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Um jungen Rasen gegen die Unbilden des Winters, namentlich rauhe, trockene Winde und Fröste zu schützen, ist jetzt die geeignetste Zeit zum Aufbringen von verrottetem Dünger, gleichviel ob Vieh- oder Pferdedünger, und er ist, je nach den klimatischen Verhältnissen, bis Mitte Februar oder Anfang März auf den Rasenplätzen zu belassen. Ein Ersticken des Grases ist bei richtiger, nicht zu starker Lagerung nicht zu befürchten. Der aufgebrachte Dünger erfüllt zweierlei Zweck: er schützt und düngt.

Man reinige die Bäume von abgestorbener Rinde, Moos und Flechten und gebe zum Schutze vor Insekten und Frostschaden einen Kalkanstrich. Mancher kann die weiß­angestrichenen Bäume nicht leiden. Ein einfaches Abhilfe- mittel ist die Zugabe von etwas grüner oder brauner Farbe zu dem aufgelösten Kalk. Alles von den Bäumen abgekratzte wird verbrannt, es enthält massenhaft Jnsekteneier und Larven.

Der Monat Dezember wird nicht immer in der richtigen Weise zum Bearbeiten des Gartenlandes ausgenützt. Weil der Boden gefroren, nimmt mancher an, daß es unmöglich sei, mit dem Spaten einzudringen. Es kommt dann noch etwas Bequemlichkeit hinzu, und so wird gar nicht einmal der Versuch gemacht das Land zu verbessern. In Wirklichkeit ist der Frost der Bodenbearbeitung gar nicht so hinderlich, die Schwierigkeit liegt nur im Anfänge. Sind die Spatenstiche gethan, ist erst eine Furche oder ein Graben offen, dann geht die Arbei* vorzüglich weiter. Wird der Boden, nachdem es leicht ge­froren, mit Dünger oder Laub gedeckt, so läßt er sich den ganzen Winter hindurch ohne Rücksicht auf den Frost bearbeiten. Das im Winter bearbeitete Land ist besonders gut und fruchtbar. Die günstigen Wirkungen des Frostes beruhen darin, daß ein Mal größere Lockerheit erzielt wird, dann beffere Durchlüftung des Bodens und daß viele Nährstoffe des Bodens gelöst werden, die den Wurzeln der Kulturge­wächse doppelt zugute kommen. Um die eisernen Geräte während des Winters gegen Rost zu schützen, bestreiche man ste mit geschmolzenem Fett und Harz oder mit Petroleum.

Von jetzt ab beginnt oft ein für jede Hausfrau reckt fühlbarer Mangel an Küchenkräutern zu herrschen,- obwohl die gewöhnliche Petersilie in ihren verschiedenen Formen ziemlich winterhart und unter leichter Bedeckung des Winters im Freien grün bleibt, werden die Blätter schließlich doch unansehnlich. Wir müssen uns nun in der Weise helfen, daß wir unser Suppengiün am Küchenfenster heranziehen. Am leichtesten ist hier Schnittlauch zu erhalten, dessen Stauden einzeln in kleine Blumentöpfe gepflanzt werden und unter dem Einfluß der Wärme bald junge grüne Halme treiben. Zur Heran­zucht des Petersiliengrüns verwendet man sogenannte Peter- silienwurzeln, die im Garten frühzeitig ausgegraben und im Keller eingeschlagen werden. Diese recht langen Wurzeln pflanzt man entweder in sogenannte mit seitlichen Löchern versehene Pyramiden oder zahlreich zusammen in recht hohe Töpfe, sie treiben bei reichlicher Feuchtigkeit leicht aus und liefern bei nicht zu hoher Wärme geraume Zeit ein hübsches Grün. Ist der Vorrat an Wurzeln groß, so daß man mehrere Töpfe bepflanzen kann, so wird das geschätzte Grün während des ganzen Winters nicht ausgehen, da die Wurzeln fort­während neue Blätter treiben. Ein hübsches Grün, welches zu Salat verwendet werden kann, liefern auch die Cichorien- wurzeln, die, jetzt im Keller eingeschlagen, gleichfalls schnell austreiben, und deren junge Blätter dann wiederholt abge- fchnitten werden können.

Denken wir auch, da nun bald Eis und Schnee kommt, an unsere besten Mithelfer im Kampfe gegen die Jnsekten- welt, an unsere Vögel. Wir errichten Futterstätten, die wir wegen den Katzen hoch anlegen, und wir machen darüder ein kleines Dach. Für die lieben, klugen Meisen haben wir uns eine Weihnachtsfreude ausgedacht. Wieviel Gänsebraten wird im Dezember und namentlich an den Festtagen gegessen! Das Gerippe werfen wir nicht weg, sondern ziehen einen Bind­faden hindurch und hängen es dann in einen Baum. Bald

find die zierlichen Tiere da und putzen die Knochen so blank wie Elfenbein. I. C. Schmidt in Erfurt.

