64
würden, das Menü für einen ganzen Monat
zu füllen.
sie selber.'
schlimm mundete. Das waren die berühmten Haifischflossen, von denen nicht etwa das Fleisch, sondern nur die weich- qekochten Gräten gegessen werden. Die Pausen zwischen den einzelnen Gängen füllten die anscheinend noch immer hungrigen Gäste damit aus, daß sie fortwährend getrocknete Melonenkerne knabberten, die in kleinen Schüsstlchen vor
Mch einigen Suppen, mit wohlriechenden Deien versetzt und gekochten Nudeln darin, kam eine Speise, die aus ® u itnh nnr nicht- in
*
*
Gerichtsseene. (Vor Gericht erscheint ein in Strafhaft befindlicher Dieb). Richter (zum Angeklagten): „Der Herr Baron will von Ihnen bestohlen sein." — Angeklagter: „So? — Na, da muß er warten, bis ich wiederum aus dem Loche bin."
befamen^e ^ch atteS Geschmacksache auf unserer
Erde Ich forderte meinen Dolmetscher auf, mir die Bemerkungen meines Gastfreundes mitzutheilen, und er antwortete, der letztere hätte gehört, die Europäer aßen Käse aus Milch von Kühen, Eseln und Schafen zuberertet. Sw ließen diese Käse auch so lange liegen, bis sie schimmlig würden und noch viel schlimmer stänken als diese Eier. Me es denn käme, daß wir gerade die alten Eier schlecht fänden? Ich mußte ihm meine Antwort darauf schuldig
chinesischen Begriffen, geradeso wie unsere Weine, und ein Ei vom Jahrgang 1818 ist da« non plus ultra einer Delieatesse. Solche Eier waren es, die wir vorgesetzt
SvllLUv LU V | uuu/ uv.«».»----- (j , r .
endlich als die berühmten Schwalbennester bezeichnet- beim nächsten Gang bekamen wir in kleinen Schälchen eine schwärzliche Gallerte vorgesetzt, in welcher dunkelrothe Eidotter staken: die Gallerte, von der ich ein Stück mit einem Stäbchen aufspießte, schmeckte uns doch so sehr nach Schwefel- wafferstoffgas, daß ich mich desselben sofort wieder entledigte- mein Nachbar zog erstaunt die Augenbrauen in bte Löhe, der Dolmetscher machte ein wichtiges Gesicht und meinte: „vely gooe, that vely old egg“ „sehr gut, das sehr altes ®" (ich schreibe vely und nicht very, roetl der Chinese das R nicht aussprechen kann und statt R stets L anwendet). Sehr altes Ei'. Ich erfuhr die Zubereitung dieser Eier aus einem chinesischen Kochbuch. Vielleicht ist sie unseren Köchinnen von Nutzen: Aus Holzasche, Kalk, Salz, Wasser und einigen aromatischen Kräutern wird etn dicker Brei bereitet, in welchen die frisch gelegten Eier gelegt und darin unter hermetischem Verschluß vierzig Tage lang aufbewahrt werden. Dann sind sie schon genießbar, aber je länger sie liegen bleiben, desto besser werden ste nach
Rtdaetüm: «. Scheyda. — Druck und Verlag d-r Brühl'scheu Umverfitäts-Buck- und Steindruckerer (Pietsch & Scheyda) i»
Worte, auf welche die ganze Gesellschaft sich von den Ditzen erhob. Endlich! Erleichtert sprangen wir unter dem Eindruck, die Sache wäre beendigt . . . Ceremoniös tarn, aber b« Dolmetscher auf mich zu, um mir zu sagen, der Hausherr wünsche uns Gelegenheit zu geben, die jungen Damen, au - gezeichnete Sängerinnen Cantons, zu hören und ein paar Pfrifen Taback zu rauchen- dann würden wir das Dmer fortsetzen. Welcher Schrecken! Es stand uns also noch eine zweite Auflage Knoblauch und Zwiebel, Del und Fett bevor. Wir begaben uns in den anstoßenden Raum, wo die Dienerinnen der Dämchen uns die eigenthümlichen Wasserpfeifen der Chinesen zu rauchen gaben und langbezopfte Aufwarter Thee servirteu. Jeder von uns erhielt ein kleines Thee- täßchen ohne Henkel, aber wie eben in China Alles verkehr, ist, so stand auch das Täßchen nicht auf der Untertasse,
sondern die letztere lag umgekehrt auf dem Täßchen un i «norjeiti zubereitet schien und gar nicht so
deckte dasselbe zu. Die Aufwarter hoben diesen Deckel auf, | < si» .?>aistschflossen,
schütteten einige graue Theeblätter in das Täßchen, gossen kochendes Wasser darüber und legten die Untertasse wieder auf Wollten die Gäste den Thee trinken, so faßten ste die heiße Tasse so, daß sie mit den Fingern gleichMig die obenliegende Untertasse ganz toentg zurnckschoben und so fest- hielten. Durch den offenen Spalt wurde der Thee mtt > man bei englischen Mahlzeiten
einem Male ausgeschlürft, wahrend die Theeblätter ch 1 brannte Mandeln knabbert. Eine Speise, die
den Deckel zurückgehalten wurden. Sahne und Zu öro6en SBantetten in China gewöhnlich auf den Tisch
werden in China zum Thee nicht verwendet, bei der vor- g tz Rieinusöl gebacken, fehlte glücklicherweise
ESBä ste
«UN-M. *ZSL «
hätte gerade für dieses zweite Diner einige chinesische Deli- Stück Roquetfortkäse gut munden, denselben Käse, den die Ken Schwalbennestsuppe und Haifischflossen, zubereiten Chinesen so sehr verschmähen und d r bei uns als Delieatesse lassen und so folgten wir denn wieder der bezopften Gesell- gilt. Andere Lander, andere Sitten.
ftbaf/in den Speisesaal. Es war zehn Uhr, und während $ßie ich nachher auch in anderen Städten erfuhr, der ganzen folgenden Stunde wurden uns wieder ein Dutzend fpietett sich die Festmahlzeiten der Chinesen, auch jene der Gänge der verschiedensten Art vorgesetzt: Entenzungen, Regierungsmandarine in Peking, . in ähnlicher Weise ab wie Sckweinsmaul, Crevetten mit Knoblauch und Zucker zube- ba6 geschilderte. Speisen sie allem oder doch nur in GeseU- rettet kleine Fischchen mit eingemachten Fichtenzäpfcheu, ge- ! näherer Freund, so sind die Mahlzeiten selbstverständlich röstete Lilienwurzeln, Fischhirn mit Pilzen re. Wo das ^el einfacher, ja, es giebt selbst in Dstasten kaum eine Englisch meines Dolmetschers zur Erklärung der Speisen Nation, die genügsamer und einfacher wäre wie eben die nickt ausreichte, zeichnete er mir die betreffenden Dinge auf Chinesen. Nur die Wohlhabenden und die Mandarine ge« riue Pavierserviette. Eine fade schmeckende Speise, die tote statten sich zuweilen den Luxus eines derartig großartigen Kalbskovf nach Schildkrötenart zubereitet aussah, wurde mir Banketts, dessen Speisen unter gewöhnlichen Verhältnissen statcstopr ia j > n-i», I hinreichen würden, das Menü für einen ganzen Monat
Bedienten-Schlauheit. Auguste: „Warum packst Du denn die Cigarren in dem Baron seine Stiefel?" — Johann: „Weil der Baron, wenn wir in Baden-Baden angekommen sind, jedenfalls sagen wird: Wie kann Er Kameel die Cigarren in die Stiefel packen — nun rauch' Er


