Ausgabe 
5.1.1899
 
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oft versucht, manche- bisher für unmöglich Gehaltene zu behaupten, denn Phantasie ist die Mutter der Erfindung, und Tesla hatte eine rege Phantasie. Seine Erfindungen füllen heute einen über 500 Seiten starken Katalog. Das Lehrfach eignet sich nicht für solchen Jüngling. Nachdem er auch dort graduiert hatte, lernte ermehrere Sprachen, damit er sich ungehindert in der Welt umsehen könne, und wandte sich dann westwärts. Er war Ingenieur in Prag und Budapest und schließlich auch in Paris. Hier traf er Ameri­kaner, ging bald nach Newyork, und da sich verwandte Seelen anziehen, wurde er bald mit Edison bekannt. Ihm wurde Erfinden und Verbeflern heilige Arbeit.

Kaum ist ein Monat vergangen, seit Tesla von der oben besprochenen Erfindung berichtete, daß Elektrizität jeden Grades, zu jeder denkbaren Distanz einfach durch die Luft transmittiert werden könne, da meldet Edison eine andere wundervolle Erfindung an, die sich auch auf die Entdeckung von bis jetzt unbekannten Naturkräften gründet. Der Zar aller Reußen proklamiert universalen Frieden, und Edison will eine Maschine erfunden haben, die eine ganze Marine im Augenblick zerstören kann, d. h. noch so weit entfernte Kriegsschiffe ohne irgend welchen zwischenliegenden, ver­mittelnden Apparat oder Beistand im Moment zerstreut! So würde Krieg unmöglich sein zu Waffer und zu Land, denn der Feind könnte auf der Stelle vernichtet werden, und kein Volk würde sich mit dieser Aussicht auf einen Kampf einlaffen. Doch noch besser, diese Erfindung dient nicht nur zum Zerstören, sondern auch zum Retten.

Ich habe durchaus nicht den Wunsch" sagt der Er­

finder, »daß sich mein Ruhm auf eine Erfindung stützen soll sei sie noch so großartig die nur geschaffen wäre, um damit zu zerstören.Ich ziehe vor, als der Erfinder der Nachwelt zu leben, dem es gelang, den Krieg abzuschaffen. Das würde mein größter Stolz sein. Doch, da ist auch manch' friedlicher Gebrauch für meine Erfindung, z. B. das Retten Schiffbrüchiger.

Es wird vollkommen möglich sein, unsere LebenSrettungs- Stationen mit Rettungsbooten -bahnen auszurüsten, die vom Strande aus geleitet und übersehen werden können, sich dem verunglückten Fahrzeug nähern und die Passagiere und Mann­schaften einnehmen, ohne die Leben so braver Männer zu riskieren, als sich jetzt in Sturm und Brandung hinaus­wagen müssen. Sie kann auch zum Fortbewegen von Lotsen­booten benutzt werden, zum Transportieren von Briefen, Nahrungsmitteln und Werkzeugen nach unzugänglichen Gegenden, oder um Walfische zu töten und für viele andere gewerbliche und wissenschaftliche Zwecke".

Edison ist der Stolz Amerikas und wird allgemein für den grüßten der lebenden Erfinder gehalten. Eigentlich ist er aber nur ein Verbesserer- er versteht es meisterhaft, die Ersindungen anderer zu verbessern und auszunützen. Sein Ruhm stützt sich auf dieErfindung" des elektrischen LichrS, des Phonographen, des Kineioskops, des Telephons und mehrerer anderer Dinge, die er in Wahrheit nichterfand". Er kann nicht behaupten, all' diese Sachen in dem Sinne erfunden zu haben, wie z. B. Georg Stephenson die Lokomotive. Edison hat ein offenes Auge für die Ideen und Erfindungen anderer. Wie der Briefmarkensammler nach Marken hascht, so hascht und sammelt Edison Winke und Ideen, um sie dann zu einem symmetrischen Ganzen zu vereinigen. Dies ist das Geheimnis seines Erfolges. Welcher Amerikaner gerät nicht fast in Ver­zückungen, wenn er zum elektrischen Licht emporblickt und sich sagt, daß Edison, dieser amerikanische Junge, der einst Zeitungen an den Straßenecken verkaufte, diese Wohlthat für die Menschheit erfand- thatsächlich aber war eine elektrische Lampe die Goebel schon Jahre lang in Gebrauch, ehe Edison geboren wurde, und das Original existiert noch. Von all seinen Erfindungen entsprang kaum eine einzige seinem eigenen K Pi, und sollte eine dies Unglück gehabt haben, so ist eS auch