Weihnachtsbäckerei.

Weihnachts-Stollen. Man nimmt 15 Liter (12 Kilo) Weizenmehl. Das Mehl wird in einen Backtrog gethan und ein Damm von diesem Mehl gedrückt. 350 Gramm Stückhese werden genommen und ein trockenes Hefestück mit iy2 bis 2 Liter lauer Milch angesetzt. Dieses läßt man gehörig reif werden,- ist es im Fallen begriffen so werden 1 Speiselöffel voll Salz, l*/2 Kilo Butter, ebensoviel klarer Zucker, 250 Gramm süße, 125 Gramm bittere Mandeln, die man vorher abzog und wiegte, auch 6 Eier, das Abgeriebene von 2 Zitronen, etwas Muskatblüte und J/8 Liter Jamaika- Rum in das Hefestück gethan und fein zergriffen, das Mehl und die nötige Menge Milch unter die Maffe gemischt, zuletzt 250 Gramm Citronat hinzugethan. Das Ganze giebt einen Mandelstollenteig, und es kann dieser ganze Teig oder ein Teil desselben zu Mandelstollen verwendet werden. Dem Teig, den man nicht zu Mandelstollen verwendet, setzt man vielleicht 750 Gramm große und ebensoviele kleine Rosinen hinzu. Werden die Rosinen sogleich unter die Masse gemischt, so färben sie den Teig grau. Der Teig muß, nachdem er fertig ist, eine halbe Stunde oder etwas länger gehen, dann wird das Gebäck jederzeit fehlerlos werden. Obige Masse giebt 8 bis 9 Stollen. Dieses ist ein gutes, mittelfeines Gebäck. Feinere Gebäcke, in welche viel mehr Zucker, Butter, Rosinen und andere Gewürze gethan werden, bedürfen dann entsprechend auch viel mehr Hefe und eines größeren Hefestückes. Zu bemerken ist noch weiter, daß Stollenteige im allgemeinen fest gemacht werden müssen, weil sonst die Butter und der Zucker die Teigmasse im Backofen flüssig machen und dann das Gebäck fletzschig und breit werden würde. Die Eier dürfen bei gutem Gebäck niemals fehlen, indem sie ein Binde­mittel mehr sind. Bei gewöhnlichen Teigmassen find die Eier nicht von Nutzen, da sie das Gebäck zähe und trocken machen.

SüßeMakronen. 125 Gramm süße Mandeln werden gebrüht, abgeschält, mit Eiweiß gestoßen, mit 250 Gramm Zucker gemischt, auch mit so viel Eiweiß verdünnt, daß die Masse schwer vom Löffel läuft. Davon werden Häufchen in der Größe einer kleinen Wallnuß auf Oblaten oder Papier gesetzt und bet schwacher Hitze gebacken. Zu bitteren Makronen nimmt man halb süße, halb bittere Mandeln, nach Belieben auch zwei Drittel süße und ein Drittel bittere Mandeln.

Weiße Nürnberger Lebkuchen. 500 Gramm Mandeln werden gebrüht, abgezogen, fetngeschnitten und ge­röstet. Nun rührt man 500 Gramm Zucker 3/4 Stunden lang mit dem Schnee von 8 Eiern, unterwelchen 4Dotter gemengt wurden. Alsdann giebt man 250 Gramm Stärkemehl und 125 Gramm gewöhnliches Mehl, 240 Gramm Citronat und Pommeranzen- schale, 10 Gramm Zimmt, 5 Gramm Nelken 5 Gramm Kardamom und Muskatblüte und die gerösteten Mandeln dazu, mischt alles recht tüchtig, streicht diese Masse auf länglich viereckige Oblaten und bäckt sie bei mäßiger Hitze. Etwas billiger, aber auch sehr wohlschmeckend, ist folgende Vorschrift; 500 Gramm Mehl, 500 Gramm Zucker, 10 Eier (das weiße zu Schnee geschlagen), 250 Gramm geröstete Mandeln, 10 Gramm Nelken und Kardamom, Zitronat und Pommeranzenschalen, 80 Gramm von jedem, die Schale einer Zitrone. Eine Stunde rühren, auf Oblaten streichen und bet mäßiger Hitze auf dem Blech backen.

Zimmtsterne. Neun Eiweiß werden zu Schnee ge­schlagen und mit 500 Gramm fein gesiebtem Zucker, V« Stunde verrührt, worauf man den Saft und die auf Zucker abge­riebene Schale einer Zitrone sowie 30 Gramm feinsten Zimmt dazu fügt und dann noch 1/i Stunde rührt. Von dieser Masse wird ungefähr eine Tasse voll zur Glasur beiseite ge-