbe und grüne), Grünkohl, Kartoffeln, Kohlrabi, Linsen, Meerrettich, Möhren, Petersilienwurzel, Porree, Rosenkohl, Rote Rüben, Savoherkohl (Wirsing), Schwarzwurzeln, Sellerie, Teltower Rüben, Weißkohl (Sauer­kraut), Zwiebeln. Früchte: Aepfel, Apfelsinen, Birnen: Citronen, Mandarinen, Nüsse. Fletsch: Ochsen-, Kalb, Hammel-und Schweinefleisch, Kaninchen. Geflügel: Huhn, Kapaun, Poularde, Truthahn. Wild: Damhirsch (Spießer), Becassinen, Birkhahn, Ente, Fasan, Schnepfe, Taube. Fische und Schaltiere: Aal, Austern, Barbe, Hecht, Häring (gesalzen), Kabeljau, Karpfen, Laberdan, Schellfische, Schleihe, Schnecken, Seezungen, Steinbutt, Stockfisch, Stör, Turbot.

Beachtenswert veim Ei«ka«f vo« Kaffee. B an schreibt: Die Frage, ob man besser daran thut, gerösteten oder ungerösteten Kaffee im Laden zu kaufen, ist heute ent­schieden. Mehr als 9/10 des ganzen Kaffeekonsums wird von der Hausfrau in geröstetem Zustande gekauft. Nachdem nun in den letzten Monaten gerösteter Kaffee zu außergewöhnlich billigen Preisen angepriesen wird, hört man seitens der Haus­frauen vielfach die Frage:Empfiehlt es fich, diese billigen Kaffees zu kaufen?" und weiter:Habe ich bisher nicht zu hohe Preise bezahlt?" Diese Fragen sind, wie folgt, zu be­antworten : Daß Kaffee heute bedeutend billiger käuflich ist, als vor zwei Jahren, kommt nicht von den sogenannten Spezial- und Bersandt-Geschästen, sondern daher, daß in Südamerika, woselbst meist geringere Kaffees produziert werden, in den letzten Jahren die Ernten außerordentlich groß waren, und infolgedessen die Preise speziell für Greift

Redaktion: E. Burkharsdt. Druck und Verlag der Brühisch-

lianische Kaffees naturgemäß herabgedrückt wurden. Die Ernten der feineren Qualitäten in anderen Ländern waren dagegen nicht so groß- diese Sorten behielten daher auch ihren beträchtlich höheren Preis bis in die letzten Monate hinein. Nun aber sind auch die besseren Kaffees zurückge­gangen, so daß schon feine Sorten verhältnismäßig billig verkauft werden können. Die sogenannten Spezial- und Ber- sandt-Geschäfte nützen nun besonders den Preisrückgang der geringeren Sorten aus und offerieren Kaffee zu anscheinend ipottbilligen Preisen, einzelne thatsächlich als Lockartikel teil­weise unter Einkauf. Trotzdem aber ist den Hausfrauen nicht zu raten, derartiges billiges Zeug zu kaufen, denn, abgesehen von dem schlechten Geschmack, giebt dieser Kaffee nicht aus, man muß also mehr nehmen. Biel besser ist es, einen ordentlichen Qualitätskaffee, wie man ihn in unseren allbe­kannten, reellen Detailgeschäften schon zu etwa 1 Mk. 20 Pfg° bis 1 Mark 40 Pfennig geröstet bekommt, zu kaufen, und es ist auch zu hoffen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um die geehrten Hausfrauen zu veranlassen, den ansässigen Geschäftsleuten, welche im allgemeinen dieselben Vorteile bieten können, wie auswärtige sogenannte Spezial- und Ver- sandt-Geschäfte, treu zu bleiben.

Frikassee a«s übrig gebliebenen Stückchen von kaltem Rindfleisch. Man schneide das Fleisch in dünne Scheiben und befreie sie von Knorpel und Fett. Nun nehme man etwas Fleiichfond und verdicke denselben mit Butter, die man in Mehl umgewendet hat; zum Würzen wendet man Petersilie, junge Zwiebeln, Pseffer und Salz cm; man seiht die Sauce durch und wärmt das Fleisch in derselben, indem man sie neben das Feuer stellt.

Sardefle«scheive«. Wan röstet Semmelschnitte nicht zu hart, rührt unter ein Stückchen frische Butter einige ge­waschene und von den Gräten befreite, feingewiegte Sardellen und streicht diese auf die Semmel. Hierauf wird ein hart­gekochtes, ebenfalls feingewiegtes Ei mit etwas feingewiegtem Schnittlauch oder in Ermangelung dessen einem feingewiegten Stücklein Schalotte oder Zwiebel vermischt und auf die mit der Sardellenbutter bestrichenen Semmeln gestreut.

Literarisches.

Abrüstung und Weltfrieden, 50 <)00 Mark stehen ittt Wette, datz beides kommen wird. Preis 15 Pf. unter diesem Titel erschien kürzlich im Verlag von F. E. Bilz, Leipzig, eine kleine Broschüre, die die jetzt allgemein erörterte Abrüstungsfrage von einer ganz neuen Seite beleuchtet. Der Versasser weist an der Hand der Weltgeschichte, vor allem aber der Kulturgeschichte nach, daß in einem gewissen Zeitraum die blutigen Kriege ganz von der Welt ver­schwinden werden, und damit zugleich eine bedeutende Abrüstung Hand m Hand geht. Er setzt 50 000 Mark zur Wette aus, daß dieses kommen wird. An Beispielen weist er nach, daß durch eine immer mehr vervollkommnete Allgemeinbildung die Menschheit gesitteter und edler geworden ist als in früheren Jahrhunderten, wo die unglaublichsten Grausamkeiten, bte sich die Feder sträubt niederzuschreiben, herrschten. Ferner giebt er statistisch die hohen Summen der Ausgaben für Kriege und Militär an und macht Vorschläge, in welch besserer und nutzbringender Weise ein großer Teil dieser Gelder zum besten der Völker verwandt werden könnte. Die kleine Schrift ist anregend und wohlmeinend geschrieben;, jeder Leser wird sie befriedigt aus der Hand legen.

Prof. Dr. G. Jägers MonatSblatt (Verlag von Kohlhammer, Stuttgart, jährlich 3 Mk.) 1899 Nr. 2. In der Fort­setzung seines Rückblicks bespricht Jäger auch die tierischen Arzneistoffe und ihre heutige umfangreiche Verwendung in der Heilkunde der herrschenden Schule. Er weist nach, daß das Monatsblatt zu einer »eit auf jene Arzneistoffe wiederholt hingewiesen hat, da die Medizin auf die tierischen Spezifika mit verschwindenden Ausnahmen mit Gering­schätzung blickte, und welche Veränderung sich da in verhältnismäßig kurzer Zeit vollzogen hat. In seiner vergleichenden Studie Düngung und Ernährung giebt Jäger nochmals nützliche Winke für beide Gebiete, i namentlich für die Ernährung der Kinder, die nach seinen Aussührungen I oft recht verkehrt angegriffen wird. Eine Plauderei über Herrscherbetten vergleicht die hygienische Weisheit an den weltlichen Herrscherhöfen und am päpstlichen Hofe, eine Vergleichung, die zugunsten des letzteren ausfällt. Die folgenden Artikel behandeln Wintersport und Winter- kuren Wolle und Tapserkeit, Schwarze Kleidung als ungesund, Papierene I Unterkleider, Die Riechstoffe des Weins, Amerikanische Schulen.

Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.