sicherlich ein höchst uninteressante» Instrument mit sotcheüi langen, trockenen Namen, daß er sich kaum aussprechen läßt, wie z. B.: Mikrotaximeter, Odoroskop, Megaphon, Aerophon u. s. w. Der Mann im Mond dürfte gerade so gut be­haupten, das Telephon und den Phonographen erfunden zu haben, wie Edison. Das Telephon war schon vor zweihundert Jahren bekannt, und Professor Bell hat mehr von den moderne» Verbesserungen hinzugefügt, als Edison. Auch der Phonograph war in der Hauptsache von anderen Gelehrten schon vor hundert Jahren erdacht worden. Edison erzählt uns, daß eine zufällige Verwundung seines Fingers die Erfindung dieses Instruments veranlaßte- in Wirklichkeit kann er jedoch nur meinen, daß der kleine Unfall nur dw Veranlassung zu einer Verbesserung deS Instruments war. Nur zwei seiner eigenen Erfindungen sind überhaupt des Besprechens wert- die eine ist ein Apparat, die abgegebenen Wahlstimmen zu registrieren, die andere einer, der die lästigen Küchen­schwaben oder Rochen tötet. Ganz im Ernst, diese Schwaben­falle ist Edinsons größte Erfindung, erstens, weil sie größeres Recht hat, ihn ihren Erfinder zu nennen, und zweitens weil sie wirklich praktisch ist. Ihm kam die Idee dazu, als er in einem telegraphischen Bureau angestellt war, wo das Zimmer schwarz war von den wimmelnden Schwaben, die noch dazu die häßliche Angewohnheit hatten, von der Decke Herabzufalle« und dadurch mit dem elektrischen Apparat und den Chemikalien in Berührung kamen- so entstand die Schwabenfalle. Das so bekannte Kinetoskop, das die Leute für seine wundervollste Entdeckung halten, ist nur eine Ver­besserung der Arbeit eines andern. Edison selber giebt zu, daß ein kleines SpielzeugZoetrop* genannt, das oft feine Aufmerksamkeit auf sich zog, als er als Knabe in den Bahnen und auf den Trottoirs Zeitungen verkaufte, da» Fundament dazu war.

Es scheint, als ob das begeisterte Publikum sich in Edison die sichtbare Verkörperung des Geistes all' dieser Erfindungen vorstellt. Edison selber ist ein zu bescheidener Mann, um sich so viel anzumaßen, dennoch ist er ein Meister, der es versteht, anscheinend nutzlose Ideen und sogar Spielzeuge in den praktischen Gebrauch als dienende Geister zu fesseln.

Immer galant. Dame:Ja, Herr Lieutenant, ich will ganz gerne spielen, aber wer soll mir denn die Noten umwenden?" Lieutenant:Erlauben Gnädigste, werde Ihr Flügeladjutant sein".

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HerauSgeredet.Herr Wirt, ich muß mich be­schweren. Hinter den Tapeten wimmelt'S ja von Ungeziefer!" Ja, ich hab' Sie aber gleich gefragt, ob Ihnen die Tapete nicht zu lebhaft Märe!"

Kleinstädtisch. Fremder:Giebt'S denn hier gar keine Sehenswürdigkeiten?" Einheimischer:Doch, sehen'S denn nicht, wie die Leut' Sie schon immer anstarren?"

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In der Verlegenheit. Hausfrau:. . Aber Anna, die Gänsekeule muß doch irgendwo geblieben sein, wenn Sie sie nicht Ihrem Bräutigam zugesteckt haben! Katzen und Hunde haben wir nicht . . ." Köchin:Sind das nicht vielleicht fleischfressende Pflanzen, die dort auf dem Blumenbrett stehen? !"

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Im Zeitalter des RadeS. Papa:Ich will Dir einen guten Rat geben, Bob". Bob:Gieb mir lieber ein gutes Rad, Papa".

Siedaktion: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.